Home»Lifestyle»Kolumnen»Auf der Suche nach dem Glück?

Auf der Suche nach dem Glück?

0
Shares
Pinterest Google+

Manch einer mag sich jetzt fragen, worin der Zusammenhang zwischen Metal und Glück besteht. Aber nicht aus Zufall hat dieser Artikel hier seinen Platz im SILENCEMagazin gefunden, denn laut Studien der “California University” sollen sich “von IRON MAIDEN und METALLICA geprägte Zeitgenossen” heute glücklicher und ausgeglichener fühlen. Ich beziehe mich hierbei auf einen Artikel in der digitalen N24-Zeitung.

In dem Artikel werden die positiven Auswirkungen von Metal auf insgesamt 477 Probanden durch wissenschaftlich fundierte Methoden belegt. Die beteiligten Professoren und Psychologen stellten in Studien fest, dass Menschen, die diese “aggressive Musikrichtung” hören oder in jungen Jahren regelmäßig gehört haben, allgemein höflicher und friedlicher sind. Außerdem wird bestätigt, dass die 377 Studienteilnehmer, die einmal Metal-heads gewesen waren, in ihrer Jugend vollbrachte Aktionen heute weniger wahrscheinlich bereuen.

Aber halt mal!

Kann das überhaupt wahr sein? Hat Glück etwas mit einer bestimmten Musik zu tun? Und wenn ja, wieso???

Zu allererst muss gesagt werden, dass Metal kein Allheilmittel gegen Unglück oder persönlicher Unzufriedenheit ist, das wie ein Medikament beim Arzt verschrieben, in der Apotheke abgeholt und schließlich ohne Wirkungszweifel eingenommen werden kann. Pauschal zu sagen: “Hör Metal, dann wirst du glücklich!”, wäre eher weniger von Sinn. So funktioniert das auf keinen Fall. Aber wie denn?

Wenn du also beschlossen hast, dein Glück finden zu wollen, dann brauchst du erst einmal ein “open mind”. Du solltest dem Metal schon eine Chance geben, bei dir Anklang finden zu können. Falls du dazu nicht bereit bist, bist du des Glückes nicht würdig und dein Glücks-Schmiedeeisen befindet sich bereits in der Mülltonne …

Im zweiten Schritt spielt, wie bei Allem im Leben, die Leidenschaft und Überzeugung eine große Rolle. Du kannst nicht einfach – angewidert vom Klang – Metal hören und dann hoffen, dass du danach dein Glück gefunden hast. Die Musik muss ihre Wurzeln tief in deiner Persönlichkeit verankern und so mit möglichst vielen Tätigkeiten und Erinnerungen verknüpft werden. Dann hast du den ersten großen Schritt auf dem Weg zum Glück bereits hinter dir. Das braucht aber Zeit und kann nicht krampfhaft in wenigen Wochen erreicht werden.

Wie, du magst kein Metal?

Was? Du magst diesen Musikstil gar nicht und quälst dich beim Anhören? Also dann solltest du eine zeitliche oder stilistische Umleitung nehmen: Versuch dein Glück durch Metal wann anders erneut zu finden, entferne dich vom brutalsten Black/Thrash Metal und probiere etwas softere Metalcore-Klänge aus oder ignoriere die Musik komplett und beschäftige dich mit den Lyrics.

Du bist deinem Glück und deiner erhöhten Lebensqualität bereits näher gekommen und die Vollendung naht: Wenn du an dem Punkt angelangt bist, dass du überzeugter und stolzer Metal-Head bist, dann wirst du die eigentlichen Gründe erkennen, warum die meisten Metaller wirklich glücklicher sind und eine gesündere Lebensbilanz haben.

 

Die eigentlichen Gründe …

Ich gehe ja davon aus, dass die meisten Leser unter euch schon übertriebene Metal-Heads sind und beginne deswegen direkt mit den Gründen, von denen ich denke, dass ein glücklicher Metaller sie vertreten kann.

