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	<title>Prophecy Productions Archive - Silence Musik Magazin</title>
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	<description>Das endgültige Metal-Magazin</description>
	<lastBuildDate>Fri, 09 Feb 2018 15:44:31 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Prophecy Productions Archive - Silence Musik Magazin</title>
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		<title>NEUN WELTEN Record Release Show im UT Connewitz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Flo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Feb 2018 10:55:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Im Sommer 2017 erschien die dritte Scheibe der Leipziger NEUN WELTEN mit dem Namen „The Sea I&#8217;m Diving In“. Diese Platte, wie auch die beiden Vorgänger, kann einiges, die Musik ist unvergleichbar. Aber jetzt mal Butter bei die Fische: Nach fünf Jahren ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Sommer 2017 erschien die dritte Scheibe der Leipziger <strong>NEUN WELTEN</strong> mit dem Namen <strong>„The Sea I&#8217;m Diving In“</strong>. Diese Platte, wie auch die beiden Vorgänger, kann einiges, die Musik ist unvergleichbar. Aber jetzt mal Butter bei die Fische: Nach fünf Jahren ohne Live-Auftritt besteht doch nun sicher bei etlichen Fans und auch bei den Musikern selbst großes Interesse, an die fünf Jahre der Bühnenabstinenz nicht noch ein sechstes, siebentes oder achtes dranzuhängen.</p>
<p>Und so findet am <strong>27. Januar 2018</strong> die Release Show zum neuen Werk statt, und zwar im wundervollen <strong>UT Connewitz</strong> in <strong>Leipzig</strong>. Mit dabei: niemand geringeres als <strong>DORNENREICH</strong>. Der Auftritt der Österreicher stellt auch gleichzeitig den Auftakt ihrer Akustik-Tour dar, die sich im Februar und März fortsetzt. Demzufolge spielen <strong>DORNENREICH</strong> auch heute ein Akustik-Set.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3 style="text-align: center;">DORNENREICH &#8211; Akustik -Set</h3>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-25143" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/02/DSC_0037-2.jpg" width="400" height="365" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/02/DSC_0037-2.jpg 1043w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/02/DSC_0037-2-300x274.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/02/DSC_0037-2-1024x935.jpg 1024w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/02/DSC_0037-2-750x685.jpg 750w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Ohne groß aufzutischen, betreten <strong>Eviga</strong> und <strong>Inve</strong> die ehemalige Theaterbühne, schnappen sich Gitarre und Violine und kommen zur Sache. Es dauert nicht lange, bis mich ihre Magie erreicht. Vom ersten Moment an sind beide Musiker in ihre Kunst versunken, tun das, was sie tun, mit Leib und Seele, genießen den Moment und spielen sich in Extase. Mit Ansagen zwischen den Titeln wird sehr sparsam umgegangen, dafür wird am Ausdruck der Songs eine ordentliche Schippe draufgelegt. Die Bewegungen zur Musik zeigen mir, wie sehr den beiden Österreichern ihre Musik durch Mark und Bein geht. Sie scheinen eins mit ihren Instrumenten zu werden.</p>
<p>Das kommt sofort bei mir an, ich fahre mich herunter und lasse mich mitnehmen auf eine Reise voller Poesie und Emotionalität. Scheinbar geht es dem aufmerksamen Publikum ganz genau so, denn etliche Leute vor der Bühne lauschen andächtig. Allerdings gibt es da noch den Teil des Publikums, der sich gerade an der Bar vergnügt. Oft hört man das Klimpern der Gläser und Flaschen, ebenso wie lautstarke Unterhaltungen und Gekicher. Das ist per se nichts, das man jemandem auf einem Konzert verübeln könnte, allerdings reißt mich ebendies aus der von <strong>DORNENREICH</strong> kreierten Atmosphäre mehr als einmal heraus. Auch <strong>Eviga</strong> und <strong>Inve</strong> scheinen gestört davon.</p>
<p><img decoding="async" class="alignleft wp-image-25145" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/02/DSC_0080.jpg" width="400" height="316" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/02/DSC_0080.jpg 669w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/02/DSC_0080-300x237.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Nichtsdestotrotz schafft es das Duo in meinen Augen recht schnell, das Publikum wieder abtauchen zu lassen. <strong>DORNENREICH</strong> spielen einen sehr ausgeglichenen Mix aus neueren und älteren Stücken, allerdings auch ganz frisches Material, das <strong>noch nirgends veröffentlicht</strong> ist. Mich treffen vor allem <em>„Erst deine Träne löscht den Brand“</em> und <em>„Dem Wind geboren“</em> direkt ins Herz. Augen zu und genießen. Und wieder einmal stelle ich fest, dass mir <strong>DORNENREICH</strong> akustisch um einiges besser gefallen, als metallisch. Das war Balsam für die Seele. Wer die Möglichkeit hat, sie auf ihrer Akustik-Tour zu erleben, sollte sich das nicht entgehen lassen.</p>
<h3>&nbsp;</h3>
<h3>&nbsp;</h3>
<h3>&nbsp;</h3>
<h3 style="text-align: center;">NEUN WELTEN &#8211; Record Release Show</h3>
<p><img decoding="async" class="alignright wp-image-25138" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/02/DSC_0126.jpg" width="400" height="305" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/02/DSC_0126.jpg 1650w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/02/DSC_0126-300x229.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/02/DSC_0126-1024x781.jpg 1024w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/02/DSC_0126-750x572.jpg 750w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Bevor <strong>NEUN WELTEN</strong> die Bühne betreten, stelle ich fest, dass einige Instrumente mehr auf der Bühne stehen, als Musiker in der Band sind: etliche verschiedene Gitarren und, worüber ich besonders überrascht bin, ein Cello. Somit wäre neben der Violine ein weiterer Streicher auf der Bühne. Das verspricht, eine abwechslungsreiche Show zu werden. Inzwischen sind auch einige Leute mehr im Saal.</p>
