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	<title>2000s Archive - Silence Musik Magazin</title>
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		<title>SIKTH – Versöhnlicher Brainfuck</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Sep 2017 07:37:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>SIKTH – The Future In Whose Eyes? Veröffentlichungsdatum: 02.06.2017 Dauer: 46:09min Label: Peaceville Records Ltd. Genre: Mathcore/Progressive Metal Energetisch, chaotisch, laut. Das umschreibt das, was ich von den Mathcorlern aus Britannien kenne und erwarte. So mancher würde die Musik als &#8222;anstrengend&#8220; betiteln, ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>SIKTH</strong> – The Future In Whose Eyes?<br />
Veröffentlichungsdatum: 02.06.2017<br />
Dauer: 46:09min<br />
Label: Peaceville Records Ltd.<br />
Genre: Mathcore/Progressive Metal</p>
<p>Energetisch, chaotisch, laut. Das umschreibt das, was ich von den Mathcorlern aus Britannien kenne und erwarte. So mancher würde die Musik als &#8222;anstrengend&#8220; betiteln, zweifelsohne nach 30 Sekunden ausmachen und nach der nächsten Kopfschmerztablette greifen. Ich kann euch beruhigen, auch für euch gibt es mit der neuen Scheibe Hoffnung!</p>
<p>Denn das, was ich erwarte und das, was ich hier zu hören bekomme, unterscheidet sich etwas voneinander. <strong>SIKTH</strong> haben mit &#8222;The Future In Whose Eyes?&#8220; endlich ein neues Studioalbum veröffentlicht. Ich nehme vorweg: sie sind ihrer Verrücktheit absolut treu geblieben! Allerdings fehlt mir definitiv das etwas Mehr an Technikgewichse, welches die beiden Vorgängeralben beherbergt haben.</p>
<p>Auch nach elf Jahren ohne Albumveröffentlichung, personeller Umstrukturierung und nicht zu vergessen – diese Band hatte sich zwischenzeitlich über fünf Jahre aufgelöst – haben <strong>SIKTH</strong>&nbsp;ihren Sound beibehalten. Sie verfolgen einen gewohnt modernen Sound, der &#8211; dank Unterstützung von <strong>Adam &#8222;Nolly&#8220; Getgood</strong>, inzwischen ex-Bassist von <strong>PERIPHERY </strong>&#8211; in Produktion und Mix noch ein paar Level angehoben wurde,&nbsp;mit einem konsequent vertracktem Songwriting, aber ohne unhörbare Kopfschmerz-Passagen. Und auch die Songstrukturen sind dank klarer Brüche zwischen Geballer und melodischer Ohrwurmrefrains sehr gut durchschaubar.</p>
<p>Auch der charakteristische Wechselgesang der verschiedenen Stimmtypen von aggressivem Screaming, tiefem Growling sowie Cleanpassagen ist geblieben. Alles beim Alten soweit. Die krassen Brüche zwischen hohen und tiefen Stimmlagen reizen die beiden Sänger (<strong>Justin Hill</strong> wurde inzwischen durch <strong>Joe Rosser</strong> ersetzt und macht dieser Stelle alle Ehre) noch immer extrem aus und liefern sich wahnwitzige Schlagabtausche.</p>
<p><iframe width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/rxZ17_HI9Uk?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Während der Grundsound an die 2000er anknüpft und in mir Assoziationen an einschlägige NuMetal-Kapellen erweckt, durchbrechen doch immer wieder stark hymnenhafte Refrains die aggressiven Passagen. Episches Riffing trifft auf verschrobene Rhythmik. Klingt ziemlich durcheinander? Ist es auch. Aber immerhin brillieren <strong>SIKTH</strong> schon seit vielen Jahren mit ihrem schonungslosen Stilmix. Darin haben sie Erfahrung.</p>
