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Raus aus meinem Haus!

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Facebook. Für viele ein Segen. So wirklich wehrt sich auch niemand mehr dagegen. Selbst die trvsten Black-Metal-Bands sind hier inzwischen vertreten. Wie bei allem gibt es hier natürlich viele Schattenseiten. Folgendes Beispiel würde ich nicht als Schattenseite betiteln. Ich würde es eher die abgrundtief-finster, super dunkle, rabenschwarze Seite des Leviathan Social Media nennen. Es geht mir so dermaßen auf den Sack, dass ich diesen an meiner Leiste festnageln musste, damit er sich nicht verabschiedet.

Betrachten wir Facebook metaphorisch als ein Haus. Ich bestimme größtenteils, mit wem ich mich in meinem Haus abgeben möchte. Wenn ich in diesem Bereich jemanden nicht leiden kann, habe ich das selbst verbockt. Das Haus hätte eine Glasfassade. Wer wirklich möchte, kann ungefragt und ungehindert sehen, was dort vor sich geht. Dessen sollte sich jeder bewusst sein, der in diesem Haus wohnen möchte. Das Gebäude der Marke Facebook spielt sich Geld durch Product Placement ein. Die Flasche Laphroaig auf dem Küchentisch passt allerdings enorm gut zum Interieur. Da einem das Haus umsonst zur Verfügung gestellt wird, sollte man sich hierüber nicht beschweren. Was mich allerdings zur Weißglut bringt sind Menschen, die dieses Haus ungefragt betreten, ihren fetten Arsch – während die Klingel noch läutet – unverschämterweise am Gastgeber vorbeischieben, zur Anlage rennen und ihre beschissene Drecksmusik anmachen, um dieser damit die absolut notwendige und verdiente Aufmerksamkeit zu verschaffen.

„…wir machen voll tolle Musik und so!“

Wenn ich mir deine miserablen „musikalischen“ Gehversuche wirklich antun wollen würde, dann würde ich das ganz bestimmt von mir aus machen. Vielleicht würde ich mich vorher über ein Musik-Magazin meiner Wahl über deine Band „XXZXZXZXIJUA“ informieren, daraufhin feststellen, dass ich mir definitiv nicht den 900.000 WOLVES IN THE THRONE ROOM – Abklatsch eines „alles alleine produzierenden, dauerbekifften Kanadiers, der in seiner Holzhütte im Wald wild vor sich hin masturbiert“, antun möchte, sondern lieber noch meinen Fuß mit einer Kettensäge penetrieren würde. Da „Grymnlord88“ das aber anders sieht, belästigt er mich mit seinem privaten Account, addet mich und schickt mir einen Link von seiner tollen Musik. Wenn ich ihn daraufhin frage, ob ich ihn denn kenne, kommt nur ein: „Nein, aber hör mal rein, wir machen voll tolle Musik und so!“

Es gibt gute Gründe, weshalb Facebook die Nutzer in verschiedene Gruppen wie: Privatpersonen, Bands/Musiker, Firmen etc. pp. einteilt. Diese verschiedenen Nutzergruppen haben verschiedene Berechtigungen. Ich weiß genau, wie knüppelhart es ist, eine kleine Band zu promoten und wie riesig die Herausforderung ist, die vor einem steht, wenn man sich zu einem solchen Projekt entscheidet.

Es gibt allerdings einen großen Pool an Möglichkeiten, aus dem man schöpfen kann! Wollt ihr nicht lieber durch ein geiles Album in Erinnerung bleiben, als durch Spam-Mails? Wollt ihr nicht lieber die Leute durch eine geile Show zum Ausrasten bringen, als durch Spam-Mails? Oder seid ihr so TRVE, dass euch das sowieso alles egal ist?

Stellt euch mal vor, es würde euch ein Vertreter von Selfiesticks auf Facebook adden und euch einen Link zu seinem Shop schicken. Wie würdet ihr darauf reagieren? Natürlich reden wir hier von Kunst (bestenfalls…) und nicht von Selfiesticks, aber das Prinzip bleibt das Gleiche. Werbung hat in einem privaten Posteingang nichts zu suchen. Damit reduziert ihr euch auf Spam-Mails á la: „Wie groß Werden Tut penis Schnell! Mega Geheim! Superpille! “ oder „$$$$$ Achmed Machmutson has offering reeeally good business for you $$$$$!“ Wollt ihr euch das wirklich selbst antun? Habt ihr so wenig Selbstachtung? Geht raus, spielt Konzerte, nehmt Musik auf, spielt Konzerte, schickt eure Demo an Labels/Presse, spielt Konzerte!

In den Social Media gibt es so viele weitere Möglichkeiten, sich hervorzutun. YouTube, Facebook, Bandcamp und Co. sind tolle Hilfen für kleine Bands! Natürlich haben unsere Datenkraken viele negative Seiten, doch für Bandpromotion ist es eine enorme Möglichkeit, um die euch jede kleine Band – die sich vor dreißig Jahren den Arsch abgearbeitet hat, ohne irgendwen zu erreichen – unfassbar beneidet. Nutzt diese Medien, aber bitte, um Hölles Willen, lasst private Facebook-Accounts und Spam da raus!

Ich gehe jetzt Grymnlord88 mit einem Pömpel verprügeln, solange die Fesseln im Heizungskeller noch halten. Dort gibt es nämlich keine Glasfassade.


Dies ist ein Gastautoren Beitrag von: Robin


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1 Kommentar

  1. Zlatko
    4. Juli 2016 bei 9:22 — Antworten

    bye bye Grymnlord88 😀

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