Du liest diesen Beitrag, weil unsere Autoren lieben, was sie tun - wenn du ihre Arbeit liebst, kannst du uns, wie andere schon, unterstützen. Wie? Mit einem kleinen monatlichen Beitrag über
30 Jahre Wahnsinn – ein Abend mit KNORKATOR
Hamburg 06.02.2026 KNORKATOR in der Großen Freiheit 36 auf dem Hamburger Kiez! Und Patrick und ich waren Dank Hamburg Konzerte Dabei.
Als ich gegen 18:00 Uhr ankomme, ist die Schlange schon recht lang und wird auch immer länger. Mein guter Freund und Kameramann Patrick und ich treffen uns vor Ort und gehen gemeinsam rein. Während er sich vorne schonmal umschaut. bring ich noch meine Jacke zur Garderobe.
Hierzu werde ich nach unten geschickt. Denn ich glaube, die machen erstmal unten die Garderobe im Kaiserkeller voll, bevor sie die oben eröffnen um das ganze Klamotten Thema zu entzerren. Aber interessant ist hier die Art wie man bezahlt. Es gibt keine Marken für die Kleidung, sondern man bezahlt mit der jeweiligen EC-/Kreditkarte und braucht diese auch hinterher um seine Kleidung wieder abzuholen.
Danach geht’s wieder nach oben in die Freiheit und ab nach vorne, wo die erste und zweite Reihe schon voll sind. Auf der Bühne steht eine Leinwand, auf der Videos aus den verschiedensten Teilen der Welt aus vermutlich 30 Jahren laufen. Musikvideos wie „Stayin‘ Alive“ von ROYAL REPUBLIC, aber auch von irgendwelchen Content Creatorn, wie einer Frau aus den USA, die Rage Running betreibt. Sie läuft und schreit dabei Lieder, die sie über Kopfhörer hört. Ein Fan hat ihr nach diesem KNORKATOR Konzert ein Video oder Bild davon geschickt und sie hat sich darüber sehr gefreut. Auch Werbung aus den 90ern ist zu sehen.
Licht aus
19:00, es ist voll und das Licht geht aus. Während die Leinwand abgebaut wird, läuft vom Band der Song „Jede Zelle meines Körpers ist Glücklich“ und die Menge singt aus voller Kehle mit. Gleichzeitig wird massig Nebel in die Freiheit gepumpt, so dass Silent Hill dagegen ein Witz ist!
Dann betritt die Band die Bühne und alles wird in rotes Licht getränkt und düstere Klavierklänge ertönen und man sieht die Jungs nur schemenhaft. Es wirkt direkt etwas beklemmend, wenn dann auch noch Stumpens Stimme erklingt und die Worte spricht: „Das Unheil kommt auf leisen Sohlen. Vom Chaos manchmal schwer zu trennen.“! Somit eröffnet der Song „Unheil“ vom letzten Album „Weltherrschaft für alle“ den Abend.
KNORKATOR bzw. hauptsächlich Sänger Stumpen führen dann mit allerlei Absurditäten und einem wilden Genre Mix durch den Abend.
Etwas seltsam mutet der Bühnenaufbau an, denn unter anderem sitzt dort Agnetha („Nethi“), die Tochter des Sängers, auf einem Stuhl, schaut gelangweilt umher oder liest ein Buch. Eine dieser Absurditäten. Eine weitere folgt zugleich.
Drei Songs lang dürfen die Fotografen Bilder aus dem Graben heraus machen. Das ist Standard auf den meisten Konzerten und Festivals. Gesagt, getan. Doch das die beiden einzigen Fotografen im Graben auch Teil der Show werden, damit hat wohl niemand gerechnet. Denn sie werden, kurz bevor Stumpen und Alf Ator den Track „Es kotzt mich an“ dahin schmettern, auf die Bühne geholt.
