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	<title>Religion Archive - Silence Musik Magazin</title>
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	<description>Das endgültige Metal-Magazin</description>
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	<title>Religion Archive - Silence Musik Magazin</title>
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		<title>Gegen den Islam &#8211; Ein extremes Tabu? Teil 1</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hannes]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Dec 2016 10:08:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Oh oh! Was hat sich der Schreiberling wohl hierbei gedacht? Wird hier etwa Stellung zum brisanten Thema &#8222;Islam&#8220; bezogen, welches immer mehr in der Szene Anklang und Empörung findet? Ja und nein. Zuallererst: Ich versuche, alle Seiten dieses Themas zu beleuchten. Das ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Oh oh! Was hat sich der Schreiberling wohl hierbei gedacht? Wird hier etwa Stellung zum brisanten Thema &#8222;Islam&#8220; bezogen, welches immer mehr in der Szene Anklang und Empörung findet? Ja und nein. Zuallererst: Ich versuche, alle Seiten dieses Themas zu beleuchten. Das bedeutet: <strong>soweit es geht, absolute Neutralität</strong> zu wahren.</p>
<p>Das Thema Christentum im (Black) Metal ist mittlerweile ein alter Schuh. Viele von uns haben sich daran gewöhnt, dass es zum &#8222;guten Ton&#8220; gehört, gegen diese Religion zu wettern. Manchmal primitiv, manchmal gar wissenschaftlich und philosophisch. Es scheint aber niemanden mehr in der Szene großartig zu jucken, wenn Gott und seine Jünger verunglimpft werden, außer vielleicht Neueinsteiger, die ihre Eltern schocken wollen. Also nutzen unzählige Bands von Heute andere Themen als das Christentum. Da muss es doch etwas geben, was ein weiteres Mal für Furore sorgen kann. Dann kommt die Idee:</p>
<p><strong><em>&#8222;Gegen Religion? Da kann man ja auch den Islam mit einbeziehen!&#8220;</em></strong></p>
<p>Und der Aufschrei ist groß. &#8222;Das geht nicht!&#8220; und &#8222;Ihr seid doch Rechts!&#8220; beziehungsweise &#8222;Nazis!&#8220;. Dies sind wohl die häufigsten Reaktionen, wenn eine Gruppe von Musikern es wagt, diese Glaubensrichtung zu kritisieren/anzugreifen. Anders als das Christentum, welches heute kaum noch Ecken und Kanten aufweist, strotzt der Islam geradezu vor <strong>Dynamit für Diskussionen</strong>. Und was gäbe es für so manchen (z. B. <strong>TAAKE</strong> oder <strong>CLANDESTINE BLAZE</strong>) besseres, als mit einer neuen Masche zu provozieren? Wer bestimmt denn, was im Metal an Texten erlaubt ist und was nicht? Das entscheidet jeder für sich selbst, solange er die Konsequenzen tragen kann.</p>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" id="attachment_12166" aria-describedby="caption-attachment-12166" style="width: 290px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-12166 size-medium" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/12/darkthrone-bandfoto-300x224.jpg" alt="darkthrone-bandfoto" width="300" height="224" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/12/darkthrone-bandfoto-300x224.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/12/darkthrone-bandfoto.jpg 600w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption itemprop="caption" id="caption-attachment-12166" class="wp-caption-text">Gewollte Provokation: DARKTHRONE</figcaption></figure>
<p>Kleine Erinnerung: Auf dem Album &#8222;Transilvanian Hunger&#8220; von <strong>DARKTHRONE</strong> prangte der Slogan &#8222;Norsk Arisk Black Metal&#8220;. Wie wir heute wissen, diente das als Zeichen der extremen Provokation. Es war das härteste Statement zu einer Anti-Haltung, die heute aber aufgeklärt und negiert wurde. Jedem dürfte klar sein, das <strong>DARKTHRONE</strong> nicht rechtsextremistisch unterwegs sind.</p>
<p>Kann es also sein, dass so mancher Musiker gegen den Islam wettert, nur <strong>um aufzufallen</strong>? Gut möglich, jedoch solltet ihr gut nachforschen, inwieweit die Band sich zu rechten Kontakten verhält und ihre Texte gestaltet. Schließlich hat nicht jeder Lust, solche Ideologien zu unterstützen.</p>