<p>Die Leipziger nehmen in ruhiger, bedächtiger Art und Weise die Bühne in Beschlag und zaubern einen Höhepunkt nach dem anderen. Ältere Songs wie <em>„Destrunken II“</em>, <em>„Valg“</em> und <em>„Auf kargem Fels“</em> stehen auf dem Programm. Neben den etwas betagteren Stücken wird allerdings das Hauptaugenmerk auf die neuen Stücke vom aktuellen Album gelegt. Mit <em>„In Mourning“</em>, <em>„Nocturnal Rhymes“</em> und vor allem <em>„The Dying Swan“</em> im Zusammenspiel mit der einzigartigen Kulisse des UT Connewitz geben sich die Fans voll und ganz den Klängen hin, die <strong>Meinolf</strong> und Co. hier vortragen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-25148 alignleft" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/02/DSC_0314.jpg" width="320" height="480" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/02/DSC_0314.jpg 1100w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/02/DSC_0314-200x300.jpg 200w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/02/DSC_0314-683x1024.jpg 683w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/02/DSC_0314-750x1125.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px" />Es ist mitreißend, aber natürlich auf andere Art und Weise als bei treibendem Metal. Im Publikum rennt keiner alkoholisiert durch die Massen und macht Party, schreit rum, oder dergleichen, sondern alle Fans scheinen konzentriert die Musik zu verfolgen, gleichzeitig aber tiefenentspannt zu sein, gefesselt von der Atmosphäre des Ganzen. Das ist eine Erfahrung, die ich bisher auf wenigen Konzerten machen konnte.</p>
<p>Zwischen einzelnen Songs tauscht <strong>Meinolf</strong> die akustische gegen eine elektrische Gitarre und unter anderem beim Lied<em> „Pan“</em>, das für mich eines der schönsten Stücke von <strong>NEUN WELTEN</strong> ist, kommt das Cello zum Einsatz, gespielt von <strong>David</strong>, der sonst ebenfalls mit einer Gitarre bekleidet ist. Nebenbei bemerkt ist <strong>David</strong> ein richtiger Gitarrenvirtuose (das musste hier einfach mal gesagt werden).</p>
<p>Anmutig ist die Musik, bedächtig wirken auch die Künstler. Die Ansagen zwischen den Stücken werden eher knapp und vor allem sehr ruhig gehalten. Auch die Band selbst scheint die nachdenkliche, melancholische und beruhigende Stimmung ihrer Songs aufzusaugen und nach außen zu tragen. Lediglich am Ende des Konzertes gibt es tosenden Applaus und Zugaberufe, die schließlich auch erfüllt werden.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-25140 alignright" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/02/DSC_0245.jpg" width="400" height="321" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/02/DSC_0245.jpg 1650w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/02/DSC_0245-300x241.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/02/DSC_0245-1024x822.jpg 1024w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/02/DSC_0245-750x602.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Nach drei weiteren Songs ist dann aber endgültig Feierabend, und während sich <strong>NEUN WELTEN</strong> erneut ihren verdienten Applaus abholen, bekommt <strong>Aline</strong> (Violine, unter anderem auch bei <strong>EMPYRIUM</strong>) einen Strauß Blumen von einem (schätzungsweise) netten Herrn aus dem Publikum überreicht. Tolle Geste!</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>&nbsp;</h3>
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<h3 style="text-align: center;">Fazit</h3>
<p>Das gesamte Konzert war ein rundum gelungener Abend! Nach dem grandiosen Auftakt von <strong>DORNENREICH</strong> halte ich fest, dass <strong>NEUN WELTEN</strong> trotz fünfjähriger Live-Pause entweder nichts verlernt, oder ziemlich viel geübt haben (oder beides). Das war große Klasse! Mich würde es nicht wundern, demnächst wieder öfter die Chance zu haben, diese wunderbare Combo live zu erleben. Wer die Möglichkeit findet: Hingehen!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-25149" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/02/DSC_0360.jpg" alt="" width="1650" height="1100" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/02/DSC_0360.jpg 1650w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/02/DSC_0360-300x200.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/02/DSC_0360-1024x683.jpg 1024w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/02/DSC_0360-360x240.jpg 360w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/02/DSC_0360-750x500.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 1650px) 100vw, 1650px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>DORNENREICH</strong> <a href="http://www.flammentriebe.com/php/news/news.php">online</a></p>
<p><strong>NEUN WELTEN</strong> auf <a href="https://www.facebook.com/neunwelten/">Facebook</a></p>
<p><strong>UT Connewitz </strong><a href="http://www.utconnewitz.de/">online</a></p>
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		<title>Zurück zur Quelle &#8211; Sun of the Sleepless</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oli]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Jul 2017 09:10:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Black Metal]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>SUN OF THE SLEEPLESS – To the Elements Veröffentlichungsdatum: 21.07.2017 Dauer: 41 Min. Label: Prophecy Productions / Lupus Lounge Stil: Black Metal / Dark Metal Markus Stock aka Ulf Theodor Schwadorf ist ein äußert umtriebiger Mann. Seine beiden Hauptbands EMPYRIUM und THE ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>SUN OF THE SLEEPLESS</strong> – To the Elements<br />
Veröffentlichungsdatum: 21.07.2017<br />
Dauer: 41 Min.<br />
Label: Prophecy Productions / Lupus Lounge<br />
Stil: Black Metal / Dark Metal</p>
<p><strong>Markus Stock</strong> aka <strong>Ulf Theodor Schwadorf</strong> ist ein äußert umtriebiger Mann. Seine beiden Hauptbands <strong>EMPYRIUM</strong> und <strong>THE VISION BLEAK</strong> sind weit bekannt und waren in der Vergangenheit mit Alben wie &#8222;Songs of Moors &amp; Misty Fields&#8220; oder &#8222;The wolves go hunt their prey&#8220; teils stilprägend für den deutschen Folk (Metal) wie auch den sogenannten Horror Metal. Zudem fungiert <strong>Stock</strong> seit Jahren als Produzent zahlreicher Düsterkapellen und betreibt die Klangschmiede Studio E, in der illustre Namen wie <strong>SECRETS OF THE MOON</strong>, <strong>ALCEST</strong>, <strong>HELRUNAR</strong> und <strong>DORNENREICH</strong> ihre Langrillen verewigten. Doch erst einmal genug des Namedroppings.</p>
