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Die Welt zu Gast im Schlamm: Wacken 2016

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Kennt ihr die Szene aus „Forrest Gump“, in der Bubba aufzählt, was es alles für Shrimps gibt? So ungefähr geht’s mir nach dem vergangenen Wochenende mit Schlamm. Es gibt dünnflüssigen Schlamm, festen Schlamm, fest-flüssigen Schlamm, nicht-newtonschen Treibsandschlamm, Schlamm mit Regen, Schlamm ohne Regen, mit Wasser überdeckter Schlamm, Schlamm mit Menschen drin. Ihr versteht glaub ich, auf was ich hinauswill …

Das erste Mal ist immer etwas ganz Besonderes…

Meine Fresse, was für ein Fest!
Endlich hab ich es mal in den Norden geschafft. Jahrelang kam immer irgendwas dazwischen. Zu groß, zu weit, zu dies, zu das. Nun ist es endlich soweit. WACKEN.

Vier Tage, 160 Bands, 100.000 Besucher und sicherlich noch ganz viele andere Sachen, die sich zählen lassen.
Ich habe versucht, so viele Konzerte zu sehen, wie es menschenmöglich ist.

Dienstag 2.8.


Um Anfahrtsstau und so ne Scheiße zu vermeiden, geht es schon am Dienstag Abend gen Norden. Der Chef höchstpersönlich holt mich ab, ich fühle mich geehrt. Während wir uns noch gemeinsam mit El Zecho und D. Grau nen Kaffee gönnen, fällt mir auf, dass meine Springer noch nicht an Bord sind. Grober Fehler, denn diese werden in den nächsten Tagen zu meinen besten Freunden werden.

Nach fünf Stunden Fahrt, fragwürdiger Musik, kiloweise Snacks, literweise Energydrinks und Autopannen, die keine sind, kommen wir endlich an. Sehr viel bringt uns der Tag nicht mehr, ein Kontrollgang über das Festivalgelände ist aber noch drin.

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Mittwoch 3.8.


Rise and shine, Motherfucker. Wir sind angekommen. In Ruhe wird erst mal die Umgebung inspiziert, Menschen wiedergetroffen, sich begrüßt und beschnuppert, der Arbeitsplatz eingerichtet und sich mit den Begebenheiten vertraut gemacht. Und diese sind vor allen Dingen: nass. Allein am Mittwoch kommen 120l Regen pro m² runter, womit wir uns für die nächsten Tage von festem Boden unter den Füßen verabschieden können.

Musikalisch steht der Mittwoch fast ausschließlich im Zeichen der Metal Battle Bands. Aus über 20 Ländern sind Musiker anwesend, die in ihrer jeweiligen Heimat den Vorentscheid gewonnen haben und nun in Wacken spielen können. Leider sorgen diverse Pflichten, Starkregen, Verzögerungen, Verschiebungen und Wartezeiten dafür, dass die erste Band, die ich sehen kann, PANZERBALLETT sind. Und was soll ich sagen? Die Münchner um den „Godfather of Krässe“ Jan Zehrfeld liefern eine sagenhafte Show für Technikspinner wie mich ab. Wie immer kommt der trockene Humor nicht zu kurz, während ein Hit auf den nächsten folgt. Bei „Friede, Freude, Fußball“ kickt die Band mit einer Wasserflasche umher, während sie den Song in aller Lässigkeit runterzockt. Ich bin überwältigt. Gäbe es einen Preis für die tighteste Show des Festivals, so wäre dieser bereits nach dem ersten Tag und diesem Konzert vergeben.

Mit dem Gefühl, doch schon was geleistet zu haben, machen sich D. Grau, El Zecho und ich auf den Weg, um sich etwas unter das Volk zu mischen. Auf einer Riesenleinwand läuft „Until the Light Takes Us“ während wir uns durch Hektoliter von Schlamm zum Campground begeben. Sei es drum, von guter Laune, Breakdanceeinlagen und unfassbar vielen unfassbar netten Leuten hält das niemanden ab. Noch bin ich von den Dimensionen des Geländes völlig übermannt, kann aber vielleicht auch daran liegen, dass man für nen Weg von hundert Metern länger braucht, als man denkt. An verschiedenen Orten auf dem Zeltplatz gibt es Bars, die von den Besuchern selbst errichtet wurden und an denen sich Menschen aus aller Welt treffen. Was für ein geiler Scheiß! Einziger Nachteil: irgendwann fährt kein Bus mehr zurück zu unserem Zeltplatz, weswegen wir gezwungen sind zu laufen. Tough Mudder muss dagegen echt gemütlich sein.

