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	<title>jena Archive - Silence Musik Magazin</title>
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	<description>Das endgültige Metal-Magazin</description>
	<lastBuildDate>Fri, 12 Oct 2018 08:44:02 +0000</lastBuildDate>
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	<title>jena Archive - Silence Musik Magazin</title>
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		<title>DEAF ROW FEST VII &#8211; Kontrastprogramm in Jena</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nina]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Oct 2018 09:45:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Festivals]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wieder mal Jena, wieder mal DEAFROW! Das siebte Mal gaben sich unterschiedlichste Bands eines (oder mehrerer) Genre die Klinke in die Hand und wir waren dabei!</p>
<p>MItlesen und nächstes mal dabei sein! Unsere Perle aus der MetalAuster!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/deaf-row-fest-vii-2018/">DEAF ROW FEST VII &#8211; Kontrastprogramm in Jena</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h4>Sommer, Sonne, Jena!</h4>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" style="width: 230px" class="wp-caption alignleft"><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/DeafRowJRohrberg-2018-1.jpg" data-image-id="2301" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/DeafRowJRohrberg-2018-1.jpg" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/thumbs/thumbs_DeafRowJRohrberg-2018-1.jpg" data-title="DeafRowJRohrberg-2018-1" data-description=" "><img decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-left" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/thumbs/thumbs_DeafRowJRohrberg-2018-1.jpg" alt="DeafRowJRohrberg-2018-1" width="240" height="160"></a><figcaption itemprop="caption" class="wp-caption-text">Das noch gespenstisch leere Kassablanca Jena</figcaption></figure>
<p>Endlich wieder <strong>Deaf Row</strong>. Runde Drei für uns &#8211; meint: den <strong>Yeti</strong> und mich. Runde Sieben für das <strong>Deaf Row Fest</strong> selbst. Unsere lustige Fahrgemeinschaft unter<strong> Aehm</strong>s Fuchtel kommt bei strahlendem Sonnenschein auf dem Gelände des <strong>Kassablanca</strong> an, auf dem reges Treiben herrscht. Technik wird entladen und durch die Gegend gerollt, die Bar vorbereitet und der Merch-Bereich bereits bestückt. <strong>HEADS.</strong> checken grad und holen mich direkt so aus der Realität, dass mir mit der dann wieder auftretenden, plötzlichen Ruhe auffällt, dass ja noch gar kein Publikum da ist.</p>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" style="width: 230px" class="wp-caption alignright"><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/DeafRowJRohrberg-2018-22.jpg" data-image-id="2322" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/DeafRowJRohrberg-2018-22.jpg" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/thumbs/thumbs_DeafRowJRohrberg-2018-22.jpg" data-title="DeafRowJRohrberg-2018-22" data-description=" "><img decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-left" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/thumbs/thumbs_DeafRowJRohrberg-2018-22.jpg" alt="DeafRowJRohrberg-2018-22" width="240" height="160"></a><figcaption itemprop="caption" class="wp-caption-text">HEADS.</figcaption></figure>
<p>Eine halbe Stunde vor Showbeginn ist immer noch kein Schwein da. Also doch&#8230; so 5 &#8211; 10 Gäste vielleicht. <strong>HEADS.</strong> beginnen trotz recht überschaubarer Publikumssituation ihre Show pünktlich. Und schwupps &#8211; jetzt geht es doch ganz schnell und der Laden füllt sich. Voluminöse Drums mit rollend-gleichförmigem Beat und ein sehr durchsetzungsfähiger Bass katapultieren mich in tranceähnliche Stimmung. Die Musik ist melodisch, bringt aber wenig Bewegung. Es walzt so vor sich hin. Der stark angezerrte Bass ersetzt die Rhythmusgitarre und legt ein solides Fundament, auf dem sich der stets leicht gelangweilt-jammernde und manchmal auch wütende <strong>Cobain</strong>-Style-Gesang bewegt. Die Gitarrenarbeit ist simpel und der Stimmung dienlich. So manches Mal schaukelt sich die Stimmung hoch, da wendet sich der Gitarrist dem Amp zu und lässt die Gitarre schreien. Am meisten bewegt sich wohl der Basser, der springt wie aufgezogen herum und schüttelt die Mähne.</p>
<h4>Die anderen gucken dann doch eher nur auf ihre Schuhe.</h4>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" style="width: 230px" class="wp-caption alignleft"><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/DeafRowJRohrberg-2018-6.jpg" data-image-id="2306" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/DeafRowJRohrberg-2018-6.jpg" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/thumbs/thumbs_DeafRowJRohrberg-2018-6.jpg" data-title="DeafRowJRohrberg-2018-6" data-description=" "><img decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-left" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/thumbs/thumbs_DeafRowJRohrberg-2018-6.jpg" alt="DeafRowJRohrberg-2018-6" width="240" height="160"></a><figcaption itemprop="caption" class="wp-caption-text">HEADS.</figcaption></figure>
<p>In sehr kaltes Licht getaucht und mit leichtem Haze im Hintergrund präsentiert sich die Band. Zwischen den Soundwänden wird auch Luft zum Atmen gelassen, mal ein leichtes Drum-Solo eingebaut, das zum Schweben einlädt. Der Gesang wabert hallig über dem stampfenden, flächigen, mächtigen Grund, den die Instrumente dank dicker Effektbretter aufbauen.&nbsp;Und das Publikum? <strong>Unbewegt.</strong> Schläft anscheinend noch. Oder meditiert. Zumindest läuft es nicht weg, sondern scheint eher mehr zu werden. Und dennoch &#8211; im Kontrast zu den letzten Jahren &#8211; bildet sich ein riesiger Angstkreis.</p>
<p>Es folgt ein harter Stilbruch mit <strong>FOTOCRIME</strong>. Und mein erster Gedanke: <em>Wenn Coolness am heutigen Abend ein Gesicht hat, dann wohl seins.</em> Seine Sonnenbrille, die fette Paula und rohe Stimme vervollständigen das Bild. Die Bühne ist komplett dunkel, bis auf vor sich hin dämmernde Bodenstrahler und natürlich, um den <strong>Coolness-Faktor</strong> weiter zu heben, ordentlich mit Nebel versorgt. Die Beats und Melodie-Samples kommen aus dem Synthie. Der Konserven-Rhythmus wird gestützt durch klare Basslinien. Die Amerikaner schicken mich instant mit ihrer flächigen Musik auf eine <strong>Zeitreise in die 80er-Jahre</strong>.</p>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" style="width: 230px" class="wp-caption alignright"><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/DeafRowJRohrberg-2018-33.jpg" data-image-id="2333" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/DeafRowJRohrberg-2018-33.jpg" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/thumbs/thumbs_DeafRowJRohrberg-2018-33.jpg" data-title="DeafRowJRohrberg-2018-33" data-description=" "><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-left" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/thumbs/thumbs_DeafRowJRohrberg-2018-33.jpg" alt="DeafRowJRohrberg-2018-33" width="240" height="160"></a><figcaption itemprop="caption" class="wp-caption-text">FOTOCRIME</figcaption></figure>
<p>Sänger <strong>Ryan Patterson</strong> steht dabei ganz eindeutig im Zentrum des Geschehens. Zeitweise erhält er vokale Unterstützung durch die beiden weiteren Bandmitglieder. Was mir positiv auffällt, ist, dass die SG auch wirklich so klingen darf wie eine SG und nicht durch Effekte &#8218;totgemacht&#8216; wird. Die Paula wird hingegen zwischendurch auch mal deutlich härter angefasst. Insgesamt gelingt <strong>FOTOCRIME</strong> eine Mischung aus schnelleren und langsameren Songs. Und dennoch &#8211; trotz eindeutig tanzbarer Musik &#8211; bleibt das Publikum wie angewurzelt in weitem <strong>Angstkreis</strong> vor der Bühne stehen. Nach Bitten des Sängers, doch etwas näher zu treten, ist dieser etwas verkleinert, aber immer noch auffällig vorhanden.</p>
<p>Das Set wird unterbrochen, als <strong>Patterson</strong> noch ein klares politisches Statement gegen Rassismus und Missbrauch äußert &#8211; befeuert durch den aktuellen Vorfall um <strong>Brett Kavanaugh</strong>, von dem ich am selben Morgen las und der mich wieder einmal betroffen zurückließ. Ein starkes und wichtiges Signal, welches definitiv nicht zu überhören ist und durch den darauffolgenden energetischen, schnellen, aggressiven Song unterstrichen wird.</p>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" style="width: 230px" class="wp-caption alignleft"><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/DeafRowJRohrberg-2018-47.jpg" data-image-id="2347" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/DeafRowJRohrberg-2018-47.jpg" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/thumbs/thumbs_DeafRowJRohrberg-2018-47.jpg" data-title="DeafRowJRohrberg-2018-47" data-description=" "><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-left" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/thumbs/thumbs_DeafRowJRohrberg-2018-47.jpg" alt="DeafRowJRohrberg-2018-47" width="240" height="160"></a><figcaption itemprop="caption" class="wp-caption-text">FOTOCRIME</figcaption></figure>
<p>All dies beobachte ich von der Empore, die einen guten Ausblick auf die Bühne liefert. Allerdings deutlich eingeschränkter als in den letzten Jahren, da sie ab Höhe des FOH abgehangen wurde. Vielleicht, damit die Leute nicht alle oben stehen und gucken, sondern vor der Bühne bleiben. Vielleicht aber auch einfach aus soundtechnischen Gründen.&nbsp;In den letzten Jahren standen und saßen immer recht viele Leute auf der Empore &#8211; dieses Jahr soll es dort auch am späteren Abend noch recht leer bleiben. Dafür nehmen einige in den Pausen auf dem Boden des Konzertraumes Platz.&nbsp;</p>
<p>Der Beginn von <strong>BRIQUEVILLE</strong> verzögert sich. Der eigens mitgebrachte Techniker der Band fummelt noch was am Pult zurecht, während die Band noch checkt. Ich frage mich, wieso das nicht in einem Linecheck abgefrühstückt wird. Immerhin beginnen sie nur 10 Minuten zu spät. Dass sie dann aber 5 Minuten überziehen, führt dazu, dass wir nun hinter dem Zeitplan sind. Die Belgier betreten die Bühne und präsentieren sich in Kuttengewandung mit Vogelmasken.</p>
<h4>So much wow. Nicht.</h4>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" style="width: 230px" class="wp-caption alignright"><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/DeafRowJRohrberg-2018-58.jpg" data-image-id="2358" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/DeafRowJRohrberg-2018-58.jpg" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/thumbs/thumbs_DeafRowJRohrberg-2018-58.jpg" data-title="DeafRowJRohrberg-2018-58" data-description=" "><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-left" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/thumbs/thumbs_DeafRowJRohrberg-2018-58.jpg" alt="DeafRowJRohrberg-2018-58" width="240" height="160"></a><figcaption itemprop="caption" class="wp-caption-text">BRIQUEVILLE</figcaption></figure>
<p>Irgendwie können mich solche Sperenzchen nicht beeindrucken. Schauen wir mal, was die Musik so hermacht. Das <strong>Stahlgitarrensample-Intro-Geschrammel</strong> &#8211; irgendwas zwischen Orient und Western &#8211; klingt erstmal einladend. Die Drums setzen sehr laut ein und die sägenden Gitarren machen die jüngst erzeugte Atmosphäre zunichte. <strong>Bequem ist das so nicht.</strong> Es wird geschrotet und einige Augenblicke später folgen klassische Stoner-Riffs und -rhythmik. Ich klatsche innerlich äußerst gelangweilt in die Hände. Genau das haben wir doch alle schon hundert Mal gehört. Wo ist denn die in ihrer Band-Bio groß angepriesene <strong>Künstlerischkeit</strong> der Kapelle? Endet diese tatsächlich schon beim Aussehen? Die meditative Hin- und Herwipp-Musik macht mich absolut nicht an. Repetitive Riffs und Gesangseinlagen wechseln sich ab und wälzen zugegebenermaßen ordentlich was weg. Aber mit der eigenen Überhöhung dessen, was hier passiert, macht sich die Band selbst irgendwie lächerlich. Wenn sie &#8218;rituell&#8216; wirken wollen, ist ihnen das durchaus gelungen. Allerdings schwankt die ganze Darstellung in meinen Augen zwischen &#8218;ja, ganz nett&#8216; und &#8218;albern&#8216;.</p>
