Home»Reviews»Black Metal»Asenblut – Pagan Metal ist anders!

Asenblut – Pagan Metal ist anders!

0
Shares
Pinterest Google+

ASENBLUT – Berserker
Veröffentlichungsdatum: 19.08.2016
Dauer: 59:29 Min.
Label: AFM Records

Als ich das erste Mal von ASENBLUT las, wurden sie als Black/Thrash-Metal-Band vorgestellt. Nachvollziehbar, denn vor allem auf ihrem vorigen Album „Von Worten und Taten“ fand sich eine gute Mischung aus den beiden Stilrichtungen – wenngleich es auch etwas komplett anderes war, als was man unter „Blackened Thrash“ o.Ä. verstehen würde. Doch in letzter Zeit liest man plötzlich überall von angeblichem Pagan Metal – nun, man könnte so etwas bei dem Namen vielleicht auch erwarten. Aber so kann man sich täuschen. „Berserker“ bietet nämlich so ziemlich alles – außer Pagan Metal.

Black-Metal-Parts gibt es vor allem immer noch in Hülle und Fülle, die Thrash-Auswüchse sind allerdings zum Großteil melodisch-epischem AMONAMARTH-Melodeath gewichen. An Energie haben die Göttinger Berserker dabei aber keinesfalls eingebüßt, eher noch haben sie gar eine Portion Geschwindigkeit und Power zugelegt. Und wo wir schon bei Power sind – sogar eine Prise Power Metal kann man bei gutem Hinhören hier und da entdecken. Was auch auffällt, ist, wie sich die unterschiedlichen Stile innerhalb einzelner Lieder merklich abwechseln: „Titanenerbe“ ist dafür ein gutes Beispiel, da hier wirklich alles oben Aufgezählte in einen Topf geworfen wurde. Ob man mit dieser Vorgehensweise des Songwritings nun etwas anfangen kann oder nicht, das muss wohl jeder für sich entscheiden. Eins ist jedenfalls klar: Langweilig wird einem damit nicht.

Anders ist dies beim Sound. Ich muss sagen, letzterer ist sehr klar – aber das ist nicht in allen Hinsichten etwas Gutes. Man kriegt gelegentlich das Gefühl, der Mix greife nicht richtig ineinander, und es fehlt ihm ganz einfach nicht selten an Tiefe und Atmosphäre. Für ein reines Thrash-Metal-Album à la HAVOK oder VEKTOR wäre ein solch direkter Sound toll. Epischen Melodien und Blast-Beat-lastigem Black Metal geht dabei allerdings leider etwas verloren. Dies soll nicht heißen, dass sich „Berserker“ nicht gut anhören lässt. Es beschleicht mich nur manchmal das Gefühl, man hätte mehr aus verschiedenen Parts herausnehmen können. Sicher ist es aber auch nicht leicht, bei so vielen Stileinflüssen einen universell passenden Sound zu finden.

Textlich liefern ASENBLUT genau so eine bunte Mischung wie musikalisch. Diese reichen von Videospiel-Epik („Helden des ewigen Sturms“), über historische Schlachten („Auf den Feldern von Flandern“), bis hin zu Illuminati-Verschwörungstheorien („Offenbarung 23“). „Schatten über Arkham“ handelt allerdings nicht, wie man fälschlicherweise glauben könnte, von Batman, sondern ist im Lovecraft-Universum anzusiedeln. Dass Sänger Tetzel seit Album Nummer eins stimmlich deutliche Fortschritte in puncto Variation und Technik gemacht hat, würde ich auch nochmal gerne betonen. Einziger Nachteil diesbezüglich: man versteht die Texte diesmal nicht ganz so gut.

„Berserker“ ist, rechnet man alles zusammen, ein angenehm hörbares und abwechslungsreiches Album. Der Sound passt nicht immer, was aber auf keinen Fall den Hörspaß verdirbt. Gerade dadurch hat die Musik ihren ganz eigenen Charme. Das Rad wurde mit dem Album auch nicht neu erfunden, es ist vielmehr so, dass man viele bekannte Elemente unterschiedlicher Herkunft genommen und wie ein Puzzle zusammengefügt hat. Mit Pagan Metal hat es trotzdem nichts zu tun. Basta.

Autorenbewertung

8
Stabiles neues Werk der Göttinger Berserker, abwechslungsreich und voller Energie.
ø 0 / 5 bei 0 Benutzerbewertungen
8 / 10 Punkten

Vorteile

+ musikalisch sehr variabel
+ Vocals stark verbessert
+ powerful

Nachteile

- Sound passt nicht immer zur Musik

Du liest diesen Beitrag, weil unsere Autoren lieben was Sie tun - wenn du Ihre Arbeit liebst kannst du uns, wie andere schon, unterstützen. Wie? mit einem kleinen monatlichen Beitrag über silence-magazin@patreon Patreon
Vorheriger Beitrag

Luxemburgs Wasserstoffbombe

Nächster Beitrag

Vom Sturm und dem was übrig bleibt

4 Kommentare

  1. Erik
    7. Oktober 2016 bei 12:25 — Antworten

    So eine belanglose Platte….

  2. Tom
    4. Oktober 2016 bei 11:47 — Antworten

    Beim nächsten mal bitte besser recherchieren! ‚Von Worten und Taten‘ ist bereits das zweite Album. ‚Aufbruch‘ war das Erstlingswerk der Band. Davor gab es sogar noch die Demo ‚Kampfruf‘. Lässt sich leicht auf deren Homepage nachvollziehen.

    Viele Grüße

    • Mich
      4. Oktober 2016 bei 13:48 — Antworten

      Guten Tag lieber Tom,
      dat tut mir Leid! Ich ändere es 🙂

      • Alex
        4. Oktober 2016 bei 16:09

        Och Mich! 😉

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.