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Ein Weckruf mit der Axt! BARRICADE – Waker

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BARRICADE – Waker
Veröffentlichungsdatum: 30.09.2016
Dauer: 39:50 Min.
Label: Black Grain Records
Stil: Sludge/Hardcore

Die Dänen BARRICADE existieren seit 2010 und haben sich dem Sludge verschrieben, der mit Metal-, Hardcore- und Noise Rock-Elementen gespickt ist, jedoch nicht verkopft oder gar anstrengend wirkt.
Mit „Waker“ haut die dänische Walze bereits ihr zweites Full Length-Album raus, und das hat es in sich!

Vermeintlich ruhig beginnt der Opener „Axefinder“ mit einer Akustikgitarre und verzerrten Bassakkorden. Doch der Schein trügt, denn das Vierergespann fackelt nicht lange und kommt wenig später zur Sache. Und die ist vor allem dreckig. Die Gitarren klingen nach „Sky Valley“, Wüstensand und Südstaaten, nur sehr viel gemeiner. Auch wenn „eingängig“ und „schön“ nicht unbedingt Adjektive sind, die mir bei der Musik von BARRICADE als erstes in den Sinn kommen, so bleiben die Riffs doch schon nach wenigen Durchläufen hängen und sorgen, zumindest bei mir, für Spaß.

Der zweite Track „Tartarus: The Oath“ beginnt wie ein Track alter MASTODON, doch zwischenzeitlich wird ein Part eingewebt, der mich durch fast schon orientalisch anmutende Töne an MELECHESH erinnert. Krasser Scheiß, das hab ich so nicht kommen sehen!

 

Wie gewohnt wechseln sich Bassist Jonathan und Gitarrist Lars mit dem Gesang ab, wobei ersterer diesmal den deutlich höheren Anteil übernimmt, und die Wechselgesänge nicht so dicht gefolgt voneinander geschehen, wie noch auf dem Vorgänger „Terrorlight“. Weiterhin habe ich auch den Eindruck, dass das Vorgängeralbum etwas melodischer war, und die Dänen mittlerweile noch einige Schippen Härte obendrauf gelegt haben.

Nichtsdestotrotz werden auch wie in „Devoured“ fiese Gitarrenlinien eingestreut, die sich aufgrund ihrer Widerhaken und nicht ihrer Virtuosität wegen lange nicht aus den Gehörgängen verabschieden werden.

Auch das starke „Low On Ice“ begeistert mich mit allen Eigenheiten, die ich vorher schon von BARRICADE gewohnt war, die hier aber nochmal um ein Vielfaches gebündelt und gezielter eingesetzt sind.

Die Songlängen auf „Waker“ befinden sich zwischen angenehmen drei und viereinhalb Minuten, nur „Slave The Fire“ kratzt an der Sechs-Minuten-Marke, ohne jedoch langatmig oder repetitiv zu wirken.

BARRICADE - Waker

 

Eine Band, an die ich über die gesamte Plattenlänge denken muss, ist RED FANG. Zwar gehen BARRICADE wesentlich angepisster und mit weniger Humor und Rücksicht an die Sache heran, die stilistische Ausrichtung ist dennoch vergleichbar. Auch MANTAR-Fans sollte das gefallen können, was die Dänen hier abliefern, denn auch wenn der Gesang nicht so grandios abgefuckt ist, wie der von Hanno und Erinc, ist man auch in Kopenhagen verdammt sauer.

Wenn ihr also bislang auf der Suche nach dem passenden Soundtrack für die nächtliche Verwüstung der Innenstadt wart, dann sucht nicht länger!

Übrigens gibt es das Album in Gänze auf Bandcamp zu hören und für 35 dänische Kronen (knapp 5€) runterzuladen.

 

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Bild mit freundlicher Genehmigung von Barricade

Autorenbewertung

8
BARRICADE haben trotz minimierter Besetzung nichts vom Druck und der Aggressivität früherer Veröffentlichungen eingebüßt. So zeigt „Waker“ die Band in Höchstform. Zwar wurde eine leichte Kurskorrektur in Richtung Härte auf Kosten der Melodie vollzogen, was der Qualität der gelieferten Songs jedoch kaum schadet. Nehmt euch in Acht, Kopenhagen kills! 
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8 / 10 Punkten

Vorteile

+ geradlinige und schnörkellose Songs
+ durchdachte Arrangements
+ markante Riffs und Gitarrenlinien
+ druckvolle und energetische Produktion

Nachteile

- Sound ist zweckdienlich, könnte aber etwas differenzierter und brillanter sein
- Eingängigkeit etwas schwächer als auf Vorgängerplatten

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