<p>Denn im Sommer 2017 debütiert endlich <strong>Stock</strong>s seit Ende der 90er Jahre bestehendes Black Metal-Projekt <strong>SUN OF THE SLEEPLESS</strong> mit dem Album &#8222;To the Elements&#8220;. Geboten wird rund 40 Minuten lang melancholischer, nostalgischer und sehr kraftvoller Black Metal, der einen mit seinen Klängen in schroffe Gebirge und dunkle Wälder locken möchte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Ein ferner Schein</h3>
<p>Erstmals aufmerksam auf das Projekt wurde ich durch das&nbsp;Cover des Klassikers <em>&#8222;Thou, Whose Face Hath Felt the Winter&#8217;s Wind&#8220;</em> durch die ebenfalls deutsche Black Metal Band <strong>EÏS</strong>. Die epische Instrumentierung und der stürmische Charakter, der seine Inspiration klar von skandinavischen Vorreitern bezieht, wird auf dem neuen Album konsequent fortgesetzt. Allerdings haben die vergangenen 18 Jahre natürlich auch zu einigen Änderungen im Klangbild geführt.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-20280 " src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/07/19983708_245188892652026_8316694781256783094_o-1024x615.jpg" width="516" height="310" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/07/19983708_245188892652026_8316694781256783094_o-1024x615.jpg 1024w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/07/19983708_245188892652026_8316694781256783094_o-300x180.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/07/19983708_245188892652026_8316694781256783094_o-750x450.jpg 750w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/07/19983708_245188892652026_8316694781256783094_o.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 516px) 100vw, 516px" /></p>
<p>Das Album beginnt jedoch mit<em> &#8222;The burden&#8220;</em> und dem ersten langen Stück <em>&#8222;Motions&#8220;</em> herrlich klassisch. Epische Klargesänge, die an alte <strong>ULVER</strong> erinnern, werden von straighten Blasts unterbrochen und vereinen sich mit eisigen Gitarren zu einem typisch nordischen Schwarzmetallgebräu. Mehrere Gitarrenspuren verweben sich zu einem gleichermaßen melodischen wie auch sehr dichten Klang und durch die simplen, aber effektiven, Leadgitarren, die hintergründig von Keyboardklängen unterstützt werden, zieht eine Dramatik und Melancholie herauf, die mich tief in den Song eintauchen lässt.</p>
<p>Das folgende <em>&#8222;The Owl&#8220;</em> basiert im Kern auf einer recht simplen Tonabfolge, die mich zuweilen an <strong>THE VISION BLEAK</strong> und gewisse Klänge aus <strong>HELRUNAR</strong>s &#8222;Sol&#8220; erinnert, jedoch im Aufbau des Songs sowohl in der Instrumentalisierung als auch Variation des Grundmotivs verändert wird. An diesem Beispiel zeigt sich meiner Meinung nach die musikalische Erfahrung von <strong>Markus Stock</strong>. Er weiß genau, wie man aus einer simplen Grundidee einen gut ausgearbeiteten Song gestaltet. Respekt!</p>
<p>Das darauf folgende <em>&#8222;Where in my childhood lived a witch&#8220;</em> vereint den groovigen Aspekt mit einem stürmischen Schwarzmetallgewitter. Besonders der elegante Bruch, der in der Mitte des Stückes stattfindet, hat es mir angetan. Break, episches Lead, kurze Alternierung und dann Vollgas &#8211; so macht man das.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Aus erkalteter Asche</h3>
<p>Das Intermezzo <em>&#8222;Forest Crown&#8220; </em>leitet die zweite Hälfte des Albums ein und erinnert dabei wieder stark an die Anfangstage <strong>ULVER</strong>s. Allerdings klingen für mich die ruhigen Parts ein wenig erzwungen und in die Länge gezogen. Sie bilden keinen wirklichen Mehrwert, da die Metalstücke zudem genug Raum zum Atmen bekommen haben.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-20281 " src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/07/Photo4-1-1024x768.jpg" width="483" height="362" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/07/Photo4-1-1024x768.jpg 1024w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/07/Photo4-1-300x225.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/07/Photo4-1-750x563.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 483px) 100vw, 483px" /></p>
<p>Im krassen Kontrast dazu startet jedoch<em> &#8222;In the realm of the bark&#8220;</em> wunderbar kultig nach <strong>DARKTHRONE</strong> und auch <strong>BURZUM</strong> klingend und es mischen sich nach und nach wieder typisch<strong> schwadorfsche</strong> Elemente ein. Überhaupt finde ich es beachtenswert, das die Musik auf &#8222;To the Elements&#8220; stark im Black Metal der zweiten Welle Wurzeln schlägt und dennoch nie altbacken klingt. Ein Künststück, welches nicht viele Bands hinbekommen.</p>
<p>Und so schlägt auch der Rausschmeißer <em>&#8222;Phoenix Rise&#8220;</em> die Brücke von der Gegenwart in die Vergangenheit und wieder zurück. Dezente Keyboardteppiche vereinen sich nochmals mit stürmischem Songwriting und erzeugen ein episches Feeling. Hier und da erinnert mich der Song sogar an ganz alte <strong>DARK TRANQUILLITY</strong>. Im mehrstimmigen choralen Kanon und mit einem Zitat <strong>J.R.R. Tolkien</strong>s klingt das Stück schließlich aus und lässt mich erfreut zurück. <strong>SUN OF THE SLEEPLESS</strong> haben mich kalt erwischt.</p>
<blockquote><p>“From the ashes a fire shall be woken &#8211; A light from the shadows shall spring</p>
<p>Renewed shall be the blade that was broken &#8211; The crownless again shall be king”</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Vergangenheit im modernen Gewand</h3>
<p>Da <strong>Markus Stock</strong> selbst produziert, hat er es geschafft, ein wunderbar stimmiges Soundgerüst zu kreieren. Die Gitarren braten fett ohne zu steril zu klingen, das Schlagzeug ballert und der grimmige, wenn auch nicht sonderlich herausstechende Gesang fügt sich gut ein. Die anderen Elemente, wie etwa der dezente Keyboardeinsatz oder die wirklich gelungenen Clean-Gesang Passagen stechen klar heraus.</p>
