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Skáld im Interview
Also. Seid ihr bereit? Wie sind eure Französischkenntnisse? Wir haben mit Christophe von SKÁLD gesprochen. Maintenant, on parle français. Die Gruppe hat eine neue CD in petto und wir haben darüber gesprochen. Glaube ich.
S: Hallo, wie geht’s dir? Vielen Dank für die Zeit! Schön, mit dir zu reden.
C: Hallo, danke ebenfalls. Ich bin bereit, ich freue mich auf das Gespräch.
S: Ihr habt eine neue CD in der Leitung. Wie sind so eure Erwartungen daran?
C: Nun, natürlich hoffe ich, dass die Leute gut reagieren. Aber es ist immer ein bisschen, sagen wir, kompliziert, dass wir auf Altnordisch singen. Das ist eine Sprache, die nur sehr wenige Menschen verstehen. Es ist gewissermaßen eine tote Sprache. Dabei gibt es viele Botschaften und kleine versteckte Dinge in den Texten, die jeder selbst für sich interpretieren kann. Ich hoffe also, dass die Leute die Grundidee hinter dem Album verstehen. Ich hoffe wirklich, ob sie die Texte verstehen oder nicht, dass sie das Gefühl spüren können, das wir mit diesem Album transportieren wollen.
S: In der letzten Zeit scheint sich ja auch das Interesse an Folk Rock und Neo Paganismus gesteigert zu haben.
C: Ja, ich habe den Eindruck, dass sich seit einigen Jahren ein musikalisches Subgenre entwickelt mit Menschen, die sich für historische oder sogar prähistorische Musikformen interessieren, einschließlich der Instrumente, inklusive der Ursprungssprachen in denen gesungen wird.
S: Ist das deiner Meinung nach gerade bei europäischen Bands so ein Ding?
C: Vollkommen, es gibt da eine große Affinität dazu. Wir haben auf einigen Alben auch über andere Themen als die nordische Mythologie gesungen. Wir haben vergessene, verschwundene, versunkene Zivilisationen behandelt, beispielsweise. Wir sprechen da teilweise von sehr alten Welten. Nicht unbedingt die Wikingerzeit, mit der wir sehr oft in Verbindung gebracht werden, eine mittelalterliche Periode. Wir sprechen wirklich von sehr alten Zeiten, zum Beispiel auf dem vorletzten Album.
Es ist viel, von dem ich aber überzeugt bin, dass man es nicht mehr sehen kann – aber ich bin überzeugt, dass früher jeder das sehen konnte, aber das ist sehr lange her. Und hier, auf diesem Album, sprechen wir auch von sehr alten Dingen, die auf die Dinge von jetzt und der Zukunft einwirken und umgekehrt. Ich denke, mit unserer Vergangenheit und unserer Zukunft wirken wir auch auf die Vergangenheit ein. Es ist keine einzelne Linie, es geht nicht nur in eine Richtung.
Das führt uns nun etwas von deiner Frage weg, aber ja, wir interessieren uns sehr für alles, was früher existiert haben könnte, das wenige, was wir darüber wissen. Wir suchen sozusagen nach Wurzeln, die weder vergessen noch versteckt wären, sondern einfach so weit weg, dass wir nur noch sehr wenige Verbindungen zu ihnen hätten – und doch ist noch etwas davon da. Damit setzen sich auch andere Bands auseinender und teilen Ideen dazu, wie man mit diesen Quellen umgehen könnte. Das ist interessant.
C: Absolut, wir wissen wirklich sehr wenig über – nun, wenn man „damals“ sagt, müsste man wissen, von welcher Epoche wir sprechen. Wir sprechen da ja von vor langer Zeit. Wir haben daher nicht wirklich passende Trommeln gefunden, die in der sogenannten Wikingerzeit gespielt wurden. Wir können uns Dinge nur vorstellen, wir können nur vermuten. Wir wissen, dass die Samen im Norden Norwegens Schamanentrommeln benutzten. Da gibt es tatsächlich Quellen. Wir können uns also durchaus vorstellen, dass es Begegnungen gab und dass die Trommel übernommen wurde, um auf Festen gespielt zu werden oder Gesänge zu begleiten, aber wir können es uns nur vorstellen. Das erlaubt es uns, Dinge zu fantasieren. Ich betreibe keine musikalische Rekonstruktion. Ich fantasiere meine eigenen Ideen aus und mische das mit der kollektiven Vorstellungskraft. Ich entwickle daraus eine Idee, die mir kohärent erscheint, aber jemand anderes nebenan würde mit seiner eigenen Vorstellungskraft ein völlig anderes Projekt machen. Ich kann diese Ergebnisse so vertreten und so, wie es ist, den Leuten bieten.
Aber tatsächlich wissen wir sehr wenig über die Instrumente. Über bestimmte Zupf- oder Streichinstrumente wissen wir etwas mehr, aber es ist immer noch sehr dürftig. Beim Gesang ist es das Gleiche: Wir wissen, dass es Kehlkopfgesang gab, aber das war es dann auch schon ungefähr. Also bauen wir auf all dem auf.
