Silence Musicfriday #285
Herzlich willkommen zum Wochenendeinklang, hier, beim Magazin eures Vertrauens. Beim Musicfriday geben wir euch an besagtem Wochentag einen kleinen Überblick über die aktuellen Singleerscheinungen, Musikvideos oder Alben, die unsere Autoren bewegen. So soll es hier nicht darum gehen, ALLES zu präsentieren, was so in der Metalwelt und knapp daneben veröffentlicht wurde, auch wird sicher nicht jede Woche für jeden etwas dabei sein, aber vielleicht stolpert ihr durch unsere Redaktion ja über das ein oder andere Schätzchen, das ihr sonst nicht entdeckt hättet? Viel Spaß bei Ausgabe Nummer 285!
Alle Songs des Musicfridays findet ihr auch in der zugehörigen Playlist bei Spotify. Und wenn ihr Bock habt mit uns zu quatschen, könnt ihr auch gern im Silence Discord vorbeischauen.
JAYS FREITAG
ARCHITECTS treffen auf Synth-Pop
Diese Woche haben ARCHITECTS die Songs „Broken Mirror“ und „Everything Ends“ aus ihrem Ende 2025 erschienenden Album „The Sky, the Earth & All Between“ als Remixe veröffentlicht. Produziert wurde der neue Mix von Daniel Joseph Searle, dem Drummer und Gründer der Band. Die Remixe bestechen durch Synth-Pop und Dark Wave einflüsse, welche den Songs einen airy-touch verleihen und den Gesang von Sam Carter mit einer gewissen Leichtigkeit versehen. Die Band hat in den letzten Jahren einen deutlichen Stilwechsel hingelegt und mit deutlich eingängigeren Sounds herumprobiert. Obwohl auf dem aktuellen Album enorm viel Clean-Gesang an Board ist, kehrt die Band hier zu deutlich härteren Sounds zurück. Die beiden gerimixten Songs bilden dabei eine Ausnahme und bieten sich wohl gerade deshalb für Dans Experiment an. Mir persönlich gefällt der Auflug und der Anstrich, der damit die Stärken der Songs weiter herauskitzelt.
Boyband-Metal mit Rob-Zombie-Vibes
Zwar haben die Jungs von NEVERTEL zwar irgendwann mal angegeben, dass vorallem Bands wir BRING ME THE HORIZON und Linkin Park als ihre größten Einflüsse an. Im aktuellen Song „OTHERSIDE“ höre ich aber ganz viel Boyband, ähnlich wie bei DON BROCO (ok, die nennen sie fairerweise ja sich als Einfluss), aber auch KORN und ROB ZOMBIE. Das ganze ist gespickt mit einem tiefgehenden Text über das Ende einer langjährigen, toxischen Beziehung und die darauffolgende emotionale Erschöpfung. Herzschmerz trifft auf Gore, Engelsgesang auf Industrial Sounds. Ich persönlich mag den Stilbruch, zumal er das Innenleben des Songs unterstreicht. Meinerseits eine große Empfehlung, mit der die US-Amerikaner auf Tampa auf meiner 2026 Favoriten-Liste landen.
Tanzbarer Weltuntergangs-Sound
RISING INSANE haben ihren Song „Deathrace“ aus ihrem gleichnamigen Album diese Woche als Single rausgehauen und damit in die Playlists der Streamingdienste gespült. Die Jungs aus Niedersachsen sind bekannt dafür, sich stilistisch irgendwo zwischen Metalcore Posthardcore zu bewegen. Mit „Deathrace“ kriegen wir aber musikalisch voll eins auf sie Zwölf, wie wir es eigentlich eher von Hardcore kennen und da bewegt sich der Track auch. Darauf lässt sich super „tanzen“, moshen und pogen – passend zum Weltuntergangsgeschehen, der inhaltlich Thema ist. Irgendwie muss man sich den ganzen Mist in der Welt ja erträglich machen. Der Song landet ebenfalls in meiner 2026 Playlist und ist für mich eine Empfehlung für jeden, der Bands wie STICK TO YOUR GUNS und LIONHEART feiert. Im Herbst sind RISING INSANE übrigens quer durch Deutschland auf Tour.
