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DÉLÉTÈRE – Die kalte Atmosphäre Québecs

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Ich maße mir ja an die eine oder andere Band im Black Metal Bereich zu kennen. Umso schöner ist es, wenn dann eine mir bis dato unbekannte Band es schafft mich zu überraschen. DÉLÉTÈRE ist jetzt einer dieser Fälle. Und ich muss sagen; leicht gemacht haben es mir die Kanadier mit „De Horae Leprae“ nicht. Dieses Album ist ein räudiges Biest, dem man nun nicht wirklich auf den erstes Blick mit Vertrauen begegnen möchte.

Quebec statt Skandinavien

Klingt der Anfang noch wie eine Bach Kantate im Rausch der Mitternacht, kommt das Duo aus Québec kurz danach mit der rabiaten Wahrheit ans Licht. Rasender, wütender Black Metal, den man unwissenderweise sofort in Norwegen verorten möchte. Mir fallen da auf Anhieb, auch wegen der Struktur und Länge der Songs, ELIMI ein, auch wenn das nun wieder Schweden und keine Norweger sind. Die kalte Atmosphäre die „De Horae Leprae“ schafft ist zwar nicht einzigartig, aber gepaart mit einer Produktion, die vielleicht ein klein wenig zu viele Höhen mitbekommen hat, findet die Schiebe durchaus Momente, die eine positive Gänsehaut zu erzeugen vermag.

Es ist ein wenig schwierig zu sagen: Das hier, das ist der Song des Albums. Vielleicht „Cantus III – Ichthus Os Tremoris“, aber das muss jeder für sich entscheiden, denn die einzelnen Songs sind für sich kompakt und in sich abwechslungsreich. Leichte melodiöse Untertöne sind unter all der Raserei auszumachen. Das macht die Songs einerseits nicht zu monoton, andererseits besteht nicht die Gefahr, dass man Angst haben müsste pompöse Phasen zu erleiden. Und doch komme ich leider nicht umhin zu sagen, dass, trotz aller Qualität, die Scheibe mit ihren 64 Minuten zum Ende hin ermüdet. Es setzt ein leichter Gewöhnungseffekt ein, der einen die Freude bis zum Schluss deutlich schmälert. Hier wäre weniger mehr gewesen.

Dennoch, DÉLÉTÈRE machen Spaß und ich bin froh sie entdeckt zu haben. Zwar war es keine Liebe auf den erste Hör, aber wenn man sich die Zeit nimmt, dann kann man das Werk für sich entdecken. Wer auf Black Metal der kanadischen Schule steht oder diese erst für sie entdecken möchte, dem sei dieses Album empfohlen. Es gibt genügend Mist, der den Weg ans Tageslicht findet und zu allem Überfluss auch noch gehört wird. Da sollte es Schade sein wenn die Arbeit der Jungs an „De Horae Leprae“ vergeblich war.

 


Dies ist ein Gastautorenbeitrag von Thomas

Autorenbewertung

8
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8 / 10 Punkten

Vorteile

+ hohe Eigenständigkeit
+ abwechselnde Songstrukturen

Nachteile

- Qualität fällt mit der Spielzeit ab

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