<p>Das Artwork des Albums ist so stilsicher wie auch minimalistisch und gefällt mir zusätzlich außerordentlich gut. In der Juliausgabe des neuen <strong><em>Silence</em>&#8211;</strong>Formats &#8222;<em><strong>CTHULU</strong></em>s Cover des Monats&#8220; [erscheint morgen!] werfe ich ebenfalls einen Blick darauf.</p>
<p>So bleibt für mich nur zu hoffen, das es nicht wieder fast zwei Dekaden dauern wird, bis <strong>SUN OF THE SLEEPLESS</strong> ein neues Album veröffentlichen, denn &#8222;To the Elements&#8220; zeigt kategorisch wie stark klassicher Black Metal Anno 2017 klingen kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/MdwGPsoaC1Y?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/sunofthesleepless/">Facebookauftritt der Band</a></p>
<p><a href="http://en.prophecy.de/artists/sun-of-the-sleepless/">Labelseite der Band</a></p>
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		<title>Wie viel Abwechslung verträgt &#8217;ne Band? &#8211; 1476 mal mehr, als du denkst!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Flo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 May 2017 13:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Folk]]></category>
		<category><![CDATA[Progressive]]></category>
		<category><![CDATA[Reviews]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>1476 &#8211; Our Season Draws Near Label: Prophecy Productions Dauer: 56:36 min Veröffentlichungsdatum: 31.03.2017 1476 – das Duo war mir bis dato kein Begriff, obwohl die hier besprochene Platte bereits das Album Numero 4 ist. Da ich aber eh ein kleines Faible ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>1476</strong> &#8211; Our Season Draws Near<br />
Label: Prophecy Productions<br />
Dauer: 56:36 min<br />
Veröffentlichungsdatum: 31.03.2017</p>
<p><strong>1476</strong> – das Duo war mir bis dato kein Begriff, obwohl die hier besprochene Platte bereits das Album Numero 4 ist. Da ich aber eh ein kleines Faible für die Sachen aus dem Hause Prophecy habe, und <strong>1476</strong> vor recht kurzer Zeit in die Prophecy-Familie aufgenommen wurden, bin ich natürlich neugierig. Das einzige, was ich vorher schon über das Duo aus Salem, Massachusetts wusste, war, dass es sich wohl hierbei eher um Rock mit diversen Einflüssen, unter anderem aus dem Punk und Metal, handelt. Na dann, bringen wir die Membranen der Speaker mal zum Tanzen.</p>
<p>Vielleicht kann ich es doch nicht ganz tanzen nennen&#8230; noch nicht. Das Album startet mit nostalgischen, wehmütigen Klängen. <em>„Our Silver Age“</em> schimpft sich der erste Track. Viel Trara gibts nicht. Eine klassische Gitarre und Gesang bereiten mich auf ein scheinbar Neofolk-artiges Album vor. Schließlich stoßen nun doch noch Schlagzeug und E-Gitarren dazu, verstärken aber die Schwere und Tragik der ersten Klänge. Doch nix rockiges?</p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/q3xn86NI6jM?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Bäm! Hä? Wo bin ich denn jetzt? Hab ich aus Versehen den Ordner am mp3-Player gewechselt? Nein, habe ich nicht! Nach dieser Überraschung kann ich mir ein verwundertes Grinsen nicht verkneifen, denn <em>„Ettins“</em>, der zweite Song der Scheibe, schließt sich mit <strong>punkig-thrashigen Tönen</strong> an, die zum Zappeln einladen. Es wird in der Mitte des Titels kurzzeitig still, minimalistisch und akustisch und schafft somit die Verbindung zur geschaffenen Stimmung des ersten Tracks. Ein erneuter Energieschub lässt nicht lange auf sich warten. Und obwohl das Tempo und die Spieltechnik der Instrumente eher an diverse Punk- und Thrash-Sachen erinnern, klingen <strong>1476</strong> hier kein bisschen nach – ich nenne es mal &#8211; „Straße“, sondern schaffen ihre eigenen<strong> atmosphärisch-nostalgischen Vibes</strong>, ohne dabei in Selbstmitleid zu zerfließen und im Tempo einzuschlafen. So etwas habe ich zuvor noch nirgends gehört.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-16943" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/04/0009411690_10-1024x681.jpg" height="333" width="500" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/04/0009411690_10-1024x681.jpg 1024w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/04/0009411690_10-300x200.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/04/0009411690_10-360x240.jpg 360w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/04/0009411690_10-750x499.jpg 750w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/04/0009411690_10.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<p><em>„Winter of Winds“</em> klingt ebenfalls erstaunlich frisch und doch an mancher Stelle eher schwermütig. Das wird nicht zuletzt daran liegen, dass einige Gitarrenpassagen zum Teil an seichten Black&#8217;n&#8217;Roll erinnern, während sie im nächsten Moment wieder sehr sanft mit dem klaren Gesang harmonieren, der, wie ich finde, stark die durchs Instrumental erzeugte Stimmung unterstützt.</p>
<p><em>„Solitude (Exterior)“</em> ist ein sehr gefühlvolles Stück, das sich vorerst akustischer Instrumente bedient. Da passt es sehr gut, dass auch die Stimme an Energie zurücksteckt und stattdessen recht hauchig und beruhigend eingesetzt wird. Einige Teile des Liedes schaffen ähnlich große Klangräume, wie man es beispielsweise aus dem Post-Rock kennt. Und dann, urplötzlich, kommt es zu einer kurzen Steigerung, die in einem Blastbeat gipfelt, der zusammen mit den Gitarren wie ein Befreiungsschlag klingt. Super geil!</p>
<p>Ein weiterer Song, der für mich wieder komplett anders klingt, und doch irgendwie ohne Kompromisse zur bisherigen Stimmung des Albums passt, ist der, der auf den Namen <em>„Sorgen (Sunwheels)“</em> hört. Tragend, akustisch, neofolkig. Gitarre und Stimme sind sehr präsent, wenn auch sehr entspannend. Im Hintergrund hört man viel Hall, und als das Schifferklavier hinzustößt, bekomme ich ganz schön Erpelpelle. Das Stück erinnert mich an Neofolk-Größen wie beispielsweise <strong>FORSETI</strong>. Stark!</p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/RChGcivbskE?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Auch <em>„Winter of Winds“</em> bringt &#8211; trotz seines eher Stakkato-artigen Aufbaus, ebenso wie die bisherigen Songs &#8211; eine gewisse Schwere und Dramatik mit. Hier schwingt eben mal nicht großflächig und an einem Stück der Sound durch die Räumlichkeiten, sondern es werden eher abgehackte, kurze Anschläge betont, und trotzdem bleibt die Atmosphäre bestehen, an die man sich im Laufe des Albums gewöhnt hat. Faszinierend, wie <strong>1476</strong> das schaffen!</p>