Du meintest auch, dass wir nur schriftliche Quellen verwendet haben. Seit zwei Alben mischen wir das ein wenig. Es gibt Dinge, die wir aus sehr alten Schriften nehmen, die wir anpassen oder anders zusammensetzen, aber das stammt im Allgemeinen aus Büchern des 13. Jahrhunderts. Aber seit „Hudufolk“ und diesem neuen Album gibt es Texte, die zusammen mit Anna Skussel geschrieben wurden. Das sind Texte, die nicht aus den alten Erzählungen stammen. Das erlaubt uns, Dinge zu verwenden, die etwas persönlicher sind, vielleicht relevanter im Rahmen eines Albumthemas. Wir machen also eine kleine Mischung, aber mehr und mehr entfernen wir uns von den Texten, weil aus den Texten fast schon alles gesagt wurde.
Alles wurde bereits verwendet. Danach sagt jeder andere Dinge dazu. Aber genau, es ist gut, ein paar Ideen in einem echten, gut geschriebenen Altnordisch hinzuzufügen, aber eben neue Ideen.
Verfolgst du diese Gruppen und was hältst du davon, wie sie das interpretieren?
C: Natürlich verfolge ich all diese Gruppen. Für mich war die erste wichtige Gruppe in dieser Musikbewegung WARDRUNA, die ihren sehr opernhaften Ansatz rund um die Stimme von Einar Selvik eingebracht hat. Für mich sind sie mit Abstand die Meister des Genres, und was die Quellen angeht, mag ich die Art sehr, wie sie sich dem genähert haben. Heilung ist natürlich eine Live-Show auf der Bühne, die unglaublich ist und uns sehr weit in ihr Universum mitreißt. Sie haben visuell etwas sehr Starkes geschafft, musikalisch auch. Für mich sind das wirklich die zwei Säulen des Genres. Ich glaube nicht, dass wir aus verschiedenen Gründen dasselbe machen.
Mir bedeutet es viel, wenn Leute mir sagen, dass manche Stücke wie alte nordische Kinderreime klingen. Das passt vollkommen. Ich mag es, sie so aufzubauen und sie auf epische Weise spielen zu können, wie wir es tun, genauso, sie einfach mit einem einzigen Instrument zu spielen, sodass die Melodie und der Text ausreichen, um den Zuhörer mitzureißen. Das ist etwas, das mir wirklich gefällt.
Natürlich interessiere ich mich also für die Szene, und für mich bleibt der Meister des Genres Einar Selvik und WARDRUNA.
Tatsächlich versuchen wir schon seit einer Weile, etwas mit THE HU zu machen. Wir haben sie zum ersten Mal gesehen, als sie zum ersten Mal in Europa gespielt haben, glaube ich. Zumindest in Frankreich, auf einem Festival namens Samarock.
Sie waren zu diesem Zeitpunkt kaum bekannt, es war sehr beeindruckend. Wir haben sie mehrmals wiedergesehen und schon seit einer Weile darüber gesprochen, was wir eventuell zusammen machen könnten. Vor zwei Jahren habe ich ihre Show auf der Mainstage des HELLFESTS gesehen, die absolut unglaublich war. Ich war wirklich sprachlos, es war einfach super. Die Tour-Veranstalter haben uns dann vorgeschlagen, gemeinsam mit ihnen zu touren. Wir eröffnen für THE HU, wir spielen 40–45 Minuten zu Beginn jedes Konzerts auf der Europatournee. Das wir super. Vor allem haben wir nicht genau dasselbe Publikum. THE HU sind viel heavier, es basiert nicht nur auf akustischen Instrumenten, es ist rockiger als wir. Das wird sehr interessant.
Ich kann es kaum erwarten, das Publikum von THE HU und die Leute zu treffen, die uns in diesem Kontext sehen werden, da wir die Sache dadurch anders angehen. Es wird nicht unsere gewohnte Show mit den üblichen Projektionen, Lichtereffekten und der Bühnenaufstellung sein. Es zwingt uns, kompakter zu spielen, das wird natürlich sehr spannend. Wir werden das Set anpassen, es etwas bissiger als sonst.
Wir haben auch vor, uns auf der Bühne weiterzuentwickeln, immer größere Shows zu haben – nun, „immer größer“ nicht im Sinne von Maßlosigkeit, sondern um dem Publikum so viele immersive Bilder wie möglich zu bieten. Was ich mir auch wünschen würde, ist, dass sich das Line-up kaum noch verändert, denn seit dem Anfang hat sich da sehr viel bewegt, und dadurch ist es etwas komplizierter, starke Dinge aufzubauen. Jetzt denke ich, dass wir das ideale Line-up haben, um langfristig Dinge zu planen. Das gefällt mir alles sehr gut, und ich kann es kaum erwarten, immer weiterzugehen. Aber gut, jetzt kommt erst einmal am 25. ein Album heraus, wir bleiben auf dieses Album konzentriert, aber ich habe das nächste schon im Kopf.
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