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RISING INSANE – Der Elefant im Coreladen

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RISING INSANE – “Porcelaine”

Veröffentlichungsdatum: 01.11.2019
Länge: 44:48 Min.
Label: Long Branch Records
Genre: Metalcore/Post-Hardcore

Da hab ich doch tatsächlich einen Release in meinem Promo-Archiv übersehen. Für die dezente Verspätung daher an dieser Stelle: Sorry! Aber da momentan scheinbar sowieso die Winterpause im Metalcore beginnt (ich lasse mich natürlich gern noch überraschen), kommt mir “Porcelaine” von RISING INSANE geradezu gelegen. Die Band hat mich als Opener beim Impericon Festival ja auch positiv überrascht, weshalb ich nun recht gespannt auf das Album bin. Außerdem sind sie in der Stadt beheimatet, in welcher auch meine liebste Biermarke gebraut wird. Das tut zwar wenig zur Sache, aber diese kleine Randnotiz dürft ihr gern selbst mal ausknobeln. Cheers!

WAS WILL MAN MEHR?

Mit dem ersten Song in der Tracklist “The Marks You Left” bekomme ich nichts weiter als einen wunderbaren Ohrenschmeichler. So kann ein frisches Album gern immer beginnen. Die Shouts sind klasse, und auch die Cleans sitzen. Aggression ist vorhanden, ebenso auch eine starke Melodieführung. Prinzipiell schonmal alles, was mir in diesem Genre wichtig ist. Ich hoffe, der Trend setzt sich exakt so fort. Ich lasse meine Augen mal weiter über die Songs schweifen und siehe da: mal wieder eine Gaming-Referenz! “Half Life” sollte Leuten mit ähnlichem Hobby jedenfalls unbedingt etwas sagen. Ich frage mich immer, ob die Titel, die mich an sowas erinnern, gewollt oder zufällig sind. Naja, ich schweife ab. Jedenfalls bewegt sich das gesamte Album auf ähnlichem Niveau wie Song Nummer 1. Und das finde ich verdammt gut so! Größtenteils geht es ziemlich flink zu, aber auch ruhige Gänsehautmomente kommen vor. Beispiel hierfür? Gerne doch! “The Lost Kids” ist jetzt keine Ballade, allerdings etwas gemäßigter und dafür umso schöner. Hier tauscht man auch die “normale” Position aus Shouts in den Strophen und Cleans im Refrain und sorgt damit für einen Überraschungsmoment. Obendrein ist die Nummer derart melodisch, dass sie mein Highlight auf “Porcelaine” darstellt. Da kann man sich schon gern mal rein verlieben. Interessant ist auch “Silent Screaming”, denn genau das ist es eben nicht. Nein, es ist sogar einer der härtesten Songs des Albums. Nicht vom Tempo, aber vom Druck, wenn ich das mal so nennen darf. “Last Fragments” liebäugelt auch ein ganz klein wenig mit elektronischen Sounds, doch keine Sorge – sie ergänzen diese Melodiebombe nur sehr stimmig. 

Ich kann “Porcelaine” wirklich nichts einschneidendes ankreiden. Alles, was ich mag, finde ich hier. Auch für Abwechslung ist durch die sauber gesetzten Vocalwechsel gesorgt. Die Band war schon mit ANNISOKAY auf Tour, das ist durchaus bemerkenswert. Nicht nur, weil ich ziemlich großer Fan eben jener bin, nein, auch weil – müsste man den Sound der Band beschreiben – sie sich klanglich sehr ähnlich sind. Nicht vom Aufbau oder den Melodien, sondern wirklich rein vom Sound. Die Produktion ist dabei auch auf oberstem Level und ich hätte zu Beginn fast schon schwören können, dass dafür Christoph von eben genannten Kollegen verantwortlich ist. Dem ist aber nicht so. Dadurch fehlt RISING INSANE leider auch ein wenig das Alleinstellungsmerkmal. Aber das spielt sich grad nur in meinem Kopf ab, und ist auch nicht wirklich abwertend gemeint. Denn mit ihrem zweiten Album hat mich die Band definitiv als neuen Stammhörer gewonnen. 

https://www.risinginsane.de/

Autorenbewertung

9
Was soll ich sagen? "Porcelaine" ist ein weiteres starkes Album in einem großartigen Jahr für Metalcorefans. Irgendwie bin ich ja auch froh, dass es langsam auf's Ende zugeht. Diese Flut an guten Platten hält doch keiner aus! Für die volle Punktzahl reicht es nicht ganz, aber viel fehlt nicht mehr. Fans von ANNISOKAY machen hier absolut nichts falsch und sollten unbedingt mal reinhören!
ø 4.8 / 5 bei 1 Benutzerbewertungen
9 / 10 Punkten

Vorteile

+ abwechslungsreiche Vocals
+ starke Melodien
+ top Produktion

Nachteile

- ein wenig mehr Alleinstellung wäre wünschenswert

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