<p>Das Album schließt mit dem längsten Titel, namens <em>„Our Ice Age“</em>, auch wieder einem akustischen Song, bei dem ich bei aller Tragik das erste Mal so richtig das Gefühl empfinde, dass sich die melancholisch-traurige Atmosphäre das erste Mal aufklärt und zu einer Art Klang der Befreiung und Erleichterung wird. Das funktioniert durch mehrstimmige Gesänge Chor-&#8222;Aaahhhs&#8220; sehr gut, die irgendwie das Gefühl von Bestätigung vermitteln. Bei aller vorangegangenen Dramatik ein sehr schöner Ausklang.</p>
<h4>Wie sie das schaffen, ist mir ein Rätsel</h4>
<p>Ich bin verblüfft, wie harmonisch und doch abwechslungsreich das Duo klingt. Geboten wird hier echt alles von Neofolk und Dark Ambient bis hin zu punkig-thrashigem Rock und Post-Metal-Allüren, unterstützt von einem Schlagzeug, das von sanft bis zerstörerisch alles kennt und ebenso viel Abwechslung bietet wie die Vocals. Die Vocals könnten hier und da für meinen Geschmack etwas weniger Energie vertragen, die schreien mir ab und an zu sehr. Das ist aber bei Leibe nicht in jedem Song der Fall.</p>
<p>Das Erstaunliche dabei ist, dass jedes Lied nach<strong> 1476</strong> klingt, die ihre erzeugte Mood über die gesamten 10 Titel aufrecht erhalten können, obwohl die Songs an sich so unterschiedlich sind. Wie sie das schaffen, ist mir ein Rätsel. Ich habe allerdings das Gefühl, dass es zumindest zum Teil daran liegt, dass sich Akkordverläufe auf der Klampfe nur sehr selten in etwas Positives auflösen. Wie auch immer &#8211; ein wahnsinnig interessantes Werk, das ich mit nichts vergeichen kann, weil es dafür zu eigenständig ist.</p>
<p><a href="http://www.1476cult.com/">Webseite</a></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/1476cult/?fref=ts">Facebook</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Not und Begehr &#8211; FARSOT</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oli]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Apr 2017 07:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Black Metal]]></category>
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		<category><![CDATA[90er]]></category>
		<category><![CDATA[Atmospheric]]></category>
		<category><![CDATA[black metal]]></category>
		<category><![CDATA[burzum]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>FARSOT – Fail.lure Veröffentlichungsdatum: 21.04.2017 Dauer: 48 Min. Label: Prophecy Productions / Lupus Lounge Stil: (Post) Black Metal Als ein Kumpel mich 2009 mit der Thüringer Black-Metal-Formation FARSOT und ihrem Erstwerk &#8222;IIII&#8220; vertraut machte, war dies keine Liebe auf den ersten Blick. ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>FARSOT</strong> – Fail.lure<br />
Veröffentlichungsdatum: 21.04.2017<br />
Dauer: 48 Min.<br />
Label: Prophecy Productions / Lupus Lounge<br />
Stil: (Post) Black Metal<span id="more-16206"></span></p>
<p>Als ein Kumpel mich 2009 mit der Thüringer Black-Metal-Formation<strong> FARSOT</strong> und ihrem Erstwerk &#8222;IIII&#8220; vertraut machte, war dies keine Liebe auf den ersten Blick. Zwar gefiel mir der melodische, mitreißende und zuweilen depressiv anmutende Sound des Quintetts, doch konnte mich dieser nicht vollends berühren und mitreißen. Mit der Zeit wuchs jedoch die Verbindung zur Musik und ich konnte mich emotional voll und ganz auf die unheilvolle Musik einlassen. Speziell <em>&#8222;Thematik: Trauer&#8220;</em> ist für mich einer der besten deutschen Black-Metal-Songs. Den Song sollte man einmal gehört haben.&nbsp;</p>
<p>2011 folgte mit &#8222;Insects&#8220; das Zweitwerk und lies deutliche Veränderungen in Sound, Thematik und Stilistik erkennen. Deutlich moderner und dennoch leicht verschroben und psychedelisch klang die Platte und zündete damals sofort bei mir. Auch heute noch rotiert &#8222;Insects&#8220; regelmäßig und überzeugt durch sein interessantes Songwriting und eine modern, brachiale Produktion.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Zurück in die Zukunft</h3>
<p>Ganze sechs Jahre später erscheint mit &#8222;Fail.Lure&#8220;, welches sich aus den Worten &#8222;Failure&#8220; (auf Deutsch: Versagen) und &#8222;Allure&#8220; (auf Deutsch: Verlockung) zusammensetzt, das Drittwerk von <strong>FARSOT</strong> und lässt mich, soviel sei vorweggenommen, nach den ersten Hördurchgängen ein wenig verwirrt zurück. Wenig greifbar und seltsam nebulös erscheint mir deren neuester Output. Ist dies Absicht? Fest steht, mein Eindruck vom Album wandelte sich im Prozess des Rezensierens gewaltig. Doch eins nach dem anderen. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>
<p>Anno 2017 klingen die Thüringer zum einen wieder deutlich traditioneller und mehr verwurzelt im 90er-Jahre-Black-Metal, zum anderen ist jedoch der lyrische und konzeptionelle Ansatz zeitlos und fast schon tiefenpsychologisch. In den insgesamt 6 Songs (5 + 1 Instrumental) thematisiert die Band die Zerissenheit eines Individuums, welches von Verlagen getrieben, von Sinnfragen zerfressen und mit einhergehenden Identitätsverlust konfrontiert wird. Dabei bauen die Texte lose auf Werken von <strong>Greenaway</strong>, <strong>Klimt</strong> und <strong>Kotarbinski</strong> auf. Konzeptionell wirken die Songs auf mich klar den Polen &#8222;Failure&#8220; und &#8222;Allure&#8220; zugeordnet.</p>
<p>Der Opener <em>&#8222;Vitriolic&#8220;</em> startet traditionell mit dissonantem Riffing und Blast Beats, bevor der etwas moderner klingende Gesang von <strong>10.XIXt</strong> einsetzt. Im weiteren Verlauf gesellen sich Akustikgitarren und hintergründige Keyboardflächen zum Gesamtsound. <em>&#8222;Circular Stains&#8220;</em> klingt mit seinen geflüsterten Worten herrlich verschroben, bevor harter Metalsound und Klargesang den Track in deutlich andere Bahnen lenken. <em>&#8222;With Obsidian Hands&#8220;</em> bietet einen komplexen Songaufbau und lässt mich durch eingesetzte verzweifelte Screams an <strong>BURZUM</strong> und <strong>FARSOT</strong>s eigenes &#8222;Freitod&#8220;-Demo denken. Allgemein gestaltet sich das Songwriting abwechslungsreich, wobei die Atmosphäre auf mich stets gewahrt wird und düster, zuweilen trist wirkt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-16567 size-full aligncenter" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/04/farsot_fail-lure_forest_DSC0779_RGB_MAIN3-e1492756716855.jpg" width="800" height="413"></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Unstillbares Verlangen</h3>