Erster Longplayer nach sechs Jahren
DREAM ON, DREAMER hatten 2020 angekündigt sich auflösen zu wollen, kamen dann aber doch hin und wieder mit einzelnen Tracks auf die Bildfläche zurück. Letztes Jahr kam dann die Ankündigung für „Heavens“ – dem ersten Longplayer nach 6 Jahren. Mit „Whiteroom„, „All my Life„, „Focused on Heaven“ und „Like Crystal“ gab es einige Singles vorab. Heute erschien endlich das vollständige Album. Ich will gar nicht versuchen, dem Album irgendein Genre zuzuschreiben. Melodischer Post-Hardcore trifft es vermutlich noch am nächsten. Was mich persönlich anspricht ist die Tiefe, die das Album hat.
Die Produktion ist vielseitig, abwechlungsstark und mein Gehirn findet konstant irgendetwas neues, worauf es anspringt. Durch den klugen Einsatz von Voice-Leading und Vocoder bestechen manche Songs durch eine derartige Varianz, dass sie den Kompositionen einen ähnlichen Einfluss wie Orchester-, Orgel oder auch Chormusik auf das Hörerlebnis mitgeben.
Inhaltlich geht es auf „Heavens“ um den Kampf mit inneren Dämonen, das Überwinden von Zweifeln und die Beständigkeit von Leidenschaft, auch wenn sich Lebensumstände ändern. Resilienz und wieder aufstehen nach Rückschlägen sind dabei zentrale Motive.
Für mich persönlich markieren „White room„, „All my Life“ und „Folllow me to forever“ die stärksten Songs auf der Platte und ich hoffe wirklich sehr, dass die Australier uns bald mit einer Tour beehren.
DANIELS FREITAG
DEAD BY APRIL haben mit „A Promise (09 | 26)“ eine neue Single am Start. Allerdings ist das kein direkt neuer Song, sondern eine Neuaufnahme. Das „Original“ findet sich auf dem Erstlingswerk von 2009. Ich kann mich sehr mit dem neuen Klanggewand anfreunden, hebt es den Song einfach auf ein ganz neues und vor allem frisches Level.
RAPHAELS FREITAG
Licht am Fahrrad, Licht am Fahrrad, …! Naja, so ähnlich. Die neue Single von RADIO UMBRAL aus Velacruz in Mexiko heißt nämlich „Dynamo“. Und dieser Song ist eine atemberaubende Erkundung der menschlichen Energie, die trotz allem Chaos und Unheil dennoch zur Resilienz und zum Licht drängt.
Und wo wir gerade beim Thema Energie sind, landen wir direkt beim heute erschienenen Album „Wild’n’Loud“ von DEMONESSA aus dem finnischen Tampere. Auf einem Dutzend neuer Tracks wird hier der Heavy Metal der 1980er Jahre mit allem Glamour und Pomp zu neuem Leben erweckt. Explosive Kraft trifft Fingerfertig bei Hochgeschwindigkeit.
Außerdem erscheint heute ein neues Album einer kalifornischen Band, die früher mal 15 hieß. Nachdem sie von einer anderen Band mit dem selben Namen erfuhren, benannten sie sich um; und zwar in 16. Die neue Platte der Sludge Legenden wird bei Heavy Psych Sounds veröffentlicht und ist ein ganz besonderes Release. Nämlich besteht „Forgeries Vol. 1: 1972-1984“ komplett aus Coverversionen. Die Originale stammen von den SCORPIONS, X, BLUE ÖYSTER CULT, RUDIMENTARY PENI, UFO, den BEE GEES, AGENT ORANGE, BLACK FLAG, BLACK SABBATH, und FEAR.
Und damit haben wir die Woche auch wieder geschafft und verbleiben mit: Lautes Wochenende!
Du liest diesen Beitrag, weil unsere Autoren lieben, was sie tun - wenn du ihre Arbeit liebst, kannst du uns, wie andere schon, unterstützen. Wie? Mit einem kleinen monatlichen Beitrag über
Patreon


Keine Kommentare