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Eulen aus Athen – Prog für Beginner

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TARDIVE DYSKINESIA – Harmonic Confusion
Veröffentlichungsdatum: 09.09.2016
Dauer: 54:45 Min.
Label: Eigenproduktion/Self Released
Stil: Progressive Metal

 

Nennt mir auf die Schnelle 3 Metal-Bands aus Griechenland! Wie? Das könnt ihr nicht? Dann wird es höchste Zeit, dass ihr TARDIVE DYSKINESIA aus Athen kennenlernt! Mit ihrem vierten Album seit 2003 bieten die Griechen für euch einen sehr guten Einstieg in die Welt des modernen Progressive Metals. Bereits das Intro „Insertion“ baut einen interessanten Spannungsbogen auf und steigert den eigenen Hunger auf das folgende Hörerlebnis. „Fire Red Glass Heart“ startet dann als offizieller erster Song. Hier lassen sich sofort alle Merkmale von TARDIVE DYSKINESIA ausmachen.

Zum einen die von MASTODON und ferner auch MESHUGGAH erinnernden Gitarren, sowie der ebenso von MESHUGGAH beeinflusste Gesang. Dann dürfen schöne Clean Vocals natürlich nicht fehlen. Das Ganze wird mit der für das Genre typischen Polyrhythmik garniert, auch an ruhigen Momenten wird nicht gespart. Jetzt kann es also richtig losgehen. „The Electric Sun“ marschiert sehr modern gen Ohren, lässt jedoch immer wieder atmosphärische Riffs durchscheinen und benutzt die Anfangsmelodie als roten Faden.

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Bleiben noch 7 Songs übrig

„Self Destructive Haze“ führt genau das fort, womit die ersten Nummern begonnen haben. Hier sorgt der Gesangseffekt in den introvertierten Abschnitten für eine gelungene Unterstützung des dystopischen Gesamtbildes. Sehr schön klingen dabei die Gitarren, welche mal wieder mit simplen, aber dennoch gut platzierten Tönen, sowie einem chaotischen Solo für die nötige Härte sorgen. Danach wird mit „Thread Of Life“ betont lässig gewerkelt. Hier erinnert mich das Ganze stellenweise sogar an alte BARONESS. Für den Progressive Metal ist es heute normal, auch klassische Instrumente zu benutzen. Also wird der Song zusätzlich mit Streichern veredelt. „Triangulation Through Impasse“ hingegen plätschert farblos dahin. Für mich wirkt dieses Mal der Klargesang eher unpassend. Außerdem gibt es noch ordentlich Djent-Anleihen, die mir schon immer ein Dorn im Auge des modernen und progressiven Metal waren.

Für Fans von URANIMALS dürfte das aber kein Problem sein. Dafür schlägt der darauffolgende Track „Saviour Complex“ volle Breitseite in mein Hörzentrum. Denn die Anfangsmelodie setzt sich fest wie ein Kaugummi im Haar. Dieser Song ist mit seinem Rhythmus für mich einfach unwiderstehlich. Ein Saxophon habe ich auch lange nicht mehr im Metal gehört. Nachdem auch „Echoes 213“ unauffällig an mir vorbeizieht, ist es an der Zeit, sich mit „Chronicity“ zu verabschieden. Schleppend und mit leichter Wehmut zeigt mir das Outro, was ein gutes Instrumentalstück ausmacht.

Es war eine schöne, wenn auch manchmal anstrengende, Reise durch den Kosmos von TARDIVE DYSKINESIA. Hoffentlich ist die nächste Veröffentlichung genauso spannend und eventuell steigern sich die Griechen ja noch ein Stück. Dann steht einer hohen Punktezahl nichts mehr im Wege.

 

 

 

Autorenbewertung

6
Alles in allem bieten TARDIVE DYSKINESIA einen guten Einstieg für Neulinge, die sich mit dem Thema Progressive Metal auseinandersetzen wollen. Nicht zu vertrackt, immer wieder eingängige Momente und doch mit einem guten Hauch von Anspruch. Das alles macht "Harmonic Confusion" zu einem guten, wenn auch nicht überragenden Album.
ø 0 / 5 bei 0 Benutzerbewertungen
6 / 10 Punkten

Vorteile

+ tolle Vocals
+ schöne Gitarrensoli
+ angenehmer Härtegrad

Nachteile

- lange Spielzeit
- die Songs sind sich vom Aufbau her ähnlich

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