<p>Die zweite Albumhälfte rückt stilistisch näher an den Vorgänger &#8222;Insects&#8220; heran. Speziell der Song<em> &#8222;The Antagonist&#8220;</em>, zudem ein sehr stimmiges Video gedreht wurde, erinnert mit seiner wiederholt gestellten Frage &#8222;Who am I?&#8220; stark an Stücke wie<em> &#8222;Like flakes of rust&#8220;</em> oder <em>&#8222;Perdition&#8220;</em>. Auch gewisse Querverweise auf <strong>SATYRICON</strong> zu &#8222;Volcano&#8220;-Zeiten oder die Labelkollegen <strong>SECRETS OF THE MOON</strong> kommen mir in den Sinn. Dies unterstreicht vor allem die etwas modernere Ausrichtung der letzten Stücke. Das abschließende <em>&#8222;A hundred to nothing&#8220;</em> beschließt das Album als ruhigeres Fast-Instrumental Stück, kann jedoch meiner Meinung nach wenig Akzente setzen. Wieder wird eine triste, melancholische und nachdenkliche Stimmung kreiert, jedoch ohne dem Ganzen eine zusätzliche Note zu verleihen. Schade.</p>
<p>In Sachen Produktion und optischer Gestaltung gibt sich <strong>FARSOT</strong> auf &#8222;Fail.lure&#8220; keine Blöße und das Label Prophecy Productions zeigt wieder einmal auf, wie viel Wert auf Layout und qualitative Verpackung gelegt wird. Das Cover in seiner Tristesse und Aufgeräumtheit unterstreicht gekonnt den Ansatz der Musik und der druckvolle, klare Klang lässt sämtliche Details zur Geltung kommen. Ich bekomme den Eindruck das hier nichts dem Zufall überlassen wurde. Alles scheint durchexerziert und genauestens geplant. Leider habe ich den Eindruck, dass der Musik dadurch ein Stück Spontanität und Leidenschaft verloren geht. <strong>FARSOT</strong> analysieren, strukturieren und setzen mit Bestimmtheit ihr Konzept um.</p>
<p>Ich hoffe, dass es nicht wieder 6 Jahre dauert, bis man neues Songmaterial zu Hören bekommt. Denn auch wenn die Band für meinen Geschmack etwas zu abgeklärt musiziert, so liefert sie qualitativ wertvollen und durchaus eigen klingenden Black Metal ab, der zudem live auch gut zur Geltung kommen sollte. Not und Begehr gehen wahrlich Hand in Hand.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/tAy7xpdqbug?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://de-de.facebook.com/farsot.official">Facebook</a></p>
<p><a href="https://farsot.bandcamp.com/album/fail-lure-luxus">Bandcamp</a></p>
<div class="mceMediaCreditOuterTemp aligncenter" style="width: 800px;">&nbsp;</div>
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		<title>Primitive Wut &#8211; VALBORG</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oli]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Apr 2017 05:23:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Death Metal]]></category>
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		<category><![CDATA[Stoner]]></category>
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		<category><![CDATA[Death Doom]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>VALBORG – Endstrand Veröffentlichungsdatum: 07.04.2017 Dauer: 44 Min. Label: Prophecy Productions / Lupus Lounge Stil: Doom/Dark/Death Metal Die Bonner-Band VALBORG ist wahrhaftig ein Chamäleon im metallischen Gewand. Regierte auf den ersten Alben noch ein experimenteller Mix aus dunklem und dreckigen Metal, so ...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>VALBORG</strong> – Endstrand<br />
Veröffentlichungsdatum: 07.04.2017<br />
Dauer: 44 Min.<br />
Label: Prophecy Productions / Lupus Lounge<br />
Stil: Doom/Dark/Death Metal</p>
<p><span id="more-15827"></span></p>
<p>Die Bonner-Band <strong>VALBORG</strong> ist wahrhaftig ein Chamäleon im metallischen Gewand. Regierte auf den ersten Alben noch ein experimenteller Mix aus dunklem und dreckigen Metal, so stimmte das Trio auf der letzten Langspielplatte &#8222;Romantik&#8220; weitaus ruhigere Töne an. Düstere Synthies bildeten das Fundament für morbide Stücke, bei denen vor allem die Atmosphäre eine große Rolle spielte. Tabula Rasa, alles auf neu. Mit ihrem aktuellen Album &#8222;Endstrand&#8220; knallen <strong>VALBORG</strong> allen Hörern ein Stück extrem krachige und derbe Musik vor den Latz.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Scharfes Eisen</h4>
<p>Doch eins nach dem anderen. Schon auf dem Coverartwork &#8222;grinst&#8220; mich ein Totenschädel mit einer Art Stahlhelm auf dem Haupt an, im ansonsten sehr minimalistisch gehaltenen Motiv. Dies wirkt zum einen finster und grimmig, zum anderen jedoch auch ein wenig komödiantisch und ironisch. Dies wird mit Sicherheit auch für das stehen, was mich musikalisch auf &#8222;Endstrand&#8220; erwartet.</p>
<p>Ein heftiges Gitarrenfeedback geleitet in das Album und eine gnadenlos monotone Bassdrum gesellt sich dazu, bis schlussendlich die extrem fetten und groovigen Gitarren den Song <em>&#8222;Jagen&#8220;</em> eröffnen. Simpelste Beats, harte Gitarren, ein wenig Elektronik und häufig verzerrter Gesang vermischen sich zu einer extrem kurzweiligen Mixtur. Die folgenden Songs führen diese Rezeptur konsequent fort, lassen gelegentlich Zeit für kurze Verschnaufspausen, stampfen meist jedoch erbarmungslos voran. <em>&#8222;Blut am Eisen&#8220;</em> und das Song-Duo <em>&#8222;Beerdigungsmaschine&#8220;</em>/<em>&#8222;Stossfront&#8220;</em> perfektionieren diese häufig enggesteckte Stilistik und laden zum absolut headbangtauglichen Abgehen ein.</p>
