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PARKWAY DRIVE – Feuerfest in Leipzig

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D: Wenn Australier mit dem Feuer spielen, klingt das für viele eventuell erstmal abschreckend, doch im Sinne von PARKWAY DRIVE lassen wir uns da gern drauf ein. Diese haben heute am 26.1.2019, zusammen mit KILLSWITCH ENGAGE und THY ART IS MURDER, zum musikalischen Großraumfeuerwerk in der Arena Leipzig geladen. Unsere Vorfreude ist ziemlich groß, als wir uns in besagter Halle treffen. Wir, das sind der gute Oimel und meine Wenigkeit, sowie einige gemeinsame Freunde. Wer die Artikel von uns beiden gelesen hat, kann sich vielleicht denken, dass unser Musikgeschmack nicht ganz beieinander liegt. Auch wenn Oimel die Headliner bereits auf nem Festival hat erleben dürfen, und ich diesbezüglich leider noch jungfräulich bin. Das ändert sich (zum Glück?) heute endlich. 

O: Tatsächlich bin ich alles andere als ein Core-Knabe, bekomme allerdings durch meine bessere Hälfte auch durchaus öfter etwas in der Richtung auf den Gehörgang. Somit konnte ich auch live schon so einige Eindrücke in der Richtung sammeln. Ich höre viele Sachen mit, habe allerdings für mich selbst eher selten das Bedürfnis nach Core.

D: Nach ein paar kleinen Einweisungen im Vorgespräch weiß Oimel jetzt auch was Breakdowns sind, und wir begeben uns an den Rand der Menge (wie schon erwähnt, bin ich lieber in sicherer Entfernung, als inmitten des Pits), denn THY ART IS MURDER stehen bereit den Abend zu eröffnen. 

O: Den Breakdown habe ich jetzt in mein schmales Repertoire musikalischer Fachbegriffe aufgenommen – das Element an sich kannte ich ja, nur nicht den dazu passenden Namen. Und jetzt habe ich wenigstens einen Begriff zu diesem Stilmittel!

Anmerkung und eventuell habt ihr es auch gemerkt: Wir waren privat beim Konzert, somit auch ohne Kameratechnik. Ich möchte mich daher vorab für die Qualität der Fotos entschuldigen, diese sind so gut es ging mit dem Handy geknipst. Einen kleinen Eindruck können sie aber dennoch vermitteln, denke ich. Fokussiert euch deshalb lieber auf das geschriebene Wort. 

THY ART IS MURDER

D: Ich hatte bisher nur wenige Berührungspunkte mit der Band, und nach ein paar Klängen muss ich auch sofort feststellen, dass das nicht schlimm ist. Ich habs wirklich mit einigen Bands versucht, aber Deathcore wird einfach nicht mein Betätigungsfeld. Außerdem stehen wir zu Beginn in einem Bereich, in dem der Sound der Arena zu wünschen übrig lässt, ist leider ein bekanntes Problem. Also einige Schritte vor und zack – alles gut. Die Band weiß allerdings durchaus, was sie da tut, und wie sie die Masse anheizt. Intrumental betrachtet steht die Show wirklich über jedem Zweifel, und auch die Stimme find ich beeindruckend flexibel. Wenn da nur ein paar Melodien drin wären, bzw. irgendwas, bei dem ich mich wohl fühle. Für mich klingt jeder Song, wie der davor. Aber das ist tatsächlich nur mein persönlicher Geschmack, denn Fans haben die Herren im Publikum reichlich. Auch beklagen sich hinterher viele, dass die Setlist sehr kurz war. Das stimmt auch, nicht einmal eine halbe Stunde wird TAIM zugeschrieben. Des einen Freud, des Anderen Leid kann ich da nur sagen. Nehmts mir nicht übel bitte. Ich freu mich nun aber umso mehr auf KILLSWITCH ENGAGE

O: THY ART IS MURDER ist die einzige Band des Abends, die ich noch nicht gesehen hatte. Und auch nicht vorher gehört. Recht amüsant fand ich den abrupten Start, ohne Ansage oder ähnliches ging es direkt volles Brett los. Sicherlich ist der gebotene Deathcore auch nicht meine bevorzugte Musikrichtung. ABER ich muss feststellen, dass die Jungs als erste Band durchaus gut funktionieren. Gespräche unmöglich, ein herrliches Gebretter an den Instrumenten und eine heftige Stimme sorgen zwangsläufig dafür, dass die Aufmerksamkeit sich auf die Bühne richtet. Ich fand es ganz unterhaltsam, war allerdings ebenfalls über die kurze Spielzeit nicht allzu böse.