<p>Aber es gibt ja auch noch Bands, die selbst aus dem nahen Osten stammen und anti-islamische Texte verwenden. Sie fühlen sich unterdrückt durch den eigenen Staat, welcher strenge Richtlinien vorgibt. Alleine das öffentliche Auftreten mit der eigenen Band oder die Verbreitung von Metal-Alben im eigenen Land kann im schlimmsten Fall zu Gefängnisstrafen mit Todesfolge geahndet werden. Klar, dass es nicht lange dauert, bis sich Frust und Wut über das Leid im eigenen Leben anstauen und ein Ventil benötigen. Es gibt also noch Orte, wo es gefährlich sein kann, Metal zu spielen und tatsächlich so etwas wie eine <strong>Rebellion</strong> anzuzetteln. Einen konstanten Ort zum Proben, fähige Instrumente oder gar einen öffentlichen Gig zu haben ist nahezu unmöglich, denn auch Familienmitglieder können von den Folgen betroffen sein, wenn die eigene Identität bekannt wird.</p>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" id="attachment_12168" aria-describedby="caption-attachment-12168" style="width: 592px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-12168 size-full" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/12/melechesh-band.jpg" alt="melechesh-band" width="602" height="401" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/12/melechesh-band.jpg 602w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/12/melechesh-band-300x200.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/12/melechesh-band-360x240.jpg 360w" sizes="(max-width: 602px) 100vw, 602px" /><figcaption itemprop="caption" id="caption-attachment-12168" class="wp-caption-text">Flüchteten Aufgrund der Staatsreligion: MELECHESH</figcaption></figure>
<p>Die mittlerweile international bekannte Band <strong>MELECHESH</strong> hat dem ein Ende gesetzt. Die Mitglieder nutzten ihre Chance und zogen weg aus der Heimat in Richtung Frankreich und Niederlande. Ob sie heute so erfolgreich und sicher in Jerusalem leben könnten, ist fraglich. <strong>ORPHANED LAND</strong> lösen die Problematik anders und wirbeln mit ihren Texten von der Vereinigung der abrahamitischen Religionen ordentlich Staub auf. Egal ob friedlich oder ablehnend, in diesen Gegenden provoziert Metal wie keine andere Musikrichtung.</p>
<h4>Kritische Texte am Islam</h4>
<p>Meist vereinen die Künstler in ihren musikalischen Aussagen Lebensereignisse und verdeutlichen eine antireligiöse Haltung. Die beinahe schon wahnhafte Tyrannei ihrer Staatsreligion bildet hierbei das Zentrum in den meisten Texten der Bands. Historische Aspekte spielen dabei eine nicht unwichtige Rolle. Stellt euch einfach mal vor, ihr würdet an so einem Ort leben, welcher keine absehbare Besserung mit sich bringt. Das kann sehr schnell <strong>trostlos</strong> sein. Insofern sind die Texte nicht nationalistisch oder fanatisch anzusehen (obwohl es auch das gibt), sondern näher am Punk, als man denkt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Anmerkung: Dieser Beitrag soll dich anregen, ernsthaft über diese Problematik nachzudenken. Das war jedenfalls die Intention hinter diesem Thema. Nächstes mal beschäftigen wir uns mit der Entstehung der Metalszene im Islam, wo du viele neue Bands kennen lernen wirst, von denen du vielleicht noch nie etwas gehört hast. Schließlich gibt es dort mehr als nur Sand, Krieg und alte Bauwerke zu bestaunen!</strong></p>
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		<title>Es muss nicht immer Odin sein!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lukas]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Nov 2016 09:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Heavy Metal]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>ART X – The Redemption Of Cain Veröffentlichungsdatum: 28.10.2016 Dauer: 57:40 Min. Label: METALVILLE Genre: Symphonic Metal &#160; Odin hier, Thor dort, noch eine Prise Fenris und Midgardschlange… MANOWAR sind bei Weitem nicht die einzigen, die ständig und bei jeder Gelegenheit von ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>ART X </strong>– The Redemption Of Cain<br />
Veröffentlichungsdatum: 28.10.2016<br />
Dauer: 57:40 Min.<br />
Label: METALVILLE<br />
Genre: Symphonic Metal</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Odin hier, Thor dort, noch eine Prise Fenris und Midgardschlange… <strong>MANOWAR</strong> sind bei Weitem nicht die einzigen, die ständig und bei jeder Gelegenheit von den nordischen Göttern singen. Dem einen oder anderen – ich schließe mich an dieser Stelle allerdings nicht ein – kann das schon mal zu viel werden.</p>
