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CENTINEX hilft mir, zum Wildschwein zu werden

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CENTINEX – Doomsday Rituals
Veröffentlichungsdatum: 08.07.2016
Dauer: 32:25
Label: Agonia Records / Soulfood

CENTINEX sind ja wahrscheinlich jedem bekannt, der sich für Death-Metal interessiert. Wie sollte man auch an den vier Schweden vorbeikommen? Immerhin sind die „Jungs“ schon seit gut 26 Jahren unterwegs und haben bislang sage und schreibe 8 (in Zahlen acht) Alben veröffentlicht. Am Freitag, zum „Doomsdays“, kommt ihr neues Album endlich in die Läden. Und weil das Cover so unheimlich ansprechend ist, konnte ich nicht anders, als es mir schon einmal anzuhören.

„Doomsday Ritual“

Der Name ist wahrlich Programm! Wie bei einem Ritual werden die 10 neuen Songs heruntergebetet. Da bleibt keine Zeit für einen Blick nach links oder rechts. Nein, die Marschrichtung ist streng vorgegeben: VORWÄRTS! So lautet die Devise. Wie mit Scheuklappen mäht sich die Band von Song zu Song. Technische Raffinesse, Anzeichen von Verspieltheit oder Experimentierfreudigkeit sucht man hier vergebens. Hier gibt es nur eins: klassischen, schwedischen Death Metal! Liebhaber dieses Genres werden hier ihre Freude haben und sind angehalten, ihre Zeit nicht mit dem Weiterlesen zu verschwenden.

Denn für mich ist das Ganze vor allem eines: LANG!

Und das, obwohl die 10 Songs in nur 33 Minuten heruntergespielt werden. Mir kommt es vor wie eine halbe Ewigkeit und so war ich sehr überrascht, dass es eben nur eine halbe Stunde gedauert hat. Klar, die Musik ist recht soundgewaltig und die Double Bass bleibt gefühlt nie stehen, aber das war es auch schon. Der Gesang ist in puncto Eintönigkeit nicht zu übertreffen. Die Riffs klingen, als hätte man sie aus dem Archiv geholt. Sie sind irgendwie bemüht, schwerfällig und dabei unheimlich unkreativ. Abwechslung findet man nur bei gelegentlichen Tempiwechseln und bei dem einen Solo, was da noch im vorletzten Song ertönt. Dieses ist zugegebenermaßen ganz nett, aber nichts Weltbewegendes.

Kill everyone, kill everyone! Be brutal!

Die Texte handeln genretypisch von Tod, Zerstörung und Gewalt, sind plump und redundant. Da zusätzlich alles gleich klingt, will die Stimmung da nicht so richtig aufkommen. Ich habe zumindest nicht das Gefühl, mich würde die Musik zu einer wilden Bestie, zum Herrscher über die Schwachen, zum Krieger machen. Eher zu einem stumpfen Wildschwein. Na ja, dass ist immerhin auch irgendwie was Gewaltiges…

Aber es ist ja nicht alles schlecht. Immerhin grooved das Ganze teilweise ganz gut und im Notfall kann man auch einfach seine Anlage lauter drehen. Dann hört man den schönen klassischen Sound und kann sich seinen niederen Instinkten hingeben (Wildschwein). Es bleibt das Gefühl, dass sich die Band in den letzten Jahrzehnten nicht sonderbar entwickelt hat, keine neuen Wege geht oder sonst irgendetwas ausprobiert. Vielleicht ist das aber auch ganz gut, denn so kann ihnen niemand vorwerfen, sich nicht treu geblieben zu sein. Und das hat natürlich auch seinen Reiz. Deshalb empfehle ich wie immer: hört euch CENTINEX einfach selbst an!

Autorenbewertung

4
Soundgewaltiges, brutales aber dennoch irgendwie langweiliges Album
ø 0 / 5 bei 0 Benutzerbewertungen
4 / 10 Punkten

Vorteile

+ "Trve"
+ Sound
+ Artwork

Nachteile

- redundant
- langatmig
- stumpf
- unkreativ
- Gesang

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