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DOT LEGACY & VALLEY OF THE SUN, Rockpool Halle

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Es gibt Ecken in (Ost)Deutschland in denen es nicht gerade vor umwerfend guten Konzerten wimmelt. Auch Halle ist oft weitestgehend unter dem Radar, wenn es um hochwertige Veranstaltungen geht. #DankeMerkel.

Viele der Provinzbands, die der Untergrund so gedeihen lässt, holen niemanden hinter dem Ofen hervor und oftmals ist das völlig zu Recht so.
Umso glücklicher war ich darüber, dass es am vergangenen Freitag mal wieder zwei gute und größere Bands in die Saalestadt geschafft hatten, um den kleinen aber feinen Rockpool zu beschallen.

Einerseits handelte es sich um die aus Paris stammenden DOT LEGACY, die schon zwei Mal zuvor in Halle spielten und bislang immer gute Shows ablieferten. Andererseits waren VALLEY OF THE SUN vor Ort, die diese Woche ihren Heimatweg nach Ohio wieder antreten, vorher aber noch eine dicke Portion akustischen Wüstensand durch die Boxen drücken wollten.

Obwohl es ausgerechnet an diesem Freitag noch andere Konzerte und Veranstaltungen gibt, schaffen es bereits recht früh zahlreiche Leute in die Grenzstraße, um sich das erste Bier des Abends schmecken zu lassen und es sich an der berühmt-berüchtigten Ghettotonne gemütlich zu machen.

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Gegen 21:30 Uhr betreten DOT LEGACY die Bühne, um ihre eigenwillige Mischung aus Prog und Stoner Rock durch den Club schallen zu lassen. Ab dem ersten Ton merkt man den vier Jungs die Spielfreude an, die auch nach knapp drei Wochen auf Tour nicht ein Fünkchen abgeklungen zu sein scheint. Bis auf den neuen Schlagzeuger Arthur Ménard, der sich wunderbar in die Band integriert hat, sind die Franzosen nicht zu bremsen und agil wie Grundschüler aufm Pausenhof. Bassist und Lead Sänger Damien Quintard wirkt so sympathisch wie eh und je, und weiß das Publikum zu begeistern. Und auch die beiden Gitarristen John und Arnaud sind bis obenhin vollgepumpt mit Ambition und Emotion, was dazu führt, dass sie sich zum Ende des Sets nicht nur überall auf der Bühne, sondern auch auf den Boxentürmen befinden. Ben Weinman lässt grüßen.
Da das neue Album des Quartetts am 25.11. erscheinen soll, befinden sich bereits heute vier neue Songs im Repertoire, die sich wunderbar mit dem älteren Material ergänzen, was dazu führt, dass das Konzert wie aus einem Guss wirkt. Mehrere Songs werden Rockpool Booker und -Lichtmann Christian gewidmet, zu dem die Jungs nach eigener Aussage immer wieder gern zurück kehren. Allem Anschein nach wird das also nur das dritte von noch vielen Konzerten DOT LEGACYs im Rockpool gewesen sein. Ich freu mich bereits auf das nächste!

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Danach wird es etwas geradliniger. Backdrop gewechselt, Technik aufgebaut, Setlist ausgelegt und es ist Showtime für VALLEY OF THE SUN. Die Jungs aus Cincinnati, Ohio beginnen ihr Set mit „Hearts Aflame“ von ihrer 2011er Platte „The Sayings Of The Seers“. Augenblicklich setzen Groove und Coolness ein und nicht nur ich bekomme mächtig Bock drauf, den Kopf nicken zu lassen. Im Verlauf ihres Konzerts, bei dem sie auf Material all ihrer Veröffentlichungen zurückgreifen, wird sich dieses Verlangen bei vielen der Besucher nur geringfügig ändern. Doch leider haben VALLEY OF THE SUN unter einigen technischen Schwierigkeiten zu leiden. Zunächst zickt ein Mikrofon rum, danach ein Kabel, danach mehrfach die Gitarre von Lead Sänger Ryan Ferrier. Auf Dauer zehrt das an den Nerven, doch Bassist Ringo Jones sorgt während der technikbedingten Pausen in aller Souveränität und Lässigkeit für gute Laune, indem er kurzerhand live vier Songs schreibt, die von Mikrofonen, Satan, und deutscher Disko handeln. Spätestens mit der Ansage: „Danke dafür, dass ihr heute hier seid, Leute! Ihr könntet sovieles mit eurer Kohle machen und stattdessen gebt ihr sie für Rockbands, Merch und Alkohol aus. Das sagt echt viel darüber aus, wer ihr seid!“ manifestiert Ringo wenig später seinen Status als Bassist der Herzen. Auch wenn es musikalisch keinen Durchhänger bei VALLEY OF THE SUN gibt, kommt mir die Show doch irgendwann kurz vor Ende recht langatmig vor und ich habe das Gefühl, den ein oder anderen Part heute Abend schonmal gehört zu haben. Es wäre falsch zu sagen, dass ich froh darüber bin, als das Set von VALLEY OF THE SUN endet, aber die technischen Probleme haben mir doch irgendwie den Zahn gezogen.

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Nichtsdestotrotz wird sich nach Ende der Show am Merchstand versammelt, um Platten zu kaufen, Shirts anzuprobieren und das ein oder andere sehr angenehme Gespräch zu führen. Beide Bands sind gleichermaßen zufrieden mit den Besuchern und den jeweiligen Leistungen. Erschöpft aber bei bester Laune zeigt mir DOT LEGACY Bassist Damien seine Finger, die mit Blasen übersäht sind. „Das kommt davon, wenn man bei frischen Saiten völlig durchdreht“, erklärt mir der lächelnde Franzose. „Morgen geht’s bestimmt wieder.“ Nachdem ich mit Ringo noch die Möglichkeit in Betracht gezogen habe, seine Freestyle Skills in Battleraps zu erproben, verstreuen sich Bands und Besucher gleichermaßen glücklich in die Hallenser Nacht.

Danke an Christian, Danny, den Rockpool, DOT LEGACY und VALLEY OF THE SUN.
Bis zum nächsten Mal!

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Rockpool e.V. Halle


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