Home»Reviews»Heavy Metal»Flatterkacke zu Weihnachten – Shotgunner

Flatterkacke zu Weihnachten – Shotgunner

0
Shares
Pinterest Google+

SHOTGUNNER – Feliz Navidad
Veröffentlichungsdatum: 21.12.2016
Dauer: 11:22 Min.
Label: Independet/Eigenproduktion
Stil: Heavy Metal/Glam Rock

 

Seit Jahren komme ich nicht mehr in Weihnachtsstimmung, das liegt wohl am Alter und an all den überfüllten Weihnachtsmärkten, wo alle paar Sekunden „Last Christmas“ die Gehirnzellen absterben lässt. Da will ich doch lieber die ganze Zeit Metal hören und dachte mir, dass „Feliz Navidad“ von SHOTGUNNER eine gute Alternative wäre. Gesagt getan, das Album liegt griffbereit und zuallererst Entdecken meine Augen einen potenziellen Kandidaten für das hässlichste Cover 2016. In der Promoinfo steht eine Empfehlung für Fans von VOLBEAT, STEEL PANTHER und METALLICA. Dreimal gequirlte Flatterkacke für meinen Geschmack, aber erst hören, dann meckern.

Was soll ich sagen, der erste Kandidat „Lets Party Merry Gentlemen“ sorgt für Erleichterung, trotz ödem Songaufbau. Relativ ernst beginnt das 1. Drittel mit harten Klängen und klarem Gesang. Der ist zwar alles andere als einprägsam, aber zumindest muss ich kein Eunuchengejaule ertragen. Die gespielten Akkorde sind langweiliger Dienst nach Vorschrift. Auch das Solo ist zumindest vom Kitsch befreit. Klingt irgendwie nach besseren SABATON ohne Plastikbombast. Dennoch schlecht.

Aber spätestens beim zweiten Song („Lay Ride“) fängt meine Zuckerstange an zu faulen. Hier wird ein Weihnachtssong im Metalgewand präsentiert, außer Ekel und Abscheu bleibt da nichts hängen. Nein, ich bin nicht der Grinch, aber es ist wirklich scheußlich. Gerade der Mittelteil sorgt für Fremdscham hoch 10. So was würde ich doch niemals meiner Familie vorspielen, wie es im Waschzettel der Band heißt. Die gesprochenen Einlagen sind weder lustig noch einfallsreich.

shotgunner-band

Holy Pint! Wie grottig können SHOTGUNNER noch werden?

Jetzt kommt die Zeit, wo SHOTGUNNER mit einer „urkomischen“ Ballade das heilige Bier preisen. Eigentlich keine schlechte Idee, aber dann doch bitte nicht mit so einer fetten Zuckerglasur und Kariesgefahr. Gitarren? Keine! Bass? Wo denn! Schlagzeug? Fehlanzeige! Bei dem schlechten Text kriege ich Hassgefühle und meine Christbaumkugeln schrumpfen erheblich zusammen. Meinen Tannenbaum, den ich mühevoll am Leben erhalte, hat es auch entschärft. Alle Nadeln fallen wie von Zauberhand, durch diese Frechheit Namens „Holy Pint“, aus.

Und dann kommt das alles krönende Elend in Form von „Feliz Navidad“. Das ist vielleicht tatsächlich für Fans von SABATON geeignet. Kunterbunte Riffs fusionieren mit grausigem Geknödel des Sängers. On Top gibt es ein Solo, das wie Lametta verboten gehört. Ab Minute 1:35 kommt dann noch schrägerweise Reggae-Feeling bei den Saiteninstrumenten auf. Seelenloser Schlager mit Alibigitarren, das ist es, was dieser Song, und der Rest, darstellt. Ich leg mich jetzt zu meinem verreckenden Grünzeug und sauf mir den Kram schön. Da brauch ich aber definitiv ne Menge, davon könnt ihr ausgehen!

Bring deinen Hass HIER zum Köcheln

Autorenbewertung

0
Es gibt wohl immer ein paar unverbesserliche Gestalten, die aus der schrecklichen Lektion von Twisted-Sisters-Weihnachtsalbum nichts gelernt haben. Das hat mit Metal so wenig zu tun wie Schimmel auf dem Brot. Ich wüsste nicht, wer sich so was freiwillig anhört und auch noch abfeiert. Mit "Feliz Navidad" sprengt ihr jede Party und sorgt dafür, dass ungebetene Gäste sofort abhauen. Für sadistische Zwecke prima geeignet!
ø 4.3 / 5 bei 1 Benutzerbewertungen
0 / 10 Punkten

Vorteile

+ perfekter Soundtrack wenn euer Nachbar ausziehen soll
+ jede Freundin nimmt freiwillig Reißaus

Nachteile

- schlechtes Songwriting
- übles Cover
- den Wiedererkennungswert sucht man vergeblich

Du liest diesen Beitrag, weil unsere Autoren lieben, was sie tun - wenn du ihre Arbeit liebst, kannst du uns, wie andere schon, unterstützen. Wie? Mit einem kleinen monatlichen Beitrag über silence-magazin@patreon Patreon
Vorheriger Beitrag

Kuschelrock und Pizza sind angesacht! - Bad Bones

Nächster Beitrag

Deutschland, deine Festivals - #04: Brandenburg

Keine Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.