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Donnerstag 4.8.


Was passiert, wenn sich der ehemalige BLACK FLAG Sänger mit nichts als einem Mikro auf eine Bühne stellt und eine dreiviertel Stunde redet? Einiges!

HENRY ROLLINS – SPOKEN WORD findet auf dem Wacken an drei von vier Tagen statt und überbietet an Emotion und Substanz einen großen Anteil der restlichen spielenden Bands. Im Vorfeld hab ich keine Ahnung, was mich erwartet. Doch die Mischung, die mich dann trifft, fesselt mich zutiefst. Ich denke, dass es nicht selbstverständlich ist, Menschen für 45 Minuten zu vereinnahmen, wenn man nichts hat, als seine Stimme und, O-Ton: „mein Hirn, was ehrlich gesagt auch nicht grade das Beste ist, wenns drum geht, sich nen Schusswechsel mit jemandem zu liefern.“ HENRY ROLLINS mischt Anekdoten über Bowie mit Satire, Comedy, Kritik an Politik und dem amerikanischen Staat auf eine unglaubliche Art und Weise und ist so vermutlich immer noch mehr Punk als alle anderen. Ich verlasse das Zelt als anderer Mensch!

Leider leiden viele Bands danach unter dem Sound im Zelt. VADER kommen dabei noch am besten weg, und begeistern mit archaischem Charme. TSJUDER und MARDUK jedoch leiden beide so sehr unter dem Sound, dass es wirklich keinen Spaß macht. Es mangelt weder an guter Performance, noch an guten Songs, doch jeweils 45 Minuten nur Bass Drum zu hören, macht keinen Spaß.

Und es geht weiter: auch das Set der New Yorker IMMOLATION krankt am Sound. Ich renne im Zelt herum und versuche einen Platz zu finden, an dem ich alles gut hören kann. Leider vergeblich. Die Death Metal Pioniere sind heute nur zu dritt am Start. Gitarrist Bill Taylor musste krankheitsbedingt die Tour verlassen, doch Ross Dolan und Bob Vigna geben ihr Bestes, um die Bühnenfront zu zweit auszufüllen. Mit nicht ganz optimalem Erfolg. Doch mit einem neuen Song wecken die Jungs schon mal Vorfreude auf das bevorstehende Album, welches im kommenden Februar über Nuclear Blast erscheinen soll.

Keine Ahnung, was andernorts danach noch so passiert, aber es spielen IRON MAIDEN. Und hier sehe ich zum ersten Mal, wie groß und voll Wacken wirklich ist. Menschen so weit das Auge reicht. Die Spielfreude, Agilität und Energie, die die Herren an den Tag legen, täuscht mühelos darüber hinweg, dass alle Beteiligten um die 60 sind! Einzig der Wind sorgt dafür, dass der Sound hier und da etwas zerhackstückelt wird, doch insgesamt tut das der Stimmung keinen Abbruch. Ein geiler Abschluss für den zweiten Festivaltag!

 

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Freitag 5.8.


Ich fühle mich, als wäre ich seit ner Woche hier. Ich fühle mich, als würden meine Fußknochen durch mein Fleisch ragen. Aber dafür bin ich mittlerweile so resistent gegen Regen, als wäre ich komplett einlaminiert. Doch BDSM Fantasien beiseite!

Erneut spricht HENRY ROLLINS im Zelt. Um sicher zu gehen, dass hier nicht jeden Tag das gleiche Programm abgezogen wird, geb ich mir den Spaß erneut. Und das völlig zu Recht. Wieder plädiert der sympathische Weltenbummler für ein respektvolles Miteinander, schwärmt von Musik, Menschen, und antarktischen Pinguinorgien und fesselt damit zu früher Mittagsstunde erneut überraschend viele Zuhörer.

