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	<title>Hühnermanhattan Archive - Silence Musik Magazin</title>
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	<description>Das endgültige Metal-Magazin</description>
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	<title>Hühnermanhattan Archive - Silence Musik Magazin</title>
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		<title>Deep Sound City 2017 &#8211; Es kracht der Amp</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Oct 2017 10:10:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Indoor-Festivals sind in unserer heutigen Szene nicht wegzudenken. Schlechtes Wetter kann einem egal sein, der Sound ist in vielen Fällen besser, da viele Locations für Outdoor-Festivals eine Herausforderung an die Tontechniker stellen und die sogenannte &#8222;Klub-Atmosphäre&#8220; bleibt (je nach Größe des Events) ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Indoor-Festivals sind in unserer heutigen Szene nicht wegzudenken. Schlechtes Wetter kann einem egal sein, der Sound ist in vielen Fällen besser, da viele Locations für Outdoor-Festivals eine Herausforderung an die Tontechniker stellen und die sogenannte &#8222;Klub-Atmosphäre&#8220; bleibt (je nach Größe des Events) größtenteils erhalten. Vom 22. bis 23. September habe ich dem <strong>DEEP SOUND CITY FESTIVAL</strong> einen erneuten Besuch abgestattet, um altbekannte Künstler und viele Interpreten aus dem Underground zu erleben.</p>
<h3 style="text-align: center;">FREITAG</h3>
<p>Für ein Festival untypisch, wurde der Start auf 22 Uhr festgelegt. Allerdings stellt das nur teilweise ein Problem dar (Bands müssen bis spät Nachts auf ihren Auftritt warten), schließlich treten heute nur 3 Bands auf. Den Anfang machen die Leipziger <strong>GOAT EXPLOSION</strong>, welche durch diverse Zweitbands und das Leipziger Kollektiv <strong>INTO ENDLESS CHAOS</strong> einen guten Ruf in Szenekreisen genießen. Das erste Mal habe ich die Formation im Turm (Halle/Saale) mit <strong>MANILLA ROAD</strong> erleben dürfen. Für mich gab es damals noch Kritik am Gesang zu verkünden und umso mehr bin jetzt auf das nächste Erlebnis gespannt.</p>
<p>Bei halbvollem Konzertsaal legen <strong>GOAT EXPLOSION</strong> mit einer recht eigenen Mischung aus Doom und Heavy Metal zu wuchtigem Sound gut vor.<br />
Jedes Instrument ist über die gesamte Spielzeit gut zu hören und wird durch die kraftvolle Spielweise des Schlagzeugers ergänzt. Zu Beginn ihres Sets sind die Gäste noch ein wenig verhalten, aber schließlich handelt es sich um die erste Band am Abend. Und je mehr sich <strong>GOAT EXPLOSION</strong> durch ihr Set ackern, desto mehr Köpfe nicken selig zu dem melodiösen Gesang und den knarzigen Gitarren. Zwischendurch wird es auch ruhig, als Sänger <strong>Basti</strong> in Begleitung seiner Gitarre die Hälfte eines Songs intoniert. Den krönenden Abschluss bieten dann die Sachsen in Form eines Songs, der deutlich von <strong>COLOUR HAZE</strong> beeinflusst wurde.</p>
<h4>Die Ziehsöhne von Electric Wizard</h4>
<p>45 Minuten später folgt die erste Umbaupause. Die meisten Leute sitzen gemütlich am Feuer, während drinnen einige ihrer Lust nach Kicker oder einem gemütlichen Plausch frönen. Was dann folgt, hätte ich durch das vorherige reinhören der nächsten Band nicht geglaubt. <strong>CONFUSION MASTER</strong> legen mit klatschfetten Riffs los und sofort werden die Kenner des härteren Dooms bedient. Die simple, aber äußerst effektive Bedienung der Instrumente zündet schnell und auch der leidende Gesang findet regen Zuspruch. Dieser wird zwischendurch in Growling abgewandelt, was zum Gesamtpaket von <strong>CONFUSION MASTER</strong> gut passt.</p>
