Erra+ Currents-Tour „The Silence Follows“ – Der Name trügt

Gastartikel von Quentin Althaus

Die ERRA + CURRENTS-Tour „The Silence Follows“ zeigt: Es folgt garantiert kein Schweigen, ganz im Gegenteil!

Mit im Gepäck hatten die beiden Metalcore-Giganten nämlich CASKETS und AVIANA, welche sich als die perfekten Opener herausstellten, um die Crowd so richtig rasend zu machen.

Photo | Quentin Althaus

Um Punkt 18 Uhr gingen die Lichter aus und die vier knallharten Schweden von AVIANA, angeführt von Frontsänger Joel Holmqvist, betraten die Bühne. Mit einer gewaltigen Wucht schepperten ihre Klänge durch die Halle und heizten die Menge direkt ein. Können wir außerdem kurz über diese geisteskranken Masken reden? Die mystischen schwarzweißen Gesichtsverdeckungen unterstrichen perfekt ihren brutalen Sound. Vom Bühnenbild bis hin zur Performance war somit das Grundgerüst für den heutigen Abend errichtet.

Photo | Quentin Althaus

Bei CASKETS ließ sich der erste (von vielen) Crowdsurfern über die Hände des Publikums treiben. Durch die emotionalen Clean-Vocals zwischen den gnadenlosen Breakdowns ließ man sich mitreißen und verschwand in den durch ihre Melodien erstellten künstlichen Welten. Nicht zuletzt bei ihrem Hit „Glass Heart“, vom 2021 erschienenen Album „Lost Souls“, welcher ihren Auftritt sauber abrundete und nun die Bühne für die beiden Headliner freigab.

Hat jemand Metalcore bestellt?

Der Applaus war gigantisch, als CURRENTS die Bühne betraten und die ersten Takte von „So Alone“ anstimmten. Ein Crowdsurfer nach dem nächsten wurde von der Security direkt zu Beginn mit offenen Armen empfangen. An dieser Stelle ein großes Danke an euch, ihr leistet super Arbeit!

Knapp eine Stunde wurde uns ein nahezu pausenloses Fest für die Ohren serviert. Die Setlist? Ein Banger! Mit der Aussage stimmt mir wohl die ganze Crowd zu, denn ich konnte sehen, wie die ganze Halle die Hände in die Luft hob, Pfeifen und Rufe durch das Carlswerk ertönten und wahrscheinlich einige Besucher mit Nackenschmerzen am nächsten Morgen zu kämpfen hatten.

Ihre jüngst erschienene Single „Retributioner“ zeigt genau, was CURRENTS ausmacht. Die Mischung aus Growlen und den entgegengesetzten Clean-Vocals machen einem richtig Lust auf ihr neues Album „Our Fates Lie in Tandem“, welches am 12. Februar 2027 erscheinen wird.

Das Growlen von Leadsänger Brian Wille ließ jeden erzittern und wer spätestens jetzt nicht komplett aus dem Häuschen war, hat sich vielleicht doch das falsche Konzert ausgesucht. Mit einer Wucht ließ er die Töne über seine Lippen gleiten, während sein wehendes Haar majestätisch jede Melodie bildlich untermauerte.

Wenn wir schon beim Haar sind, was ging beim Gitarristen Chris Wiseman bitte ab??? Dass dieser Mann noch eine Saite richtig schlägt, während er wie ein Meeresgott seine Mähne über die Bühne schwingt, zeugt von purem Talent.

Dass bei Ende ihres Konzerts bereits eine Stunde vergangen war, hat glaube ich keiner so richtig gemerkt. Nachdem die Crowd mit lautem Schreien auf die Frage der Band, ob man sich denn auf ERRA freuen würde, antwortete, verkündeten sie das Ende ihrer Zeit mit uns. Doch ohne einen finalen Wahnsinn wollten sie uns nicht einfach stehen lassen. Mit der Single „It Only gets Darker“ wurde die Bühne dunkel und der Saal hell. Herzen wurden mit Händen geformt und mit einem tosenden Applaus verließ CURRENTS die Stage.

Der finale Abschuss

Wenn man eines über ERRA sagen kann, dann dass sie zu performen wissen. dann dass sie zu performen wissen. Gitarren werden geschwungen, Fäuste in die Höhe gestreckt und mit solch einer Energie in die Drums gehauen, so wie es nur die wenigsten in der Szene schaffen. Nicht umsonst hat sich die 2009 gegründete Band ihren hohen Platz als Top-Performer der Progressiven Metalbands verdient.

Von herausfordernden Gitarren-Soli, bis hin zu spektakulären Gesängen wird man schier überwältigt vom Klang der Gruppe. Doch all das schaffen sie, ohne auch nur ein Stück der emotionalen Tiefe ihrer Melodien zu verlieren. Besonders in Songs wie „Further Eden“ wird klar, dass das Zusammenspiel der beiden Sänger über die Jahre mehr als nur perfektioniert wurde.

Nach Ende des Konzerts bleibt einem eigentlich nur noch ein großes „Wow!“ im Kopf zurück. Die letzten Stunden schallen durch dein Gehirn und auf der Rückfahrt kriegt man einen Ohrwurm nach dem nächsten nicht mehr aus dem Kopf. Die Breakdowns, die Energie sowie die Melodik sind bis ins Knochenmark spürbar. Besser kann man so einen Abend nicht in Erinnerung behalten und wer jetzt immer noch nicht selbst Zeuge solch bahnbrechender Performance wurde, sollte es dringend nachholen!

Die gesamte Bildergallerie findet ihr hier.

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