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Mischen wir Volbeat und Co. auf! – Red Cain

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RED CAIN – Red Cain
Veröffentlichungsdatum: 25.11.2016
Dauer: 24:18 min
Label: Eigenveröffentlichung

 

Von Goth-Rock zum Prog-Metal

Sind wir doch mal ehrlich: Alben von Newcomern anzuhören ist nicht immer das größte Hörvergnügen. Das kann daran liegen, dass sich die Bands noch in ihrer Stilfindungsphase befinden, am gesamten Stil gefeilt werden muss, oder schlicht und einfach die Produktion zu wünschen übrig lässt (das soll natürlich kein Vorwurf sein, denn es ist natürlich verständlich, dass eine sehr junge Band noch nicht die Erfahrung der Alteingesessenen hat). Doch dann gibt es auch wieder Perlen, die Großes erahnen lassen. Eine solche ist die selbstbetitelte EP von RED CAIN aus Kanada.

Die Band legte dabei in ihrem Heimatbezirk Calgary fast schon einen Raketenstart hin, denn seit 2012 spielten sie schon mit Größen wie ARKONA und SCYTHIA auf einer Bühne. Dabei war ihr Stil jedoch anders als heute: statt Melodic Progressive Heavy Metal, wie sie ihren Stil selbst beschreiben, fand man damals Industrial-Rock/Goth-Rock. Um in ihr neues Programm reinzufinden machten sie nun knappe zwei Jahre Pause. Das Ergebnis ist die „Red Cain“-EP. Hören wir mal rein!

 

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KAMELOT oder doch eher VOLBEAT?

Der Extended Player könnte kaum besser als mit dem Opener „Guillotine“ beginnen. Es lässt sich ruhig an, doch dann wird dem Ganzen mit einem treibenden Gitarrenriff Energie eingehaucht. Die danach einsetzenden Vocals erinnern hierbei an die besten Zeiten der Alternative-Metaller von BREAKING BENJAMIN. Statt eines klischeehaften Solos wird hier zuerst die gesamte Energie herausgenommen. Es setzt ein Klavier ein! Zugegebenermaßen wurde ich hier etwas überrascht, nur um dann wieder einen Schlag ins Gesicht zu bekommen, da ich das darauffolgende Shred-Solo mit Synthieunterstützung ebenfalls nicht erwartet hatte. Langweilig scheint’s bei RED CAIN also nicht zu werden.

Der darauffolgende Song „Dead Aeon Requiem“ verströmt zunächst eine recht düstere Atmosphäre, die Sänger Evgeniy Zayarny mit seiner tiefen Stimme recht gut einfängt. Die Düsterkeit wechselt zum Refrain hin dann in eine recht emotionale Schiene, die in Verbindung mit Violinen und Synthies recht gut ausgearbeitet wird. Doch auch die Double-Bass-Passagen, sowie die subtil eingesetzten Screams im Hintergrund wollen dazu beitragen. Vor allem hier spürt man die Einflüsse von Bands wie KAMELOT oder SYMPHONY X, deren Fans laut RED CAIN angesprochen werden sollen.

Hiraeth“ gibt nach dem emotionalen Tief wieder etwas Gas. Bass-Solo zu Beginn und ein treibender, funk-ähnlicher Move sorgen für perfekte Autobahnfahrt-Stimmung. Textlich wird hier die slawische Mythologie behandelt. Doch auch wenn die Musik treibend ist, so vermittelt auch dieser Song weiterhin eine düstere Atmosphäre. Das könnte vielleicht an den Goth-Wurzeln liegen und hängt definitiv mit dem Gesang zusammen. Dieser ist, wie vorher erwähnt, sehr passend und bringt einen gewissen VOLBEAT-Charme in die Musik, doch spätestens nach „Hiraeth“ kam mir dieser etwas eintönig und langweilig vor, was auch mein größter Negativpunkt an dieser Platte ist.

 

 

Ein überzeugender Genre-Mix?

Abgerundet wird „Red Cain“ mit einem letzten siebenminütigen Track. Dieser kommt erhaben, melancholisch und doch wieder treibend ums Eck. Das klingt wie das Rezept der vorherigen Songs und das ist es auch, jedoch schaffen es die Kanadier, dass sich ihre Titel stark voneinander abheben. Ob sie das dann im ganzen Album auch schaffen, bleibt jedoch vorerst abzuwarten.

Zusammenfassend kann man sagen, dass RED CAIN mit ihrer selbstbetitelten EP Großes erhoffen lassen. Die Songs sind abwechslungsreich und die Produktion durchweg gut. Einzig der nach einiger Zeit langweilige Gesang und der Punkt, dass vor allem KAMELOT-Fans angesprochen werden sollen, missfallen mir. Letzteres, da man zwar hier und dort ein paar Elemente findet, aber sonst kaum vergleichbar ist. Eine uneingeschränkte Kaufempfehlung gibt es deswegen für Fans der Symphonic-Metal-Band nicht.  Empfehlen kann ich „Red Cain“ aber Freunden von VOLBEATLACRIMAS PROFUNDERE und BREAKING BENJAMIN.

 

 

RED CAIN Website
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Bilder mit freundlicher Genehmigung von RED CAIN.

Bild mit freundlicher Genehmigung von

Autorenbewertung

5
Wenn RED CAIN so weitermachen, haben sie eine großartige Zukunft vor sich. Dabei gibt es hier und da Stellen, an denen gefeilt werden muss, wie etwa der zum Teil recht eintönige und langweilige Gesang. Dafür punkten die Kanadier vor allem in den Bereichen der Produktion, sowie des Abwechslungsreichtums. Das ganze Album lässt Großes erwarten.
ø 2.5 / 5 bei 1 Benutzerbewertungen
5 / 10 Punkten

Vorteile

+ Gesang fängt die Stimmung gut ein...
+ abwechslungsreich dank sehr großem Spektrum an Einflüssen im Genre-Mix
+ gute Produktion

Nachteile

- ... wird aber nach kurzer Zeit recht eintönig und langweilig
- zu viele fluktuierende Genreeinflüsse erwecken den Eindruck, dass der Stil noch nicht ganz gefunden wurde

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