  1. Vielfältigkeit – Egal ob skelettartig dünne Beine mit schwarzen Röhrenjeans umhüllt, ein lässiges Bandshirt und halmähnliche Arme mit ultradünnen Fingerchen, in der Landschaft kaum zu erkennen, oder zwei Meter breite Schultern, Beine so dick wie ein Baumstamm und so haarig, wie die Mähne eines Löwen, immer weite Bundeswehrhosen am Laib, ein Fass im Bauch, das oberkörperfrei immer gezeigt wird und Springerstiefel, die mit mehr Ketten und Metall ausgestattet sind, als ein Hochhaus mit Stahl – in ihrer Gesamtheit gehören alle zu einer großen und verbundenen Gemeinschaft.
  2. Familie – Da wären wir auch schon beim zweiten Punkt. Diese eben genannte Gemeinschaft hält wie eine starke Familie zusammen. Egal wo, egal wer und egal wann. Wenn sich zwei Metal-Heads – durch Bandshirt o.ä. gekennzeichnet – auf der Straße treffen, entsteht gleich ein angenehmes Gesprächsklima. Oder auch in der neuen Klasse oder im Ferienjob, meint man, erst kürzlich kennengelernte Metaller schon seit Gezeiten zu kennen wie ein Geschwisterteil.
  3. Vielfältigkeit – Ja, genau! Nicht nur das Aussehen ist endlos vielfältig, auch die Musik an sich weist unzählbar verschiedene Genres und Subgenres auf, innerhalb derer wieder in mehreren Universen unterschieden werden kann … Diese Mannigfaltigkeit bietet für jeden Metal-Head genau das, mit dem er/sie sich identifizieren kann.
  4. Individualität – wo wir auch schon in den nächsten Punkt übergehen. Weil die Welt des Metals so verschieden sein kann, gibt es keine allgemein gültigen Normen, die zu befolgen sind, um ein Teil zu sein. Jeder kann auf seine eigene Weise besonders sein – bzw. ist es. In engem Zusammenhang zu den verschiedenen Subgenres von Metal steht diese persönliche Individualität, da sich jede Persönlichkeit aus verschiedenen Werdegängen innerhalb des Metals zusammensetzt, die durch verschiedene Musiknuancen, Texte und inspirative Begegnungen mit anderen Metallern geprägt ist.
  5. Vielfältigkeit – Ja, absichtlich erscheint dieser Aspekt zum dritten Mal, weil man sie sogar in sich selbst wiederfindet: Die Vielfältigkeit ist durch sich selbst bestimmt. Damit meine ich, dass sie als autarkes Konzept über alles in der Metal-Welt ihre Hand hält.
  6. Respekt – Zumindest herrscht untereinander eine recht gepflegte Ausdrucksweise. Also, wenn die Musik aus und der Moshpit vorbei ist, versteht sich … Durch die in der Metal-Szene vorzufindende gegenseitige Achtung können schnell tiefgründige und emotionale Gespräche entstehen, die durch Vertrauen geprägt sind. Und eventuell von etwas Alkohol. Smalltalk gibt es kaum und peinliche Stille erst recht nicht, denn jeder ist überzeugter Verfechter seiner Lieblingsband und muss dies mit allen (anständigen) Mitteln beweisen. Aber wie in der Studie bereits herausgefunden, kann ich nur bestätigen, dass ich Metal-Heads als überduchschnittlich friedlich und nett erlebe, selbst wenn das Outfit manchmal etwas abschreckend wirkt (open mind) …
  7. Freiheit – Zu guter Letzt muss dieses weitläufige Stichwort noch mit hier rein, denn Tanz, Musik, Text und Lifestyle der Metal-Gemeinschaft ist purer Ausdruck davon.

“Be hungry and be crazy”

Dies sind keine Gründe, warum Metal-Fans generell glücklicher sind, sondern handfeste Beweise. All diese Aspekte führen dazu, dass sich eine kleine, ungleiche, aber doch harmonische Gemeinschaft an Metallern im Kontrast zu unserer heutigen, uniform orientierten Gesellschaft, noch glücklich schätzen kann. Wir sind die, die aus dem Raster der Normalität herausfallen und das machen, was uns glücklich macht, egal was andere davon halten. Darin besteht das Glück. In Selbstzufriedenheit. Wer krampfhaft versucht, sich nach den Werten anderer zu richten, kann kein wahrhaftiges Glück finden.

Und falls du es als Nicht-Metaller noch nicht gemerkt hast: Es geht nicht nur um die Musik. Wenn du die Musik wirklich nicht magst, dann trete unserer Gemeinschaft doch einfach eines rebellischen Willens bei und hab einfach Spaß daran, “anders” und stolz darauf zu sein. Aber ehrlich gesagt wirst du nicht um die Musik herumkommen …
Der berühmte und erfolgreiche Unternehmer Steve Jobs hat einmal in einer seiner letzten Reden gesagt: “Be hungry and be crazy”. Nur, indem man hungrig nach Individualität und Glück ist, kann man es durch Verrücktheit und Selbstidentifikation auch finden.

Aber letzten Endes kann auch kein Metaller von sich behaupten, sein Glück gefunden zu haben, denn wie soll man finden, was als Weg und nicht als Punkt oder gar Ziel zu sehen ist. Aber Metal kann dir durch Überzeugung deinen passenden Weg gen Glück zeigen, um so einen höheren Level an Zufriedenheit und eine ausgeklügeltere Lebensbalance zu erlangen.


Du liest diesen Beitrag, weil unsere Autoren lieben, was sie tun - wenn du ihre Arbeit liebst, kannst du uns, wie andere schon, unterstützen. Wie? Mit einem kleinen monatlichen Beitrag über silence-magazin@patreon Patreon
Vorheriger Beitrag

Schmetterlinge im Bauch? - UNTIL RAIN

Nächster Beitrag

Senf der Woche #17 - FESTIVALMUCKE

Keine Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.