<p>Mit „The Redemption Of Cane“ schlagen <strong>ART X</strong> einen anderen Weg ein. Auch hier geht es um Göttersagen, allerdings um jene, die man im Metal doch relativ selten findet. Kain und Abel, sagt euch das was? Bingo, es geht um die Bibel. Das mag für mich als überzeugter Atheist (und Heiden-Sympathisant) zwar nicht das interessante Thema sein, bietet aber ob des selten vorkommenden Themas genug Anreiz, dem Album eine Chance zu geben.</p>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" id="attachment_10453" aria-describedby="caption-attachment-10453" style="width: 721px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" width="731" height="740" class="size-full wp-image-10453" alt="Der kreative Kopf des Projekts - Gabriele Bernasconi" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/10/Gabriele-Bernasconi.jpg" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/10/Gabriele-Bernasconi.jpg 731w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/10/Gabriele-Bernasconi-296x300.jpg 296w" sizes="(max-width: 731px) 100vw, 731px" /><figcaption itemprop="caption" id="caption-attachment-10453" class="wp-caption-text">Der kreative Kopf des Projekts &#8211; Gabriele Bernasconi</figcaption></figure>
<p>Bei der Besetzung des neuen Projekts handelt es sich durchweg um gestandene Musiker: Über <strong>Luca Princiotta</strong> (<strong>DORO</strong>) und <strong>Oliver Palotai</strong> (<strong>KAMELOT</strong>) sowie <strong>Steve Di Giorgio</strong> (<strong>TESTAMENT</strong>) bis hin zu Sängern wie <strong>Amanda Somerville</strong> (<strong>AVANTASIA</strong>) als Eva und <strong>Blaze Bayley</strong> (<strong>IRON MAIDEN</strong>, <strong>WOLFSBANE</strong>) als Adam. Die Führung des Projekts obliegt aber <strong>Gabriele Bernasconi</strong>, der selbst die Rolle des Kain übernimmt. Der Großteil der beteiligten Leute weiß also, wie man gute Musik machen kann. Allerdings dürfte auch jeder von uns wissen, dass das mit den Projekten von zusammengewürfelten Bandmitgliedern immer so eine Sache ist …</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Doch kommen wir zum Album selbst. Nach dem gesprochenen Intro <em>„Memoriae“</em> beginnt der eigentliche musikalische Part. <em>„Knowledge &amp; Death“</em> enthält Parts von Kain, Eva und Adam. Nach einer ruhigen ersten Minute wird das Tempo kurzzeitig angezogen, nur um für die Gesangsparts abermals langsamen Melodien zu weichen. Der gemeinsame Chorus der drei Sänger lässt sich gut hören und erinnert – wie überraschend bei einem All-Star-Projekt – etwas an <strong>AVANTASIA</strong>, nur in langweiliger. Der Song wirkt wenig harmonisch, und Lichtblicke bieten nur dann und wann die freudigeren Gitarrensoli sowie besagter Chorus. Da es sich bei diesem eher mittelmäßigen Titel um den einzigen handelt, den die Band sich vorher zu veröffentlichen wagte (eigentlich haut man ja immer erstmal einen seiner besten Titel raus, um sich interessant zu machen), fürchte ich mich ein wenig vor dem, was noch kommt.</p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/JLMXRUorYHM?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Nun ja, manchmal ahnt man es einfach. Weder <em>„The First Sacrifice“ </em>noch <em>„The Second Sacrifice“</em> ist besonders eingängig. Letzterer Titel ist dabei gar nicht mal so langsam, sondern hat durchaus einen gewissen Schwung. Das hilft aber auch nichts, wenn die einzelnen Gesangsparts sich nicht ineinander fügen und die immer wieder eingeschobenen, überlangen Soli jeglichen Spannungsaufbau verhindern.</p>
<p>Ab dem fünften Song <em>„Crime, Pain And Penance“</em>, der von Kains Untaten handelt, beginne ich mich zu langweilen. Einen langsamen Song hätte es nun eigentlich nun eigentlich nicht gebraucht, fehlte es doch schon zu Beginn des Albums an Pep. Da es auch in der zweiten Hälfte des Albums nicht wesentlich besser wird, verzichte ich an dieser Stelle auf die obligatorische Aufzählung der restlichen fünf Titel. Immer wieder geht es langsam zu, immer wieder fehlt es den wenigen schnelleren Passagen an Kreativität, immer wieder treiben einen die langen Pausen zwischen den Vocals in die Verzweiflung.</p>