<h4>Hat man halt öfter, nech&#8230;?</h4>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" style="width: 230px" class="wp-caption alignleft"><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/DeafRowJRohrberg-2018-67.jpg" data-image-id="2367" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/DeafRowJRohrberg-2018-67.jpg" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/thumbs/thumbs_DeafRowJRohrberg-2018-67.jpg" data-title="DeafRowJRohrberg-2018-67" data-description=" "><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-left" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/thumbs/thumbs_DeafRowJRohrberg-2018-67.jpg" alt="DeafRowJRohrberg-2018-67" width="240" height="160"></a><figcaption itemprop="caption" class="wp-caption-text">BRIQUEVILLE</figcaption></figure>
<p>Ich beschließe, dass nun Zeit für einen Ausflug nach draußen zum Burger-Stand ist. Wie jedes Jahr gibt es dort Big Steak-Burger, die einfach ein guter Snack für den Abend sind. Als ich wieder reingehe, fällt mir auf, dass auch während der Show der Tonmann noch so seine Schwierigkeiten zu haben scheint. Zwar werden schon Rasseln geschwungen, das abnehmende Mikrofon wird aber erst einige Sekunden später hochgepegelt. Der Mensch hinter den Keys spricht und säuselt stets Vocals und erhält so das schamanisch-rituelle. Instrumental macht der Fünfer ordentlich Druck. Bauen mit Monotonie eine Walze, die von Doom bis Techno alles abdeckt. In meinen Ohren so richtige <strong>Kopfschmerzmusik</strong>. Nee, ich mag&#8217;s nicht. Ich finde die ganze Geschichte albern, überzogen und alles andere als innovativ. Das dann auch noch einsetzende Strobo erscheint mir willkürlich und unpassend. So sehe ich das. Das Publikum hingegen findet es anscheinend aber cool und honoriert die Staubsauger-Musik sowohl mit Kopfschütteln als auch Applaus.</p>
<p>Für die sich nun anschließende <strong>Sonnenanbetung</strong> wird einmal komplett die Bühne geleert. Gegen 21:10 Uhr starten <strong>SUN WORSHIP</strong> ihr Programm und bestechen mit simplen Set-Up. Zwei Leute, minimales Instrumental-Besteck. Der Drummer zockt barfuß (aber mit Socken?!). Der Gitarrist tritt in weißem Shirt und Jeans auf, auf der Nase eine Brille mit schmalem Metallrand, Marke &#8222;Vati&#8220;.&nbsp; Beide geben ein skurriles &#8211; aber äußerst sympathisches &#8211; Bild.</p>
<h4>Zack, feddich, Black Metal.</h4>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" style="width: 230px" class="wp-caption alignright"><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/DeafRowJRohrberg-2018-76.jpg" data-image-id="2376" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/DeafRowJRohrberg-2018-76.jpg" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/thumbs/thumbs_DeafRowJRohrberg-2018-76.jpg" data-title="DeafRowJRohrberg-2018-76" data-description=" "><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-left" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/thumbs/thumbs_DeafRowJRohrberg-2018-76.jpg" alt="DeafRowJRohrberg-2018-76" width="240" height="160"></a><figcaption itemprop="caption" class="wp-caption-text">SUN WORSHIP</figcaption></figure>
<p>Reicht vollkommen, was die beiden da auffahren. Im Vergleich zur vorhergehenden Band ist alles sehr aufgeräumt und schlicht gehalten. Föhn an und ab geht&#8217;s. <strong>Das ist keine Mucke mehr.</strong> Das ist Sport, was die beiden da auf der Bühne betreiben. Der Drummer hackt los und verzieht dabei keine Miene. Da wird die Bassdrum geprügelt und das absolut schmalbrüstige Set drumherum auch nicht verschont. Ab und zu lässt er sich mit umgeschnallten Headset auch vokal aus. Die Jungs sind selbst komplett unaufgeregt unterwegs &#8211; ohne jegliches Rumgewichse auf die eigene Erscheinung. Die zuvor aufgetragene Epicness und das dicke Auftafeln werden ins Gegenteil verkehrt.<strong> SUN WORSHIP</strong>s Musik ist dafür umso böser. Damit kann mich das Zweiergespann auf jeden Fall beeindrucken.</p>
<p>Auf den Fuß folgen <strong>LENTO</strong> mit nun schon 40 Minuten Verzögerung. Die Kapelle fackelt nicht lange und haut mir eine ordentliche Kelle&nbsp;Doom und Sludge um die Ohren. Instrumental fahren sie&nbsp;extrem druckvolle und laute Soundwände auf. Und trotz eingebauter rhythmischer Spielereien bleibt das hier unhörbar &#8211; für mich zumindest. Zum Teil wird es dann auch mal richtig melodisch. Aber eben nicht ausreichend, um mich auch mitnehmen zu können. Es wird ein <strong>Chaos von Sludge und Doom</strong>; Lautheit, Aggressivität und Brutalität aufgebaut.</p>
<h4>Die finster-tiefen Gitarren schleppen kiloweise dicke Eier hinter sich her.</h4>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" style="width: 230px" class="wp-caption alignleft"><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/DeafRowJRohrberg-2018-91.jpg" data-image-id="2391" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/DeafRowJRohrberg-2018-91.jpg" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/thumbs/thumbs_DeafRowJRohrberg-2018-91.jpg" data-title="DeafRowJRohrberg-2018-91" data-description=" "><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-left" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/thumbs/thumbs_DeafRowJRohrberg-2018-91.jpg" alt="DeafRowJRohrberg-2018-91" width="240" height="160"></a><figcaption itemprop="caption" class="wp-caption-text">LENTO</figcaption></figure>
<p>Wie <strong>SUN WORSHIP</strong> Tempo zum Sport machten, machen <strong>LENTO</strong> ihre Musik durch Druck und Langsamkeit zur Ausnahmeleistung. Ich finde es anstrengend, aber vielleicht verstehe ich die Musik auch einfach nicht. Oder ich mache den Fehler, sie überhaupt verstehen zu wollen und versperre mir damit erstrecht den Weg. Ich entscheide mich, auf der Empore Platz zu nehmen und das Spektakel von dort aus an mir vorbeiziehen zu lassen. Ich sinke in die Sitze und versacke dort bis zum Soundcheck von <strong>SOVIET SOVIET</strong>. Ich schrecke hoch, als&nbsp;der Basser beim Soundcheck das ikonische Lick von <strong>PLACEBO</strong>s &#8222;Bionic&#8220; anspielt und merke instant das kleine Fangirl in mir hysterisch nach Luft schnappen.</p>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" style="width: 230px" class="wp-caption alignright"><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/DeafRowJRohrberg-2018-94.jpg" data-image-id="2394" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/DeafRowJRohrberg-2018-94.jpg" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/thumbs/thumbs_DeafRowJRohrberg-2018-94.jpg" data-title="DeafRowJRohrberg-2018-94" data-description=" "><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-left" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/thumbs/thumbs_DeafRowJRohrberg-2018-94.jpg" alt="DeafRowJRohrberg-2018-94" width="240" height="160"></a><figcaption itemprop="caption" class="wp-caption-text">SOVIET SOVIET</figcaption></figure>
<p>Ha! Da sind doch die <a href="https://silence-magazin.de/deaf-row-fest-vii-die-magische-sieben">bereits vermuteten Einflüsse</a> nicht mehr zu leugnen. Der <strong>italienische Dreier</strong> legt mit einem so strammen Tempo los, dem der Drummer nicht so ganz zu folgen vermag. Überraschend-enttäuschenderweise kommt das noch mehrfach während der Show vor. Der Sänger mit seiner sehr nasaler Stimmlage steht über der stets weinenden &#8211; kaum geschonten &#8211; Gitarre. Der Bass drängt sich durchsetzungsfähig dazwischen und schiebt und drückt gut was weg. Was das für ein abgefahrenes Gerät ist, welches er da spielt, konnte ich bislang nicht herausfinden (Hinweise zur Spezifizierung von Hersteller und Modell sind gern gesehen&#8230;). Gegen <strong>LENTO</strong> ist das hier purer Pop. Der bass-spielende Sänger ist höchst energetisch unterwegs. Die treibenden Rhythmen laden zum <strong>Tanzbein-Schwingen</strong> ein. Sie werden aber immer wieder durchbrochen von ruhigeren, fast nachdenklichen Passagen. Solche zum Luftholen. Und die massiv bauchigen Drums eiern immer noch in flotteren Songs. Auch im Gesang offenbart sich im Laufe des Sets leider die eine oder andere Unsicherheit.</p>
<h4>Und dennoch: Die Show ist gut.</h4>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" style="width: 230px" class="wp-caption alignleft"><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/DeafRowJRohrberg-2018-100.jpg" data-image-id="2400" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/DeafRowJRohrberg-2018-100.jpg" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/thumbs/thumbs_DeafRowJRohrberg-2018-100.jpg" data-title="DeafRowJRohrberg-2018-100" data-description=" "><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-left" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/thumbs/thumbs_DeafRowJRohrberg-2018-100.jpg" alt="DeafRowJRohrberg-2018-100" width="240" height="160"></a><figcaption itemprop="caption" class="wp-caption-text">SOVIET SOVIET</figcaption></figure>
<p>Der Sänger springt extatisch durch den dichten grünen und goldgelben Bühnennebel und das Publikum scheint auch seine Freude an der Darbietung zu haben. <strong>SOVIET SOVIET</strong> beenden ihr Set mit schon fast elendig weit herausgezögerten <strong>Rückkopplungs-Orgien</strong>, die (sei es nun geplant oder zufällig) synchron mit Blinder-Einsatz auf- und abwallen. Das ist wirklich gut gemacht und auf den Punkt umgesetzt. Da muss ich doch schon zufrieden in mich hineinlächeln. Und ich hätte nicht gedacht, dass diese so &#8218;harmlose&#8216; Band zwischen den beiden bösen, lauten Kapellen funktioniert. Aber die Energie scheint das Publikum zu erfassen, wenngleich die Musiker wahrlich keine Glanzleistung ablegen.</p>
<h4>Bühne frei für die Pos(t)erboys!</h4>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" style="width: 230px" class="wp-caption alignright"><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/DeafRowJRohrberg-2018-104.jpg" data-image-id="2404" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/DeafRowJRohrberg-2018-104.jpg" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/thumbs/thumbs_DeafRowJRohrberg-2018-104.jpg" data-title="DeafRowJRohrberg-2018-104" data-description=" "><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-left" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/thumbs/thumbs_DeafRowJRohrberg-2018-104.jpg" alt="DeafRowJRohrberg-2018-104" width="240" height="160"></a><figcaption itemprop="caption" class="wp-caption-text">DOWNFALL OF GAIA</figcaption></figure>
<p>01:00 Uhr, das Aschenputtel ist schon längst Zuhause, aber <strong>DOWNFALL OF GAIA</strong> fangen (mit nunmehr 40 Minuten Verzögerung) gerade mal an. Offenbar ist keiner der Kapelle eine solche Märchenfigur &#8211; bis auf den Drummer. Dessen Oberkleid scheint sich zu Mitternacht ganz Aschenputtel-like in Wohlgefallen aufgelöst zu haben. <strong>Spaß beiseite.</strong> Die Jungs machen vom ersten Ton an klar, dass sie mit ihrem finster-bösen Schaffen keine Gefangenen nehmen. Zum Laut und Fies gesellt sich viel Show. Nicht nur, dass der Schlagwerker mit seiner partiellen Nacktheit Blicke bündelt &#8211; er bringt auch ordentlich Bewegung in sein Spiel&#8230; und haut in seinem Enthusiasmus erstmal neben die Tom. Ich muss ein wenig süffisant grinsen, gebe ich zu. Außerdem verabschiedet sich sofort auch eine Gitarrensaite. Deren Verlust wird aber ebenso gekonnt überspielt wie das &#8218;Vergreifen&#8216; des Drummers und zeigt, dass solche Lappalien nicht zu merkbaren Unsicherheiten führen. Ja, die Jungs wissen schon, was sie tun und tauchen in viel Nebel, viel Flackern und viel Tamtam ein. Und sie ziehen die Leute mit sich</p>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" style="width: 230px" class="wp-caption alignleft"><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/DeafRowJRohrberg-2018-115.jpg" data-image-id="2296" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/DeafRowJRohrberg-2018-115.jpg" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/thumbs/thumbs_DeafRowJRohrberg-2018-115.jpg" data-title="DeafRowJRohrberg-2018-115" data-description=" "><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-left" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/thumbs/thumbs_DeafRowJRohrberg-2018-115.jpg" alt="DeafRowJRohrberg-2018-115" width="240" height="160"></a><figcaption itemprop="caption" class="wp-caption-text">DOWNFALL OF GAIA</figcaption></figure>
