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	<title>Shoegaze Archive - Silence Musik Magazin</title>
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	<description>Das endgültige Metal-Magazin</description>
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	<title>Shoegaze Archive - Silence Musik Magazin</title>
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		<title>STAY &#8211; hoffnungsvoll?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Dec 2018 10:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Core]]></category>
		<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Halle]]></category>
		<category><![CDATA[hope]]></category>
		<category><![CDATA[Post Hardcore]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Einen schönen ersten Advent wünschen wir Euch! Pünktlich zur ersten Flamme am Kranz haben wir für euch das heiße Debüt von STAY aus Halle. Schaut mal rein!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/stay-hoffnungsvoll/">STAY &#8211; hoffnungsvoll?</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="vw-infobox"><div class="vw-infobox-inner"><div class="vw-infobox-content"></p>
<h2>STAY &#8211; &#8222;Hope&#8220;</h2>
<p><strong>Veröffentlichungsdatum:</strong>&nbsp;15.12.2018<br />
<strong>Länge:</strong>&nbsp;31:13 Min.<br />
<strong>Label:</strong>&nbsp;self-released<br />
<strong>Genre:</strong>&nbsp;Post-Hardcore / Shoegaze</div></div></div>
<p>Irgendwie will mich die Musik in eine gewisse Stadt ziehen, denn mal wieder liegt mir hier ein Release aus <strong>Halle</strong> vor. Aber wie immer ist das nur Nebensache. <strong>STAY</strong>&nbsp;veröffentlichen mit &#8222;Hope&#8220; ihr <strong>Debüt</strong>. Mit der Aussage: &#8222;Das könnte was für dich sein&#8230;&#8220; bin ich nun sehr gespannt, was mich erwartet. Nach kurzer Recherche habe ich gesehen, dass die Band ein Konzert mit <strong>BLACK TOOTH SCARES</strong> gespielt hat, was demzufolge schon mal nicht so falsch sein kann.&nbsp;</p>
<p><strong>STAY</strong> beschreiben sich selbst als eine Mischung aus <strong>Post-Hardcore</strong> und <strong>Shoegaze</strong>. Diese Bezeichnung würde ich direkt unterschreiben, sprechen die Gitarren doch bereits beim ersten Track <em>&#8222;Alone&#8220;</em> eine eindeutige Sprache. Was ich aber sofort und besonders in den folgenden Songs wie <em>&#8222;Pretending&#8220;</em> als frisch in diesem Mix empfinde, sind die <strong>Vocals</strong>. Man setzt nicht auf Aggression, sondern viel mehr auf <strong>Spoken Word</strong>. Allerdings mündet dies immer wieder von schwermütig-emotionalen Sprachpassagen in <strong>melodigetragene Shouts</strong>. Gefällt mir richtig gut und ist spätestens seit <strong>CASEY</strong> in der Szene angekommen. Ja, ich weiß, die&nbsp;treiben sich diesbezüglich in anderen Gefilden herum, doch liegt der Vergleich in meinen Ohren nahe.&nbsp;</p>
<p>Das Album schafft es zudem mit gerade einmal 7 Songs hängen zu bleiben, denn jeder einzelne hat seine <strong>ganz eigene Stimmung</strong>. Das reicht von düster (<em>„Ghost“</em>) bis zu rockig nach vorn preschend (<em>„Darling“</em>). Letzterer passt nur leider nicht so recht ins Gesamtbild. Da ich mich aber irgendwie in dem Werk verloren habe, finde ich es ziemlich schade, dass es nach gut einer <strong>halben Stunde</strong> schon vorbei ist, doch ist da jemand definitv auf dem richtigen Weg! Ich <strong>hoffe</strong> auf baldigen <strong>Nachschub</strong>.&nbsp;</p>
<p>Leider gibt es zum jetzigen Zeitpunkt nur den <strong>Making-Of-Trailer</strong> zum kommenden <strong>Musikvideo</strong> zu <em>&#8222;Sound&#8220;</em>, den könnt Ihr euch unten reinziehen. Bis dahin, lauscht doch einfach bei <a href="http://stays.bandcamp.com"><strong>Bandcamp</strong></a>, wo ihr &#8222;Hope&#8220; natürlich auch gleich erwerben könnt.</p>
<p><iframe width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/VIjRvfBtvtI?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Wenn dich Baumgeister in eine andere Welt entführen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Flo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Sep 2016 13:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Alcest]]></category>
		<category><![CDATA[Alternative]]></category>
		<category><![CDATA[Black gaze]]></category>
		<category><![CDATA[Blackgaze]]></category>
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		<category><![CDATA[Prophecy Productions]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>ALCEST &#8211; Kodama Releasedate: 30.09.2016 Dauer: 42:15 Min. Label: Prophecy Productions Was würde ich bloß ohne Musik machen?&#8230; … Ich würde komplett eingehen, und ich glaube, dass das nicht nur mir so geht. Ich genieße es förmlich, mich in einem guten Album ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>ALCEST</strong> &#8211; Kodama<br />
Releasedate: 30.09.2016<br />
Dauer: 42:15 Min.<br />
Label: Prophecy Productions</p>
<h2>Was würde ich bloß ohne Musik machen?&#8230;</h2>
<p>… Ich würde komplett eingehen, und ich glaube, dass das nicht nur mir so geht. Ich genieße es förmlich, mich in einem guten Album für seine Spielzeit und darüber hinaus für eine bestimmte Zeit so richtig zu verlieren. Jeder kennt sicherlich den Spruch: &#8222;Musik an, Welt aus!&#8220;, und genau so etwas brauche ich einfach. Ich würde ohne solche Momente wahrscheinlich durchdrehen.</p>
<p>Das liegt aber weniger daran, dass ich mein Leben nicht auf die Reihe bekomme und zur Musik einfach in mich hinein weinen und in Selbstmitleid zerfließen möchte, sondern daran, dass es mich derart begeistert, was Musik mit mir anstellen kann, wenn sich in ihr eine besondere Atmosphäre aufgebaut hat, sodass ich aus dieser erstmal gar nicht mehr auftauchen möchte. Das Hören eben solcher Momente ist für mich ein pures Glücksgefühl, das sich durch meinen kompletten Speckwanst zieht.</p>
