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Auf einer Reise nach Neverland

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A SAVING WHISPER – Neverlandscapes

Veröffentlichungsdatum: 08.07.2016
Dauer: 42:58
Label: Midsummer Records

Auf der Suche nach immer neuen Impressionen, Gefühlen – oder schlicht: neuer Musik – bin ich in die Zukunft gereist und habe mir angehört, wie das neue Album von A SAVING WHISPER denn so klingt. Nach 2 veröffentlichten EPs und vielen Shows in Deutschland begann die Band aus dem Raum Nürnberg an den Arbeiten an ihrem ersten Album „Neverlandscapes“. Das war im Jahr 2011. Es wurde etwas ruhiger um die Fünf, denn sie wollten sich Zeit nehmen, alles richtig machen, ein Album schreiben, welches wegweisend für die eigene Entwicklung sein sollte.

Nach vier Jahren der Entwicklung entschied man sich dann Mitte 2015 in das Ghost City Studio zu ziehen, um dort einen ganzen Monat lang aufzunehmen. Wie das Ganze klingt, werden wir jetzt ergründen.

„Neverlandscapes“ klingt rau, wild, verzweifelt, interessant. Im Studio entschied man sich bewusst gegen das Aufnehmen mit Klick, was dem Album eine unheimliche Dynamik verleiht und als ein bewusstes Statement gegen all die überproduzierten Veröffentlichungen der derzeitigen Szene verstanden werden kann. Kein Angst, holpern tut deshalb nichts. Es wirkt einfach sehr natürlich und das will bei Post-Hardcore schon was bedeuten. Musikalisch bedient sich A SAVING WHISPER aus vielen Töpfen. Parallelen zu MUTINY ON THE BOUNTY, REFUSED oder auch ENTER SHIKARI können durchaus gezogen werden. Aber kopiert wird hier niemand.

Hier wird noch selbst geschrieben und getüftelt!

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Beim Hören vermittelt die Scheibe die ganze Zeit eine Art Verzweiflung. Die Musik befasst sich mit gesellschaftlichen, universellen Mechanismen und der Auseinandersetzung zwischen innerer und äußerer Welt. Irgendwie denkt man beim Hören nicht an Blumen und Bienen, sondern an eine Art Endzeit. Sänger Hannes Hümmer liefert eine abwechslungsreiche sowie überaus glaubwürdige Performance ab und wird dabei von seinen Kollegen eindrucksvoll unterstützt. Ich gebe zu, man braucht ein paar Durchläufe um sich in das Album einzuhören, doch dann wird es stetig besser. Besonders weil es nicht langweilig wird, sondern seine Spannung behält. Die lange Erarbeitungsphase hat sich deutlich bezahlt gemacht! Besonders sticht der Song „Neverlandscapes“ heraus. Er verbindet alles und gibt tiefe Einblicke in die Bandpsychologie.

Auf jeden Fall hinterlässt das Album seine Spuren. Es hat zwar keine Passagen die zum gemeinsamen Singen und Saufen einladen, aber das muss es auch nicht. Ein schönes Konzeptalbum, welches seiner Linie treu bleibt und keine Ausreißer nach oben oder unten hat. Alles scheint aus einem Guss zu sein, ein Gesamtkunstwerk. Ich werde mir deshalb jetzt keine Killersticks kaufen, sondern rausgehen und mein Leben überdenken…

Ich empfehle euch, dies auch zu tun. Am besten mit der neuen A SAVING WHISPER Platte!

Autorenbewertung

7
Schönes Konzeptalbum, welches seiner Linie treu bleibt und keine Ausreißer nach oben oder unten hat. Alles scheint aus einem Guß zu sein, ein Gesamtkunstwerk.
ø 3.8 / 5 bei 9 Benutzerbewertungen
7 / 10 Punkten

Vorteile

+ gutes Songwriting
+ glaubwürdiger Gesang voller Kraft und Emotion
+ interessante und abwechslungsreiche Musik
+ dynamisch eingespielt
+ wirkt echt und nicht überproduziert

Nachteile

- Schlagzeugsound an einer Stelle etwas "plump" (ich werde allerdings nicht verraten wo)

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5 Kommentare

  1. Andre
    6. Juli 2016 bei 7:47 — Antworten

    Das liest sich gut – jetzt bin ich noch mehr gespannt! Danke für den Ausblick auf das Album.

  2. kalkwiese
    5. Juli 2016 bei 10:47 — Antworten

    Beim Vergleich mit Enter Shikari hat es wirklich mein Interesse geweckt. Da hör ich mal rein. 🙂

    • Gewaltmaschine
      5. Juli 2016 bei 19:56 — Antworten

      das freut mich! und ich denke auch das es sich lohnt!

      • kalkwiese
        10. Juli 2016 bei 14:52

        Die Stimmung erinnerte mich zuerst an The Saddest Landscape. Das ist auf jeden Fall etwas für mich. 😀
        Gutes Album, schöne Rezension!

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