<p>Der Opener <em>&#8222;Vivid&#8220;</em> legt gut vor, ist rund komponiert, mit einer großzügigen Prise aller Einflüsse abgeschmeckt und wird vom eindeutig rabiateren <em>&#8222;Century Of The Narcissist?&#8220;</em> gefolgt. Äußerst ehrgeizig wettern hier zunächst Snaresound und Gesang um die Poleposition in puncto Aggressivität und bügeln mir die Falten aus dem Gesicht. Dabei wertet eine schöne rhythmische Zerhackstückung, die dem Mathcore, den ich von<strong> SIKTH</strong> erwartet habe, absolut gerecht wird, den Song auf. Ausgleichend dazu verhalten sich die Gitarren eher unauffällig gleichförmig und der Refrain ist wie auch schon bei <em>&#8222;Vivid&#8220;</em> und allen anderen Songs des Albums sehr clean und versöhnlich. Teilweise driftet&nbsp;<strong>Hill</strong>s Melodiegesang schon ins anstrengend leidende ab. Schmerzgrenze erreicht!</p>
<p>Zwischen pathetischem Schnulzgesang und rhythmischen Kernschmelzen fügen sich wirklich schöne Gitarrenläufe ein, die mich unmittelbar an <strong>PROTEST THE HERO</strong> erinnern. Hinter hervorgehaltener Hand wage ich sogar <strong>IN FLAMES</strong> zu nennen, die mir ins Gehirn schießen. Eigentlich sollte es ja andersherum sein &#8211; immerhin haben die jüngeren Bands, wie unter anderem <strong>PROTEST THE HERO&nbsp;</strong>oder <strong>TESSERACT</strong> (dank denen ich erst mit dieser Art Frickelage warm geworden bin), ihr Handwerk auch durch Genrevorreiter <strong>SIKTH</strong> erlernt und entwickelt. Meine Assoziation läuft aber eben andersherum. Fakt ist: eingängige Melodielinien bleiben hängen und der theatralische, mehrstimmige Gesang fräst sich ins Ohrwurmgedächtnis.</p>
<p><iframe width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/SXxaWvVFl_8?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Wie für das Genre üblich, wissen die Musiker sehr genau ihre Instrumente und Stimmen zu nutzen. Vor allem in <em>&#8222;The Aura&#8220;</em> fällt mir die saubere Bassarbeit auf, die dank der Abmischung gut zur Geltung kommt. Es schummelt sich auch ein metallischer Slapbass zwischen die Passagen, die mich wieder an die 2000er und <strong>KOЯN</strong> denken lassen. Der Sound ist überhaupt sehr aufgeräumt, wobei mir allerdings der Gitarrensound an sich über die gesamte Länge des Albums etwas zu gleichartig ist. Ja, man mag hier einwenden, es sei eben Djent. Es geht nicht um Melodie, sondern viel mehr um Klang. Brachialer, durchdringender Klang. Und im Gesamtzusammenhang passt das auch alles gut zusammen! Zweifelsohne.</p>
<p><em>&#8222;Cracks of Light&#8220;</em> möchte ich als Highlight unbedingt empfehlen. Gast <strong>Spencer Soleto</strong> (<strong>PERIPHERY</strong>) unterstützt die Band hier mit seinem Gesang. Pathetischer 2000er-Style, der mich nicht so richtig zu begeistern weiß, wird durch derbes Gemeter, atmosphärische Tappings, Blastbeats und Math-Gehacke aufgewogen. Im zweiten Teil des Songs weiß Drummer <strong>Dan Foord</strong> zu brillieren und alle Ohren auf sich zu richten. Für diesen Song hat&nbsp;jemand mal alle Ü-Eier einer Palette geöffnet und ab und an tatsächlich auch ein siebentes Ei mit fetter Überraschung erwischt. Ich freue mich über so rund konzipierte und abwechslungsreiche vier Minuten Feuerwerk. Knaller!</p>
