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Es kotzt mich an!

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Im Moment sind wir wieder mitten in der Festivalsaison. Ok, mittlerweile ist das ganze Jahr über Festivalsaison, aber im Moment ist halt jedes Wochenende an jeder Ecke was. Die meisten von uns haben ihre Lieblingsfestivals, doch auch da gibt es sicher etwas, was euch ziemlich auf den Sack geht. In den folgenden Zeilen möchte ich meinen ganz  persönlichen Favoriten huldigen, die sich leider nicht nur auf Festivals herum treiben:

  1. Der Anrempler
    Wer kennt ihn nicht? Ihr habt gerade euer frisch gezapftes Bier teuer käuflich erworben und dann dauert es kaum 10 Sekunden, bis der nächste Besoffski daherkommt und euch das Bier aus Kralle befördert. Falls ihr euch in diesem Moment noch beherrschen könnt und ihn auf seine Aktion ansprecht, kommt von ihm in den meisten Fällen höchstens noch ein Schulterzucken. Wenigstens eine Entschuldigung wäre doch hier angebracht! Es erwartet ja keiner von ihm, dass er ein neues Bier ausgibt, aber ein bisschen Einsicht wäre schon schön.
  2. Der Bettler
    Ich gebe zu, dass man diesen Konzert-/Festivalbesucher nicht so oft antrifft, doch gelegentlich traut er sich auch mal aus seinem Loch. Was mir bis heute ein riesengroßes Rätsel ist: wie kann ich auf ein Festival fahren, mit dem Gedanken im Hinterkopf, nicht genug Kohle für das Ticket, geschweige denn Verpflegung, zu haben? Hat der Bettler erstmal genug Geld für das Festivalticket zusammengeschnorrt, geht es auf dem Gelände weiter. Hier bleibt wirklich keiner verschont! Des Bettlers größter Feind: Pfandchips!
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  3. Der Stinker
    Na klar, 4 Tage Festival zehren nicht nur an der Substanz und den eigenen Nerven, sondern auch an den Duftdrüsen des Körpers. Ihr wollt gerade den Auftritt eurer Lieblingsband sehen und dann kommt plötzlich eine Gestalt mit dem Lebensmotto „Noch ein Mal waschen, dann ist Wacken!“ an. In einem Zeitalter, in dem wohl jeder einen freien Zugang zu Körperpflegeprodukten haben sollte, muss man doch auch nach 3 durchzechten Tagen und Nächten nicht stinken, als ob der Friedhofswärter ein uraltes Grab geöffnet hat.
    Wer heutzutage noch der Meinung ist, dass er sich auf einem Festival nicht waschen muss, gehört für mich einfach nicht in diese Welt!
  4. Der Dieb
    Eine Unsitte (Anm.d.Red.: oder nennen wir das Kind beim Namen: Straftat) die mittlerweile schon auf fast jedem Festival Einzug gehalten hat, ist das Klauen verschiedenster Sachen. Angefangen bei Campingstühlen, Kühlboxen, Getränken oder Pfand geht diese Unsitte bis hin zum Geldklau. Zelte werden aufgeschlitzt und das komplette Hab und Gut entwendet. In diesem Moment ist man komplett am Arsch. Dein komplettes Wochenende ist versaut! Daher: Wertsachen, wenn möglich, im Auto einschließen!
  5. Das Dreckschwein
    Wahrscheinlich hat jeder von uns schon einmal ein Schlammfestival erlebt. Manch Metaller fühlt sich scheinbar vom Schlamm angezogen und hat, sobald der Boden auch nur ein bisschen aufgeweicht ist, das Verlangen hinein zu springen. Wenn sich diese Dreckschweine danach wenigstens waschen würden… Aber nein, in 90 % der Fälle mischt sich der gemeine Schmutzfink wieder unter die (noch) sauberen Festivalbesucher und ruiniert ihnen die Stimmung.
  6. Der Drängler
    In den ersten Reihen ist es brechend voll, nichts geht mehr, jeder wird aneinander gepresst. Doch dann kommt dieser lebensmüde Typ von der Seite an und meint, dass er locker mal noch 5 Meter nach vorn kommt. Mit Fäusten und Ellenbogen versucht er sich nach vorn zu kämpfen. Wenn man ihn freundlich darauf anspricht, dass es weiter vorn mindestens genauso eng ist, stößt man meistens nur auf Unverständnis. Natürlich ist es ein wunderbares Erlebnis seine Lieblingsband mal hautnah zu erleben, doch ist der Sound 10 Meter weiter hinten wesentlich besser, als wenn man direkt vor den dröhnenden Boxen steht!
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  7. Der Nörgler
    Jede etwas zu groß geratene Person kennt den Nörgler nur zu gut. Kaum hat man mal einen anständigen Platz gefunden, geht hinter einem das Gemeckere los, dass keiner mehr etwas sieht und man sich doch einen anderen Platz suchen soll. Dass es dort wahrscheinlich dasselbe Problem gibt, darauf kommt wieder keiner. Ich bin ganz ehrlich: bedauerlicherweise habe ich in dieser Problematik auch noch keine Abhilfe gefunden. Bis jetzt bin ich immer standhaft geblieben und hab alles um mich herum ignoriert (außer die Musik natürlich).
    Wer eine Lösung weiß, darf sich gern bei mir melden!
  8. Der Handykameramann
    Natürlich ist es schön, dass sich die Technik immer weiter entwickelt und die Bildqualität einer einfachen Handykamera immer besser wird. Aber seid doch mal ehrlich, ist der Sound bei einer Videoaufnahme nicht der größte Schrott? Erspart euch doch einfach diesen grottigen Ton und beginnt gar nicht erst auf einem Konzert zu filmen. Euer Hintermann wird es euch definitiv danken! Es wird euch keiner den Hals umdrehen, wenn ihr zu Beginn des Konzertes mal kurz ein Foto schießt, aber spätestens nach dem ersten Song sollte das Handy dann wieder griffsicher in der Hosentasche verschwinden!