<p>Das Ganze wirkt so gut, dass die Rostocker erstaunlich nahe nach dem Überalbum &#8222;Dopethrone&#8220; von <strong>ELECTRIC WIZARD</strong> tönen. Für manchen vielleicht zu nahe, aber ich finde, dass es sich hier mitnichten um einen billigen Klon handelt. Erst recht nicht, wenn eine Band nach einem Demo schon so gut klingt. Dafür sorgen unter anderem auch die leichten Einflüsse von <strong>CHURCH OF MISERY</strong>. Mittlerweile ist der Konzertraum gut gefüllt und lässt sich von den zähflüssigen, durchaus einlullenden Riffs überzeugen. Insgesamt eine starke Vorstellung und eine Darbietung aus dem Bilderbuch, wie Doom zu klingen hat: sumpfig und versifft.</p>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" id="attachment_22188" aria-describedby="caption-attachment-22188" style="width: 190px" class="wp-caption alignleft"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-22188 size-medium" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/IMG_0093-200x300.jpg" width="200" height="300" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/IMG_0093-200x300.jpg 200w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/IMG_0093.jpg 667w" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px" /><figcaption itemprop="caption" id="caption-attachment-22188" class="wp-caption-text">Confusion Master</figcaption></figure>
<h4>Ohne Gitarre</h4>
<p>Zeit sich ein Getränk zu holen, denn die Kehle dörrt bei dem ganzen Rauch und den Temperaturen ja doch schnell aus. Und während sich einige Gäste<br />
das Demotape von <strong>CONFUSION MASTER</strong> für läppische 5 Euro unter den Nagel reißen, verpasse ich doch fast den Beginn vom Headliner. <strong>BEEHOOVER</strong> spielen aber zum Glück erst seit circa 30 Sekunden, also noch alles im Lot. Das Duo aus Stuttgart lässt sich für einen Neuling gar nicht so recht kategorisieren. Irgendwo zwischen progressiver Schrägheit, wütendem Sludge und Noise-Ausbrüchen könnte man <strong>BEEHOOVER</strong> verzeichnen. Wäre aber zu einfach. Die Kerle legen mit ihrer Performance alles auseinander. Ohne Gitarre, denn es braucht lediglich einen Viersaiterbass und ein Schlagzeug.</p>
<p>Dazu wechseln sich <strong>Ingmar</strong> und <strong>Claus</strong> mit dem Gesang ab, der an kauziger Darbietung und wüstem Geschrei nicht zu überbieten ist. Die Spielzeit wird mit Material von allen Alben gefüllt und schnell entsteht Bewegung vor der Bühne. Dabei ist es auch optisch sehr ansprechend, wenn man den Blick auf das seitlich positionierte Schlagzeug und die vielen Effektgeräte vom Bass wirft. Circa 75 Minuten lang wird eine Abrissbirne vor den Latz gezimmert und zum Schluss gibt es noch eine Zugabe (<em>&#8222;The Sun Behind The Dustbin&#8220;</em>). Mit den Worten &#8222;Und danach gehen alle ins Bett&#8220; verabschieden sich <strong>BEEHOOVER</strong> gegen 2 Uhr nachts.</p>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" id="attachment_22190" aria-describedby="caption-attachment-22190" style="width: 190px" class="wp-caption alignright"><img decoding="async" class="wp-image-22190 size-medium" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/IMG_0218-200x300.jpg" width="200" height="300" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/IMG_0218-200x300.jpg 200w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/IMG_0218.jpg 667w" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px" /><figcaption itemprop="caption" id="caption-attachment-22190" class="wp-caption-text">Beehoover</figcaption></figure>
<p>Feierabend. Ich ergattere noch ein Buch, dass der Schlagzeuger von <strong>BEEHOOVER</strong> verkauft (lesenswerte Anekdoten aus dem Tourleben) und<br />
dann geht es noch an den Tresen.</p>
<h3 style="text-align: center;">SAMSTAG</h3>
