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Pop – nur eben besser!

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Leo Moracchioli – Leo/Metalcovers/Volume 8
Erscheinungsdatum: 06.05.2016
Gesamtlänge: 37:02 Min.
Label: Leo

01. Radioactive (Imagine Dragons)
02. Eye of the Tiger – Feat. Rob Lundgren (Survivor)
03. Stressed Out (Twenty One Pilots)
04. Danger Zone – Feat. Eric Calderone/Erock (Kenny Loggins)
05. The Wheels On The Bus (Lydia Ulsaker)
06. Wrecking Ball (Miley Cyrus)
07. Stitches (Shawn Mendes)
08. Girls Just Want To Have Fun (Cyndi Lauper)
09. Sorry (Justin Bieber)
10. Paparazzi (Lady Gaga) [Explicit]

 

Am 6. Mai 2016 erschien das Album „Leo/Metalcovers/Volume 8“ des norwegischen Ausnahmemusikers Leo Moracchioli auf dem Markt. Mit Pokerface von Lady Gaga begann für ihn eine bereits seit mehr als zwei Jahren andauernde Reise durch alle Genres und Jahrzehnte. Doch das besondere an Leo Moracchioli sind nicht die Cover an sich, es ist die Art der Entstehung. Bis auf einige Ausnahmen spielt er alle Instrumente selbst, singt dazu, filmt und schneidet selber. Dadurch kann man unglaubliches musikalisches Geschick und Wandelbarkeit erkennen, welche einen doch das ein oder andere Mal ins Staunen versetzen kann.

2012 veröffentlichte die amerikanische Indie-Rock-Band IMAGINE DRAGONS das Lied „Radioactive“ als Titelsong zu Assassin’s Creed III, welches über 11 Millionen Mal verkauft wurde. Es war also früher oder später zu erwarten, dass Leo Moracchioli sich des Songs annimmt und ein Metalcover dazu erstellt. Mit seiner einzigartigen Art und guten Riffs haucht er dem Lied noch ein bisschen mehr Leben ein, verzichtet aber nicht auf die typischen ‚Seufzer‘ des Originalsängers Dan Reynolds und macht das Lied so zu einem für Metalohren verbessertem Klangereignis.

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Nose of the Tiger

„Eye Of The Tiger“ ist ein epischer Song. Da kann man sich nicht streiten. Das IST so. Der für den gleichnamigen Rocky-Film im Jahr 1981 geschriebene Titelsong erreichte in der Originalversion sowohl in den USA als auch in einigen europäischen Ländern wochenlang Spitzenpositionen und wurde für einen Oscar in der Rubrik ‚Beste Filmmusik‘ nominiert. Auch Moracchioli schafft es, das Lied episch zu gestalten, ohne es wirklich viel zu verändern. Mit gesanglicher Unterstützung von Rob Lundgren, ebenfalls ein Metalcover-Macher auf YouTube, legt er das Meisterwerk lediglich in ein neues Gewand und fügt einige Riffs und Bässe ein, die es im Original nicht gab.

„Stressed Out“ wurde 2015 von dem Alternative-Hip-Hop-Duo Twenty One Pilots auf den Markt gebracht. Im Lied wird auf die Kindheit des Sängers Tyler Joseph geschaut, nach der er sich im Erwachsenenalter sehnt. Moracchioli schafft es gerade in diesem Song, seine unglaubliche stimmliche Wandelbarkeit zu zeigen, denn er singt nicht nur clear oder growlt, sondern er rappt, ebenso wie Tyler Joseph im Original.

Das im Film Top Gun 1986 erscheinende Lied „Danger Zone“ wurde damals von Kenny Loggins gesungen und die Gitarre von dem Künstler Dann Huff gespielt. Bass und Schlagzeug wurden von Synthesizer und Schlagzeugmaschine erzeugt. Im Moracchioli-Cover sind alle Instrumente echt und selbst gespielt, wobei er sich als Unterstützung den YouTube-Star-Gitarristen Erock mit ins Boot geholt hat. Gemeinsam erschaffen sie mit „Danger Zone“ einen alten Klassiker im neuen verbesserten Metalkleid mit viel Power und interessanten Riffs des Gitarristen.

„The Wheels On The Bus“ von Lydia Ulsaker ist ein Kinderlied, welches durch Leo Moracchioli ein Metal-Gewand erhält. Die Melodie bleibt erhalten, ebenso wie das Xylophon im Hintergrund, nur wird eben statt mit Kinderstimmen mit einer dunklen Männerstimme geträllert. Hier bleibt zu erwähnen, dass es sich wirklich lohnt, sich auf YouTube die frei zugänglichen Videos des Künstlers anzuschauen, gerade bei solchen ‚Kinderliedern‘ merkt man, wie viel Spaß Moracchioli an seiner Arbeit hat. Oder ist es doch eher Vergnügen?