Im Anschluss folgt eins meiner persönlichen Highlights: DER WEG EINER FREIHEIT. Meiner Meinung nach eine der besten deutschen Livebands. Überraschenderweise sind die Black Metaller aus Würzburg heute nur zu dritt. Basser Giuliano Barbieri und die Band gehen von nun an getrennte Wege. (Silence berichtete, das wollte ich schon immer mal schreiben). Zu meiner eigenen Überraschung bemerkt man das Fehlen des Tieftöners weit weniger, als ich es befürchtet hatte. Nikitas Vision davon, wie Schwarzmetall zu klingen hat, wird hier über das gierige Publikum verteilt, dass es zumindest für mich eine unfassbare Freude ist. „Letzte Sonne“, „Der Stille Fluss“, „Zum Abschied“, „Requiem“ und „Zeichen“ bilden ein sehr starkes Set, das auch in der minimierten Aufstellung sehr gut funktioniert. Ich bin gespannt, was die Zukunft der Würzburger bringen mag.

Hat schon mal jemand LG Petrov und Seuche von FÄULNIS zur gleichen Zeit am gleichen Ort gesehen? ENTOMBED A.D. überzeugen mit unglaublicher Spielfreude, welche das Publikum sehr schnell mitreißt. Begeistert von den unterschiedlichen Landesflaggen im Publikum gelingt es den Musikern in so gut wie jeder Landessprache irgendwas zu sagen, und selbst wenn es nur Schimpfwörter sind. Ein sehr sympathischer Auftritt, der wie gewohnt mit dem Klassiker „Left Hand Path“ abschließt.

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ELUVEITIE geben sich auf der Black Stage die Ehre. Obwohl Chrigel fast seine gesamte Mannschaft ausgetauscht hat, gibt es qualitativ nichts am Auftritt der neuen Formation zu bemängeln. Dem erfolgreichsten Schweizer Exportschlager seit Ricola gelingt es, unglaublich viele Leute vor die Bühne zu locken und selbst wenn ich die Band seit ein paar Alben nicht mehr bewusst verfolge, weiß ich einen guten Auftritt zu schätzen, wenn ich ihn sehe. Dass die Musiker noch nicht sehr lange miteinander spielen, merkt man zu keiner Sekunde. Und dennoch fehlt mir etwas. Namentlich: Anna Murphy! Aufgrund des Ausstiegs der talentierten und hübschen Drehleierspielerin/Sängerin muss das Set leider ohne Hits wie „Omnos“ oder „Quoth The Raven“ auskommen. Um dennoch nicht auf alle Songs mit weiblichem Gesang zu verzichten, wird die Band bei „A Rose For Epona“ von Liv Kristine unterstützt, die einen guten Job macht, allerdings auch einige Töne ziemlich versemmelt.

ORPHANED LAND, die ich bislang leider noch nie live sehen konnte, hauen mich mit ihrem Progressive Folk Metal ziemlich um. Sänger Kobi Farhi bedankt sich tausendfach beim Publikum und sorgt mit der Musik für Völkerverständigung. Israeliten und Libanesen liegen sich in den Armen, und halten gemeinsam ihre Landesflaggen. Ich bin kein politischer Mensch und dennoch sollte es genau so sein. Im Kosmos der Musik gibt es keinen Platz für Hass, Terror oder sonst irgend so ne Scheiße.

Und noch ein Highlight steht bevor. ALCEST bringen das Zelt zum Schwelgen und Träumen und liefern eine unfassbar kurzweilige Show ab. Als Neige freundlich aber kühl den letzten Song ankündigt, bin ich geradezu geschockt, aber insgesamt ergibt’s schon Sinn, denn im Traum vergeht die Zeit ja auch wesentlich langsamer.

Der Auftritt von 1349 wirkt danach bei gleicher Spielzeit 66,6% länger und langatmiger. Schuld ist: der Sound. Irgendwie wird alles, was Black Metal ist, nicht so richtig geil abgemischt. Das sorgt wiederum dafür, dass die Hölle, die die Norweger hier heraufbeschwören, weit weniger eindrucksvoll wirkt, als sie potenziell sein könnte. Das krasse Gegenteil dazu folgt sogleich.

IHSAHN begeistert von der ersten bis zur letzten Minute! Glücklicherweise ist der Norweger, der hier erneut von Musikern von LEPROUS unterstützt wird, sogar mit wunderbarem Sound gesegnet. Der Übersong „Celestial Violence“ vom neuen Album beendet die Show, wobei Einar Solberg eine gigantische Vokalleistung hinlegt!

Die letzte Band des Tages stellen für mich RED FANG dar. Der hier und da an MASTODON erinnernde Stoner Rock der Jungs aus Portland, Oregon, begeistert nicht nur mich. Wer einen 7/8tel Takt so zum grooven bringt, muss definitiv irgendwas richtig machen. Ich habe heute schon gefühlt 57 Bands gesehen und dennoch machen die wenigsten live so viel Spaß wie die personifizierte Coolness von der Westküste. Von „Blood Like Cream“ über „Wires“ bis „Prehistoric Dog“ gibt es hier alles, was das Herz begehrt!

