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Melodisch in eine bedrückende Zukunft mit PROJECTOR
PROJECTOR – „BEFORE THE LAST NIGHT“
Veröffentlichungsdatum: 28. August 2026
Länge: 44:41
Label: NB Extreme Recordings
Genre: Melodic Death Metal
Vor fast zwanzig Jahren, im Jahr 2008, wurden PROJECTOR in Santiago de Chile gegründet. Zu den ersten Meilensteinen gehörte die Veröffentlichung des Demos „Perfect Imperfection“ im Jahr 2011 sowie viele erfolgreiche Auftritte. Hierzu zählen unter anderem Konzerte zusammen mit großen Namen wie A CANOROUS QUINTET, SEPTICFLESH, OBSCURA, oder auch IN FLAMES. Im Jahr 2015 erschien dann das erste Album „Between The Nature And Ego“ bei Australis Records. Die Langspielplatte wurde nicht nur in Südamerika sondern vor allem in Europa hoch gelobt. An diesen Erfolg wollten PROJECTOR anknüpfen und kündigten zusammen mit der 2019 veröffentlichten Single „Corporatocracy“ an, dass sie an einem weiteren Album arbeiteten. Soweit zur Geschichte; nun sind wir im Jahr 2026 angelangt.
Zwischen den Welten
Melodic Death Metal kann ein äußerst vielfältiges Genre sein, und das Album „Before The Last Night“ von PROJECTOR ist ein sehr gutes Beispiel hierfür. Oberflächlich betrachtet lassen sich die Motive auf der Platte in drei Kategorien gliedern. Da ist zunächst der Death Metal-Teil. Hier pressen sich gutturale Schrei dicht an felsenharte Riffs. Der Sound erinnert dabei stellenweise an nordeuropäischen Death Metal der früheren Stunden. Demgegenüber steht der melodische Aspekt, welcher mit atmosphärischen Passagen und harmonischem Klargesang überzeugt. Außerdem sorgen atemberaubend schnelle und progressive Gitarrensoli für zusätzlichen Nervenkitzel. Und drittens schaffen es PROJECTOR die Wogen zwischen diesen Welten zu glätten, indem sie die beiden Aspekte meisterhaft miteinander zu koppeln wissen. Hier wird es erst richtig groovy, wenn schwere Riffs zusammen mit melodischen Leads zu einem feurigen Tornado in die Höhe wachsen.
Die Zukunft, die wir verdienten…
… ist ein zentrales Thema auf „Before The Last Night“. PROJECTOR befassen sich mit der gegenwärtigen Situation von Macht und Herrschaft auf unserem Planeten. Dabei fällt vor allem der Begriff „Corporatocracy“ ins Gewicht; also ein System, in dem große Konzerne die Regierungen kontrollieren. PROJECTOR prangern an, dass wir alle zu gemütlich waren, diese Entwicklung aufzuhalten. Und so ist es vielleicht auch „The Future We Deserve“? Letzterer Titel ist übrigens eine herausstechende Ballade, in der die Bassistin einen signifikanten Gesangsteil übernimmt (leider liegen die Namen der Bandmitglieder nicht vor). Im dritten Titel von „Before The Last Night“ bezeichnen PROJECTOR unsere Gegenwart auch als „Kakistocracy“, also als Herrschaft der Schlechtesten.
Düstere Aussichten
Es sind wahrlich keine rosigen Worte, die PROJECTOR für den Zustand unserer Spezies und des von ihr bewohnten Planeten haben. Einen Ausblick auf Lösung oder Befreiung liefert das Album „Before The Last Night“ nicht; muss es schließlich auch nicht. Was aber festgehalten werden kann, ist dass die Umsetzung in jeder Hinsicht großartig gelungen ist. Von vorne bis hinten ist „Before The Last Night“ spannend gestaltet und sehr gut strukturiert. Hier kann man sich eine Dreiviertelstunde lang per Headbanging den Frust von der Seele schütteln.
Alle Fotos und Pressematerialien: Grand Sounds PR
Autorenbewertung
Vorteile
+ kohärent
+ spannend strukturiert
Nachteile
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