Etwas irritiert, folgen die beiden der Aufforderung von Stumpen und machen erst Fotos von der Band und dann von der Menge. Ohne Vorwarnung holen Keyboarder und Sänger dann Poolnudeln und „prügeln“ munter auf die beiden Kameraträger ein. Natürlich während diese Fotos machen und auch nicht aufhören dürfen. Nachdem die beiden dann wieder im Graben sind, bedankt sich Stumpen: „Ich möchte mich recht herzlichen bedanken für euren Mut, für eure musikalische Kameradschaft.“
Diesen Moment nutzt er auch um uns eine neue Geste beizubringen, wenn wir zufrieden sind: ein lautes „Kuckuck!“
Mit Song 4 in der Setlist gibt es auch den ersten wirklich Mitsingpart fürs Publikum. Hierfür steht ein Flipchart auf der Bühne mit den Worten aus dem Refrain von „ISMUS“. Und die Menge im Saal singt aus voller Inbrunst mit.
Sechs Nummern später wird es das erste Mal sehr ruhig und mit „Hardcore“ kommt die erste Ballade. Wieder gibt es Nebel in die Große Freiheit 36 alles ist in blaues Licht getaucht und jeweils ein Spotlicht scheint auf Alf am Keyboard und Stumpen in der Mitte. Der Kontrast ist schon schräg. Während der KNORKATOR-Sänger zuvor mehrfach unter Beweis gestellt hat, wie fit er mit über 60 noch ist., bleibt er dem Song angemessen hier sehr ruhig stehen. Allerdings mit einer Discokugel als Helm auf dem Kopf. Er strahlt richtig.
Der Kontrast von Springball Stumpen zum Bassisten Buzz Dee, der relativ ruhig und meist sitzend den Abend verbringt, ist echt krass.
Dann holt er einen Kescher hervor um Geld vom Publikum einzutreiben. Denn seine Frau sagte folgendes: „Komm mir ja nicht wieder nach Hause ohne das reiche Hamburger Volk ausgenommen zu haben.“
Und tatsächlich kriegt er 10 Euro von einem jungen Mädchen namens Miriam. Das Geld gibt er Alf Ator mit den Worten: „Ich schulde dir noch was. Zuhause muss ich mir was überlegen.“
Dann gibt er ihr einen Lautsprecher von einem zuvor vom Keyboarder zertrümmerten Keyboard. In dem langen Monolog kommt dann auch etwas, was Teil eines jeden KNORKATORS Konzert ist, der Sänger beginnt sich auszuziehen. An dieser Stelle ist es das Shirt, welches er dann Miriam zuwirft.
Ja, eigentlich begann der Teil bereits als er irgendwann die Jacke ausgezogen hat.
Lass doch mal die Jungen ran
Dann gibt es einen ersten Gesangswechsel, den nun kommen Stumpens Tocher Nethi und Alfs Sohn Tim Tom Thomas nach vorne und performen „Ich verachte Jugendliche“. Das ist wirklich ein witziger Kniff, den man von der 2025er Version schon auf dem „Weltherrschaft für alle“ hören konnte.
Tim Tom darf dann auch vorne bleiben, denn mittlerweile hat er es von seinem Vater übernommen den industrial Track „Böse“ zu singen. Nethi sitzt derweil wieder auf ihrem Stuhl und liest ihr Buch weiter.
Nach großem Lob für die „Brut“ von Alf Ator gibts dann nochmal ein ordentliches Lob.
Dann der nächste seltsame Aspekt der Show. Miriam, die die 10€ gegeben hat, wird nun gefragt ob sie gerne Eier isst. Da sie mit einem „Ja.“ antwortet, brät der Sänger während des nächsten Songs 4 Eier für das Mädchen um die 20 Jahre alt. Zwischendurch wird sie gefragt ob sie sie beidseitig gebraten mag und ob sie die mit jemandem teilen möchte, wozu sie ihren Vater von weiter hinten heranwinkt.
