Home»Reviews»Core»Extreme Unwetterwahrung, schwere Gewitter drängen über den Ozean zu uns

Extreme Unwetterwahrung, schwere Gewitter drängen über den Ozean zu uns

0
Shares
Pinterest Google+

SUMAC – „What One Becomes“
Thrill Jockey/Rogh Trade

 

Wie dunkle Gewitterwolken zieht das zweite Album „What One Becomes“ der amerikanischen SUMAC aus den Boxen. Ziehen langsam, schwer und bedrohlich, rauben die letzten Sonnenstrahlen und entführen den Hörer in ein Labyrinth aus verfallenen Fabrikgebäuden und grauen Betonklötzen.

Die Amis um Sänger/Gitarrist Aaron Turner (ISIS, OLD MAN GLOOM) und Bassist Brian Cook (RUSSIAN CIRCLESBOTCH) erzeugen einen rasanten Mix aus Hardcore, Doom und Post-Metal  und lösen damit die Werkfertigkeit eines jeden Unwettergottes ab.

What_One_Becomes_cover

Verstörend geht es los mit „Image Of Control“, dem ersten der fünf überlangen Lieder. Wolken formieren sich, verwachsen ineinander und nehmen das Licht. Die ersten Tropfen fallen auf den erhitzten Beton, eine erstickende Schwüle ergreift die Lunge, zieht sich zu. Und dann…

…bricht es los!

Dabei lassen sich SUMAC viel Zeit, leiten den Ausbruch ein, wieder und wieder, kitzeln an den Flanken des Sturms bis es kein Entrinnen gibt. Der extrem hallende Sound lässt der Musik viel Platz zum Atmen, aufgenommen in einer alten Kirche, die zum Studio umfunktioniert wurde, bringt Kurt Ballou (CONVERGE, Godcity Studios) den regenweisenden Blitz durch das Grollen der Songs. Dabei erinnert das ganz stark an alte NEUROSIS-Platten, wobei der Gesang nicht die Vielfältigkeit eines Scott Kellys erreicht, sondern eher in den heiseren Lagen eines Jaggers von DISBELIEF liegt.

War das Debüt „The Deal“ noch von einer konfusen Rohheit umgeben, ziehen die Amis mit dem zweiten Werk alle Register.

Am Anfang ist es schwierig, sich auf die Musik einzulassen, zu lang gezogen sind einzelne Parts, zu stark sind die noisigen Zwischensequenzen. Doch wenn man sich erst einmal darauf einlässt, den Blick auf städtische Ruinen kreisen lässt, bricht der Regen los. Mit dem siebzehnminütigen „Blackout“  geraten SUMAC in das Herz des Sturms, Ambient trifft auf Aggression, Melodien auf die Zerrissenheit des Kargen. Hier zeigen SUMAC ihre Qualitäten zur konfusen Komplexität ihrer Musik. Ein letztes Aufbäumen mit „Will To Reach“ und dann Stille. Das Gewitter ist vorüber, die Sonne bricht hervor. Und alles erscheint leer.

Freunde von den oben erwähnten NEUROSIS, ISIS oder CONVERGE können hier bedenkenlos zugreifen, allen Anderen sei erstmal „Rigid Man“ vom Album zum Kennenlernen empfohlen.

Autorenbewertung

7
Ein handfestes Album, welchem etwas mehr Abwechslung gut getan hätte.
ø 0 / 5 bei 0 Benutzerbewertungen
7 / 10 Punkten

Du liest diesen Beitrag, weil unsere Autoren lieben was Sie tun - wenn du Ihre Arbeit liebst kannst du uns, wie andere schon, unterstützen. Wie? mit einem kleinen monatlichen Beitrag über silence-magazin@patreon Patreon
Vorheriger Beitrag

Act of Creation - „Thion“

Nächster Beitrag

Touren im Underground

Keine Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.