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ROTTEN SOUND – Sieben Fliegen mit einer Platte

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ROTTEN SOUND – „Abuse to Suffer“

Veröffentlichungsdatum: 13.04.2018
Länge: 09:52
Label: Season of Mist
Genre: Grindcore

„Stets gut gelaunt mit ROTTEN SOUND!“ – diese schlicht, aber dennoch ergreifende Redewendung vermag meinen Frust nur ungenügend zu kaschieren, denn immer, immer, IMMER bekomme ich die EPs der finnischen Knüppeltruppe auf den Tisch. Es begann seinerzeit mit „Species at War“, setzte sich mit „Napalm“ fort und endet heute mit „Suffer to Abuse“, welches selbstredend nicht zu verwechseln mit dem im Jahre 2016 veröffentlichten Album „Abuse to Suffer“ ist.

Jetzt könnte ich natürlich, als Reaktion auf diesen aus meiner Sicht nicht tolerierbaren Zustand, laut „MENNO“ kreischen, mit zornesrotem Kopf den linken Fuß aufstampfen und dem Chef eine gesalzene Abmahnung verpassen. Oder ich füge mich meinem Schicksal lächelnd, denn sind wir doch mal ehrlich: Ob Langspielplatte oder Extended Play, ROTTEN SOUND bieten schlichtweg rotten sound und wissen selbst mit kürzester Spielzeit zu begeistern, denn Qualität siegt immer über Zeit.

So benötigt das Quartett aus Suomi selten mehr als zwei Minuten, um dem Hörer vor den Boxen die Qualle aus dem Drömel zu sensen. Doch Obacht! Die Jungs um Mika Aalto, die von vorschnellen Kritikern gerne in die Grind/Black/Death-Schublade gepackt werden, sehen ihre Wurzeln selbst im vom Hardcore Punk beeinflussten Grindcore der Achtzigerjahre und lieferten mit eingangs erwähntem Minialbum „Napalm“ dereinst eine wundervolle Hommage an die Granden jener Zeit, NAPALM DEATH.

Und so beginnt die Reise auf „Suffer to Abuse“ tatsächlich vor gut 30 Jahren und führt uns durch das berühmte Dreiländereck des Raukasus, beginnend im wilden Grindistan, weiter über das kleine Doomänien und endet schließlich in der Hauptstadt Krachsachstans, Crustiania, die idyllisch mitten in der doch recht unruhigen Enklave Berg-Karakrach gelegen.

Ein wahrer Augen-, äh, Ohrenschmaus, aus dem der Opener „Privileged“ sowie „Harvester of boredom“, „One hit wonder“ und das abschließende „Slaves of lust“ hervorstechen.
So befördern uns ROTTEN SOUND mit sieben Titeln in knapp 10 Minuten ganz dicht ans Extremnirvana und lassen den Rezensenten calmiert von einer Abmahnung für den Chef absehen.

 


Dies ist ein Beitrag von Gastautor: Mario


 

Autorenbewertung

7
Die Frage, die schon Diogenes in die Tonne trieb: Muss das sein mit die kurze Spielzeit? Muss nicht, kann aber in diesem Fall. Kurz und knackig ist oft schöner, als lang und sinnfrei ab Track 3 oder sogar Livealbum Nummer 5. „Suffer to Abuse“ ist ein stimmiges, kleines Album, das die Vorfreude auf den nächsten Longplayer nur erhöht.
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7 / 10 Punkten

Vorteile

+ gewohnt fett produziert
+ kurz und knackig

Nachteile

- ein komplett herausragender Track fehlt, bzw. wäre schön gewesen

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