Mittlerweile sind wir bei „Eigentum“ und damit auf Platz 10 der Setlist und knapp auf der Hälfte für den Abend. Alf Ator darf nun seine Stimme zum Besten geben und das Publikum singt mit. Dafür übernimmt der Sänger den Platz am Keyboard, bis er irgendwann während des Songs unter dem Aufbau fürs Schlagzeug eine Kiste mit Konfetti hervor holt, die er mit einem Blasgerät aus der Kiste direkt in die erste Reihe vom Publikum bläst.
Wegräumen darf das Gerät dann Stagehand „Elsi„, bei dem sich dann auch bedankt wird.
Langsam nähern wir uns dem Ende
Auch beim „Liebeslied“ zeigt die Crowd ihre Textsicherheit und unterstützt den KNORKATOR Frontmann kräftig, bei der in rotes Licht getauchten
melancholischen Nummer. Genauso bei der Ballade „Weg nach unten“. Ursprünglich auf dem 2000er Album „Tribute an uns selbst“ noch gesungen vom Vater, darf hier Nethi wieder ihr können zeigen und am Ende von ihrem Vater begleitet werden.
Auch mein Highlight Song darf natürlich nicht fehlen und so gibt es kurz vor Ende auch noch „Du nicht“. Während der Strophen sitzt Nethi wieder auf ihrem Stuhl, guckt gelangweilt und liest ihr Buch um dann für den Refrain nach vorne zu kommen und gemeinsam mit ihrem Vater den Refrain zu singen.
Auch eine schöne Szene ist im Publikum beim vorletzten Song des Abends zu sehen, als zwei Männer zur Ballade „Wir werden alle sterben“ in der Menge einen Walzer versucht haben zu tanzen.
Aber es gibt auch eine Abweichung von der Setlist.
Stumpen erzählt, dass er im Mövenpick-Hotel in der Schanze (Sternschanze) untergebracht ist. Dann stimmt er den Song „Les Champs-Elysees“ von JOE DASSIN an und unterbricht das Publikum im ersten Refrain. „Ne ne, Stop. Da ist schon der Fehler. „Oh Schanze Lysee“.“!
Dann unterbricht er auch Buzz Dee, der zuerst nicht zu reagieren scheint. Und teilt das Publikum. Die eine Hälfte singt „Schanze Lysee“, die andere „Ratatata“.
Zum Schluss nimmt sich Stumpen knapp 3 Minuten Zeit um die Band vorzustellen und auch die Crew. Während der Show gab es ja meist eher Interaktion mit den Kindern, auch liebevoll als „DNA“ bezeichnet werden, Buzz und Alf, aber das liegt nicht an einer geringeren Wertschätzung oder dergleichen. Die ist sichtlich vorhanden. Aber so funktioniert die Show halt.
Zum Abschluss gibt es dann mit „Zähneputzen, Pullern und ab ins Bett“ nochmal nen richtigen rockigen Kracher und es wird komplett abgerissen, was bisher noch stand!
Mein erstes Fullshow Konzert von KNORKATOR und auch wenn nicht jeder Song was für mich war, hat es sich gelohnt! Zwei zufriedene Menschen und eine weitere gemeinsame Erinnerung! Ich komme gerne wieder!
Setlist aus 30 Jahren Wahnsinn
1 Das Unheil
2 Buchstabe
3 Es kotzt mich an
4 ISMUS
5 Halb voll
6 Hardcore
7 Ich verachte Jugendliche
8 Böse
9 Extrawurst
10 Besondrer Mann
11 Alter Mann
12 Eigentum
13 DMT
14 Unkraut
15 Steh auf
16 Liebeslied
17 Fans
18 Weg nach unten
19 Schmutzfink
20 Konflikt
21 Du nich
22 Warum
23 A
24 Wir werden alle sterben
25 Zähneputzen, Pullern
Hier geht es zur Seite von KNORKATOR.
Hier zur Seite von Hamburg Konzerte.
Und hier findet ihr die Große Freiheit 36.
Du liest diesen Beitrag, weil unsere Autoren lieben, was sie tun - wenn du ihre Arbeit liebst, kannst du uns, wie andere schon, unterstützen. Wie? Mit einem kleinen monatlichen Beitrag über