<h2>Immer wieder ein Genuss</h2>
<p>Ein Musikprojekt, das mir seit Jahren den Rest gibt, mich auch nach dem hundertsten Hören noch in eine andere Welt boxt und mein Gemüt in die diversesten Richtungen verändert, ist <b>ALCEST</b>. Wer mich kennt, der wird unschwer bemerkt haben, dass ich beim &#8222;Fangirling&#8220; seit Monden ganz vorn mit am Start bin (allerdings ohne Kreischen und so, wir sind ja hier nicht bei den <b>BACK STREET BOYS</b>), und was denkt ihr, was los war, als die Franzosen verkündet haben, dass bald ein neues Album kommt – &#8222;Kodama&#8220;?</p>
<p>Ihr wisst ja wie es ist, wenn man voller Vorfreude die Zeit abwarten muss. Da führt man sich auch als Erwachsener ganz schnell auf wie ein Kind in der Vorweihnachtszeit. Doch wenn man dann die Möglichkeit erhält, schon mal VOR dem Releasedate in die Platte reinzuhören, auf die man so unfassbar ungeduldig hinfiebert, ist das wie Weihnachten, Zahltag und Kindergeburtstag bei McDonald&#8217;s zusammen.</p>
<h2>Das allererste Mal &#8211; ein hoch und runter!</h2>
<p>So war es dann auch. Als es mir möglich war, das allererste Mal in &#8222;Kodama&#8220; reinzuhören, war es nachts und ich wollte eigentlich ins Bett. Den Plan habe ich nach den ersten Klängen verworfen. Ich musste das Album vier Mal hören, bis meine erste Dosis <b>ALCEST</b> gedeckt war. Diese Dosis musste jedoch direkt am nächsten Morgen nach dem Aufstehen erhöht werden. Die Platte läuft bei mir hoch und runter. Ich kann einfach nicht genug davon bekommen.</p>
<img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-8210 size-medium alignleft" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/band_2-300x200.jpg" alt="Alcest Promo 2" width="300" height="200" />
<p><em>&#8222;Kodama&#8220;</em> startet mit dem Titeltrack, und schnell wird klar, dass <b>ALCEST</b>  &#8211; wie auf jedem bisherigen Album &#8211; unter tausend anderen Bands mit Leichtigkeit wiedererkannt werden können. Schnell bin ich auch wieder in einer fernen Traumwelt, denn ich bin sofort gebannt von den ersten Klängen des Albums. Ich hatte zuvor wahnsinnig viel von dem Album erwartet und war gespannt, wie die Franzosen die japanischen Einflüsse wohl vertonen würden. Doch eigentlich bin ich jetzt schon ein kleines bisschen hin und weg. Der erste Track ebnet die akustische Reise durch japanische Lande und grüne Wälder, in denen die Baumgeister &#8211; die &#8222;Kodamas&#8220; &#8211; sitzen, mit Bravour. Sofort hab ich ein Wechselspiel warmer und kalter Farben sowie etliche Szenen aus dem Film &#8222;Prinzessin Mononoke&#8220; im Kopf.</p>
<p><em>&#8222;Eclosion&#8220;</em>, der zweite Song der Platte, steht dem Titeltrack in nichts nach. Vor allem die Leute, die auf dem vorherigen Album &#8222;Shelter&#8220; Neiges Screams sowie die Blasts vermisst haben, kommen aber mal sowas von wieder auf ihre Kosten. Ich liebe die Abwechslung in diesem Stück. Die Ausbrüche nach ruhigen Passagen lassen mich noch tiefer in eine japanische, weitläufige Traumwelt sinken. Die Mischung aus den minimalistischen, asiatischen Klängen mit viel Hall und der typischen <b>ALCEST</b>-Breite setzt mir einen derben Ohrwurm in den Kopf.</p>
<h2>Allez, allez! Weiter geht&#8217;s …</h2>
<p>Weiter geht es mit <em>&#8222;Je Suis D&#8217;alleurs&#8220;</em>, dem, meiner Meinung nach, traurigsten und schwermütigsten Titel der Platte – als hätte man eine Chance im Leben verpasst und könnte sich selbst genau das nicht verzeihen. In der Mitte des Titels baut sich das Instrumental Stück für Stück auf und kommt aus der Ferne immer näher, bis die angestaute Verzweiflung ihren Höhepunkt erreicht und dem Unmut freien Lauf gelassen wird. Screams, Melancholie, Blastbeat – Gänsehaut. Ich bin überwältigt und muss mich erstmal wieder fangen.</p>
<p>Dabei unterstützt mich <em>&#8222;Untouched&#8220;</em>, der wohl romantischste Song des Albums. <em>&#8222;Untouched&#8220;</em> ist sehr ruhig, sehr tragend. Vor allem ein Riff trägt zur Beruhigung des aufgewühlten Gemüts bei. Es wird bei verzerrtem Gitarrensound in erster Linie gezupft und die Atmosphäre im Raum wird wärmer, wenn die Wellen dieses Liedes durch den Raum schwingen.</p>
<p><iframe width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/jwE5FG-pIdk?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Jetzt, da wir uns alle wieder beruhigt haben: &#8222;Zähne putzen und ab ins Bett!&#8220; steht noch nicht auf der Tagesordnung. Vorher schepperts nochmal gewaltig, und zwar mit <em>&#8222;Oiseaux de proire&#8220;</em>. Was für ein hammergutes Lied! Schon als dieses Stück als Erstes vor dem Album-Release auf <a href="https://youtu.be/jwE5FG-pIdk">Youtube</a> veröffentlicht wurde, habe ich es endlos gesuchtet. Ich konnte nicht oft genug meine Lauscher mit dieser Ohrenweide erfreuen. <em>&#8222;Oiseaux de proire&#8220;</em> projiziert mir zum Ende hin nochmal genau die Bilder vors innere Auge, die ich zu Anfang des Albums gesehen hatte. Warme und kalte Farben im Wechsel, endlose Wiesen und Wälder, durch die man sich hindurch bewegt, die Sonne ist fast untergegangen und beleuchtet zusammen mit dem Mond die naturbelassene Umgebung – weit und breit kein anderer Mensch zu sehen. Wow!</p>
<h2>Letzte Töne&#8230; und gleich nochmal!</h2>
<p>Während ich gebannt bin von den letzten Klängen dieses Liedes, erklingt der letzte Track der Scheibe: <em>&#8222;Onyx&#8220;</em>. Ich denke, <em>&#8222;Onyx&#8220;</em> lässt sich nicht als vollwertiges Lied bezeichnen, sondern eher als abrundendes Instrumental – ein ziemlich deepes Instrumental. Man hört nur verzerrte Gitarren, Hall und Rauschen. Dieses – ich nenne es einfach mal – Outro bewirkt bei mir, dass ich die gefühlsmäßigen Höhen und Tiefen des Albums nochmal Revue passieren lassen kann. Ich kann jetzt abschalten und mich besinnen und kehre aus der, durch die Musik erschaffenen, Traumwelt zurück. JETZT heißt es: &#8222;Zähne putzen, ab ins Bett!&#8220;, es sei denn, ihr tut es mir gleich und hört das Album zuvor nochmal&#8230; und nochmal&#8230; und nochmal.</p>