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		<title>Metal und Religion &#8211; Gedanken zu einer unklaren Koexistenz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Oct 2016 08:45:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>
		<category><![CDATA[black metal]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrast]]></category>
		<category><![CDATA[metal]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Religiöse Themen, Namen, Figuren, Geschichte, Symbole und Gegensätze sind quasi seit jeher ein Themenbereich im Metal. Vermutlich schon genauso lange ist diese Beziehung Topic von Dokumentationen, Kolumnen, Gerichtsverfahren und auch Songtexten. Ich selbst stehe der Religion eher distanziert und kritisch gegenüber, dem Metal ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/metal-und-religion-gedanken-zu-einer-unklaren-koexistenz/">Metal und Religion &#8211; Gedanken zu einer unklaren Koexistenz</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3 align="justify"><span style="font-size: medium;">Religiöse Themen, Namen, Figuren, Geschichte, Symbole und Gegensätze sind quasi seit jeher ein Themenbereich im Metal. Vermutlich schon genauso lange ist diese Beziehung Topic von Dokumentationen, Kolumnen, Gerichtsverfahren und auch Songtexten.</span></h3>
<p align="justify"><span style="font-size: medium;">Ich selbst stehe der Religion eher distanziert und kritisch gegenüber, dem Metal zumindest kritisch. Ich empfinde allerdings kein Verlangen, mich deswegen schlecht zu fühlen oder gar dafür zu entschuldigen. </span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: medium;">Was ich aber sehe, in den Inhalten vieler Bands und in Gesprächen mit Metalfans auf Festivals, im Umfeld von Konzerten und in sonstigen Gegebenheiten, dass sie Religion generell ebenfalls eher kritisch begegnen. Das Konzept, Verantwortung für quasi alles und den Verlauf von Gegebenheiten an eine nicht sichtbare Identität abzutreten, erschließt sich vielen nicht. Die Devise, schlicht und ergreifend so zu handeln, dass man sich jederzeit selbst für sein Handeln verantwortlich zeichnen kann &#8211; und den Menschen um sich herum so zu begegnen, wie man es sich selbst gerne wünscht &#8211; erscheint dem Gros der Metaller als sinnvoller. Ich fand es daher auch wenig überraschend, aus dem Munde der Veranstalter eines größeren deutschen Metalfestivals zu hören, dass Metaller als beliebteste Besucher einer Großveranstaltung gelten, eben wegen ihrer Friedfertigkeit.</span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: medium;">Es muss also etwas an der Religion sein, was sie zu einem solch ständigen Begleiter dieser Musik macht. Ist es einfach nur der Wille zur Aufklärung, eine Auflehnung gegen diese Institution und den damit verbundenen Griff in die Köpfe der Leute? Sind Metaller trotz ihrer Aufgeklärtheit doch „anfällig“ für dererlei Geschichten? </span></p>
<h4 align="justify"><span style="font-size: medium;">Wieso reicht Ethik anscheinend nicht aus?</span></h4>
<p align="justify"><span style="font-size: medium;">Mir stellt sich zumindest ernsthaft die Frage, weshalb bei jemandem, der sich gegen das Themengebiet Religion richtet, trotzdem immer wieder doch Anleihen davon auftauchen. Ich für meinen Teil halte es weitestgehend aus meinem Leben heraus. Das geht. Es tut nicht weh. Ich vermisse auch nichts. Ich renne auch nicht herum und belabere jeden damit, dass Religion in meinem Leben keine Rolle spielt. Und: ich schreibe diese Kolumne nur, weil ich Metalfan bin und erstaunlicherweise gerade da hauptsächlich immer wieder mit Elementen davon konfrontiert werde. Und das, obwohl ich in Köln studiere. </span></p>
<p align="justify">Was an dieser Stelle wohl sinnvoll und wichtig wäre, mal nach Definitionen von &#8222;Religion&#8220; zu suchen. Wikipedia (ja, dass ist keine wissenschafliche Quelle) nennt es als &#8222;Sammelbegriff für eine Vielzahl unterschiedlicher Weltanschauungen, deren Grundlage der jeweilige Glaube an bestimmte transzendente Kräfte und damit verbundene heilige Objekte sind&#8220;, der Duden versteht sie als &#8222;gläubig verehrende Anerkennung einer alles Sein bestimmenden göttlichen Macht&#8220;. Damit haben wir zwar &#8222;Weltanschauungen&#8220;, aber auch &#8222;transzendente Kräfte&#8220;, &#8222;heilige Objekte&#8220; und &#8222;alles Sein bestimmende göttliche Macht&#8220;. Für mich schimmert dort leider einfach immer auch ein gewisses Maß an Unterwerfung durch. Klar, Selbstzweifel sind gut, aber mit solch etwas hat man meinem Empfinden nach oft noch eine Ausrede und Entschuldigung, sich aus der Affäre ziehen zu können.</p>