<p>Was mich definitiv irritiert, sind die drei Spoken Words-Phrasen, die einen Rahmen um den zweiten und dritten Akt des Albums legen. Mit sphärischen Sounds unterlegt, erzählt eine Reibeisen-Sprechstimme in <em>&#8222;This Ship Has Sailed&#8220;</em>, <em>&#8222;The Moon&#8217;s Been Gone For Hours&#8220;</em> und Outro <em>&#8222;When It Rains&#8220;</em> und geben dem Hörer Raum zum Verschnaufen. Wie hier allerdings versucht wird, ein Gruselsetting aufzubauen, bekommen <strong>E NOMINE&nbsp;</strong>eindeutig Konkurrenz. Sorry, bei dem Pathoslevel bekomm ich Herpes. Zumal diese Passagen dermaßen das Tempo rausnehmen, dass ich kopfschüttelnd davor sitze und fast sehnsüchtig auf die nächste Schrotsalve warte.</p>
<p><iframe width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/GkJJ47Lx0Jk?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>&#8222;<em>Riddles Of Humanities</em>&#8222;<strong>&nbsp;</strong>läutet den dritten Akt ein und&nbsp;ist ein weiterer Höhepunkt, in dem der sonst so aggressive <strong>Mikee&nbsp;</strong>recht warme, aber noch immer sehr kraftvolle Hook-Vocals in den Mittelpunkt singt. Der Song beginnt so verkopft, dass es mir selbigen erstmal verdreht. So muss das! Das ballert! Die Gitarrenlicks sind äußerst fett und gelungen und stimmen mich versöhnlich, obwohl die gesangliche Nettigkeit des Refrains mich mal wieder etwas aus dem Konzept bringt.</p>
<p>Es schließt sich genauso energetisch und brilliant <em>&#8222;No Wishbones&#8220;</em> an. Ein Song, der mich sehr an <strong>ANIMALS AS LEADER</strong>s-typische&nbsp;Djent-Exzesse und auch ein wenig an <strong>SYSTEM OF A DOWN</strong> denken lässt. Der Gesang geht zu Songbeginn definitiv in diese Richtung, <strong>Serj Tankian</strong>s Sangesleistungen bleiben jedoch unerreicht. Nur in puncto Verzweiflung kann hier ganz gut aufgeschlossen werden. Ohrwurmtaugliche Hookline eingeschlossen. Ob das ein Gütesiegel ist? In meinen Ohren nicht unbedingt. Tut der Qualität der Platte an sich aber natürlich keinen Abbruch!</p>
<p>Der finale Song &#8222;<em>Ride The Illusion</em>&#8220; gibt <strong>Foord</strong> noch einmal Raum, richtig auf die Kacke zu hauen. Fette Rolls und präzises Beckenspiel zaubern mir das Lächeln ins Gesicht. Er spielt im wahrsten Sinne des Wortes und kitzelt alles aus dem Material heraus. Darum spinnt sich eine recht simple Rhythmik und Melodik, die auch hier wieder im Refrain in eine hymnenhafte Line mündet.</p>
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		<title>Wer hat an der Uhr gedreht? &#8211; 156/SILENCE</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jonas]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 May 2017 06:55:00 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>156/SILENCE</strong> &#8211; Karma<br />
Veröffentlichungsdatum: 12.05.2017<br />
Länge: 13:40&nbsp;Min.<br />
Label:&nbsp;Self-released<br />
Stil: Metalcore, Hardcore<span id="more-17234"></span></p>
<p>Als sich 2015 die Truppe mit dem äußerst kryptischen&nbsp;Namen <strong>156/SILENCE</strong> zusammenfand, wollten sie ganz anders klingen. Emo und Post Hardcore mit dem Charme der guten alten Zeit war das Ziel. Für die musikalische Zukunft hätte das wohl bedeutet, eine Mischung aus <strong>PANIC! AT THE DISCO</strong> und <strong>UNDEROATH</strong> zu spielen. Passend zu unserem <em><strong>Senf der Woche</strong></em> <a href="https://silence-magazin.de/senf-der-woche-14-keine-experimente/">zum Thema &#8222;Experimente&#8220; </a>kommt es jetzt ganz anders. In den hier gebotenen 14 Minuten fahren die Jungs aus Pittsburgh eine neue Retro-Schiene. Metallic Hardcore im Stil von <strong>THE CHARIOT</strong> und <strong>NORMA JEAN</strong> soll es nun geben. Und wer die <a href="https://silence-magazin.de/tag/core-classics/"><em><strong>Core Classics</strong></em></a> kennt der weiß, wie sehr ich auf solche Bands abfahre.&nbsp;</p>