<p>Der zweite Tag steht ganz im Zeichen der bewusstseinserweiternden Musik aus der Hippiära. Dachte ich zumindest. 20:30 Uhr spielen <strong>PARADISE CHAUFFEUR SERVICE</strong> vor (immerhin) 40 Leuten. Dieser Umstand freut mich sehr. Ist heute ja nicht mehr Standard, dass so viele Menschen sich um diese Uhrzeit vor eine Bühne bequemen. Jedenfalls gefallen mir die (ab und an) schwermütigen Songs sehr. Selbst bei den dröhnenden Eruptionen an Gitarre und Bass, die frappierend an <strong>COLOUR HAZE</strong> erinnern, wirkt das Gespielte in sich ruhend. Da braucht es auch keine Ansagen zwischendurch.</p>
<p>Gegen halb zehn betreten <strong>ZEMENT</strong> die Bühne und zocken eine krude Mixtur aus angenehm monotonen Tönen, die durch eine Loop-Station zu einem großen Puzzle zusammengefügt werden. Ist zwar kein Metal oder Rock, aber doch ziemlich interessant. Auch bei <strong>ZEMENT</strong> wird bewusst auf<br />
Musikerüberschuss verzichtet. Drums, Gitarre und Synthesizer reichen da vollkommen aus. Das zieht natürlich viele Gäste an, die tiefenentspannt zu den Liedern tanzen. Schmunzeln muss ich auf jeden Fall bei den Titelnamen ihrer Setlist (unter anderem <em>&#8222;Gips&#8220;</em>, <em>&#8222;Kalkstein&#8220;</em>).</p>
<p>Tja und gegen 23 Uhr kommt dann mein persönliches Highlight. <strong>GIÖBIA</strong> aus Italien sind für viele Anwesende der klare Headliner. Zu dickem Geblubber aus dem Rickenbacker-Bass gesellen sich herrlich verdrogte Riffs und völlig verhallter Gesang. Auch das Synthesizer wird wieder bedient und Frauengesang gibt es zwischendurch auch noch.</p>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" id="attachment_22198" aria-describedby="caption-attachment-22198" style="width: 290px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-22198" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/Giöbia5-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/Giöbia5-300x200.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/Giöbia5-1024x683.jpg 1024w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/Giöbia5-360x240.jpg 360w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/Giöbia5-750x500.jpg 750w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/10/Giöbia5.jpg 1450w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption itemprop="caption" id="caption-attachment-22198" class="wp-caption-text">Giöbia</figcaption></figure>
<h4>Zeitverlust im Nebel</h4>
<p>Optisch ist aber nach kurzer Zeit nichts mehr zu erkennen. Die Musiker werden von einer alles verschluckenden Nebelwand verschleiert, sodass sich nur erahnen lässt, wer auf der Bühne steht. Naja, dann sieht man eben nur Nebel, der sich durch die Scheinwerfer verfärbt. Ich für meinen Teil genieße, wie alle anderen auch, die bockstarke Performance aus 60er Psychedelic und drückendem Stoner. Da braucht es noch ein paar Minuten, als die <strong>GIÖBIA</strong> ihren Gig beenden und ich durch völligen Zeitverlust realisiere, wie schnell der Auftritt vergeht. In der Tat berauschend.</p>
<p>Durch eine ausgedehnte Umbaupause ist es spät geworden. <strong>VIBRAVOID</strong> legen sehr spät los (0:50) und verzichten auf einen Bassisten. Dafür treten sie mit Hammondorgel auf. Das Trio bespielt zum zweiten Mal die Bühne des <strong>DEEP SOUND CITY</strong> Festivals und auch dieses Mal haben die Musiker richtig Lust auf den Gig. Fast 2 Stunden lang bieten sie eine schweißtreibende Reise in die Vergangenheit und beweisen, dass Psychedelic Rock auch heute noch lebendiger ist als zuvor. Ich bin mir sicher, dass sie damals schon den Leuten gefallen hätten.</p>
<h4 style="text-align: center;">Fazit</h4>
<p>Laut eigenen Angaben haben am Freitag circa 160 Leute und am Samstag 250 Gäste das <strong>DEEP SOUND CITY</strong> Festival besucht. Das ist ein großer Zuspruch für diese Art von Musik und hoffentlich wird es beim nächsten Mal genauso schön und entspannt. Ich bedanke mich herzlich bei <strong>Halleluja Stoner</strong>, <strong>Mez</strong>, ohne den es keine Bilder für Samstag gegeben hätte, dem <strong>Hühnermanhattan</strong> und allen Leuten, die dafür gesorgt haben, dass diese 2 Tage so reibungslos und großartig gelaufen sind.</p>
