Startseite»Reviews»Progressive»LONG DISTANCE CALLING – Ist das noch EP?

LONG DISTANCE CALLING – Ist das noch EP?

0
Geteilt
Folge uns auf Pinterest Google+

LONG DISTANCE CALLING – “Ghost”

Veröffentlichungsdatum: 26.02.2020
Länge: ca. 33min.
Label: Avoid The Light Records
Genre: Post Rock

Einige Runden hat sie auf meinem virtuellen Plattenteller schon drehen dürfen: die brandneue EP von den Post-Rock-Pionieren LONG DISTANCE CALLING namens “Ghost”, die gestern ihren Release feierte. Mein Eindruck: “Ghost” ist eine (lange!) bunte, elektronisch/postige Jamsession, die mich zwar irgendwie nicht so richtig mitreißt, sich aber wunderbar als entspannende “Homeofficemusik” eignet.

LDCs letztes Album “How Do We Want To Live?” (VÖ: 26.06.2020, ~53 Min., 10 Songs) kam bei ihren Hörer:innen sehr gut an und landete sogar auf Platz 7 der deutschen Albumcharts! Sicher werden sich daher viele von euch das gleiche fragen wie ich: Ist “Ghost” eine Fortsetzung? Ein Nachfolger? Weder noch!

Es handelt sich um eine Jam EP, für die sich die vier Musiker in einem abgelegenen Landhaus drei Tage lang eingeschlossen haben, um sich Ideen zuzuwerfen und daraus Songs entstehen zu lassen. Und das höre ich auch heraus. Dass die EP live eingespielt wurde – ohne Overdubs, ohne Editing, hingegen nicht. Denn die Soundqualität ist wie von LDC (und allgemein Post-Rock) gewohnt hoch und klar. Es wechseln sich ruhigere, melancholisch anmutende Parts mit schnellen, marschierenden ebenso ab, wie elektronische Parts mit klassischem metal-riffing. So erkenne ich etwa bei Track 4 “Seance” erst ab der Hälfte seiner Spielzeit überhaupt, dass ich gerade eine “Rock”-Band höre. Doch wie gewohnt steigert sich jeder Song auf seine Weise immer weiter, um sich nach seinem jeweiligen Höhepunkt wieder zu beruhigen. Mein Lieblingstrack ist der letzte auf der EP – “Negative Is The New Positive” – vermutlich, weil mich das Riffing ab Minute 2 irgendwie an AMENRA erinnert.

Die Jamsession schien für alle Beteiligten eine angenehme Abwechslung zur Tristesse der Pandemie zu sein, denn mit 6 Songs und einer Gesamtspielzeit von 33 Minuten fehlt nicht viel zu dem, was ich als Hörer als “Album” wahrnehme. Finanziert wurde die auf dem bandeigenen Label “Avoid The Light Records” veröffentlichte EP übrigens durch eine Crowdfunding-Kampagne der Band infolge der ausgefallenen Release-Shows für “How Do We Want To Live?”. Da diese ausgezeichnet lief, wollte die Band ihren Fans etwas zurückgeben, statt nur herumzusitzen – sehr freundlich!

Autorenbewertung

8
Die EP reißt mich nicht unbedingt vom Hocker, liefert aber LDC Fans genau was sie wollen: Kreativität, Atmosphäre und hohe Qualität. Ein angenehmer Weg, um als Musiker während dieser Zeit den Kontakt zu seinen Fans aufrecht zu erhalten!
ø 4.9 / 5 bei 1 Benutzerbewertungen
8 / 10 Punkten

Vorteile

+ pur, da uneditiert
+ qualitativ hochwertig
+ hörbar kreativer Jam
+ gute Musik zum „nebenbei Hören“

Nachteile

- wenig konkretes Begeisterungspotenzial
- nichts wirklich Neues

Du liest diesen Beitrag, weil unsere Autoren lieben, was sie tun - wenn du ihre Arbeit liebst, kannst du uns, wie andere schon, unterstützen. Wie? Mit einem kleinen monatlichen Beitrag über silence-magazin@patreon Patreon
letzter Artikel

SILENCE MUSICFRIDAY #17

nächster Artikel

ARCHITECTS - Für alle, die gern existieren?

Keine Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.