Haltet mich für bekloppt, pingelig, zickig, bescheuert, leicht reizbar oder was auch immer. Das sind so die Typen, die mir in der letzten Zeit regelmäßig unter die Nase gekommen sind und mir mindestens ein Konzert, wenn nicht sogar ein ganzes Wochenende, versaut haben!

Bild mit freundlicher Genehmigung von

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4 Kommentare

  1. Kurt
    2. Juli 2016 bei 17:36 — Antworten

    Ich hätte da noch den betrunkenen Schläger im Angebot der uns jetzt nach 10 Festivals zum ersten mal bei Rock am Härtsfeldsee begegnet ist…ein total besoffener Typ taucht aus dem nichts auf, wird agresiv und greift uns an…nachdem wir ihn überwältigt hatten (er hat noch das Auto unserer Nachbarn beschädigt) mussten wir ihn noch 30 min. festhalten bis ihn die Ordner und dann nach 1.5h die Polizei übernommen haben.
    Solche Typen haben auf Festivals definitiv nichts verloren.

  2. Mary-Jo
    2. Juli 2016 bei 13:49 — Antworten

    Da ich eher zu den Hobbits unter den Metalheads gehöre ist das problem mit den „Großen“ mir nicht unbekannt. Aber ich würde nie jemanden auffordern sich einen anderen Platz zu suchen. Wer zu spät kommt und dann nichts mehr sieht soll nicht nörgeln.

    Den „Bettler“ empfinde ich ehrlichgesagt auch nicht als störend. Im Gegenteil, bei uns ist das eher amüsant. Auf so ziehmlich jedem Konzert in Wien trifft man immer den selben Typen. Vordem Konzert verkauft er Zeitschriften um sich die karte zu verdienen. Wärend dem Konzert geht er mit einem unglaublich großen Turm von Vechern umher *die ihm die Leute aus Spaß schenken* und kauft sich mit dem Pfandgeld Tshirts und Patches. Und nach dem Konzert stielt er *verdammt gut* Gitarre und singt und sammelt so Spenden für die Heimfahrt. Bei uns gilt ehr schon fast als Attraktion ^^

    Finde eure Seite echt cool und belustigend. Weiter so ;D

    • The Red Tower
      2. Juli 2016 bei 20:42 — Antworten

      Ähhhh… Er „stielt“ oder „spielt“ *verdammt gut* Gitarre?? In diesem Fall ein bedeutsamer Unterschied. 😀 😀

  3. Sascha
    2. Juli 2016 bei 13:32 — Antworten

    Diese Personen kenne ich alle nur zu gut. Vor allem als ich letztes Wochenende auf Rock am Härtsfeldsee war, haben sich viele Leute sinnlos beschwert – klassische Nörgler eben. Nicht nur meine Körpergrlße hat vielen sauer aufgestoßen, sondern auch die Musik.
    Zur Erklärung am Tag vorher hat Freiwild als Headliner gespielt und dementsprechend waren viele Fanboys von ihnen dort. Diese haben sich dann regelmäßig beschwert, wie scheiße und schwul doch die restliche Musik ist und wie viel besser Freiwild doch war. Soetwas kann einem echt die STimmung vermiesen.

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