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Aus den Tiefen #2: Epistasis

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In „Aus den Tiefen“ stelle ich euch regelmäßig mehr oder minder unbekannte Künstler, Projekte und Bands vor, die aus dem einen oder anderen Grund abseits der altbekannten Pfade wandeln. Die Gründe hierfür können zahlreich sein. Das Ergebnis muss nicht immer nach Metal klingen, im Gegenteil! Der Fokus liegt hierbei auf Innovation, auf Experimentierfreude – auf dem Potential, etwas anders zu machen, als alle anderen.


 

Hallo und herzlich willkommen!
In dieser Ausgabe möchte ich euch die New Yorker EPISTASIS näherbringen. Eine Band, auf die ich irgendwann im Jahre 2012 aufmerksam wurde. Wer den ein oder anderen Artikel von mir gelesen hat, weiß vielleicht, dass ich auf ziemlich kranken Scheiß stehe… Nein, hier sind diesmal nicht Bondage, Natursekt und Ladyboys gemeint!

Musikalisch wird es für mich immer da spannend, wo Dinge passieren, die man so noch nicht kennt.
Besonders die New Yorker Szene (genauer gesagt: Brooklyn) hat in den letzten Jahren einige Künstler hervorbringen können, die ihre Scheuklappen abgelegt haben und nicht davor zurückschrecken, neue Pfade zu betreten.

Epistasis

 

EPISTASIS sind eine solche. Sie lassen sich am ehesten als experimentelle Black Metal Band beschreiben, was sich schon alleine an der Besetzung erkennen lässt. Denn neben Gitarre, Schlagzeug und Bass werden hier Trompete und Fagott (!!!) in den Sound integriert. Diese werden teils ganz natürlich gespielt, teils durch Effekte verfremdet, was zu interessanten Soundlandschaften führt, die die Atmosphäre nur noch weiter ausbauen und stärken.

Die Vision der klassisch ausgebildeten Multiinstrumentalistin/Chefdenkerin/Trompeterin Amy Mills ist es, zwei Welten miteinander zu vereinen. Ihre Vision liest sich so:

The concept behind compositions is basically to make heavy music (metal, noise, rock etc.) that is informed by contemporary concert music (serialism, atonality, electro-accoustic etc.) within a song / band format.

– www.kickstarter.com/projects/keepbloofyderpy/epistasis-album-release-on-the-path-less-traveled/description

Und genau das gelingt ziemlich gut. Die beiden EP’s, die EPISTASIS bislang veröffentlicht haben, schaffen den Spagat zwischen modernem, experimentellem Black Metal und (neuer) klassischer Musik des 20sten Jahrhunderts perfekt. Spielerisch ist das, was hier passiert, absolut ausgereift, auch wenn der Sound noch nicht optimal, aber absolut zweckdienlich ist. Dynamisch wird einiges aufgefahren, was sich mit Szenegrößen wie GORGUTS vergleichen lässt! EPISTASIS klingen, als hätten sich eben genannte Kanadier mit den Chaoten von THE DILLINGER ESCAPE PLAN gepaart, und dem daraus entsprungenen Bastard Blasinstrumente als Spielzeug gegeben.

Eine absolute Empfehlung möchte ich für all jene aussprechen, die mit Bands wie späten DEATHSPELL OMEGA etwas anfangen können und denen die experimentellen Auswüchse der New Yorker Szene ein freudiges Zucken um die Mundwinkel bescheren.
Und passend zu diesem Zucken passt, dass die New Yorker soeben angekündigt haben, an neuem Material zu arbeiten. Ich bleibe gespannt!

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Debüt EP – Bandcamp

Zweite EP – Bandcamp

Bild mit freundlicher Genehmigung von Epistasis

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1 Kommentar

  1. Oli
    Oli
    8. Juli 2016 bei 12:45 — Antworten

    Coole Sache!

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