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Sieben neue Melodeath-Releases!

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Zeit für eine Vorstellungsrunde!

Melodic Death Metal ist und bleibt eine vielbespielte Art der Musikmacherei, und das besonders in etwas untergründigeren Gefilden. Und so gibt es auch gerade in dieser Sekunde mit Sicherheit die ein oder andere Release, die so manch einer nicht auf dem Schirm hat. Aber verzaget nicht! Wir sind für euch die Listen durchgegangen und haben die Bibliotheken durchwühlt, und zusammengefasst, welche neuen Melodeath-Werke soeben erst das Licht der Welt erblickt haben – oder kurz davor sind, es zu tun.


MRKILL – „The Day Of Reckoning“

VÖ: 31.07.2020

Direkt von der anderen Seite der Erdkugel erreichte uns diesen Sommer mit „The Day Of Reckoning“ eine EP, die es in sich hat. Zwischen den instrumentalen Intro- und Outro-Stücken befindet sich ein ordentlicher Batzen roher Energie: Außer ein paar Harmonien, die von weiblichem Gesang erzeugt werden, findet man hier keinerlei Schnickschnack wieder. MRKILLs musikalische Ergüsse sind schnell, hart und knackig, und verlieren sich niemals unnötig in Gedudel. Mir scheint fast, als würde sich sogar die ein oder andere Thrash-Influenz heraushören lassen. Außerdem: Komischer Bandname!

https://www.facebook.com/mrkillband/


THE LAST REIGN – „Evolution“

VÖ: 18.09.2020

THE LAST REIGN eröffnen das Fest mit einem epischen, eines Filmsoundtracks würdigen Introstück, bevor sie kurzerhand ordentlich das Tempo anziehen. Und mit Ausnahme von ein paar Verschnaufpausen in Form akustischer Zwischenspiele bleibt es konstant oben! Dazu werden von der Gitarrenfraktion Harmonien und Melodieführungen serviert, die nicht selten an ältere In-Flames-Erzeugnisse erinnern. Dennoch klingen THE LAST REIGN nie nach Abklatsch. In Sachen Klang und Songwriting fließen merklich modernere und härtere Elemente mit ein, und erschaffen so einen ganz eigenen – und gelungenen – musikalischen Stil. Auch zu empfehlen ist „It’s Dangerous To Go Alone“, eine weitere Release von 2020. Hinter dem ahnungsvollen Namen verstecken sich Remixes älterer Songs in Video-Game-Version und 80s-Synth-Style.

https://thelastreign.bandcamp.com/album/evolution


SKYLESS AEONS – „Drain The Sun“

VÖ: 02.10.2020

Label: CDN Records

Die Kanadier SKYLESS AEONS haben mit „Drain The Sun“ ein Debut-Album geschaffen, das sich hören lassen kann. Weit über das Konzept Melodic Death Metal hinausreichend, bietet die Scheibe ein Bankett an musikalischer Abwechslung: Von Ausflügen in psychedelisch angehauchtes, cleanes Ohrenbalsam über tiefes Doom-Gestampfe und mehrminütige instrumentale Prog-Dudeleien bis hin zu kompromisslosem Geschrabbel ist alles vorhanden. Aus dem Rachen des Frontmanns erschallen dazu Growls nach Art alter SUFFOCATION-Schule. Hört rein!

https://skylessaeons.bandcamp.com/


ASPAR – „Maifrost“

VÖ: 30.10.2020 – 22.01.2021

Aus der Asche der bayrischen Melodeath-Band AKREA erheben sich ASPAR! Wenngleich es sich bei diesem Debut-Album nicht um ganz genau die gleiche Musik handelt, so fallen doch auch den ersten Hör einige Parallelen auf: Allen voran die markanten, deutschsprachigen Vocals des Sängers und die verspielten Gitarrenmelodien, die gekonnt auf stabil wummernder Basis reiten. Das trifft aber wiederum auch nicht auf die ganze Tracklist zu: Interessant an „Maifrost“ ist, dass fast jedem Song eine merkbar differenzierte musikalische Stilbasis unterliegt. Auch wenn jeder der Tracks in sich selbst einen konstanten Stil aufrechterhält, findet sich dadurch ein erhebliches Maß an Abwechslung auf dem Album wieder. Seit dem 30.10.2020 wird an jedem Freitag um 12 Uhr ein weiteres der dreizehn Lieder von „Maifrost“ veröffentlicht – also bleibt dran, es lohnt sich!

Band Home Page


DECAYING DAYS – „The Unknown Beyond“

VÖ: 20.11.2020

DECAYING DAYS aus Münster nehmen den Hörer mit sich hin zu ätherischen Klangsphären: Nicht mit Blast-Beat-Gewittern und High-Speed-Gitarren, dafür mit viel Atmosphäre und Tiefe wissen die Jungs zu punkten. Dank hartem Riffing und geschicktem Songwriting sowie einem wahrhaft deliziösen Soundgewand wird trotzdem äußerst gekonnt Druck aufrechterhalten, und so entsteht ein großartiges Wechselspiel zwischen Härte und Ruhe, zwischen Wucht und Schönheit. Bei wem Bands wie INSOMNIUM, BE’LAKOR oder COUNTLESS SKIES Gänsehaut hervorrufen, dem kann ich dieses Album wärmstens empfehlen!

https://www.decayingdays.com/


EMPYREAL SORROW – „Praey“

VÖ: 20.11.2020

Vermarktet wird „Praey“ als ein Werk, das sich klassischer Melodeath-Elemente bedient und dazu eine „emotionalen Seite“ in den Vordergrund stellt. Was bedeutet das für das Debut-Album der Münchner konkret? Nun, es zeigt sich eine durchaus moderne Herangehensweise, was das Songwriting angeht: Gefühlsträchtige Melodien, Breakdowns und Experimente mit unterschiedlichen Clean Vocals und Shouts lassen den Stil der Band Richtung Metalcore driften. Die extra knattrigen Vocals und der trockene und ehrliche Gitarrensound halten das Ganze allerdings im Death Metal verankert. So entsteht ein Brückenschlag, und das Resultat ist Melodeath – mit einer emotionalen Seite.

https://www.empyrealsorrow.de/


DORMANTH – „Complete Downfall“

VÖ: 15.12.2020

Label: Xtreem Music

In Kontrast dazu stehen DORMANTH aus Spanien. Straighte Liedstrukturen und Gitarrenmelodien, die sich auf einem simplen, aber effektiven Double-Bass-Teppich entfalten, zeugen von einer klassischeren Art und Weise der Musikschreibung. Das geht nicht nur ins Ohr, sondern walzt und brettert auch ordentlich. Moll-Tonleitern dominieren das Werk und geben ein düster-melancholisches Feeling vor. Man merkt, dass diese Band Erfahrung in dem hat, was sie macht – immerhin ist ihr erstes Album vor über 25 Jahren entstanden.

https://dormanth.bandcamp.com/


Wow, so viele verschiedene Variationen einer einzelnen Stilrichtung! Hinter jeder dieser Releases versteckt sich eine andere Auslegung dessen, was Melodeath alles sein kann. Mit einer solchen Abwechslung hätte auch ich nicht gerechnet, als ich angefangen habe, mir das Material anzuhören. Ich hoffe, es ist für jeden etwas dabei, und ich hoffe, die ein oder andere dieser Bands konnte mithilfe dieses Artikels ein paar Fans mehr für sich gewinnen. Cheers und bis zum nächsten Mal!


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