Startseite»Reviews»Folk»ELVENKING – Power und Folk im düsteren Zauberwald

ELVENKING – Power und Folk im düsteren Zauberwald

0
Geteilt
Folge uns auf Pinterest Google+

ELVENKING – “Secrets Of The Magick Grimoire”

Veröffenlichungsdatum: 10.11.2017
Dauer: 60:01
Label: AFM Records
Genre: Folk/Power Metal

Kurz passt man nicht auf, da steht schon wieder ein neues ELVENKING-Album vor der Tür. Bisher gar nichts davon mitbekommen (dabei habe ich die letztens noch live gesehen!), dachte ich mir, ich hör mal rein.

Nach einem arkan-mystischen Intro geht es auch sofort los mit „Invoking The Woodland Spirit“. Kompromisslos gibts die volle Power-Metal-Breitseite: energetische Double-Bass, Chorgesang, schnelle und ausschweifende Melodien, Gitarren- und Keyboardsoli und dazu die typischen, kraftvollen Power-Vocals von Sänger Damna. Ein sehr starker Song, mit dem sich die Band definitiv von einer ihrer besten Seiten zeigt. Vor allem der Chorus weiß den Hörer in bester Elfenmanier in die höchsten, lichtesten Baumkronen mitzunehmen – und ist mit einer der besten, den die Italiener in ihrer ganzen Laufbahn komponiert haben.

Ein düster-magischer Schleier

Weiterhin hält sich das Album (wie auch der Vorgänger) fast immer schön in Power-Metal-Gefilden, ohne dabei die Fiedel- und Folkseite außer Acht zu lassen. Besonders bei „The Horned Ghost And The Sorcerer“ sowie „The Wolves Will Be Howling Your Name“ kommt letzteres zur Geltung. Geigensoli, Akustikgitarren und Schamanentrommeln sorgen für ein sehr folkiges Erlebnis. Das gesamte Werk ist textlich und musikalisch-konzeptuell von einem etwas düster-magischen Schleier umgeben. Dies allerdings, ohne das die elvenkingsche Fröhlichkeit sowie Kraft und Geschwindigkeit zu kurz kommen. In manchen der Lieder, so etwa bei „A Grain Of Truth“ tritt auch wieder die eine oder andere Growl-Passage auf. Für diese ist diesmal Guest Artist ANGUS NORDER (WITCHERY, NEKROKRAFT) zuständig. Die Orchestrierungen des Albums sind größtenteils das Werk von JONNY MAUDLING (MY DYING BRIDE, BAL-SAGOTH).

Ein gut funktionierendes Live-Rezept

Alles in allem bietet „Secrets Of The Magick Grimoire“ also viel Abwechslung, aber für ELVENKING-Verhältnisse nicht viel Neues. Die meisten Songs scheinen zudem alle, als würden sie Live sehr gut funktionieren. Gerade mit der folkigen Hypermelodik, sowie dem Wechselspiel zwischen schnellen, zum Tanzen auffordernden Parts und durchkomponierten ruhigeren Folkpassagen, haben sich ELVENKING ein immer gut funktionierendes Live-Rezept zusammengestellt. Und das ist beim neuen Album nicht anders. Trotz all dem muss ich leider auch sagen, dass „Secrets Of The Magick Grimoire“ keines ihrer besten Alben ist. Woran es genau liegt, kann ich nicht sagen, aber der Funke springt bei keinem der Songs (außer „Invoking The Woodland Spirit“) so richtig über. Die Überzeugungskraft, die der erste Track an den Tag legt, das Mitreißende, daran mangelt es generell etwas. Vielleicht liegt es daran, wie die Melodien komponiert sind. Vielleicht an etwas ganz anderem.

ELVENKING haben die Tendenz, mal überzeugendere Werke zu schreiben, mal weniger überzeugendere. „Secrets The Magick Grimoire“ ist definitiv kein schlechtes Album, fällt für mich aber leider in die zweite Kategorie. Enttäuscht bin ich keinesfalls. Aber das Bedürfnis, die Platte jetzt sofort noch ein paar Mal aufzulegen, ist auch nicht wirklich aufgekommen. Wie gesagt, live wird dies vielleicht eine ganz andere Sache sein, aber außer dem ersten Track fehlt es dem Album trotz aller Durchkomponiertheit und Abwechslung leider an Wirkungskraft.

Homepage

Facebook

Autorenbewertung

5
„Secrets The Magick Grimoire“ ist definitiv kein schlechtes Album. Das Bedürfnis, die Platte jetzt sofort noch ein paar Mal aufzulegen, ist aberauch nicht wirklich aufgekommen. Live wird dies vielleicht eine ganz andere Sache sein, aber außer dem ersten Track fehlt es dem Album trotz aller Durchkomponiertheit und Abwechslung leider an Wirkungskraft.
ø 0 / 5 bei 0 Benutzerbewertungen
5 / 10 Punkten

Vorteile

+ abwechlungsreich
+ folkig und energiereich

Nachteile

- nichts wirklich Neues
- der Funke springt nicht immer über

Du liest diesen Beitrag, weil unsere Autoren lieben, was sie tun - wenn du ihre Arbeit liebst, kannst du uns, wie andere schon, unterstützen. Wie? Mit einem kleinen monatlichen Beitrag über silence-magazin@patreon Patreon
letzter Artikel

SKALMÖLD live - Metal wie er sein sollte

nächster Artikel

CONVERGE für Einsteiger

2 Kommentare

  1. 28. November 2017 bei 22:58 — Antworten

    Du hast recht. Irgendwie fehlt was. Hört sich ja nicht schlecht an, aber irgendwie setzt sich das nicht im Kopf fest. Mir persönlich ist es auch zu eingängig einfach gestrickt, nix zum wiederholt reinziehen. Ich denke, das ist mehr eine Liveband. Hingehen würd ich auf jeden Fall!

    • Mich
      5. Dezember 2017 bei 11:15 — Antworten

      Tu das! 🙂 Lohnt sich.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.