<p>Episch und flächig wälzen sie durch den Saal und räumen meine Gehörgänge gut auf. Die Gitarren sägen, der Gesang (oder eher das Geschrei) bohrt sich in die Hirnwindungen und sät ganz stilecht Verzweiflung und Wut. Manchmal lassen sie mich auch einfach damit stehen. Entlassen mich in ruhigen, vor allem durch Gitarrenwände getragenen, sphärischen Passagen in die Leere, um dann wieder effektvoll alles niederzumähen.</p>
<h4>Ein fulminanter Abschluss, wahrlich!</h4>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" style="width: 230px" class="wp-caption alignright"><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/DeafRowJRohrberg-2018-119.jpg" data-image-id="2300" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/DeafRowJRohrberg-2018-119.jpg" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/thumbs/thumbs_DeafRowJRohrberg-2018-119.jpg" data-title="DeafRowJRohrberg-2018-119" data-description=" "><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-center" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/dr_2018/thumbs/thumbs_DeafRowJRohrberg-2018-119.jpg" alt="DeafRowJRohrberg-2018-119" width="240" height="160"></a><figcaption itemprop="caption" class="wp-caption-text">AEHM</figcaption></figure>
<p>Ich muss sagen, dass ich allerdings im Laufe der Show des Headliners irgendwann komplett abschalte und den Föhn einfach Föhn sein lasse. Als AEHM dann sein (auch wieder vom Publikum viel-gelobtes) Pausen-DJ-Set mit<strong> CIGARETTES AFTER SEX</strong> beendet, bin ich glücklich und zufrieden &#8211; aber auch sehr, sehr müde. Der Abend ist schon so immer echt lang und die aufgestaute Verspätung im Ablauf gut&nbsp; ihr Übriges. Ich mag die so kontrastreiche und doch zusammenpassende Aufstellung an Bands sehr. Ich habe sie auch in den vergangenen beiden Jahren als absolut gelungen eingeschätzt. Nur fehlte mir dieses Jahr &#8211; vermutlich mehr als in den letzten &#8211; einfach das Stehvermögen, wirklich alles offen aufnehmen zu können. Ich hatte mit <strong>BRIQUEVILLE</strong> und <strong>LENTO</strong> so meine Probleme und auch <strong>DOWNFALL OF GAIA</strong> rauschten mehr oder weniger an mir vorbei.</p>
<p>Ich hoffe einfach, dass ich den besagten Kapellen zu anderer Gelegenheit besser Gehör &#8211; und mehr Verständnis &#8211; schenken kann. Genauso hoffe ich auch, beim nächsten <strong>Deaf Row Fest</strong> wieder fitter unterwegs zu sein. Ich freue mich auf jeden Fall jetzt schon auf die nächste Auflage!</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/deaf-row-fest-vii-2018/">DEAF ROW FEST VII &#8211; Kontrastprogramm in Jena</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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		<title>DEAF ROW FEST VII &#8211; Die magische Sieben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nina]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Sep 2018 10:52:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Konzerte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Besser als jeder Sampler, versteht es das DEAF ROW, Musik zusammenzustellen und neue Horizonte zu öffnen!<br />
Wir sind zum dritten Mal dabei und ärgern uns nur, dass wir diese Konzertreihe nicht eher kannten.</p>
<p>Kommt mit nach Jena, wir sagen euch, was euch erwartet.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/deaf-row-fest-vii-die-magische-sieben/">DEAF ROW FEST VII &#8211; Die magische Sieben</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Alle Jahre wieder lädt <strong>DEAF ROW SHOWS</strong> zum <strong>DEAF ROW FEST</strong> und hat mit der diesjährigen Auflage die Sieben gleich doppelt erreicht. Wieder einmal werden sieben Bands das wunderbare <strong>Kassablanca</strong> in Jena beschallen. Zum siebten Mal in Folge. Am 29.09.2018 erwartet mich ein langer Abend, der hoffentlich ebenso befriedigend verlaufen wird wie die beiden Vorgänger <a href="https://silence-magazin.de/deaf-row-fest-v-2016-jena">2016</a> und <a href="https://silence-magazin.de/deaf-row-fest-vi-jena-2017">2017</a>, die ich schon gemeinsam mit dem <a href="https://gutesende.de" target="_blank" rel="noopener">Yeti</a> bereits besuchen durfte.</p>
<p><strong>HEADS.</strong>, <strong>LENTO</strong> und <strong>SOVIET SOVIET</strong> sind mir namentlich geläufig, ich hatte allerdings noch nicht das Vergnügen mit selbigen. <strong>SUN WORSHIP</strong> habe ich hingegen schon einmal abfeiern dürfen und freue mich riesig darüber, sie im Programm für dieses Jahr entdeckt zu haben. Naja, und <strong>DOWNFALL OF GAIA</strong>, die sind eine Größe, die man wohl einfach kennt.</p>
<h4>Oder eben auch nicht.</h4>
<p>Ich habe sie in den letzten (bestimmt drei, vier) Jahren ganz erfolgreich wegignoriert. Fehlen noch zwei Bands – und zu denen habe ich wirklich keinerlei Bezug – <strong>FOTOCRIME</strong> und <strong>BRIQUEVILLE</strong>. Zeit, den Horizont zu erweitern … aber was machen die alle eigentlich?!</p>
<hr>
<p>Den Reigen werden <strong>HEADS.</strong> eröffnen. Ich gebe zu, dass ich die deutsch-australische Kapelle bis dato nur vom Namen her kenne. Aus dem <strong>JAGUWAR</strong>-Dunstkreis. Mit noisigem, düsterem und waberndem Rock, der die Schwere von Sludge und den Dreck von Grunge in den Schuhprofilen mit sich trägt, stellen sie sich mir auf ihrem Langspieler “Collide” vor und versprechen damit ein vereinnahmender Start in den Abend zu werden.</p>
<p><a href="https://headsnoise.bandcamp.com/">&#8222;Collider&#8220; by HEADS.</a></p>
<p><strong>FOTOCRIME</strong> brechen mit dem, was das Opener-Trio anbringt und schmeißen mich in die Dark-Post-Punk-New-Wave-Sounds der tiefsten 80er. Synthielastiges Vor-Sich-Hinschunkeln, ein bisschen Leiden und Träumen – <strong>THE CURE</strong>, <strong>JOY DEVISION</strong> und <strong>SISTERS OF MERCY</strong> lassen grüßen. Ich bin gespannt, wie sich die aus den USA stammenden <strong>FOTOCRIME</strong> live machen. Denn solche Musik kenne ich bisher nur aus der Konserve,</p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/fyxtZCe59GI?feature=oembed" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Anknüpfend an die letzten Jahre wird es auch postig werden. <strong>BRIQUEVILLE</strong> sorgen für einen instrumentalen Sog, der live im besten Fall ordentlich zu hypnotisieren weiß. Die Belgier werden mit ihrer musikalischen Schwere dem Abend eine dramatische Wendung geben, um das Publikum auf <strong>SUN WORSHIP</strong> vorzubereiten, die episch und überwältigend das Kassablanca mit ihrem atmosphärischen Black Metal überrollen werden.&nbsp;<strong>Versprochen!</strong></p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/ERuuaOR3oj0?feature=oembed" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe></p>
<h4>Wie soll es dann weitergehen? Nachdem doch schon gemetzelt wurde? Mit mehr Gemetzel!</h4>
<p>So zumindest versprechen es <strong>LENTO</strong> aus Italien. Ebenso wie <strong>SUN WORSHIP</strong> suchen sie das Jenaer <strong>DEAF ROW FEST</strong> nicht zum ersten Mal auf und holzen instrumental gut los. Ich weiß beim ersten Reinhören nicht so richtig, wohin es gehen soll. Post Black? Sludge? Auf jeden Fall:&nbsp;<strong>Chaos</strong>. Und ziemlich anstrengend. Puh, mal sehen, was das wird… <strong>LENTO</strong>s Landsleute von <strong>SOVIET SOVIET</strong>, die ich ja nun bisher auch nicht weiter kenne, fahren ebenfalls ordentliche Soundwände auf, funktionieren aber ganz anders. Weniger chaotisch, viel harmonischer. Irgendwas lässt mich mit <strong>PLACEBO</strong> assoziieren – Basssound und Rhythmusarbeit, vielleicht auch ein bisschen der nölende Gesang – so würde ich die Gemeinsamkeit lokalisieren. Alternative Rock mit einer Schippe postiger Träumerei obendrauf. Es schiebt romantisch vor sich hin. Ich bin höchst erquickt und sehe der Band gespannt entgegen.</p>
<p><a href="https://sovietsoviet.bandcamp.com/album/endless">&#8222;Endless&#8220; by SOVIET SOVIET</a></p>
<p>Headliner werden&nbsp;<strong>DOWNFALL OF GAIA&nbsp;</strong>sein. Ja, genau, die Wegignorierten. Erstkontakt sagt: <strong>Schön! Schnell! Düster!</strong> Black Metal also. Der Vergleich zu <strong>FALL OF EFRAFA</strong> ließ mich schon aufmerken, selbige wissen mich schon seit längerem gut zu begeistern. Und ja, nach den ersten Kostproben aus der Konserve könnten mir auch die atmosphärischen&nbsp;<strong>DOWNFALL OF GAIA</strong> in Zukunft gut schmecken, wenn sie mich in Jena zu überzeugen wissen.</p>
<p>Umrahmt wird das diesjährige LineUp wieder von <a href="https://soundcloud.com/aehmaehm">aehm</a> an den (echten!) Plattentellern (für echtes Vinyl!), der in den letzten Jahren schon die passenden Töne zur Pausenuntermalung finden konnte. Ich freu mich drauf!</p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/0Jb_AMz5GTA?feature=oembed" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe></p>
<p><strong>Was?</strong> &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;DEAF ROW FEST VII</p>
<p><strong>Wann?</strong>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;29.09.2018</p>
<p><strong>Wo? &nbsp; &nbsp;</strong> &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;Kassablanca Jena</p>
<p><strong>Preis:</strong> &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; 20€&nbsp;VVK / 25€ AK</p>
<p><strong>Genre: &nbsp;</strong>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Post Rock, Post Metal, Post Punk, New Wave, Instrumental, Alternative, Noise, Black Metal, Sludge, Grunge</p>
<p><strong>Bands:</strong> &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;<strong>HEADS., FOTOCRIME, B R I Q U E V I L L E, SUN WORSHIP, LENTO, SOVIET SOVIET, DOWNFALL OF GAIA</strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/deaf-row-fest-vii-die-magische-sieben/">DEAF ROW FEST VII &#8211; Die magische Sieben</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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		<title>DEAF ROW FEST VI</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nina]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Oct 2017 10:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Festivals]]></category>
		<category><![CDATA[Live]]></category>
		<category><![CDATA[2017]]></category>
		<category><![CDATA[A Dead Forest Index]]></category>
		<category><![CDATA[aehm]]></category>
		<category><![CDATA[Ahab]]></category>
		<category><![CDATA[Ambient]]></category>
		<category><![CDATA[cranial]]></category>
		<category><![CDATA[deaf row fest]]></category>
		<category><![CDATA[Doom]]></category>
		<category><![CDATA[Esben and the Witch]]></category>
		<category><![CDATA[festival]]></category>
		<category><![CDATA[Gold]]></category>
		<category><![CDATA[jena]]></category>
		<category><![CDATA[Kassablanca]]></category>
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		<category><![CDATA[Post Metal]]></category>
		<category><![CDATA[Post Rock]]></category>
		<category><![CDATA[Spoiwo]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eines vorweg: Der Abend auf dem Deaf Row Fest hat für die eine oder andere Überraschung gesorgt. Doch Verlass war wieder&#160;auf die Hochkarätigkeit der Bandauswahl und die Atmosphäre, die den ganzen Abend im Kassablanca über nicht einbrach. Schon vor Beginn der Shows ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/deaf-row-fest-vi-jena-2017/">DEAF ROW FEST VI</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4>Eines vorweg: Der Abend auf dem Deaf Row Fest hat für die eine oder andere Überraschung gesorgt. Doch Verlass war<em> <a href="https://silence-magazin.de/deaf-row-fest-v-2016-jena/" target="_blank" rel="noopener">wieder</a>&nbsp;</em>auf die Hochkarätigkeit der Bandauswahl und die Atmosphäre, die den ganzen Abend im Kassablanca über nicht einbrach.</h4>
<hr>
<p>Schon vor Beginn der Shows stelle ich fest, dass sich bereits jetzt deutlich mehr Publikum hier tummelt als im letzten Jahr um diese Zeit. Auch wenn <strong>A DEAD FOREST INDEX</strong> ihre Show leider absagen mussten, haben noch viele Schau- und Hörlustige verschiedenster Coleur den Weg nach Jena gefunden. Das mag ich ja an der Veranstaltung – das Publikum ist dank des <strong>musikalischen Facettenreichtums</strong> an diesem Abend sehr schön durchmischt. Und mir wird es auch während der Umbaupausen nicht langweilig, die anderen zu beobachten und belauschen.</p>