KILLSWITCH ENGAGE

D: Was ich direkt bemerke, ist der nochmals gebesserte Sound. Ab dem ersten Ton spüre ich deutlich mehr Bässe, scheinbar hat der Mann am Ton nochmal etwas aus der Anlage kitzeln können. Und das steht KSE absolut gut zu Gesicht. Ich bin schon ziemlich lange Fan der Band (eine der ersten, die ich in dem Genre für mich entdeckte), habe auch das Sängerkarussel immer gut verkraftet, und bin nun sehr gespannt, wie die Songauswahl ausfällt und die Songs des jeweils Anderen Sängers live rüberkommen. Was soll ich sagen, mein Favorit “My Curse” haut mich komplett um! Die Studioversion mit Howard ist schon geil, aber was Jesse hier live vorträgt ist eine absolute Wucht! Sieht übrigens die ganze Halle so, und es kommt zu Circle Pits, Crowdsurfern und allem, was dazu gehört. Besonders beachtenswert an der Stelle ist ein Circle aus 2 unserer mitgereisten Damen. Es muss ja nicht immer ausufernd groß sein. Die Stimmung in der gesamten Arena nimmt beim Auftritt im Sekundentakt merklich zu. Ein kleiner Höhepunkt ist der 40. Geburtstags eines sehr geschätzten Crewmitglieds und engen Freundes des Frontmannes. Dieser wird gebührend gefeiert, und auch Jesses Worte sind sehr herzlich. Solche privaten Momente in einer so großen Halle haben schon einen ganz besonderen Charme. Ansonsten ist die Setlist klasse und von alt bis neu wurde ein guter Mix gewählt. Ich kann auf jeden Fall behaupten, nun zufrieden und glücklich auf den Headliner eingestimmt zu sein. 

O: Die Herrschaften hatte ich bereits letztes Jahr auf dem Hellfest – teilweise – live erleben können. Mir gefällt auch der Auftritt gut, ich hatte den Letzten etwas “krawalliger“ in Erinnerung. Heute fällt mir der Klargesang des Sängers recht positiv auf. Meiner Freundin fällt dieser auch auf, aber eher störend im Vergleich zu den screamenden Parts. Und so befinden wir verschiedene Stellen der jeweiligen Songs für gut und haben viel Spaß an der Debatte darüber!

PARKWAY DRIVE

D: Einmarsch Winston und Co. Das geht ja schonmal sehr episch los, wow! Mit Fackeln und begleitenden Drums wird die Band von einem Ende der Arena durchs Publikum vor zur Bühne geführt. Sieht nicht nur gut aus, erzeugt auch ein wohliges, vorfreudiges Grinsen bei allen Anwesenden. Dass “Wishing Wells” als Einstieg gewählt wird, hab ich mir irgendwie gewünscht, denn das Intro ist wie dafür gemacht. Wird so auch umgesetzt, ganz stark! Was nun noch folgt, übertrifft meine Erwartungen bei Weitem. Es ist einfach unglaublich, welche Sympathie die Band ausstrahlt. Wenn Winston sichtlich gerührt vor dieser Menschenmasse steht und sich fragt “How could it get to THIS?”, dann nehm ich ihm das auch sowas von ab und gönne es den Herren von ganzem Herzen. Was die Setlist angeht, so spielt man selbstverständlich vieles von “Reverence”, was live übrigens bestens funktioniert. Besonders “The Void” reißt mich komplett mit, ich liebe die Nummer. Grundsätzlich gehöre ich ja auch zu der Fraktion, die das Album zu schätzen weiß. Ansonsten gibt man zudem auch sämtliche Highlights des Vorgängers “IRE” zum Besten, plus eine handvoll ältere Songs. Die Show an sich begeistert mich nicht nur musikalisch, sondern auch optisch mit einigen Highlights. Seien es 4 Damen mit Streichern, die plötzlich erhaben auf der Bühne die Band zu “Shadow Boxing” begleiten, oder der Moment, in dem Winston mittig am Mischpult “The Colour Of Leaving” darbietet, ebenfalls von einer streichenden Dame unterstützt, Gänsehaut! Bei PARKWAY DRIVE bekommt man nicht nur was für die Ohren, sondern eine rundum überwältigende Show. Das in Brand stecken der Bühne, Hebebühnen für die Gitarristen und der Knall am Ende, bei dem das Albumlogo auf einer riesigen Flagge den Abend passend abschließt, für meine Begriffe ein Konzerterlebnis, das mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird. 