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Für mich geht es danach nach 15 Stunden auf den Beinen ins Zelt, während sich Alex noch WHILE SHE SLEEPS gibt, die bereits beim ersten Song den hemmungslosen Abriss zelebrieren, der die gesamte Show über andauern soll. Wie und ob die Band das ohne Drogen macht, bleibt unbeantwortet.

El Zecho und D. Grau sehen dann sogar noch KAMPFAR, die allerdings (da Black Metal) ebenfalls unfassbar schlechten Sound abbekommen haben, ansonsten jedoch eine gute Show mit Songs der letzten beiden Alben spielen.

Samstag 6.8.


Die Schweden von JESUS CHRÜSLER SUPERCAR eröffnen den letzten Tag im Zelt und können leider nur ungefähr 100 Zuhörer vor die Bühne ziehen. Der erdig-drückende Stoner Rock, der vereinzelt mit zweistimmigen Gesängen veredelt wird, weiß dennoch zu begeistern und könnte bei mehr Besuchern (oder in einem kleineren Club) sicher für sehr gute Stimmung sorgen.

Auf der größeren Black Stage spielen währenddessen DRAGONFORCE, die in gewohnt guter Qualität ein irrwitzig geiles Konzert spielen und das auch noch bei bestem Sound!

Für mich geht es zu MYRKUR. Und meine Fresse! Ist das geil! Leider wird die Band heute nicht von einem Frauenchor begleitet und dennoch haut mir meine Kinnlade zwischenzeitlich ab, da ich seltenst eine so makellose Vokalleistung gehört habe. Ich bin vollständig überwältigt. Die unscheinbare Sängerin begeistert mich mit ihrem elfenhaften Gesang, nur um danach völlig wahnsinnig zu wirken, markerschütternd zu schreien und Angst zu verbreiten. Wie passt so eine krasse Ambivalenz in so eine kleine Person? Ich weiß, dass die Dänin in letzter Zeit sehr viel Scheiße für ihre Musik abbekommen hat, allerdings ist mir vollständig schleierhaft, warum. MYRKUR kreiert Black Metal, den es weiter zu verfolgen gilt!

In ganz anderen musikalischen Gefilden wildern ESKIMO CALLBOY, die sich D. Grau angeschaut hat. Und obwohl die Musik nicht seinen Geschmack trifft, war er von der Show mehr als positiv überrascht. Absolute Eskalation ist noch untertrieben bei dem, was zwischen Band und Fans stattgefunden hat. Und als wäre das nicht schon geil genug, war der Sound außerdem herausragend.

YEAR OF THE GOAT sind eine der wenigen Bands, die im Zelt mit gutem Klang auftreten können. Dabei begeistert die Show, die nur aus Hits beider Alben besteht, vom ersten bis zum letzten Ton.

Die Kalifonier von DEVILDRIVER treten in neuer Besetzung auf. Außer Sänger Dez ist kein Gründungsmitglied mehr an Bord. Dennoch wirkt das Konzert außerordentlich stimmig und präzise, neue und alte Songs ergänzen sich hervorragend, und das Publikum dreht durch. Die Band dankt es mit energiegeladener Performance bis zum Schluss.

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Zeitgleich spielen BORKNAGAR auf der Black Stage. Die Norweger um ICS Vortex wissen mit perfektem Gesang und sehr guter Liveshow zu begeistern. Doch auch hier schmälert der Wind das Klangvergnügen etwas.

Das gleiche Problem betrifft auch THERION, jedoch in geringerem Ausmaß. Mit der Stimmgewalt von einem Sänger und zwei Sängerinnen wird hier ein Querschnitt durch alle Alben abgeliefert, der das Publikum in Extase versetzt. Besonders hervorzuheben sind dabei Songs wie „Theli“, „Vovin“ und „Secrets Of The Runes“.

Es folgen: STEEL PANTHER. Was soll ich zu dieser Band noch sagen? Alles was hier stattfindet, darf eigentlich erst nach 24 Uhr ausgestrahlt werden, also denkt euch einfach selbst, was so los war. Was ich mich nur frage, ist, was sich Mütter denken müssen, die zu Hause vor 3sat sitzen, Wacken live mitverfolgen und dann die eigene Tochter barbusig auf der Bühne wiederfinden. Kann mir das irgendwer beantworten?

