Startseite»Reviews»Core»OUR MIRAGE – Beziehungsstatus: unsichtbar

OUR MIRAGE – Beziehungsstatus: unsichtbar

0
Geteilt
Folge uns auf Pinterest Google+

OUR MIRAGE – “Unseen Relations”

Veröffentlichungsdatum: 07.02.2020
Länge: 40:46 Min.
Label: Arising Empire
Genre: Post-Hardcore

Meine Beziehung zu OUR MIRAGE ist wirklich eine Besondere. Die Band ist eine der Wenigen, deren kompletten Werdegang ich quasi von Sekunde 1 verfolgt habe. So habe ich zum Beispiel “Nightfall” noch unter der Flagge von Frontmann Timo allein auf Youtube gefunden, und seitdem war es eigentlich um mich geschehen, wie man so schön sagt. Ich denke gerade weil das so gelaufen ist, freue ich mich auf und über jeden kleinen Schnipsel irgendwas, den die Band veröffentlicht. Höre ich das Debüt “Lifeline” immer noch regelmäßig, hat nun schon Album Nummer 2 das Licht der Welt erblickt. “Unseen Relations” heißt das gute Stück und genau darum soll es nun auch gehen. 

MIT ANDEREN AUGEN?

Bei meiner Review zum Erstling musste ich bemängeln, dass vor Release schon sehr viele Songs veröffentlicht wurden. Sicherlich verständlich als junge Band, aber so bot das Album eben auch nur wenige, neue Stücke. Das ist nun beim Zweitwerk nicht in dem Ausmaß geschehen, und mit “Different Eyes”, “After All” und “Unseen” wurden 3 Singles vorab präsentiert. Gerade ersteres schwirrt mir immer wieder durch den Kopf, auch wenn ich es mal einige Zeit nicht gehört hab. “After All” hat zudem noch ein optisch beeindruckendes Video bekommen. All diese 3 Songs ließen mir jedenfalls schon das Wasser im Mund zusammenlaufen, denn sie bieten alle genau den Sound, den ich an OUR MIRAGE so unfassbar schätze. Post-Hardcore Bands gibt es viele, aber keine mit einem solchen Wiedererkennungswert. Mal von den starken Melodien abgesehen, ist das natürlich auch der mitreißenden Stimme von Timo geschuldet. Hinzu kommen noch die emotionalen Texte, die auch auf “Unseen Relations” wieder vielen Menschen aus der Seele sprechen werden, da bin ich mir sicher. Was also das Songwriting angeht, so muss man der Band wirklich Feingefühl andichten. 

Was hat sich nun aber seit “Lifeline” geändert? Nun, eigentlich nichts. Aber wenn ich ehrlich bin, hätte ich das auch nicht gewollt. Ich habe mir einen Nachfolger gewünscht, der mit den selben Qualitäten daherkommt, der mich genau so im Sound gefangen nimmt, der mich eben einfach berührt. Zwischen all den härteren Sachen, die ich momentan so konsumiere, ist dieses Album wieder etwas, das mich zurückholt. Und es tut gut. Was sich aber definitiv entwickelt hat, ist der Klang in Gänze. Man merkt, dass jeder Einzelne sich an seinem Instrument nochmal um ein paar Schippen gesteigert hat. Ebenso wird Manual als Zweitstimme mehr eingebunden, was den Songs noch mehr Abwechslung verleiht. Als Beispiel würde ich da “My Last Day” nennen. Nach dem ersten Durchgang auch mein Favorit, aber ich denke, das ändert sich bestimmt immer mal. Denn auch “Transparent” ist ein Hitgarant, durch seine Stimmung, die sich zum Ende hin immer weiter aufbaut. Diesmal neu ist übrigens ein Feature, und zwar mit Telle von THE WORLD ALIVE, zu hören im Song “Falling”. Passt!

Die Songs wurden auch durch ein paar Elemente erweitert, gut zu hören bereits bei “Different Eyes”, dort zeigte man schon die orchestralen Sounds, welche sich auch auf Albumlänge immer mal hier und da wiederfinden. Meiner Meinung nach alles sehr stimmig und präzise eingearbeitet. OUR MIRAGE haben mit diesem Album ihre Position als aufstrebende Band im Genre mehr als nur ausgebaut. Für meine Begriffe momentan das Maß aller Dinge im (emotionalen) Post-Hardcore und ein goldenes Ei für Arising Empire. Das Album hat mich viel mehr überrascht als der Erstling, auch wenn meine Vorfreude sehr groß war, und sowas gerne mal schädlich sein kann. Hier absolut nicht der Fall. Ihr merkt schon, ich bin Fan, aber auch wenn ich die Band nicht schon so lange verfolgen würde, ich würde euch dieses Album als Referenz für Melodie und Gesang empfehlen. Ganz großes Kino! Anfang Februar schon meine erste Höchstwertung, das Jahr verspricht Gutes! 

An der Stelle auch der Hinweis, dass OUR MIRAGE bald mit u.A. VITJA auf Tour gehen und wir in Leipzig für euch dabei sind. Ich bin gespannt, wie die neuen Songs live rüberkommen. Wir sehen uns! 

Autorenbewertung

10
Ich fürchte mich bereits jetzt schon, wenn das Jahr mit so einem Hammer anfängt, dass es ausgeht wie 2019. Ich weiß ja, was noch alles für mich ansteht. OUR MIRAGE liefern mir aber schonmal mein erstes großes Highlight, und darüber freu ich mich ungemein. Wer "Lifeline" mochte, wird "Unseen Relations" lieben!
ø 4.4 / 5 bei 4 Benutzerbewertungen
10 / 10 Punkten

Vorteile

+ mitreißend emotional
+ melodisch kaum zu toppen

Nachteile

- hier gibt es nichts zu sehen

Du liest diesen Beitrag, weil unsere Autoren lieben, was sie tun - wenn du ihre Arbeit liebst, kannst du uns, wie andere schon, unterstützen. Wie? Mit einem kleinen monatlichen Beitrag über silence-magazin@patreon Patreon
letzter Artikel

RAMMSTEIN: Tausend mal kopiert - manchmal ist auch was passiert

nächster Artikel

KARG – Wenn Melancholie, dann richtig

Keine Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.