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2019 – Der Folk-Metal-Rückblick [Part 1]

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Willkommen beim ersten Teil meines Folk-Metal-Rückblicks 2019!

Da das Genre in diesem Jahr so einiges ausgespuckt hat, wäre es schon fast schade, nicht noch einmal zusammenfassend auf all die schönen Releases einzugehen. Ohne große Worte zu verlieren – los geht’s!

ELUVEITIE – „Ategnatos“

Die Schweizer haben vor einiger Zeit einen massiven Besatzungswechsel durchgemacht, und mit „Ategnatos“ liegt nun das erste Metal-Erzeugnis in neuer Aufstellung vor. Und das spürt man deutlich! Mit einer Menge frischer Energie hat man es nach Jahren endlich geschafft, aus alten Formen und Schemen auszubrechen. Unterschiedlichste musikalische Influenzen, viele Abwechslung und ein merklich veränderter Stil an Instrumenten und Clean-Gesang sorgen für das vielleicht lebendigste Album seit „Everything Remains As It Never Was“ (2010). Es scheint von allem mehr drin zu sein: Mehr (und härterer) Death Metal, mehr grandiose Folk-Parts (mein persönlicher Lieblingsaspekt der Scheibe) und auch durchaus prominenterer weiblicher Gesang. Wem letzterer allerdings weniger zusagt, für den ist „Ategnatos“ wahrscheinlich nicht das ELUVEITIE-Erlebnis, das er sich wünscht, und der kann getrost die Finger davon lassen.  

EQUILIBRIUM – „Renegades“

Der Name lässt schon vermuten, dass auch im EQUILIBRIUM-Camp wieder einmal neue musikalische Wege eingeschlagen wurden. Klassischen Folk Metal macht man hier ja hier schon lange nicht mehr. Renegades aber erreicht nochmal ein ganz neues Level an Modernität: Elektronische Einflüsse, New-Metal-Allüren, Rap-Parts und viel Clean-Gesang ersetzen das Flötengedudel und die melodischen Höhenflüge, die man früher von der Band kannte. Hinzu kommen drei verschiedene Sänger und kaum noch Texte auf Deutsch. Ein solcher (erneuter) Stilwechsel bringt natürlich meist mit sich, dass alte Fans eher weniger begeistert sind. So wird Renegades von der Presse zwar durchaus gelobt, von der Fangemeinde allerdings regelrecht in der Luft zerrissen. Persönlich gehöre ich auch eher der enttäuschten Fan-Community an, doch empfehlen würde ich zumindest einen Durchlauf des Albums trotzdem jedem, bevor er sich ein Bild macht. Vielleicht genau das richtige für die Fraktion an Metallern, denen die Band schon immer „zu dudelig“ war.

FINSTERFORST – „Zerfall“

Hui! FINSTERFORST sind aus dem „#YOLO“-Land zurück – und haben einen massiven Brocken im Gepäck. „Zerfall“ ist die konsequente Fortsetzung des eigentlichen Stils der Band (siehe die Alben „Rastlos“ und „Mach dich Frei“)! Ernster, schwerfälliger Folk Metal mit viel Tiefgang und gelegentlich dem ein oder anderen Refrain zum Mitgrölen. Was sonst noch auf der Platte zu finden ist: wütende Black-Metal-Passagen, ruhiges und gänsehauthervorrufendes Folk-Geklimper sowie mit 36 Minuten der längste Epos, den die Schwarzwälder bisher erschaffen haben (und es gab schon einige ü-20-Minüter). Wer fröhliche Upbeat-Melodien verschmäht und sich lieber auf eine musikalische Reise durch die Tiefen uralter Tannenwälder und die Abgründe der Menschheit begeben möchte – hier ist euer Folk-Metal-Album 2019!

Weiter geht es nächste Woche in Part 2 des Folk-Metal-Rückblicks 2019!


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