Um Abreisestau zu vermeiden, geht es für uns schon etwas früher nach Hause. Doch es bleibt noch Zeit, um CLUTCH zu sehen. Und auch hier gibt es außer Lob kaum etwas, was ich schreiben könnte. Liest eigentlich noch irgendwer mit? Es hagelt großartige Songs von vorn bis hinten, das Wetter spielt sogar auch mit und Neil Fallon ist so unfassbar gut bei Stimme, dass es mir ein inneres Blumenpflücken ist. Ich liebe diese Band!

Nachdem ich mich noch ein letztes Mal durch hunderte Meter Schlamm gekämpft habe, treten wir die Heimreise an. Denken wir. Denn unsere Karre streikt, doch dank sehr netten und freundlichen Security Mitarbeitern (Danke, Sabrina!) und der isländischen Band AUĐN kriegen wir die Kutsche wieder in Schuss und lernen dabei noch tolle Menschen kennen.

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Gibt und gab es auch Schattenseiten?


Ja, einige sogar. So wurden uns mehrfach Beschwerden über die Security Mitarbeiter entgegengebracht, die unsagbar unfreundlich gewesen seien, wobei wir selbst nur gute Erfahrungen gemacht haben. An dieser Stelle viele liebe Grüße an Sven! Du bist der Beste!

In den vier Tagen des Festivals kam es zu insgesamt 80 Straftaten, was zwar nicht erfreulich, bei den über 100.000 Menschen, die Wacken an diesem Wochenende zur drittgrößten „Stadt“ Schleswig-Holsteins gemacht haben, jedoch vergleichsweise wenig ist.

Wacken ist eine Maschinerie: es gibt so gut wie alles! Merch, verschiedenste Accessoires, Kippen, Getränke und eine sehr große Auswahl an Essen. Allerdings ist das Preis-Leistung Verhältnis dabei schon fragwürdig. Für 5€ bekommt man kaum etwas zu essen und nach Speisen die sättigen, kann man vergebens suchen. So muss man mindestens zwei Portionen essen, um irgendwie satt zu werden, was im Endeffekt bedeutet, dass man für eine einzige Mahlzeit irgendwas zwischen 10 und 20€ bezahlen kann, wobei die Qualität dabei nochmal ein ganz anderes Thema ist.

Wacken 2016 – Fazit?!


Wacken ist ein bisschen wie Fernsehen: es wird sich um permanente Unterhaltung bemüht, denn überall passiert so gut wie immer irgendwas, jedoch nicht zwangsläufig auf vergleichbarem Niveau, bzw. in gleicher Qualität.

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Obwohl ich gefühlt 80 Bands gesehen habe und damit immer noch nur einen Bruchteil von denen, die gespielt haben, ist es nicht nur die Musik, die mir im Gedächtnis bleiben wird. Ich habe unfassbar liebenswerte, nette Menschen aus allen Teilen der Welt getroffen. Kanadier, Marokkaner, Chinesen, Amerikaner, Südamerikaner, Schweden, Polen, Spanier, Färöer. Mit vielen dieser Menschen werde ich noch lange Zeit in Kontakt bleiben und ihr werdet es lesen können! Überall auf der Welt wimmelt es von Musik! Wie viele marokkanische Metalbands könnt ihr mir nennen? Wie viele von den Färöern? Viele dieser Leute haben Lust, uns in nächster Zeit von den Szenen ihrer Länder zu berichten und ich bin bereits jetzt verdammt gespannt darauf!

Denn wenn mir Wacken eins gezeigt hat, dann das, dass es überall auf der Welt grandiose Menschen gibt und uns alle eins verbindet – die Musik!

In diesem Sinne heißt es bereits jetzt: „Noch ein Mal waschen…“

 

 


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2 Kommentare

  1. […] 14. August 2016 Festivals/Live […]

  2. Lisa
    9. August 2016 bei 22:53 — Antworten

    Hier hat jemand bis zum Schluss durchgehalten 😉
    Toll geschriebener Artikel! Und finde die Beschreibungen an so ziemlich jeder Stelle sehr zutreffend, zumindest soweit ich es beurteilen kann. Ich war nämlich dieses Jahr auch dabei.
    Ich freue mich schon unheimlich auf die Berichte aus den verschiedensten Ecken der Welt!

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