<p><strong><a class="ngg-fancybox" title="Deaf Row Festival 2017 (Jena)" href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/deaf-row-jena-2017/Pijn_Jrohrberg-DeafRow2017_30.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-none alignleft" title="Pijn@DEAF ROW FEST 2017" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/deaf-row-jena-2017/thumbs/thumbs_Pijn_Jrohrberg-DeafRow2017_30.jpg" alt="Pijn" width="300" height="200"></a></strong>Die mir noch unbekannten Briten von<strong>&nbsp;PIJN</strong> läuten den Abend des <strong>Deaf Row Fest</strong> mit einem sehr ruhigen Intro ein, holen die Besucher langsam, aber bestimmt und erfolgreich vor die Bühne. Ich erwarte <strong>postigen Metal</strong>. Aufmerken lässt mich der Umstand, dass ein Cello und außerdem auch noch eine <strong>Lap-Steel-Gitarre</strong> zur Besetzung der Band gehört. Gespielt von einem Mann mit Rauschebart und einer Brille, die diesem nach und nach immer tiefer ins Gesicht rutscht, erzeugt das Instrument walgesangs-ähnliche Sounds, die die Funktion des Gesangs übernehen. Die Drums nehmen nach und nach eine dominantere Rolle ein, die Dynamik baut sich auf. Es wird lauter, gespannter, tragender. Gesang gibt es nicht. Nur selten durchbricht ein Rufen des Gitarristen das Setting.</p>
<h4>Nein. <strong>PIJN</strong> sind da experimenteller</h4>
<p>Melodisch passiert nicht viel, der Walgesang liegt auf schrotender Gitarre und aggressiv verzerrtem Bass. Dazwischen schwimmt leider kaum wahrnehmbar das Cello. Langatmige Riffs bauen sich hintereinander, die Auflösungen sind gekonnt. Ich träume mich davon und fühle mich in ein Unterwasserszenario versetzt. Ein <strong>U-Boot</strong> gleitet durchs Wasser, ruhig, aber bedrohlich. Sonnenstrahlen brechen sich an der Wasseroberfläche, wenn der Sound weicher und wabernder wird, die treibenden Drums und der gezerrte Bass verstummen. Anstelle dessen treten Beckenschläge – nicht diese mit Schwammschlägeln gespielten. Nein. <strong>PIJN</strong> sind da experimenteller. Es sind solche, die wohldosiert <strong>klappern und scheppern</strong>, leise und eklig ins Mark dringen. Auch Gitarrensaiten werden zeitweise am Kopf angespielt, was keine besonders angenehmen Sounds hervorbringt.</p>
<h4>Aber er lässt mich darben</h4>
<p><a class="ngg-fancybox" title="Deaf Row Festival 2017 (Jena)" href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/deaf-row-jena-2017/Pijn_Jrohrberg-DeafRow2017_9.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-right alignright" title="Pijn@DEAF ROW FEST 2017" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/deaf-row-jena-2017/thumbs/thumbs_Pijn_Jrohrberg-DeafRow2017_9.jpg" alt="Pijn" width="300" height="200"></a>Die Unterwasserassoziation wird durch die Lichtstimmung verstärkt, tiefblau angestrahlter Nebel wabert über die Bühne, von schräg oben scheint ab und an weiß-gelbes Licht. Vermutlich hat der Tonmann während der Show die Regler etwas weiter hoch gezogen. Als der Drummer Floor, Toms und Bassdrum anspielt, dröhnt es inzwischen leider sehr. Mit der Zeit wünsche ich mir immer sehnlicher die Rufe des Sängers hinzu, die dem Bombast etwas greifbares, menschliches verleihen würden. Aber er lässt mich darben. Im Laufe des Sets wird der Ton rauer, die Strukturen der Musik komplexer, aber immer umspült von <strong>Soundfluten</strong> – grau, dick und effektbeladen. Und da war es wieder, dieses Beckenklackern.</p>
<p>Das U-Boot wälzt sich unaufhaltsam und gefährlich in feindliches Gewässer, eins mit seiner Umgebung, langsam und <strong>düster</strong>. Ein versöhnlicher Part mit Clean-Gitarre täuscht das Ende der Show an, das nun doch noch einmal durch eine Episode „Voll aufs Fressbrett“ verzögert wird. Das Set der Briten lässt keine Pausen, in denen das Publikum seine Zuneigung per Applaus äußert, weswegen sich die Spannung erst nach der Show entladen kann. Und davon hat sich über die Spieldauer des unbekannten Openers so einige aufgebaut. Vor allem der&nbsp; gut überspielte Saitenwechsel des Bassisten während des Auftritts hat zumindest mich nachhaltig beeindruckt.</p>
<p>&nbsp;<strong>PIJN</strong> on <a href="https://www.facebook.com/greatpijn/" target="_blank" rel="noopener">facebook</a> &amp; <strong>PIJN</strong> in a nutshell:</p>
 [<a href="https://silence-magazin.de/deaf-row-fest-vi-jena-2017/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=deaf-row-fest-vi-jena-2017">See image gallery at silence-magazin.de</a>] 
<h4>Stumpf ist Trumpf, so ihr Motto</h4>
<p><strong><a class="ngg-fancybox" title="Deaf Row Festival 2017 (Jena)" href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/deaf-row-jena-2017/Cranial_Jrohrberg-DeafRow2017_42.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-none alignleft" title="Cranial@DEAF ROW FEST 2017" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/deaf-row-jena-2017/thumbs/thumbs_Cranial_Jrohrberg-DeafRow2017_42.jpg" alt="Cranial" width="249" height="166"></a>CRANIAL</strong> beginne ich von der Galerie aus zu betrachten. Stumpf ist Trumpf, so ihr Motto. Wobei dieser Trumpf nicht mal der schlechteste zu sein scheint. Der mächtige <strong>Post Metal</strong> der deutschen Kombo hallt durch das Kassa und drückt sich langsam und schwer in meine Magengrube. Auch als der Bass für kurze Zeit pausiert, presst der Druck der Gitarre schon meine Eingeweide an die Außenwände meines Körpers. Für die Abwechslung fehlt mir hier ein bisschen öfter ein Knallen, ein durchgetretenes Schlagzeug, das Rattattattatt. Wie auch <strong>PIJN</strong> halten sich <strong>CRANIAL</strong> vokal stark zurück. Allerdings wagen sie auch zweistimmige Ausflüge. <strong>Gekonnt!</strong></p>
<p><a class="ngg-fancybox" title="Deaf Row Festival 2017 (Jena)" href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/deaf-row-jena-2017/Cranial_Jrohrberg-DeafRow2017_34.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-none alignright" title="Cranial@DEAF ROW FEST 2017" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/deaf-row-jena-2017/thumbs/thumbs_Cranial_Jrohrberg-DeafRow2017_34.jpg" alt="Cranial" width="249" height="166"></a>Vierzig Minuten werden nun meine Zellen massiert. Selten komme ich zum freien Atmen, es drückt auf die Lunge. Beklemmung macht sich breit. Rhythmisch bleibt die Band immer auf einer Schiene, es gibt kaum Brüche. Erst recht kein Schnick-Schnack, kein Gitarrengewichse, keine Experimente. Beeindruckend, aber keinesfalls aufregend. Nach <strong>CRANIAL</strong> trolle ich mich auf den Vorhof des Kassablanca, um mir mein Abendessen zu sichern. Auch in diesem Jahr gibt es wieder Burger ohne jegliches Tier für einen sehr fairen Preis von 3€ pro Stück. Da ich im vergangenen Jahr feststellen musste, dass der Sättigungseffekt nicht sehr lange anhält, verdrücke ich im Laufe des Abends noch einen zweiten Burger, solange noch welche da sind.</p>
<p><strong>CRANIAL</strong> on <a href="https://www.facebook.com/CRANIALBAND/" target="_blank" rel="noopener">facebook</a> &amp; <strong>CRANIAL</strong> in a nutshell:</p>
<p> [<a href="https://silence-magazin.de/deaf-row-fest-vi-jena-2017/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=deaf-row-fest-vi-jena-2017">See image gallery at silence-magazin.de</a>] <br />
Langsam werde ich hibbelig. Habe ich doch große Erwartungen an&nbsp;<strong>SPOIWO</strong>. Der Umbau dauert ewig und scheint aufwendig zu sein. Sowohl Synthie als auch Midi-Keyboard finden neben der klassischen Besetzung ihren Platz auf der Bühne. Der Check macht offenbar <strong>Probleme</strong>. Eine halbe Stunde, nachdem die Band hätte anfangen sollen zu spielen, kommt erstmalig eine Wortmeldung von der Bühne. Eine Entschuldigung und die Bitte um ein wenig Geduld hallt durch den Saal. Mit inzwischen vierzig Minuten Verspätung beginnen die Polen ihre Show. Ein geloopter Beat, der an Herzschläge erinnert, pulsiert und wabert durch den Raum. Dicht wie <strong>Watte</strong> umschließt Nebel und Instrumentensphäre den Puls. Scharfe Snareschläge des sehr räumlich klingenden Drumsets durchschneiden das Setting und geben dem Dunst Struktur. Dann Ruhe, der Herzschlag wallt auf und mit einem Mal beginnt die Jaguar zu kreischen. <strong>Was für ein Sound!</strong> Fantastischer <strong>Post Rock</strong> schallt durch das Haus. Der Bandsound insgesamt ist sehr ausgeglichen und die Bässe bilden ein solides Fundament für die aufgebauten Klangsphären.</p>
<h4>Und inzwischen lerne ich den Firebird-Sound richtiggehend zu hassen</h4>
<p><a class="ngg-fancybox" title="Deaf Row Festival 2017 (Jena)" href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/deaf-row-jena-2017/Spoiwo_Jrohrberg-DeafRow2017_72.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-none alignleft" title="Spoiwo@DEAF ROW FEST 2017" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/deaf-row-jena-2017/thumbs/thumbs_Spoiwo_Jrohrberg-DeafRow2017_72.jpg" alt="Spoiwo" width="240" height="160"></a>Ich werde allerdings nie Fan des <strong>Firebird-Sounds</strong> sein und auch hier stört mich der Eigenklang dieses Instruments. Er passt nicht in den Gesamtklang. Zu flach wirkt er für die Tiefe und Weite, die diese Art der Musik ausbreitet. Die Synthies übernehmen die Funktion des Gesangs, agieren in den Höhen und lassen das Kopfkino anlaufen. Nachdenklich sind sie. <strong>SPOIWO</strong> loten viele bekannte Spielarten aus. Unter anderem ein Piano-Intro, über das die mit einem Bogen gespielte Jaguar singt. Sie mutet wie ein sehr bauchiges Cello an. Rund, warm, umarmend. Das klassische postige Gefühl des Fliegens baut sich auf. Ab und an durchdringt ein tiefes Brummen den Raum – ob es sich hier um Übersteuerung oder beabsichtigt dröhnende Bässe handelt, vermag ich nicht zu beurteilen. Und inzwischen lerne ich den Firebird-Sound richtiggehend zu hassen. Er passt wirklich nicht. Viel zu laut, viel zu <strong>flach</strong> ist dieses Intrument. Ihm fehlt die Weichheit, die Rundheit, die diese Art von Musik eigentlich ausmacht. Schade. Aufgrund der dermaßen hohen Lautstärke, die inzwischen auf mich einströmt, als auch ihrer Bühnenpräsenz halte ich die Band für in einer kleineren Location besser aufgehoben. Ich fliehe nach draußen. <strong>SPOIWO</strong> bleiben hinter meinen Erwartungen zurück.</p>
<p><strong>SPOIWO&nbsp;</strong>on <a href="https://www.facebook.com/Spoiwo/" target="_blank" rel="noopener">facebook</a> &amp; <strong>SPOIWO&nbsp;</strong>in a nutshell:</p>
 [<a href="https://silence-magazin.de/deaf-row-fest-vi-jena-2017/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=deaf-row-fest-vi-jena-2017">See image gallery at silence-magazin.de</a>] 
<p>&nbsp;</p>
<h4>Allerdings klingen die Niederländer schon beim Check spannender als <strong>SPOIWO</strong></h4>
<p><a class="ngg-fancybox" title="Deaf Row Festival 2017 (Jena)" href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/deaf-row-jena-2017/Gold_Jrohrberg-DeafRow2017_89.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-none alignright" title="GOLD@DEAF ROW FEST 2017" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/deaf-row-jena-2017/thumbs/thumbs_Gold_Jrohrberg-DeafRow2017_89.jpg" alt="Gold" width="300" height="200"></a>Die aus den Niederlanden angereisten<strong> GOLD</strong>&nbsp;warten mit gleich drei Gitarristen auf. Warum braucht man drei Gitarristen? Ich verschiebe diese Frage in meinen Hinterkopf und versuche, mich auf die Musik einzulassen. Eine verführend weiche, aber zugleich durchsetzungsfähige Frauenstimme kündigt sich während des Soundchecks an. Die Band wurde von mir im Vorbericht als recht nichtssagend und langweilig eingeordnet. Allerdings klingen die Niederländer schon beim Check spannender als <strong>SPOIWO</strong>. Mit einer dreiviertel Stunde Verspätung beginnen sie und bringen von Anfang an ordentlich Drive auf die Bühne. Der gelb angeleuchtete Nebel, der die Musiker sehr bald einhüllt, lässt passend zum Bandnamen die Assoziation von Gold aufkeimen. Die Sängerin kann leise, leidend singen. Kann aber auch nölen und anklagen. Drunter eine dicke Schicht Gitarren, die von Bass und Schlagzeug in ihrer Rhythmik strukturieren. Der Bass bringt glücklicherweise genug Charakter mit, um sich vom Gitarrenaufgebot zu unterscheiden.</p>
<p>Da ich keine Differenzen zwischen den einzelnen Gitarren höre, schaue ich nun mal genauer hin. Aha! Einer spielt in hohen, einer in tiefen Lagen Akkorde. Der Dritte im Bunde slidet verzerrt und kunstvoll über das ganze Griffbrett. Viel kommt davon tatsächlich nicht an. Nur in Spielpausen der anderen beiden Gitarren lässt sich die Arbeit des dritten ausmachen. Schade. Immerhin ist an betreffenden Stellen die Zweistimmigkeit des Gesangs wahrnehmbar.</p>