<p>Irgendjemand hätte den Jungs Bescheid geben müssen, dass wir nicht mehr in den 2000ern leben. Metalcore der älteren Schule kann sich in Kombination mit Sludge und Beatdown jedoch sehr gut durchsetzen. Das haben unter anderem <strong>CODE ORANGE</strong>, <strong>KNOCKED LOOSE</strong> und<strong> NORMA JEAN</strong> in den vergangenen Monaten gezeigt. Wer diese drei Bands kennt, findet sie bestimmt in dieser kleinen EP wieder.&nbsp;Doch haben <strong>156/SILENCE</strong> auch irgendetwas, was sie von ihren Vorbildern unterscheidet? Wenn ich jetzt schon mein Fazit ziehen müsste, würde die Antwort zwiespältig sein. Doch zum Glück dürft ihr noch meine Beschreibung des Materials über euch ergehen lassen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-17252 " src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/05/Promo-Pic-1024x683.jpg" width="504" height="336" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/05/Promo-Pic-1024x683.jpg 1024w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/05/Promo-Pic-300x200.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/05/Promo-Pic-360x240.jpg 360w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/05/Promo-Pic-750x500.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 504px) 100vw, 504px" /></p>
<h4>Verdammte Nachos</h4>
<p><em>&#8222;Kill to Live for You&#8220;</em> lautet der für Crowdkilling-Fans passende erste Song. Der hat es insofern in sich, dass die Breakdowns und schnellen Passagen genauso eingeleitet werden, wie ich es erwartet habe. Einfach etwas langsamer spielen, böse ins Mikrofon brüllen und schon kann der Spaß beginnen. Hier bedienen sie sich Stilmitteln, die es nicht erst seit <strong>KNOCKED LOOSE</strong> gibt. Viele, die Szene definierende, Alben greifen in die gleiche Trickkiste. Deshalb kriege ich auch das Nostalgiegefühl nicht aus dem Kopf, während <em>&#8222;After All We Were Put Through&#8220;</em> seine basslastigen Arme nach mir ausstreckt.</p>
<p>Der Gesang auf <em>&#8222;Radically Digitalized&#8220;</em> klingt verdächtig nach <strong>NORMA JEAN</strong>. Und ich liebe es. Zwar ist deren neues Album noch nicht lang her, aber ich erwarte seitdem schon voller Spannung neue Musik. Mit dieser Hommage lässt sich die Zeit relativ gut überbrücken. Einen Schlenker in Richtung Crust machen sie beim Track<em> &#8222;Anger Of Disappointment&#8220;</em>. Dieses Lied ist schnell vorbei und erinnert mich an das neue Material von<strong> SIBIIR</strong>,<strong> ANCST</strong> und <strong>BAIT</strong>. Wirklich einzigartig ist der Sound also nicht, aber die Umsetzung und Produktion kann sich sehen lassen. Was sollte aber bei einem Studio mit diesen Referenzen schon schief gehen? <strong>Andy Nelson</strong> arbeitete schon mit <strong>HARMS WAY</strong> und den verdammten&nbsp;<strong>WEEKEND NACHOS</strong>.</p>
<p>Mit all diesen hier genannten Namen haben <strong>156/SILENCE</strong> eine Sache gemeinsam: sie machen Mucke, die direkt ins Gesicht und nicht ins Herz geht.</p>
<p><a href="http://156silence.bandcamp.com/">Bandcamp</a></p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/Z0ep9OYr6hw?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
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