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Es clutcht gleich! Neues von Crobot

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CROBOT – Welcome To Fat City
Veröffentlichungsdatum: 23.09.2016
Dauer: 40:13 min.
Label: Nuclear Blast
Stil: Hard Rock/Stoner Rock

 

Willkommen in der dicken Stadt. Seid herzlich eingeladen in der rockenden Manege von CROBOT. Genehmigt euch den ein oder anderen Drink und hört dem schweißtreibenden Mob ein Weilchen zu, denn es erwarten euch ungezügelte Emotionen. Den Anfang macht gleich der Albumtitel „Welcome To Fat City“, ich muss sofort an CLUTCH denken. So einen funkigen, pornösen Groove bekommen nur die wenigsten hin. Das Schlagzeug tänzelt kraftvoll, die Saiteninstrumente lassen jede Schlaghose wehen und der Gesang thront melodiös über allem. Das nenne ich mal einen pompösen Einstieg, dem ich mit vollster Aufmerksamkeit lausche. Auch in „Play It Cool“ preschen CROBOT derart nach vorn, dass ich am liebsten in einem Lowrider über staubige Straßen cruisen will. Geht aber nicht, da ich keinen Führerschein besitze. Schade, dann mache ich eben dem Namen des Songs alle Ehre und pose bis zum Ende heroisch auf dem Bett herum. Ach, was hat mir so eine Band gefehlt.

Ist es denn so schwer, Hard Rock so grandios zu produzieren?

Chapeau an die Herren Machine (unter anderem CLUTCH, LAMB OF GOD) und Alan Moulder (NINE INCH NAILS, LED ZEPPELIN), für das perfekte Klangbild dieser Band.

Runde 2

„Not For Sale“ trumpft auf, mit ausgeklügelten Dampfhammerpassagen und leicht introvertierten Strophen, die sich super ergänzen. Zum Ende hin noch mal breitbeinig stampfen und die dicken Eier präsentieren, fertig ist der Lack. Bei „Hold On For Dear Life“ klappt mir endgültig die Kinnlade herunter, das klingt ja wie eine doomige Version von AUDIOSLAVE/SOUNDGARDEN! Und doch verzichtet man nicht darauf, seine ruhigen, bluesigen Wurzeln zu zeigen. Das klingt dann zwar ein wenig schmalzig, verzeihen kann ich es CROBOT allemal, aber Sekunden später rollt der Jeep aus Pottsville (Pennsylvania) wieder in Richtung Härte. Zwischendurch glänzt das Quartett mit hypnotischen Basslinien („Temple In The Sky“) und beschwingten 70er Jahre Gitarren gen Abendsonne. Wem das Ganze bis jetzt zu soft ist, für den gibt es genügend Schwergewichte wie „Right Between The Eyes“, oder den Brecher „Blood On The Snow“, der mit seiner gesanglichen Ausnahmeleistung leichte Assoziationen an AUDREY HORNE wahr werden lässt.

Einen besonderen Platz haben die Stücke „Steal The Show“ (wortwörtlich) und „Moment Of Truth“. Ersteres präsentiert mit Mundharmonika einen schönen Westernflair. Der vorletzte Beitrag hingegen gilt als bedenklicher Ruhepol in diesem Konglomerat aus positiver Rastlosigkeit. Leicht beschwingt gondeln CROBOT hier durch das Bluesgebirge und zeigen, tiefenentspannt mit Frauengesang im Backround, wie eine Powerballade auszusehen hat. Glücklicherweise verschläft der „Moment Of Truth“ nicht den Tag. Nein, er blüht erneut so richtig auf, wie das Veilchen auf dem Auge … ääähhh Berge. Letzte Worte haben es nicht immer einfach auf dem Tonträger, jeder hat ja begriffen, was die Band aussagt. Falsch! Jetzt wird der Amp noch mal richtig weit aufgerissen, denn „Plague Of The Mammoths“ rupft euch die Federn einzeln vom Bürzel und stellt eine Art von Best Of des 2. Albums dar.

Autorenbewertung

8
CROBOT haben für mich DIE Hard-Rock-Überraschung des Jahres parat. Anfangs konnte ich mit diesem Album nicht viel anfangen, doch bei jedem weiteren Komplettdurchlauf überzeugte mich die Scheibe mehr und mehr. Hoffentlich können die Amerikaner das Niveau halten und ihre Spielfreude auch zukünftig bewahren.
ø 4.5 / 5 bei 1 Benutzerbewertungen
8 / 10 Punkten

Vorteile

+ fetter Sound
+ unvergleichlicher Groove, der Clutch in nichts nachsteht
+ talentierter Sänger
+ bescheuertes Cover

Nachteile

- bescheuertes Cover

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