<img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-8208 alignright" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/Alcest_Kodama_Cover-300x300.jpg" alt="Alcest_Kodama_Cover" width="300" height="300" />
<p>Ich habe &#8222;Kodama&#8220; mittlerweile bestimmt weit öfter als 50 Mal gehört und bin immer noch hin und weg. Das Album klingt nach Fernost, nach endloser Weite im Grünen, nach Sehnsucht und nach Einsamkeit. Ein weiteres Mal haben es Neige und Winterhalter geschafft, Musik zu kreieren, in der ich mich komplett fallen lassen kann &#8211; und will. Generell erinnert mich der Mix der Instrumente an das Album &#8222;Écailles de Lune&#8220;, auch die hohen Screams sowie die unfassbar gute, verfrickelte, teils auch derbe Arbeit hinter den Drums lässt vermuten, dass <b>ALCEST</b> zu älteren Gefilden zurückkehren.</p>
<p>Meine Meinung ist allerdings eine andere: &#8222;Kodama&#8220; &#8211; ein <b>ALCEST</b>-Album im alten Stil? Nein! Ich finde, jedes Album der Franzosen vermittelt eine andere Stimmung, eine andere Art von Schwermut, und trotzdem klingt jede Scheibe nach <b>ALCEST</b>. Während &#8222;Shelter&#8220; beispielsweise sehr soft und dreampoppig klang, so ist &#8222;Kodama&#8220; eben wieder eine Nummer härter und trotzdem sehr frisch und neu, aufgrund der asiatischen Note. Für mich stellt dieses Album ein weiteres Mal den Beweis dafür dar, dass Neige und Winterhalter wahnsinnig vielseitige Musik erschaffen können und nie langweilig oder eintönig wirken, obwohl sie die <b>ALCEST</b>-Schiene nie verlassen.</p>
<h2></h2>
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		<title>DEAF ROW FEST V &#8211; von Jena vereint.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nina]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Sep 2016 15:21:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Festivals]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Samstag war es nun endlich soweit – das lange schon im Kalender vermerkte <strong>Deaf Row Fest</strong> fand in Jena statt. Für mich eine Premiere. Also nicht nur, dieses Festival besuchen zu können, sondern auch, im Kassablanca zu sein. Und in Jena. Vorbeigefahren war ich schon. Was mir auffiel? Platten natürlich. Überall. Zu meiner Erleichterung löste sich aber die Befürchtung, Jena bestehe ausschließlich aus grau-braunen Klotzbauten, in Wohlgefallen auf. Auf dem Hof des liebevoll „Kassa“ genannten Clubs empfängt mich viel Bunt, viel Graffiti, ausrangierte Zugwaggons. Ich bin erstmal reizüberflutet. In Begleitung des <a href="http://fb.me/schneemensch">Yetis</a>, der mir heute in Sachen Fotos an die Seite gegeben wurde, und <a href="https://www.facebook.com/aehm.net">aehm</a>, dem DJ des Abends, der mit seinem Tun in den Umbauphasen geschickt die Konzepte der Bands aufgreifen wird und so die Pausen mit Musik füllt, betrete ich den Club.</p>
<blockquote>
<h3>Schön hier. Schön groß. Und übersichtlich.</h3>
</blockquote>
<p>Auf den ersten Blick mangelt es an nichts, auf den zweiten auch nicht: eine gut ausgestattete Bar bietet Getränke zu humanen Preisen und lädt zum Herumlümmeln ein. Der Konzertraum ist groß, hoch und beherbergt eine Empore, die mir am späteren Abend eine angenehme Ruhezone bieten soll. Garderobe – check. Plattenstand – check. Toiletten – check. Alles sehr angenehm hier. Draußen werden frisch zubereitete Burger und andere Leckereien angeboten, was mir als dauerhungriger Mensch natürlich sehr entgegenkommt.</p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/i1wC47fNxBM?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Nachdem meine Besichtigung abgeschlossen ist, beginnt auch schon die erste Band. Trotz des zeitigen Konzertbeginns ist das Kassa schon gut gefüllt. <strong>JAGUWAR</strong> aus Dresden müssen keinesfalls vor leerem Haus spielen, was mich sehr freut. Sie servieren eine Mischung aus Noise-Pop und Shoegaze. Ich bin ja vorher schon gespannt gewesen, wie das vermutlich hauptsächlich eher raueren Tönen zugeneigte Publikum auf die verträumt, zuckerwattige Musik der drei reagiert. Im Laufe des Konzerts ergreifen tatsächlich auch nur sehr wenige Gäste die Flucht. Bevor ich allerdings weiterschreibe, muss ich ehrlich zugeben – ich bin der bittersüßen Atmosphäre, die <strong>JAGUWAR</strong> verbreiten, schon sehr lange verfallen. Das heißt so viel wie: Das Licht geht aus, die Dioden an den zahllosen Amps leuchten, der Nebel rauscht aus der Maschine und ich bekomme Gänsehaut, noch eh der erste Ton erklingt.</p>
<p><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/jaguwar_dr2016/Jaguwar-15-DeafRow2016.jpg" rel="" data-image-id="446" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/jaguwar_dr2016/Jaguwar-15-DeafRow2016.jpg" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/jaguwar_dr2016/thumbs/thumbs_Jaguwar-15-DeafRow2016.jpg" data-title="Jaguwar-15-DeafRow2016" data-description=" "><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-none alignleft" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/jaguwar_dr2016/thumbs/thumbs_Jaguwar-15-DeafRow2016.jpg" alt="Jaguwar-15-DeafRow2016" width="324" height="216" /></a></p>
