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Act of Creation – „Thion“

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Veröffentlichungsdatum: Februar 2016
Dauer: 46:20
Label: Eigenproduktion

Bei ACT OF CREATION handelt es sich um eine Death/Thrash-Metal-Band aus Hessen. Laut eigener Aussage ist die Kapelle „aus der Asche der Melodic Death/Thrasher E 605“ hervorgegangen. Recherchen zufolge ist jedoch nur Ex-E 605-Klampfer Carsten Schluch hier am Start. Einige der anderen Jungs haben indessen Projekte wie MILKING THE GOATMACHINE oder LAY DOWN ROTTEN gegründet.

„Auf “Thion“ werden nun die Dämonen des Lebens behandelt, welche uns dazu zwingen, die oft nicht zu ertragende Realität auszublenden – dann flüchten wir nach Thion – in unsere ganz eigene Gedankenwelt… Endgültig bleiben können wir dort aber erst, wenn das Leben gewichen ist.“

So steht es in der Bandbio. Aha.

Einen wirklich konzeptionellen Aufbau kann ich leider nicht wirklich erkennen. Alle Texte, die durchweg in der Muttersprache der Hessen vorgetragen sind, handeln von den Schattenseiten des Lebens. Das Reich „Thion“ ist offenbar ein Sammelbecken für Drogensüchtige, luzide Träumer, Wachkomapatienten, Kinder gewaltbereiter Eltern und Opfer zwischenmenschlicher Beziehungen. Irgendwie hab ich immer „Abenteuerland“ von PUR im Hinterkopf.

Es wird sich textlich um Eloquenz und Tiefsinnigkeit bemüht, die jedoch selten erreicht werden. Die Grundausrichtung der Lyrics erinnert mich dabei ein ums andere Mal an AGRYPNIE, nur leider auf deutlich schwächerem Niveau.

Musikalisch wildern ACT OF CREATION zwischen Death und Thrash Metal, allerdings werden die geilen Riffs und Ideen (Intro „Tagtraum“ erinnert z.B. an DYING FETUS), die es hier hin und wieder gibt, nicht wirklich ausgeschöpft, die Arrangements wirken schwach und breaklastig, einen roten Faden findet man nur mit Mühe. Die Gitarrenarbeit ist positiv zu bewerten, auch wenn so manche Idee nicht wirklich neu ist bzw. zündet. Was allerdings noch klar hervorgehoben werden muss, sind die zahlreichen Gastbeiträge auf „Thion“. Diese bestehen vornehmlich aus super Gastsoli und kommen u.a. von Musikern der Bands ACCU§ER, LAY DOWN ROTTEN und MORBID JESTER. Was jedoch gar nicht geht, ist das Eröffnungssolo auf „Ein kleines Dankeschön“. Ungestimmte Instrumente haben einfach selten Charme.

Was das Artwork anbelangt, so wird sich bunt durch die gesamte Font-Palette von Word gearbeitet. Optisch wirkt das Ganze ziemlich inkonsequent. „Thion“ ist eine Eigenproduktion, wogegen an sich nichts einzuwenden ist; allerdings sieht, hört und spürt man das öfter als es der Band guttäte.

Der Sound auf „Thion“ ist zwar insoweit ausgewogen, dass man die einzelnen Instrumente gut wahrnehmen kann, wirkt allerdings ziemlich klinisch. Für mich bringt das den Nebeneffekt mit sich, dass die düstere Atmosphäre, die die Band hier schaffen will, leider partout nicht aufkommt.

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Autorenbewertung

3
„Thion“ klingt nach vielem, jedoch nicht nach dem Drittlingswerk einer Band, die seit 2007 existiert und deren Musiker teils seit den 90ern in Bands aktiv sind. Für Fans und Sammler kann das hier sicherlich Spaß machen und wer will, kann 2 bis 4000 Punkte dazurechnen. Mir mangelt es jedoch an Eigenständigkeit, Konsequenz und Qualität.
ø 3.5 / 5 bei 2 Benutzerbewertungen
3 / 10 Punkten

Vorteile

+ gute Gastbeiträge von u.a. Lay Down Rotten + Riffideen mit Potential

Nachteile

- schwache Lyrics - mäßiger Sound - dürftige Arrangements

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2 Kommentare

  1. Mario Kirbschus
    4. Oktober 2016 bei 12:54 — Antworten

    Glücklicherweise gibt’s bei anderen Mags wie dem Metal Hammer auch Leute die sich mit dem Album befasst haben und brauchbare Rezis schreiben.

    • Alex
      4. Oktober 2016 bei 16:09 — Antworten

      Danke für diesen Kommentar Mario. Natürlich sind wir gar nicht in der Lage derartige journalistische Excellence wie Magazine aus dem Springer-Verlag an den Tag zu legen. Und da wir selber wissen, dass wir da nicht mithalten können, versuchen wirs erst gar nicht.

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