Startseite»Reviews»Heavy Metal»LORDI – Prattelner Club Z7 wird “Sexorziert”

LORDI – Prattelner Club Z7 wird “Sexorziert”

0
Geteilt
Folge uns auf Pinterest Google+

LORDI – “Sextourcism In Z7”

Veröffentlichungsdatum: 26.07.2019
Dauer: 94:34 Min.
Label: AFM Records
Genre: Hard Rock/Heavy Metal

Dieses Jahr meldet sich die finnische Monstrositäten-Metalband LORDI mit einem Live-Album zurück. Wie vielleicht einigen bekannt sein dürfte, leben LORDI seinen monstermässigen Stil nicht nur in Form von Kostümen und Masken aus, sondern übertragen dies auch auf ihre Musik – instrumental wie auch textlich. Wer hier Kuschelrock erwartet, ist vollkommen falsch. Mit harten Gitarrenriffs und aussagekräftigen Zeilen, wie “Devil is a loser and he’s my bitch” markiert diese Band ihr Revier. Aus diesem Grund kann man sie weder musikalisch noch optisch mit anderen Bands vergleichen.

Ich bin immer etwas skeptisch, wenn es um Live-Alben geht, da Konzerte doch ein gewisses Gefühl vermittelt sollen. Bei dem Pressen auf einen CD-Rohling bleibt dieses meistens jedoch auf der Strecke. So hatte ich auch hier meine Bedenken, welche sich leider auch bestätigen. Mehr als ein Gitarrensolo hier und da und gelegentlichen, leisen Zwischenrufen bekommt man nur wenig von einer Konzertaufnahme mit. Auch ist es schade, dass die Instrumente teilweise untergehen und die Stimme von Tomi Putaansuu oftmals sehr viel lauter ist.

Es macht durchaus Spaß sich dieses Album anzuhören. Jedoch würde ich es eher als “Best of”-Album bezeichnen und es kann, sofern man nicht mit größeren Erwartungen ran geht, auch Spaß machen. Natürlich dürfen Klassiker wie “Blood Red Sandman”, “Would You Love A Monsterman” und “Devil Is A Loser” nicht fehlen. Das soll aber keinesfalls heißen, dass LORDI nicht im Stande seiem, auch neue Lieder zu produzieren. Es sind natürlich auch ein paar der neueren Werke von ihrem letzten Album “Sexorcism” dabei. Den Anfang macht natürlich das namensgebende Stück “Sexorcism”. Spätestens mit dem zweiten Song, “Would You Love A Monstermann”, sollte die Menge bei den Konzerten richtig abgegangen sein, wovon man auch hier leider nur sehr wenig mitbekommt.

Mit den nachfolgenden Liedern hat LORDI natürlich nicht nachgelassen und der Menge sicherlich weiter eingeheizt. Auch wenn ich persönlich eher die älteren Stücke bevorzuge, kann ich mich doch mit Songs wie “Your Tongue’s Got The Cat” und “Slashion Model Girls” sehr gut anfreunden. Doch finde ich auch, dass auch ein paar andere Lieder durchaus einen Platz auf den Konzerten (und somit auch auf diesem Live-Album) verdient hätten. So denke ich, dass “Romeo Ate Juliet” und “Rimskin Assassin” auch für ordentlich Stimmung gesorgt hätten. Ich bin ziemlich überrascht, als der Song “Evilyn” doch recht spät aus meinen Boxen ertönt. Damit kamen dann doch erstaunlich ruhige, fast melancholische Klänge, welche ich weder auf einer Tour noch von LORDI erwartet hätte.

Zum Schluss geht das Album noch mal richtig in die Vollen, um mit “Who’s Your Daddy?”, “Devil Is A Loser” und “Hard Rock Hallelujah” doch noch alles herausreißen zu wollen. Letztendlich handelt es sich doch um ein Live-Album und kann meine persönlichen Ansprüche an ein solches leider nicht erfüllen. Auch wenn die Auswahl an Songs sehr umfänglich ist und ein weites Spektrum umfasst, finde ich es doch eher nicht wirklich zufriedenstellend und hätte mehr erwartet.


Dies ist ein Gastautorenartikel von: Drake

Autorenbewertung

4
LORDI kann durchaus Spaß machen, nur ist der Erwerb dieses Live-Albums dafür nicht unbedingt notwendig, wenn man die vorangegangenen Studioalben besitzt. Ein Konzertbesuch dürfte sich bei dieser Band hingegen auf jeden Fall lohnen.
ø 0 / 5 bei 0 Benutzerbewertungen
4 / 10 Punkten

Vorteile

+ gute Songwahl
+ gute Tonmischung

Nachteile

- es fehlt das Live-Gefühl
- im Grunde nur eine "bunte Mischung" aus den Studioalben

Du liest diesen Beitrag, weil unsere Autoren lieben, was sie tun - wenn du ihre Arbeit liebst, kannst du uns, wie andere schon, unterstützen. Wie? Mit einem kleinen monatlichen Beitrag über silence-magazin@patreon Patreon
letzter Artikel

KILLSWITCH ENGAGE - Wiedergutmachung... wofür?

nächster Artikel

FORGETTING THE MEMORIES - kennen die Dunkelheit

Keine Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.