<p><a href="https://www.facebook.com/DeepSoundCityFestival/?ref=br_rs">Deep Sound City Festival Homepage</a></p>

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		<title>Black-Metal-Sonntag im Wohnzimmer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nina]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Sep 2016 05:12:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Konzerte]]></category>
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		<category><![CDATA[Atmospheric Black Metal]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ja, wie schreibt man über ein Konzert in seinem quasi-Wohnzimmer? Über den Club, in dem man sich wohl in den letzten drei Jahren, oder lass es mehr sein, mindestens zwei Abende oder Nächte pro Woche um die Ohren geschlagen hat? Gut, ich gebe ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, wie schreibt man über ein Konzert in seinem quasi-Wohnzimmer? Über den Club, in dem man sich wohl in den letzten drei Jahren, oder lass es mehr sein, mindestens zwei Abende oder Nächte pro Woche um die Ohren geschlagen hat?</p>
<p>Gut, ich gebe zu, in letzter Zeit habe ich mein Wohnzimmer schon sehr vernachlässigt. Die ständig ähnliche, wenn auch qualitativ nicht schlechte Beschallung, hat mich doch etwas ermüdet. Was mich diesmal, seit langer Zeit wieder, in das <strong>Hühnermanhattan</strong> getrieben hat, war der Umstand, dass tatsächlich mal Metal aufgespielt wurde. Der sonst eher für Psychedelic-, Stoner- oder Postrock bekannte Club wurde von einer doch bunt gemischten Horde langhaariger Metall-Fetischisten heimgesucht. Ich für meinen Teil war schon sehr gespannt, wie denn in Halle und in dieser Location Metal angenommen werden würde. Halle hat beileibe keinen „prädestinierten“ Metal-Club (mehr). Klar, wer mag, kann durchaus zu Hardcore oder Grind-Konzerten aus dem Haus gehen, aber mehr hat sich in den letzten Jahren in Richtung härterer Musik nicht bewegt. Leider. Deswegen für mich ein beobachtbares Experiment, wie sich wohl dieser Abend gestalten soll.</p>
<p>Was geboten wird? Regionale und überregionale Bands verschiedener schwarzer Couleur: Black/Thrash aus der Nachbarstadt, melancholischer Black-Metal aus den eigenen Reihen, Melo-Black-Metal aus dem Süden der Republik und symphonischer Black-Metal aus den Weiten Russlands.</p>
<p><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/welicoruss_hmh/Bitch-Hammer-5.jpg" rel="" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/welicoruss_hmh/Bitch-Hammer-5.jpg" data-description=" " data-title="Bitch Hammer-5" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/welicoruss_hmh/thumbs/thumbs_Bitch-Hammer-5.jpg" data-image-id="625"><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-none alignright" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/welicoruss_hmh/thumbs/thumbs_Bitch-Hammer-5.jpg" alt="Bitch Hammer-5" width="320" height="213" /></a>Den Reigen eröffnen mit einiger Verspätung – wegen bislang sehr wenigen Gästen – <strong>BITCH HAMMER</strong> aus Leipzig. Die drei Jungs versprechen straighten oldschooligen Black-/Thrashmetal. Das halten sie auch definitiv ein. Präzise und rotzig füllen sie den Konzertraum mit ihrem Getöse. Sie haben sichtlich Spaß an dem, was sie da auf der Bühne so tun. Bislang gibt es für mich wirklich wenig an ihrem Tun auszusetzen. Ein knackiges Set spielen sie in nicht mal einer halben Stunde herunter. Leider reißt vor dem letzten Song eine Saite. Gut, Saitenriss passiert. Ersatzgitarre – Fehlanzeige. Ersatzsaite – auch nicht am Start. Dankbarerweise lässt sich einer der anderen Gitarrenhelden des Abends dazu hinreißen, dem armen Tropf sein Instrument zu leihen. Womit das Drama nun erst beginnt. Gitarre hängt zu tief – Stimmung ist zu tief. Es folgt eine Phase des verzweifelten Umstimmens. Aus dem Publikum werden Rufe nach Pausenunterhaltung in Form von Flachwitzen laut. Nach dem dritten Witz à la „Was ist gelb und schießt um die Ecke“ und keiner Gitarrenlösung in Sicht, verlasse ich achselzuckend den Konzertraum und setze mich an die Bar. Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein.</p>
<p>Wenige Minuten später, nachdem kein einziger weiterer Ton erklungen ist, strömt das restliche Publikum ebenfalls Richtung Bar. Da ist wohl jemand am Gitarrenwechsel gescheitert. Wirklich schade, denn eigentlich hätte mich noch ein weiterer Song durchaus erheitern können.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-left alignleft" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/welicoruss_hmh/Vargsblod-9.jpg" alt="Vargsblod-9" width="209" height="314" />Viertel zehn – wütendes Geschrei ruft mich von der Bar zurück in die Konzerthöhle. Als ich durch den schweren Vorhang trete, der die beiden Räume des Clubs von einander trennt, freue ich mich über den sich mir bietenden Anblick. <strong>VARGSBLOD</strong> haben sich nicht lumpen lassen und mehrere Kerzenleuchter vor der Bühne platziert. Die Atmosphäre, die sich darüber, und wegen des melancholischen als auch wütenden Black-Metal, der dargeboten wird, verbreitet, lädt zum Hinsetzen und Hinwegträumen ein. Tatsächlich lädt der Bassist und Sänger das Publikum zum Verweilen in dieser Position ein. Ich setze mich an den Rand und lasse mich treiben. Auch ein großer Teil des restlichen Publikums folgt dem Angebot. Man kennt das hier. Es ist im Hühnermanhattan nicht unüblich, sich, auf dem Boden sitzend, von der dargebotenen Musik einlullen zu lassen. Dass einem dazu Black-Metal durch die Synapsen gejagt wird, ist schon eher das ungewohnte Element in der ganzen Geschichte. Was die drei da vorn zaubern, hat Hand und Fuß und die Songideen sind mannigfaltig. Von sehr bauchigem Gemeter, unterlegt mit ordentlichen Doublebass-Salven, lasse ich mich in die Wand drücken. Leider fehlt es in meinen Ohren an Tightness im Zusammenspiel. Im Gegensatz zum Gemeter stehen Songs, die ruhig und melodiös sind. Hier tauscht der Sänger seine wütenden Schreie gegen seine sehr volle, tiefe Männerstimme ein, die mich dahinschmelzen lässt. Diese ruhigeren Passagen tragen sich vor allem durch den Bass. Die Gitarre nimmt sich sehr zurück. Nach meinem Empfinden sogar zu sehr. Ein Quäntchen mehr Druck würde dem Sound an dieser Stelle vermutlich nicht zum Nachteil sein.</p>
<p>Bei aller Abwechslung, die<strong> VARGSBLOD</strong> vortragen, ein bisschen fehlt mir da die einheitliche Linie. Ich möchte nicht sagen, dass der Bruch zwischen beiden Stilistiken zu groß ist – denn ich mag den Mix aus beiden Stimmungen.</p>
<p><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/welicoruss_hmh/Wolves-Den-15.jpg" rel="" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/welicoruss_hmh/Wolves-Den-15.jpg" data-description=" " data-title="Wolves Den-15" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/welicoruss_hmh/thumbs/thumbs_Wolves-Den-15.jpg" data-image-id="638"><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-none alignright" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/welicoruss_hmh/thumbs/thumbs_Wolves-Den-15.jpg" alt="Wolves Den-15" width="320" height="213" /></a>Nach dem Black-Metal ist vor dem Black-Metal. <strong>WOLVES DEN </strong>wurden mir von mehreren Seiten als Leckerchen angetragen. Dementsprechend blicke ich vorfreudig dem Auftritt der Münchner entgegen. Mit einer ordentlichen Verspätung