<p>Das Licht geht an, die ersten Akkorde werden in den Raum gestellt und die Schatten der Musiker schneiden sich entlang ihrer Silhouetten durch das Licht. Ich werde von einer Soundwand sanft, aber fest, umschlossen und trotz der Lautstärke und Wucht, die mich vereinnahmt, entsteht eine äußerst träumerische Atmosphäre. Vermutlich baut sie sich durch den gelungenen Wechselgesang von Gitarrist und Bassistin auf, welchen beide klagend, fast ningelig, aber voller Substanz in den Stimmen über die instrumentale Basis erheben. So sehr, wie die Musik schwebt, wird sie durch das präzise, schnörkellose Schlagzeugspiel zusammen und vom präsenten Rickenbacker-Sound am Boden gehalten. Wie sich der Sound am besten beschreiben lässt? Ich denke, er ähnelt am ehesten der Lieblingskassette, die wieder und wieder und wieder abgespielt wurde. So lange, bis sie anfing zu leiern und Tonalitäten verzerren. Wo jeder vernünftige Mensch gesagt hätte: „Hau weg das Ding, das kann sich ja keiner mehr anhören“, setzt der Gitarrensound an und legt noch eine Schippe Achtzigerjahre-Atmosphäre drauf. Vielleicht so wie bei <strong>THE CURE</strong>. Oder <strong>NEW ORDER</strong>. Nur mächtiger.</p>
<p>Amps machen laut. Und viele Amps machen noch viel mehr laut. Und noch mehr Überlagerungen. Wahnsinn. Der Gitarrist spielt über vier Amps, wovon – nach seiner Aussage – immerhin einer das Clean-Signal rausgibt. Ich als Mensch mit wenig Hintergrundwissen zu Technik, freue mich einfach über die Vielschichtigkeit, die mir hier in Sachen Sound geboten wird. Zu den vielen Amps kommt ein Pedalboard, welches seinesgleichen sucht. Unserem teaminternen &#8222;Tech-Nick&#8220; <a href="https://silence-magazin.de/author/robert/">Robert</a> gehen bei dem Anblick gelinde gesagt die Augen über.</p>
<p><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/watered_dr2016/Watered-14-DeafRow2016.jpg" rel="" data-image-id="482" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/watered_dr2016/Watered-14-DeafRow2016.jpg" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/watered_dr2016/thumbs/thumbs_Watered-14-DeafRow2016.jpg" data-title="Watered-14-DeafRow2016" data-description=" "><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-right alignright" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/watered_dr2016/thumbs/thumbs_Watered-14-DeafRow2016.jpg" alt="Watered-14-DeafRow2016" width="351" height="234" /></a></p>
<p>Nach <strong>JAGUWAR</strong> folgen <strong>WATERED</strong>, die nach einem verheißungsvollen Soundcheck pünktlich ihre Show beginnen. Nachdem die Empore während des Openers noch unbesetzt war, füllt sich der Platz oben auch so langsam. Ich befinde mich im Gespräch mit Freunden und bemerke nicht einmal richtig, dass <strong>WATERED</strong> bereits zu spielen beginnen. Bedrohlich braut sich etwas zusammen. Vor allem schwer und sehr langsam wälzt sich der Sound durch den Raum. Zunächst trägt sich der Gesamtklang eine ganze Weile komplett über den druckvollen und warmen Bass-Sound, der meinen Hörgewohnheiten in seinem Charakter sehr entgegen kommt. Ich bin mir nicht sicher, ob es beabsichtigt ist, dass die Gitarren so im Hintergrund agieren. Sie sind schwer greifbar und schaffen es dennoch irgendwie, etwas zur Atmosphäre beizutragen. Darin sind sie aber nach meinem Ermessen eindeutig nicht präsent genug und fallen regelrecht hinten runter. Dieses Ungleichgewicht scheint sich aber mit der Zeit aufzulösen. Die deutlich düsterere Schwester des Post-Rock, den die Jungs da auf der Bühne hervorzaubern, wird lichttechnisch durch den regelmäßigen Einsatz von Strobo unterstützt. <strong>WATERED</strong> bauen durchaus Atmosphäre auf, sind aber wenig innovativ in dem, wie sie ihre Songs entwickeln. Ich kann diesen Stillstand in dem Moment nicht gut ertragen, vielleicht weil mir einfach die Geduld fehlt. Die Zeit, bis <strong>ULTHA</strong> aufspielen, verbringe ich damit, mich weiter umzusehen. Dabei entdecke ich, dass es im Kassa noch einen Indoor-Raucher-Bereich gibt. Wie praktisch, vor allem heute, wo es draußen immer wieder nass von oben herunterkommt.</p>
<p><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/deaf-row-2016-impressionen/DeafRow2016-Impressionen-4.jpg" rel="" data-image-id="612" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/deaf-row-2016-impressionen/DeafRow2016-Impressionen-4.jpg" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/deaf-row-2016-impressionen/thumbs/thumbs_DeafRow2016-Impressionen-4.jpg" data-title="DeafRow2016-Impressionen-4" data-description=" "><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-left alignleft" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/deaf-row-2016-impressionen/thumbs/thumbs_DeafRow2016-Impressionen-4.jpg" alt="DeafRow2016-Impressionen-4" width="303" height="202" /></a></p>
<p>Punkt 20:00 Uhr starten <strong>ULTHA</strong> die Dampfwalze, die den Club mit einem Teppich aus finsterstem Geschrote überzieht. Ich beschließe spontan, mich auf die Empore zu begeben und dem Spektakel in entspannt, sitzender Position beizuwohnen. Auf das Geschrote legt sich ein mit viel Hall besetzter Gesang, der wütend und verzweifelt die Atmosphäre zerschneidet. Ja, hier bin ich richtig. Ich lasse mich vom Black-Metal der Kölner vereinnahmen und nicke unvermeidbar mit dem Kopf mit. Die düstere Grundstimmung wird vor allem durch tiefe Frequenzen und ein sehr aufgeräumt wirkendes Schlagzeug getragen. Wenn ich nun nicht oben auf der Empore säße, würde ich vermutlich direkt unten am Bühnenrand stehen und all die Verzweiflung, die ich in den letzten Ecken meiner Seele finden könnte, herausschreien.</p>
<blockquote>
<h3 dir="LTR" align="LEFT">Herrlich, so muss das sein!</h3>
</blockquote>
