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Stoned, Stoner, Tombstoned…

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TOMBSTONED – II
VÖ: 08.04.2016
Dauer: 39:42
Label: Svart Records

Das Finnland durch seine Nähe zum ewigen Eis nicht gerade ein Lichtland ist, dürfte allen bekannt sein. Und genau in dieser Lichtöde, dieser kalten Dunkelheit entstehen Feuer die direkt ins Herz schauen und von der Finsternis erzählen.

Eines dieser Feuer sind Tombstoned. Die Finnen um Frontmann Jussi Toropainen sind große Meister des Feuers. Langsam brennt sich der Stoner–Doom in den Körper, wie eine Walze reißt er alles mit. Der anmutende Retrosound, frei von jeglichem Klischee, das treibende Schlagzeug und der melancholische Gesang trennen Geist und Körper im sabbathesken Gewand.

Mit einem Glockenschlag beginnt „II“, mit leiseren Tönen zwängt sich „Pretending To Live“ zur Helligkeit und dann melden sich Tombstoned zu Wort:

Couple more drinks and I´ll be fine

Dröhnt es aus den Boxen. Viele Bands fallen mir bei den Klängen ein, von Pentagram über In Solitude bis zu Soror Dolorosa. An einigen Ecken schimmert der Glanz der 80er, an anderer Stelle, wie in „And I Told You“, schnellt das Schlagzeug wie Nordlichter am Himmel entlang.

Dabei ist eine stets allgegenwärtige Melancholie Pate des ganzen Albums, im Geiste winken sicherlich auch die legendären Reverend Bizzare ihren Landsleuten zu.

tombstoned-ii

Dark Times call for dark music…

Steht im Pressetext und dies kann ich jederzeit unterschreiben.

Tombstoned haben aus ihrem ersten Album gelernt und zeigen sich auf „II“ von einer reiferen Seite. Die dynamischen Lieder strotzen voll doomiger Energie, ein warmer erdiger Sound lässt dem Bass den typischen Stoner Sound und das abwechslungsreiche Schlagzeugspiel erhellt jede Phase der Finnen.

“So Doctor please just gimme some rest, stop your hypocrisy and gimme some meds”, singt Toropainen im letzten Lied “Remedies”, gesagt, getan, ein Selbstversuch ist unumgänglich. Und siehe:

Der perfekte Trip für ein Bad im Mondschein.

Farben laufen zusammen, wohlig, stark, intensiv, ein wenig fühle ich mich wie Morrisson, verhandle mit Schammen und Häuptlingen. Trete hinaus, TOMBSTONED eröffnen die Messe und ich lege mich ins Gras, am Rand des dunklen Waldes und tief im Dickicht verschwindet die Schlange im scharlachroten Tempel.

Ich kann dieses Album jedem, der die obrigen Bands mag nur ans Herz legen und allen anderen hier ein Ausschnitt liefern, dieses Album ist tief, dieses Album ist groß.

Noch ein Tipp am Rande, dreht die Anlage auf, diese Musik braucht Luft.

 

 

 

Autorenbewertung

8
ø 3.6 / 5 bei 6 Benutzerbewertungen
8 / 10 Punkten

Vorteile

-okkult, düster, rockig, doomig...

Nachteile

-leider zu kurz
-zum Schluss fehle die Highlights

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1 Kommentar

  1. Fenris
    13. Juni 2016 bei 14:40 — Antworten

    Hammer Platte! Habe sie mir gerade bestellt.

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