<p><strong>GOLD&nbsp;</strong>on <a href="https://www.facebook.com/thebandGOLD/" target="_blank" rel="noopener">facebook</a> &amp; <strong>GOLD&nbsp;</strong>in a nutshell:</p>
 [<a href="https://silence-magazin.de/deaf-row-fest-vi-jena-2017/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=deaf-row-fest-vi-jena-2017">See image gallery at silence-magazin.de</a>] 
<h4>Und ja, singen kann sie</h4>
<p><a class="ngg-fancybox" title="Deaf Row Festival 2017 (Jena)" href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/deaf-row-jena-2017/Gold_Jrohrberg-DeafRow2017_83.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-none alignleft" title="GOLD@DEAF ROW FEST 2017" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/deaf-row-jena-2017/thumbs/thumbs_Gold_Jrohrberg-DeafRow2017_83.jpg" alt="Gold" width="300" height="200"></a></p>
<p>Die endlose Wiederholung simpler Riffs lässt an ein <strong>Trance-Ritual</strong> denken. Langsame, basslastige und intensive Schlagzeugarbeit haben etwas schamanisches an sich. Die Songstrukturen selbst sind oftmals an klassische Rocksongs angelehnt. Grundsätzlich passt da Gesangslinie, Rhythmik und Melodieführung, nur dass <strong>GOLD</strong> mit einer Menge mehr Fläche und Bumms aufwarten. Und ja, singen kann sie. Und auch im Zusammenspiel mit ihrem Kollegen macht das was her. Die Songübergänge sind kurz, so wie auch bei den Bands zuvor. Die scheinen alle nicht an Laberei und Blödelei interessiert zu sein. Insgesamt klingen<strong> GOLD</strong> schon sehr <strong>sexy</strong> – die kräftige Stimme der Sängerin, ihre Silhoutte im Nebel, auf tiefen, stampfenden Drums. Der Effekt nutzt sich nach einer halben Stunde Spielzeit allerdings schon sehr ab und manchmal strapazieren sie die Wiederholungsfrequenz von Refrains so über, dass ich mir ihr Ende herbeisehne. Nach einer kompletten Stunde sind sie dann doch fertig und <strong>AEHM</strong> fängt das Publikum geschickt mit ein paar Umdrehungen seiner Plattenteller auf.</p>
 [<a href="https://silence-magazin.de/deaf-row-fest-vi-jena-2017/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=deaf-row-fest-vi-jena-2017">See image gallery at silence-magazin.de</a>] 
<h4>Weniger überladen, total unaufgeregt</h4>
<p><a class="ngg-fancybox" title="Deaf Row Festival 2017 (Jena)" href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/deaf-row-jena-2017/Esben-and-the-witch_Jrohrberg-DeafRow2017_112.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-none alignright" title="ESBEN AND THE WITCH@DEAF ROW FEST 2017" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/deaf-row-jena-2017/thumbs/thumbs_Esben-and-the-witch_Jrohrberg-DeafRow2017_112.jpg" alt="Esben and the witch" width="299" height="199"></a>Mit nur drei Leuten wirkt die Bühne bei den Wahlberlinern&nbsp;<strong>ESBEN AND THE WITCH</strong> regelrecht aufgeräumt nach dem Bombast, den <strong>GOLD</strong> ausgestrahlt haben. Auch<strong> ESBEN</strong> schaffen Weite, wenn auch weniger dicht als ihre Vorgängerband, aber genauso lückenlos. Der Hauptanteil des Sounds wird durch tonnige Drums und starkem Bass gestellt. Die fett gezerrte Gitarre schafft eine kratzende Fläche obenauf. Sie bringen eine ganz andere Art von Show, die Sängerinnen sind wie Tag und Nacht in Auftreten und Performance. Weniger überladen, total unaufgeregt. Der Gesang der jungen Frau ist makellos und überzeugend. Wie von Platte. Beeindruckend <strong>präzise</strong>.</p>
<p>Die Musik der Drei findet großen Anklang beim Publikum. Allerdings hat es hier der Tonmann etwas zu gut mit den Bassfrequenzen gemeint. Es dröhnt. Aber darüber sehe ich hinweg, die Musik macht mich so melancholisch und nachdenklich, dass ich geistig rechts ranfahre. Neben dem getragenen, leidenden, leisen und wenig effektbeladenen Gesang brechen regelmäßig Rumpelparts durch, die mich aufrütteln wollen. Aber die Versuche bleiben erfolglos. Die Musik ist nett – aber einschläfernd. Der Gesang dreht sich immer um dieselben fünf Töne und ändert seine Dynamik nicht. Und das ist um diese Uhrzeit <strong>kreuzgefährlich</strong>. Ich beginne irgendwann, mit geschlossenen Augen herumzusitzen. Ich kann einfach nicht mehr anders. Erst nach Mitternacht beenden sie ihr Set und lassen mich mit meiner Vorfreude auf den nautischen Ausflug mit den nun folgenden <strong>AHAB</strong> zurück.</p>
<p><strong>ESBEN AND THE WITCH&nbsp;</strong>on <a href="https://www.facebook.com/esbenandthewitch/" target="_blank" rel="noopener">facebook</a> &amp; in a nutshell:</p>
 [<a href="https://silence-magazin.de/deaf-row-fest-vi-jena-2017/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=deaf-row-fest-vi-jena-2017">See image gallery at silence-magazin.de</a>] 
<h4>Verdammt. Verdammt schön!</h4>
<p><a class="ngg-fancybox" title="Deaf Row Festival 2017 (Jena)" href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/deaf-row-jena-2017/AHAB_Jrohrberg-DeafRow2017_123.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-none alignleft" title="AHAB@DEAF ROW FEST 2017" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/deaf-row-jena-2017/thumbs/thumbs_AHAB_Jrohrberg-DeafRow2017_123.jpg" alt="AHAB" width="240" height="160"></a>Und nach einer weiteren Umbaupause legen sie los. Und in was für einer Lautstärke! Die Gitarren zerhauen mir die Trommelfelle. Echt unangenehm! Tiefblaues Licht und eine Nebelwand hüllen die Gestalten auf der Bühne ein. Nur ein kleines gelbes Lämpchen durchbricht das Blau, ein bisschen wie eine Laterne oder ein <strong>Irrlicht</strong> – und dann schallt ein mächtiger Rülps über die Wasseroberfläche. Langsam, aber unaufhaltsam schiebt sich die deutsche Doom-Legende <strong>AHAB</strong> über das Meer. <strong>Doom</strong> par excellence. Darauf niederreißende, sich wiederholende Abwärtsmelodien der Gitarre klingen klagend und verheißen keine Hoffnung auf eine baldige Rückkehr zum Festland. Verdammt. Verdammt schön.</p>
<p><a class="ngg-fancybox" title="Deaf Row Festival 2017 (Jena)" href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/deaf-row-jena-2017/AHAB_Jrohrberg-DeafRow2017_113.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-none alignright" title="AHAB@DEAF ROW FEST 2017" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/deaf-row-jena-2017/thumbs/thumbs_AHAB_Jrohrberg-DeafRow2017_113.jpg" alt="AHAB" width="240" height="160"></a>Entgegen der Vermutung, dass sich das Kassablanca nach <strong>ESBEN AND THE WITCH</strong> leeren würde, sind doch noch sehr viele Gäste während des Hauptacts da. Das Konzept der&nbsp;Band ist bekannt, der Drummer drischt auch bei langsamer Geschwindigkeit mit einer beeindruckenden Energie auf sein Set ein. Diese Band ist nix für lustige Partyabende, eher für einen gewaltigen Trauermarsch. Erbarmungslos wird der Kampf ums Überleben auf den Weiten des Meeres ausgefochten, wildes Getöse durch ruhige, beinahe schon friedlich anmutende Passagen durchbrochen. Und es ist erstaunlich, zu welchen Growls der Sänger im Stande ist.</p>
<p>Über eine Stunde lassen&nbsp;<strong>AHAB</strong> ihr komplettes Album &#8222;The Call Of The Wretched Sea&#8220; über das Publikum rollen. Beeindruckt lasse ich mich fallen und beginne schon mal, den Abend Revue passieren zu lassen. <strong>PIJN</strong> sind die einzigen, die mich vollkommen und positiv überraschen konnten. Die anderen Bands des Abends sind erwartbar solide, haben gute Shows gespielt, wobei mein Geschmack doch am ehesten noch vom Headliner getroffen wurden. <strong>SPOIWO</strong> sind leider weit hinter meinen Erwartungen zurück geblieben. Schade. Dennoch würde ich sie mir noch mal in einem kleineren Club ansehen. Der Veranstalter des Festivals hat auch in diesem Jahr wieder ein Händchen für eine gute Bandauswahl gezeigt. Und auch wenn ich diesmal weniger geflasht als beim letzten Jahr die Rückreise antrete, bin ich gespannt, welche Musik mich 2018 im Kassablanca Jena zur siebten Auflage des <strong>Deaf Row Fest</strong> erwarten wird.</p>
<p><strong>AHAB </strong>on <a href="https://www.facebook.com/AhabDoom/" target="_blank" rel="noopener">facebook</a> &amp; <strong>AHAB</strong> in a nutshell:</p>
<p> [<a href="https://silence-magazin.de/deaf-row-fest-vi-jena-2017/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=deaf-row-fest-vi-jena-2017">See image gallery at silence-magazin.de</a>] <br />
Wer sich hier ein bisschen Appetit holen konnte und nächstes Jahr auch zum <strong>Deaf Row Fest</strong> möchte, sollte diese<a href="http://deafrow-fest.com/"> Seite</a> im Auge behalten!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/deaf-row-fest-vi-jena-2017/">DEAF ROW FEST VI</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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		<title>DEAF ROW FEST VI &#8211; In Weite und Tiefe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nina]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Sep 2017 09:43:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>In Jena heißt es in einer Woche wieder &#8222;Sieben (Bands) auf einen Streich!&#8220;, wenn das kuschelige Kassablanca die Türen für das diesjährige DEAF ROW FEST am 23.09.2017 öffnet. Ein langer Abend voll spannender Kapellen erwartet mich.&#160;Wie auch im letzten Jahr, bin ich ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/deaf-row-fest-vi-in-weite-und-tiefe/">DEAF ROW FEST VI &#8211; In Weite und Tiefe</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In Jena heißt es in einer Woche wieder &#8222;Sieben (Bands) auf einen Streich!&#8220;, wenn das kuschelige Kassablanca die Türen für das diesjährige <a href="https://www.facebook.com/events/300130747054340"><strong>DEAF ROW FEST</strong> </a> am 23.09.2017 öffnet. Ein langer Abend voll spannender Kapellen erwartet mich.&nbsp;Wie auch <a href="https://silence-magazin.de/deaf-row-fest-v-2016-jena/">im letzten Jahr</a>, bin ich mit einem Großteil der Bands, die vom Team eingeladen worden sind, noch nicht vertraut. Nachdem ich aber bei der vergangenen Auflage des Festivals vollkommen von der Fähigkeit der Gastgeber, ein überragendes Line Up zusammenzustellen, überzeugt wurde, stört mich dieser Umstand überhaupt nicht.</p>
<p>Vor allem die großen Headliner <strong>AHAB</strong> und <strong>ESBEN AND THE WITCH</strong> sind mir immerhin vom Hörensagen bekannt. Daneben können mich aber im Vornherein auch&nbsp;<strong>PIJN</strong> und <strong>SPOIWO</strong> überzeugen und lassen mich gespannt wie ein Flitzebogen den 23.09. herbeisehnen.</p>
<blockquote><p>Wer ist <strong>DAS</strong> denn bitte &#8230; ?</p></blockquote>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/dhUwUBJz9ik?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Doomwalze <strong>AHAB</strong>&nbsp;aus dem beschaulichen Heidelberg tragen an diesem Abend besonders dick auf und werden ihr komplettes Debütalbum &#8222;The Call Of The Wretched Sea&#8220; zum Besten geben. Ruhig und getragen, und doch deutlich mit weniger Schwere vermittelt das Berliner Post-Rock Trio <strong>ESBEN AND THE WITCH</strong>, das mit von zarten Klängen getragenen Frauengesang zum Träumen verleitet. Jetzt bitte ein bisschen Leiden und Weinen!</p>
<p><a href="https://esbenandthewitch.bandcamp.com/album/older-terrors">Older Terrors by Esben and the Witch</a></p>
<p>Ganz neu auf der Bildfläche sind die Briten von&nbsp;<strong>PIJN</strong>, die das Festival eröffnen werden. Grad erst frisch aus der Presse ist ihre erste EP gehüpft und überrennt mich schon beim ersten Reinhören mit einer aggressiv-atmosphärischen Mischung. Dazu ein Gesang, der mir die Kauleiste eindrückt und einer guten Portion Chaos sowie versöhnlichen, ruhigen Interludes. Wie sie so aus den Boxen schallen, bin ich noch skeptisch, verspreche mir aber ein überzeugendes Live-Erlebnis. Das Team des <strong>DEAF ROW</strong> beschreibt: &#8222;Man stelle sich vor, dass <strong>Aaron Turner</strong> mit <strong>OLD MAN GLOOM</strong> oder alten <strong>ISIS</strong>, im Gewand genau dieser zwei Bands, eine <strong>GODSPEED YOU! BLACK EMPEROR</strong> Cover-Platte aufgenommen und seinen ekelhaft großartigen Gesang drauf gepackt hätte.&#8220; Why not?</p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/_vpb5rC3rpg?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Aus der Asche von <strong>OMEGA MASSIF</strong>&nbsp;gestiegen &#8211; bzw. vom Gitarristen <strong>Michael Melches</strong> mitbegründet &#8211; werden <strong>CRANIAL</strong> ihr Brett über die Jenaer Bühne fegen lassen. Ebenfalls postig, aber deutlich rauer und gnadenloser als <strong>PIJN</strong> dreschen die vier Hamburger auf ihre Instrumente ein und walzen mit höchst effektbeladenen Gitarren und dem sich kaum davon unterscheidbaren Gesang durch die Walachei. Halt deine Dritten fest, sonst musst du sie später aus dem Putz pulen!</p>
