Startseite»Reviews»Little Albert – Königlicher Swamp Blues

Little Albert – Königlicher Swamp Blues

0
Geteilt
Folge uns auf Pinterest Google+

LITTLE ALBERT – “SWAMP KING”

Veröffentlichungsdatum: 27. März 2020
Länge: 31:18 Minuten
Label: Aural Music
Genre: Swamp Blues / Psychedelic / Doom

Das sechs Tracks starke Album “Swamp King” von Little Albert gehört im Rahmen des Silence Magazin definitiv in die Sparte “something completely different“. Man könnte es auch als eine schöne Abwechslung bezeichnen, denn Suffixe wie “Metal” oder “Core” sucht man hier vergebens. Dabei sollte Sänger und Gitarrist Alberto Piccolo Fans von extravagantem Doom Metal von der Band MESSA bekannt sein, wo er seit 2014 an der Gitarre steht. Mit dem innigen Drang, wieder mehr musikalische Varianz zu erleben, stampfte Alberto das Nebenprojekt LITTLE ALBERT aus dem sumpfigen Boden.

Fuzz, Desert Rock und Psychedelic

Zusammen mit seinen Mitstreitenden Christian Guidolin und Mattia Zambon hat sich der gelernte Jazz Gitarrist dem Swamp Blues verschrieben. Dieser eventuell nicht allen Lesenden geläufige Begriff bezeichnet schweren Blues, welcher sich mit psychedelischen Elementen verbindet und Genres wie Desert Rock oder Stoner Rock anverwandt ist. Als weiteren Tipp zum reinhören, möchte ich daher auch empfehlen, ein Ohr auf die Band PRETTY LIGHTNING zu werfen.
Was LITTLE ALBERT auf ihrem Tonträger von sich geben, ist eine massive, kratzig-staubige und behäbige Reise durch Genres und unendliche Weiten. Eine weit übersteuerte Blues Gitarre treibt auf dem Antrieb aus Fuzz und Psychedelic durch knochentrockene Wüsten- und Sumpflandschaften. Dabei kommen in einigen stockenden Passagen immer mal wieder Einwürfe aus dem Doom dazu, ohne jedoch metallen zu werden.

Hard Times Killing Floor Blues – Trailer

Little Albert is the solo blues project of Alberto Piccolo (guitar, vocals -MESSA, GLINCOLTI ). Currently working on a whole EP with Mattia Zambon (drums – The Sade) and Christian Guidolin (bass – Club Sandwich). Original song and lyrics by Skip James. Video by Laura Sans.

Gepostet von Little Albert am Samstag, 27. April 2019

Von der Einöde zur Oase

“Swamp King” beginnt mit dem äußerst gemächlichen Titeltrack: einer zeitlosen Blues Nummer, die sich nicht vor Szene Größen verstecken muss. Nach dem einleitenden Stücken nehmen LITTLE ALBERT Fahrt auf. Geschwindigkeit, Zerre und Fuzz nehmen von “Bridge of Sighs” bis zur vorletzten Nummer “Mary Claire” in kleinen aber spürbaren Schritten zu. Aus sumpfigem Blues wird zunehmend staubiger Wüstenrock der Marke WAXY oder THIS WHITE ROPE. Und gerade wenn man denkt, jetzt ist es soweit, dass LITTLE ALBERT doch noch bei metallenem Sound ankommen, kommt es zur letzten schönen Überraschung. Mit dem Track “Outside Woman Blues” schließt das Album durch eine lupenreine und wunderschöne Blues Rock Nummer.

Es ist, als würden LITTLE ALBERT über die ersten Lieder ihres Albums mit schwerer Ladung durch weite Flächen aus Wüste und sumpfigen Landschaften wandern. Auf dieser Reise erzählt der “Swamp King” nicht nur an der “Bridge of Sighs” seine Geschichten. Die handeln von “Mary Claire” oder der “Mean old Woman”. Beim letzten Track klingt es wiederum, als sei die Reise an einer erfrischenden Oase angekommen. Und das Wort Oase würde ich hier problemlos mit Bar Synonym setzen.

Zum Hören oder Kaufen geht ihr am Besten auf die Bandcamp Seite von LITTLE ALBERT.

Autorenbewertung

9
Ja, das hier ist mal etwas komplett anderes im Silence Programm. Little Albert ist auf jeden Fall ein Ohr wert. Fans von Desert und Stoner werden hier sowieso ihre Freude haben. Und wer mal Abwechslung vom dreschenden Metal Sound sucht, wird hier auch nichts falsch machen.
ø 4.4 / 5 bei 1 Benutzerbewertungen
9 / 10 Punkten

Vorteile

+ gewaltige und vielfältige Soundscape
+ Musik die nicht nur im Sommer Durst macht
+ zeitlose Reise durch Genres und Motive

Nachteile

- "Projekt", d.h. weitere Releases in naher Zukunft eher unwahrscheinlich

Du liest diesen Beitrag, weil unsere Autoren lieben, was sie tun - wenn du ihre Arbeit liebst, kannst du uns, wie andere schon, unterstützen. Wie? Mit einem kleinen monatlichen Beitrag über silence-magazin@patreon Patreon
letzter Artikel

Die geballte Frauenpower - das Debutalbum von FAKE ISLAND!

nächster Artikel

HEAVEN SHALL BURN - Zum Opfer der Wahrheit?

Keine Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.