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Aus den Tiefen #6: Stomach Earth

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In „Aus den Tiefen“ stelle ich euch regelmäßig mehr oder minder unbekannte Künstler, Projekte und Bands vor, die aus dem einen oder anderen Grund abseits der altbekannten Pfade wandeln. Die Gründe hierfür können zahlreich sein. Das Ergebnis muss nicht immer nach Metal klingen, im Gegenteil! Der Fokus liegt hierbei auf Innovation, auf Experimentierfreude, auf dem Potenzial, etwas anders zu machen, als alle anderen.

Heute begeben wir uns so dermaßen weit in die Tiefe, dass der Marianengraben neidisch wird.
Das liegt weniger daran, dass die Band – um die es jetzt geht – so unbekannt wäre, sondern daran, dass man sich fühlt, als würde man gefressen werden, nur um kurz darauf in einem unendlich tiefen Abgrund wieder ausgekotzt zu werden. Na, Bock?

Es geht um STOMACH EARTH.

Hinter der Death Doom Band aus Salem, Massachusetts, steckt nur eine einzige Person. Hierbei handelt es sich um Mike „Gunface“ McKenzie, der sich sonst bei seiner Hauptband THE RED CHORD für Gitarre und Backing Vocals verantwortlich zeigt.

STOMACH EARTH

 

Stehen bei diesen Raserei und Technik im Vordergrund, so lässt es Mike bei seinem Soloprojekt deutlich langsamer angehen. Besonders bei den Leadgitarren hört man eine Ähnlichkeit zu THE RED CHORD, allerdings wirken diese im Kontext von STOMACH EARTH noch abgrundtief böser und morbider. Besonders fies ist, dass es ausgerechnet diese Leadgitarren sind, die sich ins Ohr fräsen, und das, obwohl sie selten wirklich schön sind, sondern eher an SLAYER-Soli auf Schlaftabletten wirken.

Dazu gesellen sich Growls, die sich vor Stimmungetümen wie Phil Bozeman keinesfalls verstecken müssen. Dabei werden schöne Momente mit cleanem Gesang, wie es sie etwa bei AHAB oder SWALLOW THE SUN gibt, vollständig ausgeklammert. Bei STOMACH EARTH regiert ausschließlich die Dunkelheit.

Die Kommentare auf der Bandcampseite sprechen da eine ganz eigene Sprache:

„This is the soundtrack to the only nightmare I’ve ever had“

Oder:

„Funeral doom that sounds massive enough to swallow a planet.“

Und nicht zuletzt:

„If Cthulhu made metal, this is a pretty good approximation of what it would sound like.“

STOMACH EARTH sind gar nicht über alle Maßen progressiv, experimentell, avantgardistisch oder durchgedreht, aber das gleichnamige Album ist einfach eine verdammt geile Platte, die Eindruck macht, mich irgendwo in der Nähe meiner Eingeweide greift und in die Tiefe reißt.

Das Album ist physisch nur als LP erschienen, digital allerdings für 6$ erhältlich.

Bandcamp

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Bild mit freundlicher Genehmigung von Stomach Earth

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2 Kommentare

  1. Justin
    5. August 2016 bei 21:03 — Antworten

    Die Rubrik gefällt mir sehr und ich möchte mich für die Musik Tipps bedanken :). Macht weiter so, es macht Spaß euch zu lesen 🙂
    Schönen Abend noch ^^

    • Robert
      7. August 2016 bei 11:50 — Antworten

      Hallo Justin!
      Vielen, vielen Dank für dein positives Feedback. Freut mich sehr, dass ich dir n paar neue Bands schmackhaft machen konnte!

      Beste Grüße!

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