Continued Destruction – ANTAEUS

ANTAEUS – Condemnation
Veröffentlichungsdatum: 18.11.2016
Dauer: 41Min.
Label: Norma Evangelium Diaboli
Stil: Black Metal

 

ANTAEUS aus Frankreich stehen seit ihrer Gründung Mitte der Neunzigerjahre für extrem brutalen, rauen und grindigen Black Metal. Hier findet man keine filigranen Gitarren-Licks oder ausufernde Melodien. Stattdessen wird der allgegenwärtigen Zerstörung in tonhafter Form gehuldigt. Daran, soviel sei vorweggenommen, hat sich auch auf ihrem neuen Album „Condemnation“ nichts geändert. Interessant ist jedoch die Tatsache, dass es lange Zeit unsicher war, ob überhaupt noch ein neues Album veröffentlicht werden würde, da laut Aussage der Band erst Nachfolgematerial veröffentlicht wird, wenn es in seiner Intensität und Brutalität an das letzte Album aus dem Jahre 2006 heranreiche. 1

So stellte doch schon das Vorgängeralbum „Blood Libels“ eine extrem amtliche Abrissbirne dar, und daran knüpft der neuste Streich „Condemnation“ nahtlos an. Die rund 41 Minuten Audiobrutalität, beginnend mit dem vom Unheil zeugenden Intro „Something wicked this way comes“ (Der Name ist definitiv Programm!), zerhauen alles in einer Tour bis zum abschließenden Titel „Abeyance“ kurz und klein. Ein paar wenige Midtempo-Parts lockern das Geschehen an den richtigen Stellen auf und zeigen zudem, dass ANTAEUS auch auf diese Art und Weise brutal und heavy klingen können. Diese Zutaten fanden schon einmal auf eine sehr ähnliche Weise Anwendung auf dem Album „Ashes of Angels“ der Schwesterband AOSOTH (Sänger MkM ist in beiden Bands, Gitarrist Set war auch schon bei beiden aktiv). Auf „Condemnation“ überzeugt mich das Resultat jedoch mehr.

Trotzalledem schleichen sich ein paar Längen auf dem Album ein, da das Riffing stets recht ähnlich klingt und, trotz konstant hohem Niveau, richtige starke Höhepunkte leider Fehlanzeige sind. Dennoch wissen auch Songs wie etwa „Watchers“ mit seiner entrückten Stimmung oder der Titeltrack, mit seinem direkten Songwriting, zu gefallen. Als optimal empfinde ich zudem die Spielzeit, da diese gerade lang genug ist, um das Album als Gesamtes wirken zu lassen, jedoch auch ganz genau um der Wirkung dieser intensiven Minuten weiß und diese nicht überstrapaziert.

 

 

Weiterhin möchte ich das Drumming von Session-Mitglied Menthor (ENTHRONED, NIGHTBRINGER, …) loben. Dieses Biest prügelt sich gekonnt durch die Songs und speziell in den Blasts wurde ein interessanter Fokus auf die Beckenakzentuierung gelegt, welches dem Schlagzeugspiel zusätzliche Wucht verleiht. Dem zugutekommend ist die Produktion des Albums sehr hart und tief (hört euch einmal die Floor-Toms an!). Die Gitarren ertrinken förmlich in Distortion, das Schlagzeug peitscht unentwegt voran und Sänger MkM röchelt sich in Ekstase zum Untergang. Das Ganze wirkt auf mich wie ein erbarmungsloser Feuersturm, dessen einzelne Flammen mal hier und mal da Details preisgeben, im Endeffekt aber nur verbrannte Erde hinterlassen.

Somit bleibt Anno 2016 bei ANTAEUS alles beim Alten. In Sachen Brutalität und Intensität macht den Franzosen so schnell niemand etwas vor. Einen Innovationspreis gewinnt die Band mit ihrem Sound auf „Condemnation“ aber gewiss auch nicht. Dies ist jedoch relativ egal, denn im Bereich des brutalen Black Metals gehört die Band zur absoluten nationalen wie auch internationalen Speerspitze.

1 Quelle

Autorenbewertung

7
ANTAEUS führen mit "Condemnation" ihren Pfad der Zerstörung auf einem guten bis sehr guten Niveau fort. Man bekommt das geboten, was man bisher auch von den Franzosen gewohnt war. Innovativ geht anders, doch zum Schädelspalten taugt kaum ein Album besser als dieses.
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7 / 10 Punkten

Vorteile

+ sehr brutal und blastig
+ ein infernialischer Sound
+ extrem fies

Nachteile

- es fehlen Höhepunkte
- leichte Längen im Albumverlauf

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