<p><a href="https://momentofcollapserecords.bandcamp.com/album/dark-towers-bright-lights">Dark Towers / Bright Lights by CRANIAL</a></p>
<p><strong>SPOIWO</strong>&nbsp;kenn ich nicht. Hör ich rein und bekomme sofort Gänsehaut bis in den Himmel. Die Musiker waren bereits als Support für <strong>GOD IS AN ASTRONAUT</strong> unterwegs und schlagen mit ihrem Sound wieder den Bogen zum sehr ruhigen Teil des Abends, indem sie beeindruckend weite Klangflächen schaffen. Ich fühle mich ins letzte Jahr zurück versetzt als <strong>RADARE</strong>, die&nbsp;ebenfalls im Rahmen des <strong>DEAF ROW</strong> spielten, mich dank ihrer cineastischen Musik kunstvoll aus dem Konzertsaal in die Weiten meines Kopfkinos katapultierten. Ich bin mir sicher, dass auch die Polen in diesem Jahr für eine fantastische Ruheinsel während des langen Abends sorgen können.</p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/UA-ksrcFG3U?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Auch <strong>GOLD</strong> aus den Niederlanden sind für mich noch ein unbeschriebenes Blatt. Sie klingen auf den ersten Eindruck auch recht unaufgeregt. Atmosphärischer Frauengesang auf getragenen Gitarren. Effekte hier und da, manchmal verdickt mit einer ordentlichen Zerre zu kratzenden Klangflächen. Auch an Synthies wird hier nicht gespart. Überzeugen können sie mich jetzt und hier nicht &#8211; ich bin allerdings gespannt, ob sie mich live vor Ort abholen und begeistern können.</p>
<p><a href="http://gold-vanrecords.bandcamp.com/album/optimist">Optimist by GOLD</a></p>
<p>Den Sprung von Neuseeland nach Deutschland hat das musizierende Geschwisterpaar von <strong>A DEAD FOREST INDEX</strong> gewagt und somit möglich gemacht, endlich auch in unseren Gefilden zu spielen. Im vergangenen Jahr mit <strong>CHELSEA WOLFE</strong> auf großer Tour, bringen sie eine latent larmoyante und doch schwebende Atmosphäre hervor. Klares, ruhiges Riffing und zweistimmiger Gesang wissen mich erfolgreich einzulullen&#8230; und leider auch schnell zu langweilen.</p>
<p><a href="https://adeadforestindex.bandcamp.com/album/in-all-that-drifts-from-summit-down">In All That Drifts from Summit Down by A DEAD FOREST INDEX</a></p>
<p>Zwischen den Bands legt <a href="https://www.facebook.com/aehm.net"><strong>AEHM</strong></a>&nbsp;kunstvoll mit echtem(!) Vinyl auf und lässt die wabernde Atmosphäre auch über die Umbaupausen nicht zusammenfallen.</p>
<p>In die diesjährigen Bands (und noch viele weitere) kannst du auch über unsere handverlesenen Spotify-Playlist <a href="https://open.spotify.com/user/smm666/playlist/1HO6DqekDrjeAiRPH43rj3">THIS is Metal!</a> reinhören.</p>
<p>Was? &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;DEAF ROW FEST VI</p>
<p>Wann? &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;23.09.2017</p>
<p>Wo? &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;Kassablanca Jena</p>
<p>Preis: &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; 20€&nbsp;VVK / 25€ AK</p>
<p>Genre: &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Funeral Doom, Post Rock, Post Metal, Experimental, Instrumental, Alternative, Ambient</p>
<p>Bands: &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;<strong>&nbsp;AHAB,&nbsp;ESBEN AND THE WITCH, SPOIWO, PIJN, CRANIAL, GOLD,&nbsp;A DEAD FOREST INDEX</strong></p>
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		<title>DEAF ROW FEST V &#8211; von Jena vereint.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nina]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Sep 2016 15:21:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Festivals]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Samstag war es nun endlich soweit – das lange schon im Kalender vermerkte Deaf Row Fest fand in Jena statt. Für mich eine Premiere. Also nicht nur, dieses Festival besuchen zu können, sondern auch, im Kassablanca zu sein. Und in Jena. Vorbeigefahren ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/deaf-row-fest-v-2016-jena/">DEAF ROW FEST V &#8211; von Jena vereint.</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Samstag war es nun endlich soweit – das lange schon im Kalender vermerkte <strong>Deaf Row Fest</strong> fand in Jena statt. Für mich eine Premiere. Also nicht nur, dieses Festival besuchen zu können, sondern auch, im Kassablanca zu sein. Und in Jena. Vorbeigefahren war ich schon. Was mir auffiel? Platten natürlich. Überall. Zu meiner Erleichterung löste sich aber die Befürchtung, Jena bestehe ausschließlich aus grau-braunen Klotzbauten, in Wohlgefallen auf. Auf dem Hof des liebevoll „Kassa“ genannten Clubs empfängt mich viel Bunt, viel Graffiti, ausrangierte Zugwaggons. Ich bin erstmal reizüberflutet. In Begleitung des <a href="http://fb.me/schneemensch">Yetis</a>, der mir heute in Sachen Fotos an die Seite gegeben wurde, und <a href="https://www.facebook.com/aehm.net">aehm</a>, dem DJ des Abends, der mit seinem Tun in den Umbauphasen geschickt die Konzepte der Bands aufgreifen wird und so die Pausen mit Musik füllt, betrete ich den Club.</p>
<blockquote>
<h3>Schön hier. Schön groß. Und übersichtlich.</h3>
</blockquote>
<p>Auf den ersten Blick mangelt es an nichts, auf den zweiten auch nicht: eine gut ausgestattete Bar bietet Getränke zu humanen Preisen und lädt zum Herumlümmeln ein. Der Konzertraum ist groß, hoch und beherbergt eine Empore, die mir am späteren Abend eine angenehme Ruhezone bieten soll. Garderobe – check. Plattenstand – check. Toiletten – check. Alles sehr angenehm hier. Draußen werden frisch zubereitete Burger und andere Leckereien angeboten, was mir als dauerhungriger Mensch natürlich sehr entgegenkommt.</p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/i1wC47fNxBM?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Nachdem meine Besichtigung abgeschlossen ist, beginnt auch schon die erste Band. Trotz des zeitigen Konzertbeginns ist das Kassa schon gut gefüllt. <strong>JAGUWAR</strong> aus Dresden müssen keinesfalls vor leerem Haus spielen, was mich sehr freut. Sie servieren eine Mischung aus Noise-Pop und Shoegaze. Ich bin ja vorher schon gespannt gewesen, wie das vermutlich hauptsächlich eher raueren Tönen zugeneigte Publikum auf die verträumt, zuckerwattige Musik der drei reagiert. Im Laufe des Konzerts ergreifen tatsächlich auch nur sehr wenige Gäste die Flucht. Bevor ich allerdings weiterschreibe, muss ich ehrlich zugeben – ich bin der bittersüßen Atmosphäre, die <strong>JAGUWAR</strong> verbreiten, schon sehr lange verfallen. Das heißt so viel wie: Das Licht geht aus, die Dioden an den zahllosen Amps leuchten, der Nebel rauscht aus der Maschine und ich bekomme Gänsehaut, noch eh der erste Ton erklingt.</p>
<p><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/jaguwar_dr2016/Jaguwar-15-DeafRow2016.jpg" rel="" data-image-id="446" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/jaguwar_dr2016/Jaguwar-15-DeafRow2016.jpg" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/jaguwar_dr2016/thumbs/thumbs_Jaguwar-15-DeafRow2016.jpg" data-title="Jaguwar-15-DeafRow2016" data-description=" "><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-none alignleft" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/jaguwar_dr2016/thumbs/thumbs_Jaguwar-15-DeafRow2016.jpg" alt="Jaguwar-15-DeafRow2016" width="324" height="216" /></a></p>
<p>Das Licht geht an, die ersten Akkorde werden in den Raum gestellt und die Schatten der Musiker schneiden sich entlang ihrer Silhouetten durch das Licht. Ich werde von einer Soundwand sanft, aber fest, umschlossen und trotz der Lautstärke und Wucht, die mich vereinnahmt, entsteht eine äußerst träumerische Atmosphäre. Vermutlich baut sie sich durch den gelungenen Wechselgesang von Gitarrist und Bassistin auf, welchen beide klagend, fast ningelig, aber voller Substanz in den Stimmen über die instrumentale Basis erheben. So sehr, wie die Musik schwebt, wird sie durch das präzise, schnörkellose Schlagzeugspiel zusammen und vom präsenten Rickenbacker-Sound am Boden gehalten. Wie sich der Sound am besten beschreiben lässt? Ich denke, er ähnelt am ehesten der Lieblingskassette, die wieder und wieder und wieder abgespielt wurde. So lange, bis sie anfing zu leiern und Tonalitäten verzerren. Wo jeder vernünftige Mensch gesagt hätte: „Hau weg das Ding, das kann sich ja keiner mehr anhören“, setzt der Gitarrensound an und legt noch eine Schippe Achtzigerjahre-Atmosphäre drauf. Vielleicht so wie bei <strong>THE CURE</strong>. Oder <strong>NEW ORDER</strong>. Nur mächtiger.</p>
<p>Amps machen laut. Und viele Amps machen noch viel mehr laut. Und noch mehr Überlagerungen. Wahnsinn. Der Gitarrist spielt über vier Amps, wovon – nach seiner Aussage – immerhin einer das Clean-Signal rausgibt. Ich als Mensch mit wenig Hintergrundwissen zu Technik, freue mich einfach über die Vielschichtigkeit, die mir hier in Sachen Sound geboten wird. Zu den vielen Amps kommt ein Pedalboard, welches seinesgleichen sucht. Unserem teaminternen &#8222;Tech-Nick&#8220; <a href="https://silence-magazin.de/author/robert/">Robert</a> gehen bei dem Anblick gelinde gesagt die Augen über.</p>
<p><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/watered_dr2016/Watered-14-DeafRow2016.jpg" rel="" data-image-id="482" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/watered_dr2016/Watered-14-DeafRow2016.jpg" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/watered_dr2016/thumbs/thumbs_Watered-14-DeafRow2016.jpg" data-title="Watered-14-DeafRow2016" data-description=" "><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-right alignright" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/watered_dr2016/thumbs/thumbs_Watered-14-DeafRow2016.jpg" alt="Watered-14-DeafRow2016" width="351" height="234" /></a></p>
<p>Nach <strong>JAGUWAR</strong> folgen <strong>WATERED</strong>, die nach einem verheißungsvollen Soundcheck pünktlich ihre Show beginnen. Nachdem die Empore während des Openers noch unbesetzt war, füllt sich der Platz oben auch so langsam. Ich befinde mich im Gespräch mit Freunden und bemerke nicht einmal richtig, dass <strong>WATERED</strong> bereits zu spielen beginnen. Bedrohlich braut sich etwas zusammen. Vor allem schwer und sehr langsam wälzt sich der Sound durch den Raum. Zunächst trägt sich der Gesamtklang eine ganze Weile komplett über den druckvollen und warmen Bass-Sound, der meinen Hörgewohnheiten in seinem Charakter sehr entgegen kommt. Ich bin mir nicht sicher, ob es beabsichtigt ist, dass die Gitarren so im Hintergrund agieren. Sie sind schwer greifbar und schaffen es dennoch irgendwie, etwas zur Atmosphäre beizutragen. Darin sind sie aber nach meinem Ermessen eindeutig nicht präsent genug und fallen regelrecht hinten runter. Dieses Ungleichgewicht scheint sich aber mit der Zeit aufzulösen. Die deutlich düsterere Schwester des Post-Rock, den die Jungs da auf der Bühne hervorzaubern, wird lichttechnisch durch den regelmäßigen Einsatz von Strobo unterstützt. <strong>WATERED</strong> bauen durchaus Atmosphäre auf, sind aber wenig innovativ in dem, wie sie ihre Songs entwickeln. Ich kann diesen Stillstand in dem Moment nicht gut ertragen, vielleicht weil mir einfach die Geduld fehlt. Die Zeit, bis <strong>ULTHA</strong> aufspielen, verbringe ich damit, mich weiter umzusehen. Dabei entdecke ich, dass es im Kassa noch einen Indoor-Raucher-Bereich gibt. Wie praktisch, vor allem heute, wo es draußen immer wieder nass von oben herunterkommt.</p>
<p><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/deaf-row-2016-impressionen/DeafRow2016-Impressionen-4.jpg" rel="" data-image-id="612" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/deaf-row-2016-impressionen/DeafRow2016-Impressionen-4.jpg" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/deaf-row-2016-impressionen/thumbs/thumbs_DeafRow2016-Impressionen-4.jpg" data-title="DeafRow2016-Impressionen-4" data-description=" "><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-left alignleft" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/deaf-row-2016-impressionen/thumbs/thumbs_DeafRow2016-Impressionen-4.jpg" alt="DeafRow2016-Impressionen-4" width="303" height="202" /></a></p>
