Startseite»Live»Festivals»FULL FORCE 2022 – (K)ein Nachbericht

FULL FORCE 2022 – (K)ein Nachbericht

0
Geteilt
Folge uns auf Pinterest Google+

Disclaimer: ich schreibe über das Full Force 2022, weil es mir einfach ein Bedürfnis ist. Ich war nicht für Silence, sondern privat vor Ort, weshalb es sich hier um das ganze Drumrum drehen wird, anstatt den Fokus auf die Bands zu legen. Ebenso sind die Fotos nur von meinem Phone. Soviel vorab. 

YOU WIN! 

Ach Full Force… wie oft wollte ich dich schon besuchen, und immer klappte es einfach nicht. Dann kam das böse C-Wort dazwischen und wieder blieb der Besuch verwehrt. Im Jahr 2022 sollte es nun endlich weitergehen, doch auch dieses Jahr war es für mich unsicher. Das hatte viele Gründe, die meisten davon privater Natur. Allerdings lockte zumindest der Freitag gar sehr, denn BULLET FOR MY VALENTINE standen als Headliner des Tages auf dem Plan. Eine meiner absoluten Lieblingsbands endlich live erleben war schon verdammt reizvoll, also haderte ich mit dem Kauf eines Tagestickets. Die Entfernung von ca. 45 Minuten ist ja praktisch auch nicht der Rede wert. Während ich so überlegte, wie und ob und überhaupt, ergab sich da plötzlich eine andere Option… 

In meiner Heimat Riesa fand im Jugendhaus eine offizielle Warm-Up Party zum Force statt, bei der auch Tickets verlost wurden. Ein Freund von mir hat diese gewonnen, konnte aber aus Urlaubsgründen nicht daran teilnehmen. Also hat er mir die beiden Tickets freundlicherweise gegönnt. An dieser Stelle muss ich natürlich erwähnen, dass Carsten der beste Mensch der Welt ist! 🙂 (sorry meiner, aber ich habe kein Bild von dir im feinsten Zwirn und deine Telefonnummer zur weiblichen Kontaktaufnahme kann ich hier leider auch nicht spoilern) 😀 Jedenfalls waren damit alle meine Überlegungen verflogen, ich konnte plötzlich das ganze Festival zum erstem Mal genießen und unsere liebe Jule hat sich natürlich auch nicht bitten lassen, mich zu begleiten. Diesmal sogar völlig ohne die Last, ihre Kamera die ganze Zeit mit sich rumzutragen. Quasi win-win, wie es im Buche steht. 

WELCOME TO FULL FORCE!

Wir machten uns also am Freitag Nachmittag auf Richtung Ferropolis, Gräfenhainichen – Die sogenannte “Stadt aus Eisen”. Übersetzt man das mal fix in’s Englische, wird schon klar, dass es praktisch keinen besseren Ort für so ein Festival geben kann. Abgemacht war übrigens “Du bekommst die zweite Karte, fährst aber dafür.”, dass das nur bedingt funktioniert hat, wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht. Angekommen auf dem Parkplatz, wurde erstmal klar, dass es doch nicht so ganz umsonst ist. Denn die Parkgebühr von 15 Euronen pro Tag musste erstmal berappt werden. Egal, dafür ist das zugehörige Parkschild für’s Auto immerhin ein hübsches Souvenir. Nun hatte ich schon im Vorfeld gehört, dass der Weg vom Parkplatz zum eigentlichen Festivalgelände nicht gerade der Kürzeste ist. Angesichts der sommerlichen Temperaturen kann man diesen aber ganz gut mit Fußpils überbrücken. Es gibt auch einen Shuttle, dieser kostet aber auch nochmal extra, und ich dachte mir “Och naja, wenn man etwas getrunken hat, ist man nach dem Rückweg in der Nacht zum Auto ja auch wieder nüchtern.” Jedenfalls überquert man während des Weges sozusagen auch den Campground und genau das war schon so ein Eindruck von “Ist das wirklich echt? Sind wir wirklich hier?” Nach all dem Entzug der letzten Jahre nun so ein Bild zu sehen, wirkte wirklich freudig überwältigend. Menschen, die einfach nur glücklich und in Feierlaune sind, laute Musik aus allen Ecken, Bierstände, Fressstände, einfach alles, was man so sehr vermisst hat. Und wir waren erst auf der Hälfte des Weges. Für die zweite Hälfte schonmal das erste Kaltgetränk geshoppt und weiter ging’s. 

Als wir vor dem Haupttor zum Gelände standen (hier oben im Bild zu sehen), wurde uns klar: “Wir sind da!”. Schon dieser Anblick zauberte ein Lächeln auf’s bereits sehr verschwitzte Gesicht. Nach Betreten erstmal ein Festivalshirt shoppen, Getränk auffüllen, das Gelände erkunden und den Tag einfach passieren lassen… 

CASHLESS FETZT!

Bereits nach Tag 1 konnten wir diverse Sachen feststellen, die den gesamten Ablauf über Bestand hatten. Punkt 1: Diese Location ist einfach nur der Wahnsinn! “Stadt aus Eisen” trifft den Nagel wirklich auf den Kopf – alles wirkt so überwältigend und beeindruckend. Besonders bei Dunkelheit kommt das alles nochmal ganz besonders zu Geltung. Die Beleuchtung wechselt ständig ihre Optik, aus den gigantischen Maschinen erleuchten einige Strahler den Himmel und alles passt zusammen, als wäre es tatsächlich für das Full Force gemacht. Wie die Bühnen und sämtliche Stände sich in das Gesamtbild einfügen, sucht ebenfalls seines Gleichen. 