<p>Was mich etwas verwundert, ist, dass im Publikum relativ wenig Bewegung ist. Trotz oder vielleicht genau wegen der Exzessivität, die hier an den Tag gelegt wird, fliegen nur sehr wenige Haare durch die Luft. Auch das ausschließlich rote Standlicht, in dem sich die schwarzen Silhouetten der Musiker scharf abzeichnen, bringt nicht mehr Bewegung in die Sache, dafür aber eine auf seltsame Art und Weise sehr kuschelige Stimmung. Als ich mich grad in meine Melancholie rutschen lasse, kündigt mir meine fotografierende Begleitung frustriert an, Bands mit diesem Lichtkonzept in Zukunft zu boykottieren (Wozu das geführt hat, seht ihr nun an den Fotos von <strong>ULTHA</strong>. Sie sind schwarz-weiß). Schade um die Fotos. Doch zurück zur Musik an sich. Die Kölner Kapelle hat Lukas, die kleine süße Lokomotive, zu einem großen, alles niederwälzendem Stahlross erzogen, das sich gnadenlos seinen Weg in mein Herz bahnt. So überwältigt ich bin – nach zwanzig Minuten der Show hat sich dieser Effekt bei mir leider bereits abgenutzt. Das liegt möglicherweise daran, dass ich oben auf der Empore recht weit weg vom Geschehen bin. Aber wie bereits erwähnt, bewegt sich unten auch nicht besonders viel. Die Musik ist doch recht gleichförmig, das Tempo über viele Songs gleich und die Tonalitäten ähnlich. Und so wird das Geschrote zum Rauschen eines Sound-Meeres, von dessen Horizont verzweifelte Schreie des schiffbrüchigen Sängers an mein Ohr getragen werden.</p>
<p><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/ultha_dr2016/Ultha-4-DeafRow2016.jpg" rel="" data-image-id="459" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/ultha_dr2016/Ultha-4-DeafRow2016.jpg" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/ultha_dr2016/thumbs/thumbs_Ultha-4-DeafRow2016.jpg" data-title="Ultha-4-DeafRow2016" data-description=" "><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-none alignright" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/ultha_dr2016/thumbs/thumbs_Ultha-4-DeafRow2016.jpg" alt="Ultha-4-DeafRow2016" width="328" height="218" /></a></p>
<p>Zurück vom Meer bewege ich mich mal hinaus, um die angebotenen Burger zu verkosten. Da gibt es nichts zu meckern. Das Preis-Leistungsverhältnis ist gut, die Zutaten frisch und der Sättigungseffekt vorhanden. Vorerst. Wie es eben immer so mit Burgern ist. Wirklich auf Dauer machen die leider nicht glücklich. Den Magen gefüllt und die Lunge mit frischer Luft versorgt, besorge ich mir eine Brause und beobachte am Bühnenrand das geschäftige Treiben auf selbiger. Nachdem<strong> JAGUWAR</strong> mit viel schwerem und großen Gerät aufgefahren haben, schrumpft die Bühnenbestückung von Band zu Band immer weiter zusammen. <strong>RADARE</strong> bauen sich regelrecht einen Arbeitsplatz. Aufgeräumt, luftig, wenige Amps und doch viel Instrumentarium wird auf der Bühne verteilt. Keyboard, Sampling-Station, Posaune, Klarinette, noch ein Keyboard und dazu die Standard-Bandbesetzung. Meine Neugier auf das, was mich erwartet, steigt weiter, als ich begreife, dass all diese Instrumente von nur vier Personen bedient werden.</p>
<blockquote>
<h3 dir="LTR" align="LEFT">Multi-Intrumentalisten &#8211; sowas find&#8216; ich ja immer gut.</h3>
</blockquote>
<p>Mit einer überschaubaren Verzögerung von zwanzig Minuten betritt die Kombo die Bühne und empfängt das Publikum mit einem eingesprochenen Intro, welches von langsam, tragender, regelrecht gesetzt wirkender Musik abgelöst wird. Ich fühle mich sofort, als würde vor meinem inneren Auge eine Western-Film-Szenerie ablaufen können. Nein, nicht so, wie ihr denkt. Ohne Peng-Peng und klagende Mundharmonikasequenzen. Vielmehr die Musik, zu der ein Lonesome Rider durch die verlassene Western-Stadt zieht. Ich entschließe mich dazu, ein weiteres Mal die Empore aufzusuchen. Ich finde dort einen guten Sitzplatz und kann mich hinwegträumen. Zuverlässig, wie auch schon bei den anderen Bands, habe ich sowohl oben als auch unten vor der Bühne sehr ausgewogenen Sound. Angemessen druckvoll, aber nicht unnötig laut. Vor allem bei der vielschichtigen Musik, die <strong>RADARE</strong> auffahren, kommt dieser Umstand besonders positiv zum Vorschein. Auch bei Passagen, die nur durch einzelne Instrumente, wie beispielsweise Keys und Posaune bespielt werden, bricht die Atmosphäre nicht ein. Ich bin davon begeistert, mit welcher Leichtigkeit und welchem Minimalismus die Vier es bewerkstelligen, ein so vereinnahmendes und rundes Klangbild zu schaffen.</p>
<p><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/radare_dr2016/Radare-4-DeafRow2016.jpg" rel="" data-image-id="502" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/radare_dr2016/Radare-4-DeafRow2016.jpg" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/radare_dr2016/thumbs/thumbs_Radare-4-DeafRow2016.jpg" data-title="Radare-4-DeafRow2016" data-description=" "><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-none alignleft" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/radare_dr2016/thumbs/thumbs_Radare-4-DeafRow2016.jpg" alt="Radare-4-DeafRow2016" width="327" height="218" /></a></p>
<p>Die Langsamkeit in der Musik verlangt mir als Hörer ab, mich von Erwartungen und dem Warten auf Aktion zu distanzieren. Ich lenke meine Aufmerksamkeit also auf das Tun der Musiker und stelle fest, dass sich hinter der Getragenheit und der Langsamkeit raffinierte Kompositionen verbergen. Vor allem die so organisch verlaufenden Harmoniewechsel vollziehen sich fast nicht wahrnehmbar und zaubern mir mit ihrer eleganten Verspieltheit ein Dauergrinsen aufs Gesicht. Zeitweise wird die Western-Szenerie vor meinem inneren Auge von einem im Wald spielenden Horrorfilm abgelöst. Bassfrequenzen, die meine Schädeldecke erzitten lassen, durchzogen von spitzen Gitarrensounds, lehren mich das Gruseln. Doch <strong>RADARE</strong> kehren zuverlässig zum Western-Theme zurück. Neben eher klassischen Effekten spielt die Band auch mit eher ungewöhnlichen Variationen, die dazu führen, dass zum Beispiel eben die Gitarre, mit dicker Zerre und Bendings bis zur Kniekehle versehen, kaum mehr als solche zu identifizieren ist. Im Gesamtkonzept Bläser einzubinden und sogar zwei Keyboarder am Start zu haben, ist auch etwas sehr Erfrischendes, was ich in der Form bisher nie gesehen habe.</p>