<p>Punkt 20:00 Uhr starten <strong>ULTHA</strong> die Dampfwalze, die den Club mit einem Teppich aus finsterstem Geschrote überzieht. Ich beschließe spontan, mich auf die Empore zu begeben und dem Spektakel in entspannt, sitzender Position beizuwohnen. Auf das Geschrote legt sich ein mit viel Hall besetzter Gesang, der wütend und verzweifelt die Atmosphäre zerschneidet. Ja, hier bin ich richtig. Ich lasse mich vom Black-Metal der Kölner vereinnahmen und nicke unvermeidbar mit dem Kopf mit. Die düstere Grundstimmung wird vor allem durch tiefe Frequenzen und ein sehr aufgeräumt wirkendes Schlagzeug getragen. Wenn ich nun nicht oben auf der Empore säße, würde ich vermutlich direkt unten am Bühnenrand stehen und all die Verzweiflung, die ich in den letzten Ecken meiner Seele finden könnte, herausschreien.</p>
<blockquote>
<h3 dir="LTR" align="LEFT">Herrlich, so muss das sein!</h3>
</blockquote>
<p>Was mich etwas verwundert, ist, dass im Publikum relativ wenig Bewegung ist. Trotz oder vielleicht genau wegen der Exzessivität, die hier an den Tag gelegt wird, fliegen nur sehr wenige Haare durch die Luft. Auch das ausschließlich rote Standlicht, in dem sich die schwarzen Silhouetten der Musiker scharf abzeichnen, bringt nicht mehr Bewegung in die Sache, dafür aber eine auf seltsame Art und Weise sehr kuschelige Stimmung. Als ich mich grad in meine Melancholie rutschen lasse, kündigt mir meine fotografierende Begleitung frustriert an, Bands mit diesem Lichtkonzept in Zukunft zu boykottieren (Wozu das geführt hat, seht ihr nun an den Fotos von <strong>ULTHA</strong>. Sie sind schwarz-weiß). Schade um die Fotos. Doch zurück zur Musik an sich. Die Kölner Kapelle hat Lukas, die kleine süße Lokomotive, zu einem großen, alles niederwälzendem Stahlross erzogen, das sich gnadenlos seinen Weg in mein Herz bahnt. So überwältigt ich bin – nach zwanzig Minuten der Show hat sich dieser Effekt bei mir leider bereits abgenutzt. Das liegt möglicherweise daran, dass ich oben auf der Empore recht weit weg vom Geschehen bin. Aber wie bereits erwähnt, bewegt sich unten auch nicht besonders viel. Die Musik ist doch recht gleichförmig, das Tempo über viele Songs gleich und die Tonalitäten ähnlich. Und so wird das Geschrote zum Rauschen eines Sound-Meeres, von dessen Horizont verzweifelte Schreie des schiffbrüchigen Sängers an mein Ohr getragen werden.</p>
<p><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/ultha_dr2016/Ultha-4-DeafRow2016.jpg" rel="" data-image-id="459" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/ultha_dr2016/Ultha-4-DeafRow2016.jpg" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/ultha_dr2016/thumbs/thumbs_Ultha-4-DeafRow2016.jpg" data-title="Ultha-4-DeafRow2016" data-description=" "><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-none alignright" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/ultha_dr2016/thumbs/thumbs_Ultha-4-DeafRow2016.jpg" alt="Ultha-4-DeafRow2016" width="328" height="218" /></a></p>
<p>Zurück vom Meer bewege ich mich mal hinaus, um die angebotenen Burger zu verkosten. Da gibt es nichts zu meckern. Das Preis-Leistungsverhältnis ist gut, die Zutaten frisch und der Sättigungseffekt vorhanden. Vorerst. Wie es eben immer so mit Burgern ist. Wirklich auf Dauer machen die leider nicht glücklich. Den Magen gefüllt und die Lunge mit frischer Luft versorgt, besorge ich mir eine Brause und beobachte am Bühnenrand das geschäftige Treiben auf selbiger. Nachdem<strong> JAGUWAR</strong> mit viel schwerem und großen Gerät aufgefahren haben, schrumpft die Bühnenbestückung von Band zu Band immer weiter zusammen. <strong>RADARE</strong> bauen sich regelrecht einen Arbeitsplatz. Aufgeräumt, luftig, wenige Amps und doch viel Instrumentarium wird auf der Bühne verteilt. Keyboard, Sampling-Station, Posaune, Klarinette, noch ein Keyboard und dazu die Standard-Bandbesetzung. Meine Neugier auf das, was mich erwartet, steigt weiter, als ich begreife, dass all diese Instrumente von nur vier Personen bedient werden.</p>
<blockquote>
<h3 dir="LTR" align="LEFT">Multi-Intrumentalisten &#8211; sowas find&#8216; ich ja immer gut.</h3>
</blockquote>
<p>Mit einer überschaubaren Verzögerung von zwanzig Minuten betritt die Kombo die Bühne und empfängt das Publikum mit einem eingesprochenen Intro, welches von langsam, tragender, regelrecht gesetzt wirkender Musik abgelöst wird. Ich fühle mich sofort, als würde vor meinem inneren Auge eine Western-Film-Szenerie ablaufen können. Nein, nicht so, wie ihr denkt. Ohne Peng-Peng und klagende Mundharmonikasequenzen. Vielmehr die Musik, zu der ein Lonesome Rider durch die verlassene Western-Stadt zieht. Ich entschließe mich dazu, ein weiteres Mal die Empore aufzusuchen. Ich finde dort einen guten Sitzplatz und kann mich hinwegträumen. Zuverlässig, wie auch schon bei den anderen Bands, habe ich sowohl oben als auch unten vor der Bühne sehr ausgewogenen Sound. Angemessen druckvoll, aber nicht unnötig laut. Vor allem bei der vielschichtigen Musik, die <strong>RADARE</strong> auffahren, kommt dieser Umstand besonders positiv zum Vorschein. Auch bei Passagen, die nur durch einzelne Instrumente, wie beispielsweise Keys und Posaune bespielt werden, bricht die Atmosphäre nicht ein. Ich bin davon begeistert, mit welcher Leichtigkeit und welchem Minimalismus die Vier es bewerkstelligen, ein so vereinnahmendes und rundes Klangbild zu schaffen.</p>
<p><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/radare_dr2016/Radare-4-DeafRow2016.jpg" rel="" data-image-id="502" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/radare_dr2016/Radare-4-DeafRow2016.jpg" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/radare_dr2016/thumbs/thumbs_Radare-4-DeafRow2016.jpg" data-title="Radare-4-DeafRow2016" data-description=" "><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-none alignleft" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/radare_dr2016/thumbs/thumbs_Radare-4-DeafRow2016.jpg" alt="Radare-4-DeafRow2016" width="327" height="218" /></a></p>
<p>Die Langsamkeit in der Musik verlangt mir als Hörer ab, mich von Erwartungen und dem Warten auf Aktion zu distanzieren. Ich lenke meine Aufmerksamkeit also auf das Tun der Musiker und stelle fest, dass sich hinter der Getragenheit und der Langsamkeit raffinierte Kompositionen verbergen. Vor allem die so organisch verlaufenden Harmoniewechsel vollziehen sich fast nicht wahrnehmbar und zaubern mir mit ihrer eleganten Verspieltheit ein Dauergrinsen aufs Gesicht. Zeitweise wird die Western-Szenerie vor meinem inneren Auge von einem im Wald spielenden Horrorfilm abgelöst. Bassfrequenzen, die meine Schädeldecke erzitten lassen, durchzogen von spitzen Gitarrensounds, lehren mich das Gruseln. Doch <strong>RADARE</strong> kehren zuverlässig zum Western-Theme zurück. Neben eher klassischen Effekten spielt die Band auch mit eher ungewöhnlichen Variationen, die dazu führen, dass zum Beispiel eben die Gitarre, mit dicker Zerre und Bendings bis zur Kniekehle versehen, kaum mehr als solche zu identifizieren ist. Im Gesamtkonzept Bläser einzubinden und sogar zwei Keyboarder am Start zu haben, ist auch etwas sehr Erfrischendes, was ich in der Form bisher nie gesehen habe.</p>
<p>Während ich mich noch so davonträume, beenden <strong>RADARE</strong> nach gefühlt viel zu kurzer Zeit ihre Show. Langsam fange ich mich wieder und beschließe, noch einmal draußen herumzustromern und mir einen weiteren Burger einzuverleiben. Wie ich schon befürchtet hatte, hatten jedoch andere vermutlich ähnlich gefräßige Gäste bereits alles aufgegessen. Schade, dann wird es wohl doch noch ein Getränk. Ich platziere mich drinnen am Tonpult und warte auf <strong>REGARDE LES HOMMES TOMBER</strong>. Robert, der sich ebenfalls nach Jena bewegt hat, freut sich unheimlich, weil sie zum Soundcheck einen Song von <strong>MGLA</strong> covern. Ich freue mich einfach, weil der Drummer schon vor Anfang der Show ordentlich Ballett macht. Mit ein wenig weiterer Verzögerung beginnt die Kapelle aus Nantes ihren Auftritt. Ich bin geblendet.</p>
<blockquote>
<h3 dir="LTR" align="LEFT">Der Strobo überfordert kurzzeitig meine Synapsen.</h3>
</blockquote>
<p>Nach dem ruhigen, einlullenden Soundtrack, den ich vorher genießen konnte, weckt mich diese um einiges aktivere Band wieder auf. Black Metal steht nun auf dem Plan. Die Lichtshow ist aktiver, die Musik vorsichtig gesagt treibender. Was mir hier an Angryness und Power entgegengebracht wird, ist beeindruckend. Der Abriss kommt Genre-typisch mit zerstörerischen Walzenparts daher, die immer wieder zu zerrütteten, leiseren Parts abebben, um anschließend in eine weitere Welle Zerstörung zu erwachsen. Tatsächlich habe ich zu <strong>REGARDE LES HOMMES TOMBER</strong> recht wenig zu sagen, weil sie ihrem Metier entsprechendes Instrumentarium auffahren und dieses ohne Frage auch umzusetzen wissen. Ich stehe einfach nur da und lasse mir die Gehirnwindungen durchpusten.</p>
<p><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/regarder-les-hommes-tomber_dr2016/RegarderLesHommesTomber-19-DeafRow2016.jpg" rel="" data-image-id="530" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/regarder-les-hommes-tomber_dr2016/RegarderLesHommesTomber-19-DeafRow2016.jpg" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/regarder-les-hommes-tomber_dr2016/thumbs/thumbs_RegarderLesHommesTomber-19-DeafRow2016.jpg" data-title="RegarderLesHommesTomber-19-DeafRow2016" data-description=" "><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-none alignright" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/regarder-les-hommes-tomber_dr2016/thumbs/thumbs_RegarderLesHommesTomber-19-DeafRow2016.jpg" alt="RegarderLesHommesTomber-19-DeafRow2016" width="329" height="219" /></a>Nach dieser klassischen Zerstörungswelle habe ich mein Müdigkeitstief zunächst überwinden können und beobachte das emsige Treiben zum Umbau. Die nun folgende Band hat ähnlich <strong>RADARE</strong> einige Instrumente dabei, die über die Standard-Besetzung hinausgeht. Zum Beispiel eine Schatzkiste. Oder so etwas ähnliches. Darin befindet sich ein Blasebalg. Klingt ein bisschen wie eine Drehorgel. Außerdem erblicke ich ein lautenähnliches Zupfinstrument, das vermutlich östlichem Ursprungs ist. Auch eine ganze Palette Percussionsinstrumente liegt bereits herum – Rasseln, Schellen, Glocken verschiedener Formen und Größen. Mit Beginn der Show wird in regelmäßigen Abständen wieder der Strobo angeworfen, was ich inzwischen schon recht nervig finde. <strong>THE BLACK HEART REBELLION</strong> legen los und werfen mich dank ihrer Instrumente direkt in Ethno-ähnliche Strukturen. Der Gesang ist angemessen präsent, die Stimme sehr angenehm. Die gesungenen Melodielinien und Percussion sowie dazu passend das sehr warme, orangene Licht erzeugen eine äußerst epische Atmosphäre. Die Bandmitglieder interagieren stark miteinander und bringen Bewegung auf die Bühne. Hier geht es viel um Show. Ich bin ja hinsichtlich Shows eher der Freund des Minimalismus – ich finde übertriebenes Herumgehampel vor allem eins, nämlich albern. So auch hier. Schön anzusehen ist es dennoch, wie die wehenden Haare Wirbel in den Bühnennebel treiben. Die Übertriebenheit ihrer Gesten tut der Tatsache, dass diese Band ihr Handwerk versteht, jedoch keinen Abbruch. Sie haben Mut zu langsamen, tragenden und mit wenig Aktion gefüllten Parts, die fast ausschließlich vom stetig leicht leiernden Gesang getragen werden. Für mich ist diese Art Musik ein unbekanntes Konzept, das ich am ehesten als Mischung aus Ambient, Post-Rock und Doom, die mit nativen Elementen durchwachsen ist, beschreiben würde. All das vorgetragen mit einer ordentlichen Ladung Pathos.</p>
