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Moderne Götterdämmerung – VARG

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VARG – Götterdämmerung
Veröffentlichungsdatum: 14.04.2017
Dauer: 16 Min.
Label: Napalm Records

Deutschlands beliebteste unbeliebte Pagan-Metal-Formation VARG ist zurück – zwar nicht mit einem Album, dafür mit einer funkelneuen EP: “Götterdämmerung”. Aber huch? Gerade Pagan Metal sucht man hier vergebens!

Waren schon die Songs der vorigen beiden Alben nur noch teilweise in diesem musikalischen Bereich zu verorten, scheint mit “Götterdämmerung” der Schritt in eine neue VARG-Ära nun definitiv vollzogen. Moderner, drückender Sound zu stimmlastigen, schon fast „hardcorig“ anmutenden Schreien und konstanter Energiepegel. Interessant, dass das Setting und die Thematik der Texte ihre Inspiration allerdings wieder größtenteils im germanisch-mythischen Bereich finden.

Die Lyrics nehmen, passend zur Musik, den kürzesten Weg von der Faust auf die Ohren – wenngleich sie dabei manchmal ein bisschen stumpf wirken (Zitat: „Wir zählen bis drei. Eins, zwei, drei.“). Trotz gelegentlicher Eindimensionalität bei den Vocals drückt auch hier die Energie. Ganz besonders dann, wenn mehrere Schrei- und Grölspuren übereinanderliegen. Auf überflüssiges Zeug, wie lange, clean gesungene Refrains oder Texte auf Englisch (bitte unterlassen, steht euch nicht!), verzichten die Wolfsmenschen, Gott sei Dank (!) , diesmal komplett. Sie scheinen sich musikalisch so langsam auf diesen neuen, harten Stil geeinigt zu haben, auf den bereits einige Tracks von “Das Ende Aller Lügen” hinsteuerten.

Zu den Songs:

Das Hauptriff von “Beißreflex” erinnert leider stark an “I Dreamed I Died” von DEVILDRIVER (sogar inklusive Snare-Fill-In am Ende). Ich weiß allerdings wie schwer es ist, so etwas zu vermeiden. Mache ja selbst Musik. Solange es nicht bewusst passiert, ist so etwas meiner Meinung nach nichts Verwerfliches. Bei “Hel” spielen VARG (diesmal hoffentlich bewusst) außerdem leicht auf die Chorusmelodie ihres Hits “Schwertzeit” an. Eine nette Hommage an vergangene Zeiten. Der letzte Song “Knochenpfad” hat einen etwas anderen Flair als seine drei Vorgänger. Schleppend und wuchtig, statt schnell und aggressiv, fehlt es ihm trotzdem nicht an Durchschlagskraft – nein, die scheint durch ebendiese Charakterzüge geradezu nochmal amplifiziert. Ich muss nur bei der gesprochenen Einführung irgendwie immer hieran denken. Hihi.

Ein durchaus gelungenes Werk, so ist “Götterdämmerung” in meinen Augen das bisher beste New-Era-VARG-Erzeugnis. Im Gegensatz zu den beiden Alben davor, enthält die EP eigentlich nur gute Momente. Es fügt sich diesmal endlich wieder alles stimmig in ein Gesamtbild ein. Schade, dass es nur vier Lieder sind. Ein solch herausstechendes Meisterwerk wie “Wolfskult” ist “Götterdämmerung” zwar nicht – aber VARG scheinen sich nach viel musikalischem Hin und Her und diverser (gelungener und weniger gelungener) Experimente endlich neu gefunden zu haben. Geht doch! Wut und Hass steht euch definitiv nach wie vor besser als Dudelsäcke und billiger ONKELZ-Punk. Von mir ein herzliches „Weiter so!“.

Autorenbewertung

7
Ein durchaus gelungenes Werk, so ist "Götterdämmerung" in meinen Augen das bisher beste New-Era-VARG-Erzeugnis. Im Gegensatz zu den beiden Alben davor, enthält die EP eigentlich nur gute Momente. Es fügt sich diesmal endlich wieder alles stimmig in ein Gesamtbild ein.
ø 2.4 / 5 bei 8 Benutzerbewertungen
7 / 10 Punkten

Vorteile

+ Energie!
+ fetter Sound
+ stimmig
+ Selbstfindung erfolgreich?

Nachteile

- Da geht noch mehr!
- Texte teils stumpf
- nur 'ne EP

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