Rein organisatorisch muss ich hier ganz klar eine Sache hervorheben, nämlich Punkt 2: das Cashless System. Mir war das völlig neu. Man lädt sich im Vorfeld über seinen Full Force Account Geld auf sein Konto, bequem zum Beispiel über PayPal, und dieses befindet sich dann auf einem Chip, der am Festivalbändchen befestigt ist. Diesen hält man dann bei sämtlichen Einkaufen auf dem Gelände beim Personal an einen Scanner und fertig ist. Kein Wechselgeld, kein Mitnehmen eines Geldbeutels generell, alles ist viel schneller und einfacher. Das gilt für Getränke und Essen, als auch für den Merch. Ich muss sagen, ich bin Fan! Sollte das Geld dann mal ausgehen (man kann sich beim Bezahlen auch immer gleich anzeigen lassen, wieviel noch drauf ist), kann man eben wieder easy über sein Handy und den Account aufladen, oder an einer der Stationen auf dem Gelände. Mit ist das nicht passiert, denn ein weiterer Vorteil (wenn man denn so will) ist, dass man sich dadurch eben auch einfach den aufgeladenen Betrag als Limit setzen kann. So achtet man dann auch genauer darauf, was man ausgibt. Ich hatte am Ende noch Geld übrig, welches man dann einfach wieder zurückbucht. 

MUSIKALISCHER EINDRUCK

Soviel erstmal zum Rundherum. Natürlich möchte ich hier noch meine musikalischen Erlebnisse erwähnen, auch wenn das hier mal nicht das Hauptaugenmerk sein sollte. Grundsätzlich ein paar Worte zum Sound. Dieser war auf allen der 4 Bühnen sehr gut. Natürlich schwankte es auch stellenweise, aber das ist bei einem Festival auch irgendwo normal. Auf der Main Stage (Mad Max) hatte ich aber immer das Gefühl, dass da Leute am Werk waren, die Ahnung hatten. Wir standen bei allen Bands da eigentlich immer recht zentral und da wirkte der Sound immer satt und ausgewogen. Auf der Medusa Stage (die am Strand) war es besonders am Rand aber sehr höhenlastig, was stellenweise sogar weh im Ohr tat. Ging man aber auch da eher mittig, war alles gut. Dort ist aber auch einfach nur geil, dass man praktisch baden und der Musik lauschen kann, weil der angrenzende See wirklich direkt neben besagter Bühne ist. Das gibt’s auch nicht überall. Die beiden übrigen Bühnen waren für ihre Größe absolut in Ordnung. 

Kommen wir nun noch zu meinen Highlights, was die Bands betrifft. Natürlich muss in meinem Fall hier ganz klar BULLET FOR MY VALENTINE auf Platz 1 stehen. Dazu kann ich einfach keine weiteren Worte verlieren, es war großartig! HEAVEN SHALL BURN dürfen sich diesen Platz auf meiner Liste aber gern mit BULLET teilen. Bei dieser Band macht einfach nie etwas verkehrt. Zu meinen weiteren Highlights zählen dann noch LANDMVRKS, SETYØURSAILS und CROSSFAITH. Besonderer Gruß an Letztere, wegen dem netten Plausch im Anschluss. Ich sag nur “klein ist die Welt!”. In Jules Fall kommen da noch ZEAL & ARDOR, FROG LEAP und ganz oben THE GHOST INSIDE hinzu, welche ich alle auch sehr unterhaltsam (und im Fall von TGI sehr emotional) fand, wenn ich das mal so zurückhaltend formulieren darf. Bei der ein oder anderen Band hab ich mich zwar auch gefragt, ob das jetzt so die richtige Wahl für dieses Festival war, aber Geschmäcker sind nunmal verschieden, und ein Festival ist sowieso etwas Besonderes. Gelangweilt haben wir uns jedenfalls nie! 

FAZIT

Was soll ich sagen, ich bin komplett begeistert vom Full Force, und ich sehe hier dringenden Wiederholungsbedarf! Nächstes Jahr dann auch gern für’s Magazin mit entsprechender Foto-Ausrüstung. Es gibt praktisch nix, was ich dem Festival ankreiden könnte. Es war nirgendwo Streit zu beobachten, alle waren super drauf, der große Sprinkler -so nenn ich es mal- war pures Gold bei der Hitze und selbst den langen Weg zu Fuß und die typischen Festivalpreise für Nahrung nimmt man gern in Kauf. Ab Tag 2 bin ich übrigens selbst gefahren, da das Auto von Jule der Meinung war, dass dieses Festival dann noch nicht so sein Ding ist, und der Kühler noch auf dem Heimweg von Tag 1 seinen Dienst quittierte. Shit happens, aber der Zeitpunkt war schlecht gewählt 🙂 Ich trink zwar auf Festivals eigentlich ausschließlich Getreidesmoothies, aber bei den Temperaturen war tatsächlich mehr Wasser im Konsum angebracht. Von daher war auch dieser spontane “Notstand” kein Beinbruch. 

Alles in Allem: Danke Full Force, ich sag einfach mal “bis nächstes Jahr”!

www.full-force.de


Du liest diesen Beitrag, weil unsere Autoren lieben, was sie tun - wenn du ihre Arbeit liebst, kannst du uns, wie andere schon, unterstützen. Wie? Mit einem kleinen monatlichen Beitrag über silence-magazin@patreon Patreon
letzter Artikel

SILENCE MUSICFRIDAY #87

nächster Artikel

SILENCE MUSICFRIDAY #88

Keine Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.