O: So, jetzt kann ich endlich mal losmotzen! Allerdings nur darüber, dass ich endlich mal mit dem Daniel auf einem Corekonzert bin, und dann beim Bericht mir nichts anderes übrig bleibt, als mich darüber zu beschweren, dass ich nichts habe um mich zu beschweren. Mehrseitige vorgeschriebene Word-Dateien voller triefendem Sarkasmus müssen jetzt leider auf irgendeine andere Gelegenheit warten. Denn, um es ganz kurz zu sagen: PARKWAY DRIVE sind live eine absolute Wucht! Ebenfalls bereits auf dem Hellfest gesehen, finde ich die Jungs live einfach nur genial! Der Einmarsch in die Halle ist großes Kino, ebenfalls die ausgeklügelte Bühnenbeleuchtung! Dazu kommt eine unglaubliche Ausstrahlung des Sängers, der eine ganze Halle förmlich mit positiver Energie und Kraft fluten kann. Und wenn ich bei Musik für eine Sache zu begeistern bin, unabhängig vom Genre, dann ist es Energie und Wucht! Und ganz ehrlich: Wer beispielsweise „Writings on the Wall“ live nicht geil findet, der hat die Kontrolle über sein Leben verloren! Was für eine geile Performance, und schön dramatisch-episch aufgebaut!

Achja, später muss ich dann doch noch schmunzeln – zur Zugabe schleudert der Sänger eine „brennende Flasche“ (*hust*) in Richtung des Bandlogos, die dann mit einem Knall platzt und anschließend steht die ganze Bühne in Flammen! Geile Idee, aber kurz muss ich dran denken was die Zeitungen titeln würden, wenn SLIME oder FEINE SAHNE FISCHFILET diesen Effekt nutzen würden!

Insgesamt fand ich den Abend klasse, die Mischung aus den 3 Bands funktionierte für mich gut, auch wenn ich trotzdem kein Dauerhörer des Genres werde. Aber auch die hartgesottenen PWD Fans in der Runde waren rundum glücklich und begeistert.

PS.: Man glaubt es kaum, aber es konnte sogar heimlich beobachtet werden, dass der Hauptautor des Artikels GEHÜPFT ist!!! Es fällt mir schwer zu beschreiben, für wie unwahrscheinlich ich einen solchen unkontrollierten Gefühlsausbruch seinerseits im Vorfeld gehalten habe, und wie gut im Umkehrschluss die Musik gewesen sein muss. [Anm. Hauptautor: dem ist nichts hinzuzufügen!]

D: Einzig auf die chaotische Gaderobensituation am Ende hätte ich verzichten können, aber dafür kann ja keine der Bands etwas. Kleiner Tipp für alle Arenabesucher: begebt euch nach Einlass NICHT an die große Gaderobe links! An den Bars befinden sich gegenüber auf die gesamte Länge mehrere Kleine. Das erspart euch am Ende locker eine halbe Stunde nervige Zeitverschwendung, oder mehr. 

O: Netterweise bekamen wir den Garderobentipp vorher, sodass ich mich lieber über Bierpreise von 6,50 Euro inkl. 2,50 Euro Becherpfand beschwere – wofür aber die Bands nix können! [Anm. die Zweite: Der Tipp kam von mir, weil wir eben diesen Fehler begangen haben. Zum Pfand sei gesagt, dass ich mich nun allerdings über 2 neue Konzertbecher von PWD in meiner Sammlung freue. 4,00 Geld für einen Getreidesmoothie find ich aber auch ziemlich happig.]

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