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SILENCE-Schatzsuche #1: AKREA – Lebenslinie

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Manche Metal-Alben sind nicht wie andere. In einem riesigen, unübersichtlichen Haufen aus mediokren bis akzeptablen Werken kommt es manchmal vor, dass man auf die eine außergewöhnliche, leuchtende Perle stößt. Eine Kreation, die aus allen Perspektiven Perfektion ausstrahlt – und dabei oft von viel zu wenigen Menschen wahrgenommen wird. Kommt mit den Autoren des Silence-Magazins auf eine Suche nach der goldenen Nadel im stählernen Heuhaufen der Metal-Musik! Wir präsentieren euch hier unsere persönlichen Schätze – Alben, die für uns die einen unter Tausenden darstellen, und die wir mit euch, liebe Leser, gerne teilen möchten. Auf zur SILENCE-Schatzsuche!


AKREA hören auf. Als ich diese Nachricht Mitte 2014 las, gerade ein Jahr nach Release ihrer dritten CD, stimmte mich das traurig. Nicht nur war jedes der drei Werke beladen mit richtig guten Tracks – auch die zwei Mal, an denen ich die bayrische Kapelle live miterleben durfte, waren wahrlich großartige Erlebnisse. Für mich galt die Band immer als einer der aufsteigenden Hoffnungsträger der deutschen Melodeath-Szene, und es hätte mich sehr gefreut, ihren Weg zur Spitze weiterhin mitverfolgen zu können.

Aber es hat dann wohl einfach nicht sein sollen.

Heute präsentiere ich euch das Debut-Album Lebenslinie von AKREA, an welches in meinen Ohren selbst die beiden gut gelungenen Nachfolger nur mit Mühe rankommen. Ich kaufte mir die CD 2009 ziemlich direkt zu Release-Zeiten, hatte sie wohl in irgendeinem Metal-Magazin entdeckt. Und wow – was für ein Album! Harter, schwedischer Death-Metal-Sound, brechende Riffs und Uptempo-Feeling treffen auf wunderbar epische Melodienführung mit virtuos anmutenden Gitarrenleads und Solo-Ausbrüchen. Trotz des hohen Melodie-Anteils, zeigt die Musik nur in seltenen Momenten Gnade und hält die Energielatte konstant oben. In dieser Hinsicht steht Lebenslinie mächtigen AMONAMARTH-Werken wie With Oden On Our Side oder Twilight Of The Thundergod in nichts nach. Mit einem Unterschied: AKREA zeigen auf ihrem Erstlingswerk deutlich mehr Abwechslung in Sachen Dynamik, Feeling und generell Riffkreationen, als es die altbekannten Schweden tun.

Was das Album außerdem besonders macht: Die Vocals. Klassische Death-Metal-Growls (sehr kraftvoll und überzeugend wohlbemerkt!) – was aber für diese Art der Musik eher untypisch ist: Die Lyrics sind in deutscher Sprache verfasst. Oha! Dies hat es meinem neunzehnjährigen Ich natürlich noch etwas leichter gemacht, mich in die Welt der Lebenslinie hineinzuversetzen. Dabei handeln die Texte von epischen Schlachten, Jagd nach riesigen Untieren und anderen eher düster gehaltenen Fantasy-Themen. Das ist an sich ist natürlich schon sehr cool. Bis vor Kurzem war mir allerdings nicht klar, dass es sich hier tatsächlich um ein Konzeptalbum handelt. Das ganze Album ist eine Hommage an den Super-Nintendo-RPG-Klassiker Chrono Trigger. Mitsamt Storyline bis hin zum Endboss-Battle spielt sich die Scheibe einmal durch das ganze Epos. Verdammte Nerds! Seit ich das weiß, habe ich noch etwas mehr Respekt vor (und Freude an) der Scheibe.

All das macht Lebenslinie zu einem meiner absoluten Lieblingswerke in einem meiner absoluten Lieblingsgenres.

Es gibt tatsächlich nichts, das ich mir daran persönlich anders wünschen würde. Die grandiose Melodienführung, die immerpräsente Energie und das stimmige, kraftvolle Storytelling bringen eine selten erlebte Atmosphäre an den Tag. Dabei steht keiner der Tracks irgendwie im Schatten der anderen. Jeder Song glänzt mit eigenem Charakter und Feeling, und jeder Song bringt eine eigene kleine Geschichte mit sich.

Auch nach acht Jahren macht mir jedes Durchhören wieder auf ein Neues richtig viel Spaß. Selten kommt es vor, dass ich mir das Album nicht am Stück anhöre. Ein Meisterwerk einer viel zu wenig bekannten und viel zu früh aufgelösten Band, das seinesgleichen sucht.

 


HIER kommt ihr zur offiziellen Fan-Webseite.


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2 Kommentare

  1. Weiße Rose
    18. Oktober 2018 bei 21:28 — Antworten

    Geil 😀 Jemand feiert das wie ich <3

    • Mich
      18. Oktober 2018 bei 22:46 — Antworten

      Das gehört ja auch gefeiert!

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