<p>Während ich mich noch so davonträume, beenden <strong>RADARE</strong> nach gefühlt viel zu kurzer Zeit ihre Show. Langsam fange ich mich wieder und beschließe, noch einmal draußen herumzustromern und mir einen weiteren Burger einzuverleiben. Wie ich schon befürchtet hatte, hatten jedoch andere vermutlich ähnlich gefräßige Gäste bereits alles aufgegessen. Schade, dann wird es wohl doch noch ein Getränk. Ich platziere mich drinnen am Tonpult und warte auf <strong>REGARDE LES HOMMES TOMBER</strong>. Robert, der sich ebenfalls nach Jena bewegt hat, freut sich unheimlich, weil sie zum Soundcheck einen Song von <strong>MGLA</strong> covern. Ich freue mich einfach, weil der Drummer schon vor Anfang der Show ordentlich Ballett macht. Mit ein wenig weiterer Verzögerung beginnt die Kapelle aus Nantes ihren Auftritt. Ich bin geblendet.</p>
<blockquote>
<h3 dir="LTR" align="LEFT">Der Strobo überfordert kurzzeitig meine Synapsen.</h3>
</blockquote>
<p>Nach dem ruhigen, einlullenden Soundtrack, den ich vorher genießen konnte, weckt mich diese um einiges aktivere Band wieder auf. Black Metal steht nun auf dem Plan. Die Lichtshow ist aktiver, die Musik vorsichtig gesagt treibender. Was mir hier an Angryness und Power entgegengebracht wird, ist beeindruckend. Der Abriss kommt Genre-typisch mit zerstörerischen Walzenparts daher, die immer wieder zu zerrütteten, leiseren Parts abebben, um anschließend in eine weitere Welle Zerstörung zu erwachsen. Tatsächlich habe ich zu <strong>REGARDE LES HOMMES TOMBER</strong> recht wenig zu sagen, weil sie ihrem Metier entsprechendes Instrumentarium auffahren und dieses ohne Frage auch umzusetzen wissen. Ich stehe einfach nur da und lasse mir die Gehirnwindungen durchpusten.</p>
<p><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/regarder-les-hommes-tomber_dr2016/RegarderLesHommesTomber-19-DeafRow2016.jpg" rel="" data-image-id="530" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/regarder-les-hommes-tomber_dr2016/RegarderLesHommesTomber-19-DeafRow2016.jpg" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/regarder-les-hommes-tomber_dr2016/thumbs/thumbs_RegarderLesHommesTomber-19-DeafRow2016.jpg" data-title="RegarderLesHommesTomber-19-DeafRow2016" data-description=" "><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-none alignright" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/regarder-les-hommes-tomber_dr2016/thumbs/thumbs_RegarderLesHommesTomber-19-DeafRow2016.jpg" alt="RegarderLesHommesTomber-19-DeafRow2016" width="329" height="219" /></a>Nach dieser klassischen Zerstörungswelle habe ich mein Müdigkeitstief zunächst überwinden können und beobachte das emsige Treiben zum Umbau. Die nun folgende Band hat ähnlich <strong>RADARE</strong> einige Instrumente dabei, die über die Standard-Besetzung hinausgeht. Zum Beispiel eine Schatzkiste. Oder so etwas ähnliches. Darin befindet sich ein Blasebalg. Klingt ein bisschen wie eine Drehorgel. Außerdem erblicke ich ein lautenähnliches Zupfinstrument, das vermutlich östlichem Ursprungs ist. Auch eine ganze Palette Percussionsinstrumente liegt bereits herum – Rasseln, Schellen, Glocken verschiedener Formen und Größen. Mit Beginn der Show wird in regelmäßigen Abständen wieder der Strobo angeworfen, was ich inzwischen schon recht nervig finde. <strong>THE BLACK HEART REBELLION</strong> legen los und werfen mich dank ihrer Instrumente direkt in Ethno-ähnliche Strukturen. Der Gesang ist angemessen präsent, die Stimme sehr angenehm. Die gesungenen Melodielinien und Percussion sowie dazu passend das sehr warme, orangene Licht erzeugen eine äußerst epische Atmosphäre. Die Bandmitglieder interagieren stark miteinander und bringen Bewegung auf die Bühne. Hier geht es viel um Show. Ich bin ja hinsichtlich Shows eher der Freund des Minimalismus – ich finde übertriebenes Herumgehampel vor allem eins, nämlich albern. So auch hier. Schön anzusehen ist es dennoch, wie die wehenden Haare Wirbel in den Bühnennebel treiben. Die Übertriebenheit ihrer Gesten tut der Tatsache, dass diese Band ihr Handwerk versteht, jedoch keinen Abbruch. Sie haben Mut zu langsamen, tragenden und mit wenig Aktion gefüllten Parts, die fast ausschließlich vom stetig leicht leiernden Gesang getragen werden. Für mich ist diese Art Musik ein unbekanntes Konzept, das ich am ehesten als Mischung aus Ambient, Post-Rock und Doom, die mit nativen Elementen durchwachsen ist, beschreiben würde. All das vorgetragen mit einer ordentlichen Ladung Pathos.</p>
<p><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/the-black-heart-rebellion_dr2016/TheBlackHeartRebellion-13-DeafRow2016.jpg" rel="" data-image-id="568" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/the-black-heart-rebellion_dr2016/TheBlackHeartRebellion-13-DeafRow2016.jpg" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/the-black-heart-rebellion_dr2016/thumbs/thumbs_TheBlackHeartRebellion-13-DeafRow2016.jpg" data-title="TheBlackHeartRebellion-13-DeafRow2016" data-description=" "><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-none alignleft" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/the-black-heart-rebellion_dr2016/thumbs/thumbs_TheBlackHeartRebellion-13-DeafRow2016.jpg" alt="TheBlackHeartRebellion-13-DeafRow2016" width="332" height="221" /></a>Nach zwanzig Minuten hat sich mein Interesse an der Musik der Belgier langsam aber sicher verflüchtigt, da ich den Eindruck gewinne, sämtliche, nun folgende Melodielinien, bereits von ihnen gehört zu haben. Da sich die Show dauerhaft auf einem Drama-Level von 100% bewegt und mir die Luft im Kassa inzwischen wirklich unangenehm wird, verlasse ich den Konzertraum vorerst. Ich weiß tatsächlich nicht, wie sich die Zeit bis zum Beginn der letzten Band so verziehen konnte, aber der erste Ton, den<strong> CELESTE</strong> von sich geben, erklingt mit einer ganzen Stunde Verspätung. Das Kassa ist immer noch voll, was mich aufgrund der vorangeschrittenen Uhrzeit (es ist inzwischen fast halb Zwei) doch verwundert. Gut, die Franzosen wurden mir ja schon von vornherein als akustisches sowie optisches Sahneschnittchen angepriesen. Daran wird es wohl liegen.</p>