<p align="justify"><span style="font-size: medium;">Wenn ich mich mit anderen Leuten darüber unterhalte, verstehen sie meine Haltung oft. Eine Antwort, weshalb die Situation so ist, wie sie ist, ist jedoch wohl nur schwer zu finden. Möglicherweise ist Religion bereits ein zu fester Bestandteil dieser Musik geworden. Ganz klar wäre sie um einige Bands, Songs und Geschehnisse in ihrem Zusammenhang ärmer, hätte man dieses Gebiet wirklich da rausgehalten.</span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: medium;">Versteht mich nicht falsch. Wenn irgendwo Unrecht geschieht, soll man das auch ansprechen. Egal ob in Politik, Religion, Umwelt, oder, oder. Manche Bands tun ja genau dies. Und so stellt bei ihnen die Religion, bzw. Personen oder Aktionen dieser, dein Stein des Anstoßes dar. Kein Problem. Rock und Metal bedeuten für mich auch gerade das: ein Medium zu sein, um Kritik zu üben und aufzubegehren. Mit Musik erreicht man immer Leute. Und dies ist für mich, wenn ich so darüber nachdenke, auch die einzige Legitimation, die Religion mit in diese Musik einzubinden. Wieso? Weil ich mir diese Musik auch gut und gerne ohne sie vorstellen kann. Dass ihre Mitglieder es können, merke ich jedes Mal, wenn ich mit ihnen zu tun habe. In Teilen. </span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: medium;">Umgedrehte Kreuze, Pentagramme, Thorshammer und Co. wird man dort wohl immer finden. Ich selbst trage nichts davon. Dennoch. Einschlägige Magazine und Szene affine Shops nutzen wichtige Termine im christlichen Jahreszyklus für Gewinnspiele und finanziell reizvolle Angebote. Festivalveranstalter hauen in der Weihnachtszeit neue Bandbestätigungen raus. Es ist ein Rattenschwanz. Mir kommen da nur lauter Fragen in verschiedene Richtungen.</span></p>
<p align="justify">Die Frage, welche sich aus dem Spruch &#8222;Metal is my religion&#8220; bezüglich jeglicher Seriösität stellt, kann ich für mich nur so beantworten, dass es sich dabei nur um Ironie handeln kann. Klar, Bands werden verehrt, und man kommt da schnell zu der Frage des Personenkultes, welchen man ja auch bei Religionen findet. Aber Bands spielen nun mal hier in unserer Welt, man kann sie live sehen und im Glücksfall sogar treffen, anfassen und mit ihnen reden. Ein Metall-Gott, der irgendwo rumgeistert und das Geschehen innerhalb der Szene regelt, ist mir nicht bekannt. Wenn, dann bekommen Küsntler aus der Szene vergleichbare Titel verliehen. Und da wären wir nun. Die Szene ist aus der Gesellschaft heraus entstanden und entwickelt sich auch dort heraus weiter. Es mag sein, dass Instrumente o.ä. auf ein gewisses Level gehoben werden (wie verschiedene Gitarren von Eric Clapton beispielsweise, während derer Verwendung bedeutende Songs entstanden), und es gibt Pilgerstätten wie beispielsweise namenhafte Festivals. Aber macht das alles Metal zu einer Religion? Transzendenzen gibt es da nicht. Aber vielleicht empfinde ich das auch nur nicht so, dass die genannten Definitionen ernsthaft so darauf angewendet werden können.</p>
<h4 align="justify"><span style="font-size: medium;">Ich habe mich in der Szene immer wohl gefühlt, gewusst und gespürt, dass dies die Menschen sind, zu denen ich gehöre. Sie und die Musik dazu.</span></h4>
<p align="justify"><span style="font-size: medium;">Möglicherweise liegt es einfach daran, dass Religion ihren Platz in der Geschichte unserer Gesellschaft und unseres Kontinents hat. So etwas ist schwer auszublenden, das ist mir bewusst. Trotzdem verwirrt es mich immer wieder und lässt mich auch teilweise an den Menschen zweifeln. Wie ernst kann ich sie wirklich nehmen? Ich erwarte nicht, eine Antwort finden zu können. Dafür ist Religion nicht da. Alles, was ich, und eigentlich jeder, der sich damit beschäftigt und dem etwas daran liegt, tun kann, ist, bei sich selbst anfangen und sich seinen Umgang etc. selbst zu gestalten. </span></p>
<blockquote>
<p align="justify"><span style="font-size: medium;"><strong>Sonst tut es nämlich immer jemand anderes.</strong> </span></p>
</blockquote>
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