<p><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/the-black-heart-rebellion_dr2016/TheBlackHeartRebellion-13-DeafRow2016.jpg" rel="" data-image-id="568" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/the-black-heart-rebellion_dr2016/TheBlackHeartRebellion-13-DeafRow2016.jpg" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/the-black-heart-rebellion_dr2016/thumbs/thumbs_TheBlackHeartRebellion-13-DeafRow2016.jpg" data-title="TheBlackHeartRebellion-13-DeafRow2016" data-description=" "><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-none alignleft" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/the-black-heart-rebellion_dr2016/thumbs/thumbs_TheBlackHeartRebellion-13-DeafRow2016.jpg" alt="TheBlackHeartRebellion-13-DeafRow2016" width="332" height="221" /></a>Nach zwanzig Minuten hat sich mein Interesse an der Musik der Belgier langsam aber sicher verflüchtigt, da ich den Eindruck gewinne, sämtliche, nun folgende Melodielinien, bereits von ihnen gehört zu haben. Da sich die Show dauerhaft auf einem Drama-Level von 100% bewegt und mir die Luft im Kassa inzwischen wirklich unangenehm wird, verlasse ich den Konzertraum vorerst. Ich weiß tatsächlich nicht, wie sich die Zeit bis zum Beginn der letzten Band so verziehen konnte, aber der erste Ton, den<strong> CELESTE</strong> von sich geben, erklingt mit einer ganzen Stunde Verspätung. Das Kassa ist immer noch voll, was mich aufgrund der vorangeschrittenen Uhrzeit (es ist inzwischen fast halb Zwei) doch verwundert. Gut, die Franzosen wurden mir ja schon von vornherein als akustisches sowie optisches Sahneschnittchen angepriesen. Daran wird es wohl liegen.</p>
<p><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/celeste_dr2016/Celeste-4-DeafRow2016.jpg" rel="" data-image-id="601" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/celeste_dr2016/Celeste-4-DeafRow2016.jpg" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/celeste_dr2016/thumbs/thumbs_Celeste-4-DeafRow2016.jpg" data-title="Celeste-4-DeafRow2016" data-description=" "><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-none alignright" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/celeste_dr2016/thumbs/thumbs_Celeste-4-DeafRow2016.jpg" alt="Celeste-4-DeafRow2016" width="320" height="213" /></a>Wieder meinen Platz am Tonpult eingenommen, erwarte ich gespannt, was nun passieren wird. Die Bühne ist dunkel. Komplett. Nur an der Seite sieht man zunächst die eine oder andere Amp-Diode rot leuchten. Dass dort Musiker auf der Bühne sind, wird erst sichtbar, als selbige ihre Kopflampen anmachen. Keine Silhouette, kein Schatten verrät, wo sie sich befinden. Nur ihre roten Lichter lassen es erahnen. Den nickenden Kopfbewegungen der Musiker folgend, sehen die Lichtkegel aus, als stammten sie von verwirrten Leuchttürmen. Nach dem ruhigen, getragenen Intro folgt ein atemberaubendes Gewitter aus Krach und Geschrei, untermalt mit aggressiven Strobo. Eisbrecher-gleich schiebt sich die undifferenzierte, aber keinesfalls unangenehme Soundwand durch den Saal. Was genau hier passiert, lässt sich schwer in Worte fassen – aber es ist laut. Es ist überbordend. Es ist verzweifelt. Letzteren Eindruck hinterlässt hauptsächlich die schneidende Reibeisenstimme. Darunter bewegt sich einiges, nach wie vor kann ich allerdings nicht differenzieren, was genau geschieht. Ich stelle nach einer Weile der Eingewöhnung erstaunt fest, dass die Musik sogar etwas Orchestrales an sich hat. Alles in allem könnten<strong> CELESTE</strong> mit ihrer Show sehr gut den Soundtrack zu einem depressiven Schub, der dich verzweifelt in der Ecke kauern lässt, geschrieben haben. Einfach nur der Wahnsinn. Mir gefällt die Mischung aus Sludge und Post-Hardcore, die die Band auf den Saal niederprasseln lässt, ausgesprochen gut. Ob ich mir sowas Zuhause auch anhören würde, wage ich allerdings zu bezweifeln.</p>
<blockquote>
<h3 dir="LTR" align="LEFT">Der Tag danach. Ich ziehe Bilanz.</h3>
</blockquote>
<p>Dass der Abend sehr anstrengend werden würde, weil sich sieben Bands gegenseitig die Klinke in die Hand geben, hatte ich ja vorher schon geahnt. Dass ich erst halb fünf im Bett sein sollte, befürchtet. Doch die Anstrengungen waren den Abend absolut wert. Ich habe so viele verschiedene neue Eindrücke sammeln können, eine tolle Location kennengelernt und war endlich mal in Jena. Für das kommende Jahr nehme ich mir vor, wieder zum <strong>Deaf Row</strong> ins Kassa zu fahren. Unabhängig vom Line-Up. Denn das, was mich neben der Auswahl hochwertiger und so verschiedener Bands absolut überzeugen konnte, war der top Sound, der mir geboten wurde.</p>
<p> [<a href="https://silence-magazin.de/deaf-row-fest-v-2016-jena/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=deaf-row-fest-v-2016-jena">See image gallery at silence-magazin.de</a>] </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/deaf-row-fest-v-2016-jena/">DEAF ROW FEST V &#8211; von Jena vereint.</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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		<title>Von Black Metal bis Shoegaze &#124; DEAF ROW FEST V</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nina]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Aug 2016 09:48:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Sieben Bands, ein Abend, eine Bühne. So weit, so gut. Sowas haben wir alle schon mal gesehen. Was das Jenaer DEAF ROW FEST allerdings auszeichnet, ist musikalische Vielfalt. Am 17. September wird mit der fünften Auflage des Festivals der Bogen von Black Metal über ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/von-black-metal-bis-shoegaze-deaf-row-fest-v/">Von Black Metal bis Shoegaze | DEAF ROW FEST V</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Sieben Bands, ein Abend, eine Bühne. So weit, so gut. Sowas haben wir alle schon mal gesehen. Was das Jenaer <a href="https://www.facebook.com/events/1210566882306296/"><strong>DEAF ROW FEST</strong></a> allerdings auszeichnet, ist musikalische Vielfalt. Am 17. September wird mit der fünften Auflage des Festivals der Bogen von <strong>Black Metal</strong> über <strong>Post Metal</strong> bis hin zu <strong>Noise-Pop</strong> geschlagen. Ich gebe offen zu, dass ich die meisten Namen dieses Abends nur vom Hörensagen kenne. Und genau deswegen freue ich mich so über das Event. Ich werde die Gelegenheit haben, gleich eine ganze Hand voll Bands anzusehen, zu denen ich mich bislang ungefähr so äußern kann: „Ja, schon mal von gehört, sollen gut sein.“ Einzig der Opener <strong>JAGUWAR</strong> ist mir besser bekannt, doch dazu später mehr. Das Festival hebt für mich heraus, dass es mit seinem Konzept nicht nur verschiedene und doch ähnliche musikalische Interessen bedient, sondern sich auch dem guten Zweck verschrieben hat. Denn das Deaf Row Fest unterstützt im Vorfeld der Veranstaltung aktiv <strong>Seehilfe e.V.</strong> mit Spendenaktionen, deren Gewinne zu 100% in das besagte Projekt fließen, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, geflüchtete Menschen auf Sizilien mit dringend benötigten Hilfsgütern zu versorgen.</p>
<p>Doch zum Kernstück &#8211; der Musik!</p>
<p><iframe loading="lazy" style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=39486717/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=1914851875/transparent=true/" width="300" height="150" seamless=""><a href="https://celestes.bandcamp.com/album/pessimiste-s">Pessimiste(s) by Celeste</a></iframe></p>
<p>Niemand Geringeres als die in meinem Umfeld sehr gefeierten Franzosen von<strong> CELESTE</strong> haben sich als Headliner im Jenaer Kassablanca angekündigt. Mit ihrem Sound aus Sludge/Post-Hardcore erschaffen sie verstörende Klangwelten, die mir schon beim kurzen Reinhören die Luft zum Atmen nehmen. Dass sie damit bei mir sicherlich auch live Eindruck hinterlassen werden, steht außer Frage. Ob ich dem Ganzen zugeneigt sein kann, werde ich wohl erst vor Ort entscheiden können.</p>
<p><iframe loading="lazy" style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/track=3153926983/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="300" height="150" seamless=""><a href="https://theblackheartrebellion.bandcamp.com/track/for-lucia">For Lucia by The Black Heart Rebellion</a></iframe></p>
<p>Etwas weniger aggressiv, wenn auch nicht minder vereinnahmend, geben sich<strong> BLACK HEART REBELLION</strong> aus Belgien, die sich irgendwo zwischen Doom und Post-Rock bewegen und in Trance führende Percussion sowie native Klänge in ihre Kompositionen einweben. Während dieser Performance könnte ich mich vermutlich von den beiden vorhergehenden Bands des Abends etwas erholen. Denn sowohl die zuvor aufspielenden <strong>ULTHA</strong> aus Köln als auch <strong>REGARDE LES HOMMES TOMBER</strong> aus Frankreich werden kontrastiv zu <strong>BLACK HEART REBELLION</strong> deutlich straightere und finsterere Saiten aufziehen. Diese beiden Bands zelebrieren ausführlichst den Black Metal, welchem ich mich vermutlich kaum verwehren werde können und mir deswegen meine Nackenmuskulatur perspektivisch frühzeitig lockern sollte.</p>
<p><iframe loading="lazy" style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=40990157/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="300" height="150" seamless=""><a href="https://ultha.bandcamp.com/album/dismal-ruins-ep">Dismal Ruins (EP) by ULTHA</a></iframe></p>
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<p>Wem jetzt noch nicht, wie mir, das Höschen mit Aussicht auf diese verschiedenen, gesammelt an einem Abend spielenden Kapellen, feucht wird, sollte sich bewusst machen, dass es noch drei weitere Bands im Line-Up geben wird. Bands, die sich vor allem wabernden, träumerischen Sound-Sphären verschrieben haben. Mit <strong>WATERED</strong> und <strong>RADARE</strong> holen die Veranstalter zur Aufwärmung zwei instrumentale und deutlich postigere Vertreter des Metals auf die Bühne. Während <strong>WATERED</strong> mit einem Mix aus tiefen, schweren Riffs und schwebenden Gitarrenlicks eher komplexe Strukturen auffahren, verspricht die deutlich tragendere und langsamere Musik von <strong>RADARE</strong> eine gehörige Portion mehr Melancholie, die mich je nach Stimmung entweder erfolgreich auf sentimentale Ebenen tragen oder – was ich eher vermute – schlicht und ergreifend einschlafen lassen wird.</p>
<p><iframe loading="lazy" style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1792314094/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=2388824584/transparent=true/" width="300" height="150" seamless=""><a href="https://watered.bandcamp.com/album/some-are-born-into-the-endless-night">Some Are Born Into The Endless Night by Watered</a></iframe></p>
<p>Doch zurück zu <strong>JAGUWAR</strong>. Die Dresdner werden den Abend im Kassablanca eröffnen. Mich haben sie bisher immer wieder sowohl mit ihrer Musik als auch der Show um den Finger wickeln können. Noise-Pop/Shoegaze nennt sich das, was sie einem da auf die Ohren geben. So mancher hat sie auch schon in die Kategorie Doom geschoben. Wie das alles zusammen passen soll, weiß ich nicht. Was ich aber versprechen kann, ist, dass das Konzept – für mich jedenfalls – bestens funktioniert. Effektbeladene Soundwände wälzen mich nieder, die melancholisch träumerischen Stimmen von Gitarrist und Bassistin erheben sich darüber. Das Bühnenlicht funkelt in allen Farben und es wirkt, als hätte just ein Einhorn einen Sack Glitzer über die Bühne verstreut. Da fehlen nur noch Seifenblasen.</p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/LqVLgNuZu_w?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Wie ihr seht, es gibt an besagtem Abend in Jena viel zu entdecken. Wem das noch nicht reichen sollte, könnte sich außerdem noch die zwei Tage vorher stattfindende <a href="https://www.facebook.com/events/1035320489855289/">Warm-Up Party</a> mit <strong>MUTILATION RITES </strong>und <strong>WIEGEDOOD</strong> im Rosenkeller Jena geben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Was?                          DEAF ROW FEST</p>
<p>Wann?                        17.09.2016</p>
<p>Wo?                            Kassablanca Jena</p>
<p>Preis:                         20€ VVK</p>
<p>Genre:                       Black Metal, Post Metal, Sludge, Noise-Pop/Shoegaze</p>
<p>Bands:                    <strong> CELESTE</strong>, <strong>BLACK HEART REBELLION</strong>, <strong>ULTHA</strong>, <strong>REGARDE LES HOMMES TOMBER</strong>, <strong>WATERED</strong>, <strong>RADARE</strong>, <strong>JAGUWAR</strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/von-black-metal-bis-shoegaze-deaf-row-fest-v/">Von Black Metal bis Shoegaze | DEAF ROW FEST V</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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