<p><a class="ngg-fancybox" title=" " href="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/celeste_dr2016/Celeste-4-DeafRow2016.jpg" rel="" data-image-id="601" data-src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/celeste_dr2016/Celeste-4-DeafRow2016.jpg" data-thumbnail="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/celeste_dr2016/thumbs/thumbs_Celeste-4-DeafRow2016.jpg" data-title="Celeste-4-DeafRow2016" data-description=" "><img loading="lazy" decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-none alignright" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/celeste_dr2016/thumbs/thumbs_Celeste-4-DeafRow2016.jpg" alt="Celeste-4-DeafRow2016" width="320" height="213" /></a>Wieder meinen Platz am Tonpult eingenommen, erwarte ich gespannt, was nun passieren wird. Die Bühne ist dunkel. Komplett. Nur an der Seite sieht man zunächst die eine oder andere Amp-Diode rot leuchten. Dass dort Musiker auf der Bühne sind, wird erst sichtbar, als selbige ihre Kopflampen anmachen. Keine Silhouette, kein Schatten verrät, wo sie sich befinden. Nur ihre roten Lichter lassen es erahnen. Den nickenden Kopfbewegungen der Musiker folgend, sehen die Lichtkegel aus, als stammten sie von verwirrten Leuchttürmen. Nach dem ruhigen, getragenen Intro folgt ein atemberaubendes Gewitter aus Krach und Geschrei, untermalt mit aggressiven Strobo. Eisbrecher-gleich schiebt sich die undifferenzierte, aber keinesfalls unangenehme Soundwand durch den Saal. Was genau hier passiert, lässt sich schwer in Worte fassen – aber es ist laut. Es ist überbordend. Es ist verzweifelt. Letzteren Eindruck hinterlässt hauptsächlich die schneidende Reibeisenstimme. Darunter bewegt sich einiges, nach wie vor kann ich allerdings nicht differenzieren, was genau geschieht. Ich stelle nach einer Weile der Eingewöhnung erstaunt fest, dass die Musik sogar etwas Orchestrales an sich hat. Alles in allem könnten<strong> CELESTE</strong> mit ihrer Show sehr gut den Soundtrack zu einem depressiven Schub, der dich verzweifelt in der Ecke kauern lässt, geschrieben haben. Einfach nur der Wahnsinn. Mir gefällt die Mischung aus Sludge und Post-Hardcore, die die Band auf den Saal niederprasseln lässt, ausgesprochen gut. Ob ich mir sowas Zuhause auch anhören würde, wage ich allerdings zu bezweifeln.</p>
<blockquote>
<h3 dir="LTR" align="LEFT">Der Tag danach. Ich ziehe Bilanz.</h3>
</blockquote>
<p>Dass der Abend sehr anstrengend werden würde, weil sich sieben Bands gegenseitig die Klinke in die Hand geben, hatte ich ja vorher schon geahnt. Dass ich erst halb fünf im Bett sein sollte, befürchtet. Doch die Anstrengungen waren den Abend absolut wert. Ich habe so viele verschiedene neue Eindrücke sammeln können, eine tolle Location kennengelernt und war endlich mal in Jena. Für das kommende Jahr nehme ich mir vor, wieder zum <strong>Deaf Row</strong> ins Kassa zu fahren. Unabhängig vom Line-Up. Denn das, was mich neben der Auswahl hochwertiger und so verschiedener Bands absolut überzeugen konnte, war der top Sound, der mir geboten wurde.</p>
<p> [<a href="https://silence-magazin.de/deaf-row-fest-v-2016-jena/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=deaf-row-fest-v-2016-jena">See image gallery at silence-magazin.de</a>] </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/deaf-row-fest-v-2016-jena/">DEAF ROW FEST V &#8211; von Jena vereint.</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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		<title>Was Musik ausmacht und warum sie eine Art Therapie ist &#8211; Interview mit Sylvaine</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Flo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Sep 2016 09:20:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>FOR ENGLISH VERSION SEE BELOW Könnt ihr euch noch an meinen Artikel über SYLVAINE erinnern – die hübsche Norwegerin, die so wahnsinnig gute Musik macht? Ihr Album &#8222;Wistful&#8220; hat mich ganz schön umgehauen und tut es noch immer. Für mich ist die ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/interview-sylvaine/">Was Musik ausmacht und warum sie eine Art Therapie ist &#8211; Interview mit Sylvaine</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>FOR ENGLISH VERSION SEE BELOW</h2>
<p>Könnt ihr euch noch an meinen Artikel über <strong>SYLVAINE</strong> erinnern – die hübsche Norwegerin, die so wahnsinnig gute Musik macht? Ihr Album &#8222;Wistful&#8220; hat mich ganz schön umgehauen und tut es noch immer. Für mich ist die Platte definitiv eine der besten Neuerscheinungen des Jahres 2016. Auf dem <strong>DARK BOMBASTIC EVENING</strong> in Rumänien spielte <strong>SYLVAINE</strong> ihren allerersten Live-Gig mit Band – mit dabei hinter dem Schlagzeug: Neige (<strong>ALCEST</strong>).</p>
<p>Ich hatte die Chance ihr ein paar Fragen zu stellen und ein paar interessante Einblicke zu bekommen. Hier ist das Inverview mit <strong>SYLVAINE</strong>:</p>
<p><strong>Flo:</strong> <em>Jetzt, wo dein zweites Album &#8222;Wistful&#8220; seit ungefähr drei Monaten erhältlich ist: Wie fühlst du dich damit? Welches Feedback hast du bisher so bekommen?</em></p>