betreten sie die Bühne. Die Kerzenleuchter wurden weggestellt, <strong>WOLVES DEN</strong> fahren mit Licht- und Nebelmaschinen auf. Auch nicht schlecht. Macht optisch auf jeden Fall schon mal was her. Doch nicht nur optisch, sondern auch von dem, was sie an Musik im Gepäck haben, bin ich sehr erfreut. Leider zeigt sich an dieser Stelle ein Manko des Hühnermanhattans: Die Musik setzt sich auf allen Ebenen durch, aber differenziert ist es hier leider nur sehr selten. Denn das, was die doch sehr sehenswerte Hirschfelder-Anlage hauptsächlich kann, ist: laut sein. Vor allem fällt mir dieser Umstand auf, weil ich zwar die Gitarristen in ihrer durchaus feinfingerigen Arbeit beobachten kann, aber wenig von den, zum Teil parallelen, Gitarrenläufen gut hörbar bei mir ankommt.</p>
<p>Dieser kleine Wermutstropfen hält mich aber nicht davon ab, nun doch mal den Kopf kreisen zu lassen. Denn wann bekomme ich schon mal ein Metal-quasi-Wohnzimmerkonzert geboten? Ich habe meinen Spaß an den zum Teil mitgröhl-tauglichen Songs der Münchner.</p>
<p>Viel zu schnell ist der letzte Song gespielt. Dankbarerweise (es ist inzwischen sehr, sehr spät&#8230;) entern<strong> WELICORUSS</strong> zeitnah die Bühne. Sie sehen aus, wie der Name sich anhört – in Pelz und Leder gekleidet, Warpaint angelegt und finstere Blicke. Irgendwie, als wären sie direkt aus der Tundra hierher gebeamt worden. Passenderweise legt der Sänger auch den Gesang auf Russisch hin, was dem Ganzen noch eine rauere Note verpasst.</p>
<p><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/welicoruss_hmh/Welicoruss-25.jpg" rel="" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/welicoruss_hmh/Welicoruss-25.jpg" data-description=" " data-title="Welicoruss-25" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/welicoruss_hmh/thumbs/thumbs_Welicoruss-25.jpg" data-image-id="633"><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-none alignleft" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/welicoruss_hmh/thumbs/thumbs_Welicoruss-25.jpg" alt="Welicoruss-25" width="320" height="213" /></a>Mit epischem Black-Metal, der dank eingesampelten Intros eine ausreichende Ladung symphonic-Anteil verpasst bekommt, wird der Konzertraum geflutet. Heroisch, wie die Musik daherkommt, betun sich die Jungs auch auf der Bühne. Show, Show, Show! Das wirkt leider etwas deplatziert im kleinen, schmuddeligen Hühnermanhattan. Auch die Aufrufe zur Publikumsbeteiligung bleiben ungehört. So wirklich will – jedenfalls bei mir – keine Stimmung aufkommen. Zweifelsohne verstehen die vier aus Prag ihr Handwerk: Das Songwriting ist ausgefeilt, Gitarrensoli konsequent zu Ende gedacht, der Melodiegesang des Sängers sauber und der Schlagzeuger mit seinen gerade mal 17 Jahren bereits eine wahre Ohrenweide. Und dennoch, mag es an der Location, dem Pagan-Anteil in ihrer Musik oder meiner inneren Skepsis gegenüber überzogenen Shows liegen, ich komm nicht so ganz ran.</p>
<p>Ein langer Abend neigt sich dem Ende zu. Die unzähligen alten Sitzmöbel des<strong> Hühnermanhattans</strong> laden zum ewigen Festsetzen und Abhängen ein. Demnach verlasse ich den Club erst ziemlich spät und mache mich auf den Heimweg. Was bleibt zum Abend zu sagen? Die Bands waren sehenswert, wenn auch nicht durchweg mein Fall. Schade, dass der Club nur mäßig gefüllt gewesen ist. Mag es am Termin &#8211; einem Sonntagabend &#8211; gelegen haben, zu wenig Werbung in der Stadt oder schlicht der fehlenden Zielgruppe &#8211; das wage ich nicht zu entscheiden. Für mich ist der Laden immer wieder einen abendlichen Ausflug wert. Wenn sich in Zukunft Metal-Konzerte dort etablieren könnten, würde mich das sehr freuen. Die Anlage ist dick, die Atmosphäre super gemütlich. Warum also nicht?</p>
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