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DAS Skandalvideo 2013 ist ohne Zweifel „Wrecking Ball“ von Miley Cyrus, in dem sich die halb- bis komplett nackte Sängerin unter anderem auf einer Abrissbirne durch die Gegend schwingt. Die einen finden es lustig, die anderen sind beschämt, so hat es zumindest überall auf der Welt Aufmerksamkeit gefunden. Im Song verarbeitet die Blondine vermutlich die gescheiterte Beziehung zu ihrem mittlerweile wieder Freund. Leo Moracchioli hat es mit ordentlich Bass und Schlagzeug zu gegrowltem Refrain geschafft, einen Popsong hörbar zu machen, dass man sich nicht mehr schämen muss, laut auszusprechen, dass man Miley Cyrus hört und das auch noch gut findet.

Shawn Mendes ist ebenso wie Justin Bieber ein Pop-Ausnahmetalent aus Kanada. 2015 veröffentlichte er sein Debütalbum „Handwritten“, aus dem sich die Single „Stitchesergab. Der Song ist eine Hommage an ein Mädchen, das den Sänger wohl nach einer Trennung mit Liebeskummer zurückließ. Im Original mit einsamer Akustikgitarre und später mit typischen Popelementen gespickten Anti-Liebeskummer-Lieds, wird unter der Hand von Moracchioli zu einer rockigen Ballade, die sicher sehr viel besser bei einer gescheiterten Beziehung hilft, da man sich zum Refrain auch mal die Seele aus dem Leib schreien und growlen kann.

„Girls Just Want To Have Fun“ ist wohl ein Lied, was man auch als Metalfan kennt. Das 1983 erschienene Lied von Cyndi Lauper wurde oft gecovert, doch Leo Moracchioli verleiht dem Lied einen ganz besonderen Charme durch seine rauhe Stimme und die Gitarreneinlagen.

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„Sorry“ von Justin Bieber ist zweifelsohne ein Song, den ich unter normalen Umständen nicht einmal mit einer Kneifzange anfassen würde. Auch bei dem Metalcover war ich etwas skeptisch und leider hat sich mein anfängliches Gefühl bestätigt. Zwar wird das Lied durch Gitarrenriffs und Growlen etwas angenehmer, jedoch bleibt leider die Melodie, die mir etwas auf dem Magen schlägt. Aber anscheinend schafft es manchmal nicht mal ein Leo Moracchioli, einem schlechten Pop-Sülz-Lied eine gut hörbare Stimmung zu verpassen.

2008 veröffentlichte die bis dahin eher unbekannte Stefani Germanotta unter dem Pseudonym Lady Gaga das Album „The Fame“ und wurde damit auf einen Schlag zu einem Mega-Star der Popszene. Nach dem ersten Lady Gaga-Song „Pokerface“, welcher Moracchioli große Aufmerksamkeit in der YouTube Gemeinde verschaffte, covert er nun auf dem 8. Album das Lied „Paparazzi“. Ich bin kein großer Lady Gaga Fan, doch auch schon im Original finde ich ihre Lieder durchaus hörbar und vor allem tanzbar, doch die Coverversion des Norwegers machen es zu einem wahren Kunstwerk. Stimmige Gitarren und mäßiger Einsatz von Synthesizer gemischt mit zum Teil weicher fast liebevoller Stimme und Growlen bringen das Potenzial des Songs richtig zur Geltung.

 

Mein Fazit zu dem Album ist ganz klar: Unterstützt diesen großartigen Künstler bei seiner Arbeit!

Natürlich kann man sich alle Videos kostenlos bei YouTube anschauen, jedoch lebt diese Art von Musiker ausnahmslos von Einnahmen über den Verkauf. Mit unglaublich viel Liebe schafft es Leo Moracchioli bei seinen Songs, das Gute herauszuholen und es noch ein bisschen besser zu machen. Er gestaltet dazu meist witzige Videos und beeindruckt mit Wandelbarkeit seiner Stimme und faszinierendem musikalischen Geschick an so manch einem Instrument.

Autorenbewertung

8
Ein geiler Musiker mit Fähigkeiten im Musikalischen wie auch im Gesanglichen. Cover von vielen bekannten Pop- und Rock-Songs, immer für eine Überraschung gut.
ø 3.8 / 5 bei 10 Benutzerbewertungen
8 / 10 Punkten

Vorteile

+ Ideenreichtum
+ macht Pop-Songs hörbar
+ musikalisches Geschick
+ amüsante Videos

Nachteile

- wird leider irgendwann zu viel

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