<p>Mit<em> &#8222;Bunkerluft&#8220;</em> (genialer Bass-Sound) und<em> &#8222;Geisterwürde&#8220; </em>(ein wenig an <strong>CELTIC FROST</strong> zu &#8222;Monotheist&#8220;-Zeiten erinnernd) wird zum einen die Mitte des Albums markiert und zum anderen eine Verbindung zu den ruhigeren Tönen der Vorgängerscheibe &#8222;Romantik&#8220; hergestellt. Dies stellt eine willkommene Abwechslung dar und rettet &#8222;Endstrand&#8220; zu diesem Zeitpunkt vor einer zu starken Gleichförmigkeit. Die klar gesprochenen Verse, wie etwa: &#8222;Gehirne aus Kristall &#8211; Warten tausend Jahre lang&#8220;, erinnern in ihrer Kuriosität immer wieder an das ebenfalls aus Bonn stammende Projekt <strong>EKPYROSIS</strong>, welches wie auch <strong>VALBORG</strong> aus Musikern des <strong>Zeitgeister Kollektivs</strong> besteht und damit nicht nur stilistische, sondern auch personelle Überschneidungen aufweist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-16043 aligncenter" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/04/16715943_1244354748952779_9208773768613182774_o-300x203.jpg" width="600" height="406" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/04/16715943_1244354748952779_9208773768613182774_o-300x203.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/04/16715943_1244354748952779_9208773768613182774_o-1024x693.jpg 1024w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/04/16715943_1244354748952779_9208773768613182774_o-750x508.jpg 750w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/04/16715943_1244354748952779_9208773768613182774_o.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></p>
<h4>&nbsp;</h4>
<h4>Monoton und minimal</h4>
<p>Die restlichen Songs schlagen in eine ähnliche Kerbe wie die ersten Stücke und spiegeln das Album auf eine scheinbar bewusst konzipierte Art und Weise. Dies empfinde ich als Fluch und Segen zugleich. Auf der einen Seite rockt das Album straight durch und macht einfach Spaß. Auf der anderen Seite verlieren sich am Ende der Platte die Lieder für mich jedoch zu sehr in einer steten Gleichförmigkeit. Nachdem <em>&#8222;Atompetze&#8220;</em> noch einmal mit einem gewissen <strong>RAMMSTEIN</strong>-Vibe aufhorchen lässt, können <em>&#8222;Strahlung&#8220;</em> und <em>&#8222;Exodus&#8220;</em> leider keine neuen Akzente mehr setzen. Erwähnenswert ist noch der Track <em>&#8222;Plasmabrand&#8220;</em>, zu dem ein stylisches und &#8211; in die allgemeine Ästhetik passend &#8211; unterstreichendes Musikvideo gedreht wurde.</p>
<p>Der Wut und Aggression der Songs wird die Albumproduktion schlussendlich mehr als gerecht. Der Bass dröhnt, das Schlagzeug mit seinem kultigen, dumpfen Snaresound donnert wuchtig und die Gitarren braten enorm mächtig vor sich hin. Der Gesang klingt aggressiv und abwechslungsreich und die noisigen Elektrospielereien fügen den simplen Kompositionen eine Brise Extravaganz hinzu. Ich bin gespannt, wie es mit <strong>VALBORG</strong> in Zukunft weitergehen wird, denn die drei Musiker pfeifen auf Konventionen und ziehen ihr Ding konsequent durch. &#8222;Endstrand&#8220; ist auf alle Fälle eines &#8211; nämlich ein erbarmungslos, eigensinniges und eingängiges Stück Metalmusik!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/Ko34-M56loA?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/valborgband">Facebook</a><br />
<a href="https://valborg.bandcamp.com/album/endstrand">Bandcamp</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/primitive-wut-valborg/">Primitive Wut &#8211; VALBORG</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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		<title>Wenn dich Baumgeister in eine andere Welt entführen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Flo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Sep 2016 13:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Alcest]]></category>
		<category><![CDATA[Alternative]]></category>
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		<category><![CDATA[Blackgaze]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>ALCEST &#8211; Kodama Releasedate: 30.09.2016 Dauer: 42:15 Min. Label: Prophecy Productions Was würde ich bloß ohne Musik machen?&#8230; … Ich würde komplett eingehen, und ich glaube, dass das nicht nur mir so geht. Ich genieße es förmlich, mich in einem guten Album ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>ALCEST</strong> &#8211; Kodama<br />
Releasedate: 30.09.2016<br />
Dauer: 42:15 Min.<br />
Label: Prophecy Productions</p>
<h2>Was würde ich bloß ohne Musik machen?&#8230;</h2>
<p>… Ich würde komplett eingehen, und ich glaube, dass das nicht nur mir so geht. Ich genieße es förmlich, mich in einem guten Album für seine Spielzeit und darüber hinaus für eine bestimmte Zeit so richtig zu verlieren. Jeder kennt sicherlich den Spruch: &#8222;Musik an, Welt aus!&#8220;, und genau so etwas brauche ich einfach. Ich würde ohne solche Momente wahrscheinlich durchdrehen.</p>
<p>Das liegt aber weniger daran, dass ich mein Leben nicht auf die Reihe bekomme und zur Musik einfach in mich hinein weinen und in Selbstmitleid zerfließen möchte, sondern daran, dass es mich derart begeistert, was Musik mit mir anstellen kann, wenn sich in ihr eine besondere Atmosphäre aufgebaut hat, sodass ich aus dieser erstmal gar nicht mehr auftauchen möchte. Das Hören eben solcher Momente ist für mich ein pures Glücksgefühl, das sich durch meinen kompletten Speckwanst zieht.</p>
<h2>Immer wieder ein Genuss</h2>
<p>Ein Musikprojekt, das mir seit Jahren den Rest gibt, mich auch nach dem hundertsten Hören noch in eine andere Welt boxt und mein Gemüt in die diversesten Richtungen verändert, ist <b>ALCEST</b>. Wer mich kennt, der wird unschwer bemerkt haben, dass ich beim &#8222;Fangirling&#8220; seit Monden ganz vorn mit am Start bin (allerdings ohne Kreischen und so, wir sind ja hier nicht bei den <b>BACK STREET BOYS</b>), und was denkt ihr, was los war, als die Franzosen verkündet haben, dass bald ein neues Album kommt – &#8222;Kodama&#8220;?</p>
<p>Ihr wisst ja wie es ist, wenn man voller Vorfreude die Zeit abwarten muss. Da führt man sich auch als Erwachsener ganz schnell auf wie ein Kind in der Vorweihnachtszeit. Doch wenn man dann die Möglichkeit erhält, schon mal VOR dem Releasedate in die Platte reinzuhören, auf die man so unfassbar ungeduldig hinfiebert, ist das wie Weihnachten, Zahltag und Kindergeburtstag bei McDonald&#8217;s zusammen.</p>
<h2>Das allererste Mal &#8211; ein hoch und runter!</h2>
<p>So war es dann auch. Als es mir möglich war, das allererste Mal in &#8222;Kodama&#8220; reinzuhören, war es nachts und ich wollte eigentlich ins Bett. Den Plan habe ich nach den ersten Klängen verworfen. Ich musste das Album vier Mal hören, bis meine erste Dosis <b>ALCEST</b> gedeckt war. Diese Dosis musste jedoch direkt am nächsten Morgen nach dem Aufstehen erhöht werden. Die Platte läuft bei mir hoch und runter. Ich kann einfach nicht genug davon bekommen.</p>
