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Hardcore is Passion NOT FASHION! – NEXT STEP DOWN im Interview

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22:47 Uhr – NEXT STEP DOWN betreten die unscheinbare Bühne des KONK Klub Dresden. Während sich die kleine Location noch langsam während des pumpenden Hip-Hop-Beats füllt, steigt bei mir die Anspannung auf meine erste Live-Erfahrung der Band. Mal schauen, was die Jungs im Rahmen der von WAMMSE ENTERTAINMENT arrangierten Show auf die Beine stellen.

Dass die 5 Dresdner keine lokalen Underdogs mehr sind, merkt man recht schnell an der beträchtlichen Anzahl der getragenen Merch-Shirts. Und dann gings los. Da in der Hälfte des ersten Songs bereits der Erste wortwörtlich aus dem Stage-Room gekickt wurde, machte sich in mir mit Angst gepaarte Vorfreude breit. Angst um meinen lauchigen Körper und Vorfreude auf die kommenden musikalischen Ergüsse. Der starke Mix aus New-York-Hardcore in Zusammenklang mit teilweise unüberhörbaren Metal-Einflüssen verschiedenster Art überraschte mich, da ich bisher nur die Online veröffentlichten Songs der Band kannte. Umso mehr freute ich mich, dass ich die 5 Jungs nun endlich im Backstage zum Interview antanzen lassen konnte. Meinen Fragenkatalog kurzfristig über Bord geworfen, hatte ich einfach Bock auf ein Gespräch, ohne das klassische Frage-Antwort-Muster. Hingesetzt, Bier auf und Abfahrt!

DAS INTERVIEW

S: So Jungs, erstmal danke fürs kommen! Stellt euch doch mal kurz vor!

Nico: Also ich bin der Nico und der Vocalist.

Robin: Yooo, also ich bin der Robin und spiel den Bass und ja… das „basst“ schon. (allgemeine Stille)

Max: Ich bin der Max und spiel Gitarre.

Moritz: Ich bin der Moritz und spiel ebenfalls Gitarre. Bisschen Backing-Vocals mach ich auch noch.

Tillmann: Yo, ich bin der Tillmann und verlass die Band erstmal nach Australien, weil die hier langsam scheiße werden. (lacht) Ach und ich spiel die Drums.

S: Nachdem ihr euch gefunden hattet, kam die Entscheidung Hardcore machen zu wollen ja ziemlich schnell. Wie kam das? Es geisterte ja auch herum, dass ihr Beatdown macht?

Nico: Wir sind keine Beatdown-Band! Ich wiederhole das! Maximal Heavy-Hardcore! (lacht) Nur wegen einem Song („Liar”) sind wir keine Beatdown-Band.

Max: Man muss zwar sagen, dass wir Beatdown schon manchmal geil finden, aber stehen eigentlich viel mehr auf die alten Hardcore-Geschichten wie PRO-PAIN und klassischen New-York-Hardcore.

S: Apropos Einflüsse. Für Fans welcher Bands ist denn eure Mucke was?

Nico: Influencers sind vor allem LIONHEART, obwohl die ja von der Westküste kommen. Als bei uns dann aber die Frage nach dem „WIE“ aufkam, wurde schnell klar, dass Hardcore sehr facettenreich ist und sich das auch in unserer Musik finden lassen soll. Wir versuchen einfach das zu machen, was wir alle privat geil finden und lassen das zusammenfließen.

Tillmann: Genau, wir versuchen die geile alte Mucke mit neuen Einflüssen, wie beispielsweise von EASY MONEY oder GUILT TRIP, zu kombinieren.

S: Hardcore besticht ja durch seine politischen, gesellschaftlichen und zwischenmenschlichen Themen. Um was gehts eigentlich bei euch? Und wer kreiert daraus dann die Texte?

Tillmann: Also mich bewegt vor allem politisches Zeug, was besonders scheiße oder eben besonders gut läuft.

Moritz: Meiner Meinung nach sollte man im Hardcore eh viel mehr auf die Texte hören, als auf die bloße Musik! Für mich zeichnet sich Hardcore eben genau dadurch aus. Der Beat kann noch so geil sein: wenn der Text Mist ist, ist der Track für die Tonne.

Nico: Für mich ist besonders wichtig, dass die Musik echt bleibt. Ich will mir nichts an den Haaren herbei ziehen. Ich schreib ja dann auch die Texte, welche dann von den Jungs abgesegnet werden. Die Themen sind bei mir vor allem persönliche Erfahrungen und Erlebnisse.

Max: Ein Song kommt bei uns nur raus, wenn alle damit zufrieden sind. Wir stimmen teilweise sogar über bestimmte Parts ab! Am Ende ist wichtig das wir uns lieb haben. (lacht)

Robin: Ich feier vor allem unseren Mix aus Hardcore mit Thrash-Metal und Metalcore. Und das das andere auch feiern zeigt sich ja auch in den positiven Resonanzen!

Nico: Genau! Das ist halt der Vorteil wenn fast alle aus verschiedenen Genres kommen!

S: Geil! Aber jetzt mal zur Sache! Den Leuten dürstet es nach mehr! Darf man was erwarten in näherer Zukunft?

Nico: Erstmal müssen wir ja leider den Verlust von Tillmann verkraften. Dann muss erstmal der Ersatz-Drummer angelernt werden. Wir sind ja auch erst noch in den Kinderschuhen. Und ich mach auch mal ein kleines Announcement. Es ist eine EP in Planung, für die aber noch kein Datum feststeht. Ich sag einfach mal demnächst! (lacht)

ES IST SCHEIßEGAL, WIE DU AUSSIEHST!

S: Klingt doch nicht schlecht! Zum Abschluss vielleicht nochmal was zu meinem Lieblingsthema Szene?

Nico: Mich kotzt vor allem an das nur noch gequatscht wird und die Werte nicht mehr vertreten werden. Du bist auf Konzerten ja fast nicht mehr willkommen, wenn du nicht das neueste T-Shirt an hast und Erfolg wird sich gegenseitig auch schon lange nicht mehr gegönnt! Außerdem sind die Leute genau zu dem geworden, gegen das sie auf der Bühne predigen. Deswegen trage ich auch ein Justin-Bieber-Shirt auf der Bühne, um das Eis zu brechen, was Klamotten angeht. (lacht)

Max: Mich kotzt an, dass keiner das würdigt, was wir für die Leute veranstalten. Wenn ich Leute höre, denen 10€ für 5 Bands zu teuer ist, aber hunderte ausgeben um auf Festivals zu fahren, um dort dann drei Bands anzuschauen und den Rest der Zeit auf dem Zeltplatz versaufen, macht mich das aggressiv. Man sollte mal das persönliche an einer lokalen Show wieder schätzen lernen!

S: Das sind doch mal gute Abschlussworte! Danke für das Interview! Ihr bleibt auf jeden Fall im Blickfeld!

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Bild mit freundlicher Genehmigung von Next Step Down

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