Bay Area Leipzsch schlägt wieder zu

WARFORGER – Global Extinction
Veröffentlichungsdatum: 23.09.2016
Dauer: 48:13 Min.
Label: Eigenproduktion

Mann, Mann, Mann… Das wurde aber auch mal Zeit! Ganze 7 Jahre haben sich die Leipziger Thrasher von WARFORGER Zeit gelassen, um ihr erstes Album auf die Öffentlichkeit loszulassen. Und es hat sich gelohnt, 7 Jahre auf ihr Debüt zu warten. Mit „Global Extinction“ kommen 10 bockstarke Thrash-Kracher auf einen zu, die zu keinem Zeitpunkt sächsisch klingen!

Schon bei den ersten Tönen von „Global Extinction“ zeigt sich, wo die Reise hingehen wird. „Desolation“ startet mit Sirenen, die sofort eine bedrohliche Stimmung erzeugen. Doch nicht nur der Fliegeralarm, auch der verspielte Opener eröffnen das neue Album stattlich. Auch ein verzwicktes Basssolo darf schon beim ersten Song nicht fehlen und so bin ich gespannt, was das Werk sonst noch so zu bieten hat.
Musikalisch haben sich WARFORGER irgendwo zwischen EXODUS, SUICIDAL ANGELS, ANNIHILATOR und TESTAMENT angesiedelt. Genau das hört man auch bei „Glass Prison“ ziemlich deutlich heraus. Doch die 5 Sachsen sind keinesfalls eine billige Kopie der Ebengenannten. Im Gegenteil: die Thrashheads bringen noch eine eigene markante Note in ihre Musik ein, für die vor allem die rotzigen Vocals von Mitsh und Jägers durchgehend aggressives Hämmern auf den Kesseln verantwortlich sind.
Überraschend melodisch und ohne den zuvor häufig überstrapazierten Einsatz der Doublebass startet „Empires Arise“. Hier hat es mir vor allem der Mittelteil des Songs angetan. Mitshs keifender Gesang gepaart mit den auffälligen Drums reißen es hier für mich heraus.

Sänger Mitsh in Action

Der wohl energiegeladenste Song des Silberlings ist für mich mit Abstand „Beyond The Threshold“. Wenn ich es nicht besser wüsste, könnte der Song auch durchaus von einer neuen Bay Area-Band stammen. Der professionell abgenommene Sound und das klasse Songwriting sorgen für ordentlich Abwechslung und lassen zu keiner Sekunde den Gedanken aufkommen, dass es sich hier um ein Erstlingswerk einer sächsischen Kapelle handelt. Da wird dem Hörer, der die Truppe nicht kennt, ein ordentliches Schnippchen geschlagen.
Mittlerweile frage ich mich schon über die ganze Dauer der Platte, woran mich der Gesang stellenweise erinnert. „Under Your Command“ löst das Rätsel dann endlich auf. Das Krächzen in Mitshs Stimme kommt dem eines Peter Tägtgren auf neueren HYPOCRISY-Veröffentlichungen schon ziemlich nahe. Und genau das ist es auch, weshalb ich WARFORGER auch nicht als reine Thrash Metal-Band, sondern eher als Death/Thrash bezeichnen würde.
Mit weniger Tempo, dafür aber mit umso mehr Nachdruck, ballert dann „Generic Mutation“ aus den Boxen (ok, es sind eigentlich Kopfhörer). Ich bin immer noch ziemlich überrascht, wie gut doch der Sound auf der Platte ist. Das zeigt auch, dass Gitarrist Pulle und Kanonier Jäger nicht nur was vom Krach machen, sondern auch vom Krach hörbar machen, verstehen.
Sogar einen Bonussong hat die Platte zu bieten. Zumindest wird „Sacrificed“ so angepriesen. Warum? Keine Ahnung. Für mich ist dieser Song der einzige, der mich ein bisschen enttäuscht. Da es aber „nur“ ein Bonus ist, geb ich hier auch nur die halbe Wertung drauf 😉
Abgeschlossen wird das Album von „Forced Into Violence“. Ein wahrlich würdiger Abschluss des Debüts der Ossis, welcher nochmal die ganze Vielfalt der Truppe beweist.

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Bandcamp

Autorenbewertung

7
Ein wirklich gelungenes Debüt der 5 Leipziger, welche sich jetzt nach einigen Besetzungswechseln nun scheinbar gefunden haben. Sowohl Sound als auch Songwriting passen hier und Leipzig beweist mal wieder, dass es einiges zu bieten hat, was saustarke Newcomerbands angeht!
ø 2.8 / 5 bei 1 Benutzerbewertungen
7 / 10 Punkten

Vorteile

+ fetter Sound
+ ordentlich Abwechslung
+ cooles Artwork

Nachteile

- als "Nicht-24/7-Thrasher" auf Dauer vielleicht etwas langatmig durch lange Songs
- wofür der Bonussong???

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