<img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-8210 size-medium alignleft" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/band_2-300x200.jpg" alt="Alcest Promo 2" width="300" height="200" />
<p><em>&#8222;Kodama&#8220;</em> startet mit dem Titeltrack, und schnell wird klar, dass <b>ALCEST</b>  &#8211; wie auf jedem bisherigen Album &#8211; unter tausend anderen Bands mit Leichtigkeit wiedererkannt werden können. Schnell bin ich auch wieder in einer fernen Traumwelt, denn ich bin sofort gebannt von den ersten Klängen des Albums. Ich hatte zuvor wahnsinnig viel von dem Album erwartet und war gespannt, wie die Franzosen die japanischen Einflüsse wohl vertonen würden. Doch eigentlich bin ich jetzt schon ein kleines bisschen hin und weg. Der erste Track ebnet die akustische Reise durch japanische Lande und grüne Wälder, in denen die Baumgeister &#8211; die &#8222;Kodamas&#8220; &#8211; sitzen, mit Bravour. Sofort hab ich ein Wechselspiel warmer und kalter Farben sowie etliche Szenen aus dem Film &#8222;Prinzessin Mononoke&#8220; im Kopf.</p>
<p><em>&#8222;Eclosion&#8220;</em>, der zweite Song der Platte, steht dem Titeltrack in nichts nach. Vor allem die Leute, die auf dem vorherigen Album &#8222;Shelter&#8220; Neiges Screams sowie die Blasts vermisst haben, kommen aber mal sowas von wieder auf ihre Kosten. Ich liebe die Abwechslung in diesem Stück. Die Ausbrüche nach ruhigen Passagen lassen mich noch tiefer in eine japanische, weitläufige Traumwelt sinken. Die Mischung aus den minimalistischen, asiatischen Klängen mit viel Hall und der typischen <b>ALCEST</b>-Breite setzt mir einen derben Ohrwurm in den Kopf.</p>
<h2>Allez, allez! Weiter geht&#8217;s …</h2>
<p>Weiter geht es mit <em>&#8222;Je Suis D&#8217;alleurs&#8220;</em>, dem, meiner Meinung nach, traurigsten und schwermütigsten Titel der Platte – als hätte man eine Chance im Leben verpasst und könnte sich selbst genau das nicht verzeihen. In der Mitte des Titels baut sich das Instrumental Stück für Stück auf und kommt aus der Ferne immer näher, bis die angestaute Verzweiflung ihren Höhepunkt erreicht und dem Unmut freien Lauf gelassen wird. Screams, Melancholie, Blastbeat – Gänsehaut. Ich bin überwältigt und muss mich erstmal wieder fangen.</p>
<p>Dabei unterstützt mich <em>&#8222;Untouched&#8220;</em>, der wohl romantischste Song des Albums. <em>&#8222;Untouched&#8220;</em> ist sehr ruhig, sehr tragend. Vor allem ein Riff trägt zur Beruhigung des aufgewühlten Gemüts bei. Es wird bei verzerrtem Gitarrensound in erster Linie gezupft und die Atmosphäre im Raum wird wärmer, wenn die Wellen dieses Liedes durch den Raum schwingen.</p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/jwE5FG-pIdk?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Jetzt, da wir uns alle wieder beruhigt haben: &#8222;Zähne putzen und ab ins Bett!&#8220; steht noch nicht auf der Tagesordnung. Vorher schepperts nochmal gewaltig, und zwar mit <em>&#8222;Oiseaux de proire&#8220;</em>. Was für ein hammergutes Lied! Schon als dieses Stück als Erstes vor dem Album-Release auf <a href="https://youtu.be/jwE5FG-pIdk">Youtube</a> veröffentlicht wurde, habe ich es endlos gesuchtet. Ich konnte nicht oft genug meine Lauscher mit dieser Ohrenweide erfreuen. <em>&#8222;Oiseaux de proire&#8220;</em> projiziert mir zum Ende hin nochmal genau die Bilder vors innere Auge, die ich zu Anfang des Albums gesehen hatte. Warme und kalte Farben im Wechsel, endlose Wiesen und Wälder, durch die man sich hindurch bewegt, die Sonne ist fast untergegangen und beleuchtet zusammen mit dem Mond die naturbelassene Umgebung – weit und breit kein anderer Mensch zu sehen. Wow!</p>
<h2>Letzte Töne&#8230; und gleich nochmal!</h2>
<p>Während ich gebannt bin von den letzten Klängen dieses Liedes, erklingt der letzte Track der Scheibe: <em>&#8222;Onyx&#8220;</em>. Ich denke, <em>&#8222;Onyx&#8220;</em> lässt sich nicht als vollwertiges Lied bezeichnen, sondern eher als abrundendes Instrumental – ein ziemlich deepes Instrumental. Man hört nur verzerrte Gitarren, Hall und Rauschen. Dieses – ich nenne es einfach mal – Outro bewirkt bei mir, dass ich die gefühlsmäßigen Höhen und Tiefen des Albums nochmal Revue passieren lassen kann. Ich kann jetzt abschalten und mich besinnen und kehre aus der, durch die Musik erschaffenen, Traumwelt zurück. JETZT heißt es: &#8222;Zähne putzen, ab ins Bett!&#8220;, es sei denn, ihr tut es mir gleich und hört das Album zuvor nochmal&#8230; und nochmal&#8230; und nochmal.</p>
<img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-8208 alignright" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/Alcest_Kodama_Cover-300x300.jpg" alt="Alcest_Kodama_Cover" width="300" height="300" />
<p>Ich habe &#8222;Kodama&#8220; mittlerweile bestimmt weit öfter als 50 Mal gehört und bin immer noch hin und weg. Das Album klingt nach Fernost, nach endloser Weite im Grünen, nach Sehnsucht und nach Einsamkeit. Ein weiteres Mal haben es Neige und Winterhalter geschafft, Musik zu kreieren, in der ich mich komplett fallen lassen kann &#8211; und will. Generell erinnert mich der Mix der Instrumente an das Album &#8222;Écailles de Lune&#8220;, auch die hohen Screams sowie die unfassbar gute, verfrickelte, teils auch derbe Arbeit hinter den Drums lässt vermuten, dass <b>ALCEST</b> zu älteren Gefilden zurückkehren.</p>
<p>Meine Meinung ist allerdings eine andere: &#8222;Kodama&#8220; &#8211; ein <b>ALCEST</b>-Album im alten Stil? Nein! Ich finde, jedes Album der Franzosen vermittelt eine andere Stimmung, eine andere Art von Schwermut, und trotzdem klingt jede Scheibe nach <b>ALCEST</b>. Während &#8222;Shelter&#8220; beispielsweise sehr soft und dreampoppig klang, so ist &#8222;Kodama&#8220; eben wieder eine Nummer härter und trotzdem sehr frisch und neu, aufgrund der asiatischen Note. Für mich stellt dieses Album ein weiteres Mal den Beweis dafür dar, dass Neige und Winterhalter wahnsinnig vielseitige Musik erschaffen können und nie langweilig oder eintönig wirken, obwohl sie die <b>ALCEST</b>-Schiene nie verlassen.</p>
<h2></h2>
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