<p><strong>Sylvaine:</strong> Es ist echt verrückt, wenn ich daran denke, dass das Album jetzt schon wieder drei Monate draußen ist&#8230; Die Zeit vergeht wie im Flug! Ich denke, jeder Künstler wird im Nachhinein immer Kleinigkeiten in seinen fertigen Werken finden, die man verbessern könnte, und natürlich bildet &#8222;Wistful&#8220; da auch keine Ausnahme für mich. Ich muss allerdings sagen, dass ich sehr stolz auf das Album bin, und auf das, was es am Ende geworden ist. Es hat echt genau das eingefangen, was ich versucht hatte, auszudrücken, und ich bin auch echt überglücklich mit der Entwicklung meines Songwritings auf dem Album. Ich bin so froh, dass die Leute das auch würdigen, und ich könnte mir kein besseres Feedback vorstellen, als das, was ich bisher bekommen habe! Viele tolle Reviews und nette Worte vom Publikum und der Musikpresse von überall auf der Welt geben mir viel Bestätigung und helfen mir, zu glauben, dass ich da etwas Wertvolles erschaffen habe &#8211; etwas, das Leute dazu anregt, zu fühlen. In anderen Worten: Ich bin definitiv sehr dankbar und glücklich über die bisherigen Reaktionen auf das Album!</p>
<p><strong>Flo:</strong> <em>Im Vergleich zu deinem ersten Album klingt dein zweites Album für mich tiefer und &#8222;gaziger&#8220;, was mir sehr gut gefällt. Ist das einfach so passiert oder hat das einen bestimmten Grund?</em></p>
<p><strong>Sylvaine:</strong> Das Album etwas ätherischer und verträumter zu gestalten, war definitiv etwas, das ich bewusst in meinem Kopf hatte, während ich die Tracks für &#8222;Wistful&#8220; geschrieben habe. Um es zu erklären, ich wollte den Unterschied zwischen den ruhigen Parts und den brutalen Elementen noch größer gestalten, um die Musik auf &#8222;Wistful&#8220; atmosphärischer zu machen als auf &#8222;Silent Chamber, Noisey Heart&#8220;. Ich wollte diese Ambient-Stimmung auf diesem Album noch präsenter haben, aber ebenso auch die natürliche Aggression beibehalten, die heraus kam, als ich manche der Tracks fürs Album geschrieben habe. Das gibt der Musik eine dunklere und rauere Seite als zuvor. Mit dem zweiten <strong>SYLVAINE</strong>-Album bin ich jetzt näher an dem Sound dran, den ich eigentlich im Kopf hatte, als ich das Projekt gestartet habe. Während das erste Album mehr eine Art Patchwork ist, da die Songs alle über mehrere Jahre geschrieben wurden, präsentiert sich &#8222;Wistful&#8220; für mich fokussierter.</p>
<p><strong>Flo:</strong> <em>Im Allgemeinen: Wie schreibt du Songs? Gibt es da einen bestimmten Prozess? Oder sind da einfach verschiedene Dinge, die dir in den Kopf kommen, wenn jemand oder etwas dich inspiriert?</em></p>
<img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6850 alignright" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/Sylvainemusic.jpg" alt="Sylvaine live" width="350" height="446" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/Sylvainemusic.jpg 640w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/Sylvainemusic-235x300.jpg 235w" sizes="auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px" />
<p><strong>Sylvaine:</strong> Ich würde sagen, das ist von Zeit zu Zeit recht unterschiedlich, und es gibt für mich absolut keine Regeln, wenn es darum geht, Musik zu machen. So viel kann ich sagen: es gibt natürlich einige Gewohnheiten, die während dem Komponieren immer wieder aufzutauchen scheinen. Ich versuche immer auf sehr emotionale Art zu schreiben, Dinge nicht zu sehr zu überdenken, sondern einfach Entscheidungen intuitiv zu treffen. Das einzig wichtige ist mir dabei, dass die Musik etwas echtes ausdrückt, und das ist etwas, das man am einfachsten erreichen kann, indem man seine Gedanken schweifen lässt und mit dem arbeitet, was zu dem Zeitpunkt einfach herauskommt – sei es, dass man durch introvertierte Belange inspiriert wird, oder durch etwas Gesehenes, eine Person, eine Situation, oder was auch immer. Alles passiert auf ziemlich natürliche Art und Weise. Das Schreiben der Musik ist sehr spontan und ich mache einfach immer weiter, bis ich das habe, wovon ich denke: &#8222;Das ist ein Album.&#8220; In der Regel schreibe ich mehr Songs, als zum Schluss tatsächlich auf dem Album landen, denn ich bin der Meinung, das ist nötig, um sicherzustellen, dass nur die besten auf dem Album landen. Ich bin immer am Musik Schreiben, auch wenn mein Inspirationslevel ständig hoch und runter geht, wie wahrscheinlich bei jedem Musiker. Ich hab also nicht unbedingt die Absicht, ein bestimmtes Album zu schreiben, sondern versuche eher, den Fluss solange am Laufen zu halten, wie es geht. Was das Instrumental angeht, beginne ich das Songwriting mit Gitarrenriffs und baue dann alles andere drumherum.</p>
<p><strong>Flo:</strong> <em>Welcher ist dein liebster </em><strong>SYLVAINE</strong><em>-Song und warum?</em></p>
<p><strong>Sylvaine:</strong> Es ist echt schwer, einen Lieblingssong herauszupicken, um ehrlich zu sein, da sie ja alle auf ihre bestimmte Art meine Babys sind, und alle haben eine sehr persönliche Bedeutung für mich. Einige dieser Songs vermitteln dieses ganz besondere Gefühl, während ich sie spiele. Es ist jedes Mal, als wäre es eine Art reinigendes oder beruhigendes Gefühl. Das klingt vielleicht etwas strange, aber es bedeutet wahrscheinlich, dass diese Songs mir besonders nah am Herzen liegen. Vom ersten Album ist der Titeltrack &#8222;Silent Chamber, Noisey Heart&#8220; einer dieser Tracks. Auf &#8222;Wistful&#8220; sind es die Lieder &#8222;Delusions&#8220;, &#8222;Earthbound&#8220; und &#8222;Wistful&#8220;. Der Titeltrack &#8222;Wistful&#8220; verkörpert so ziemlich einen der Hauptgründe, warum ich <strong>SYLVAINE</strong> damals überhaupt ins Leben gerufen habe, das macht ihn zu einem Song, zu dem ich immer eine ganz besondere Verbindung spüre. Jedes Mal, wenn ich dieses Lied höre, erinnere ich mich an die Momente, als ich den Song geschrieben habe. Ich denke, der Song wird mich immer etwas in Gedanken schweifen lassen.</p>
<p><strong>Flo:</strong> <em>Was ist deine größte Inspirationsquelle für deine Texte und das Instrumental?</em></p>
<p><strong>Sylvaine:</strong> <strong>SYLVAINE</strong> funktioniert für mich wie eine Art &#8222;Audio-Tagebuch&#8220;, so wie auch für viele andere Künstler. Das bedeutet: das, was durch die durch die Musik vermittelt wird, sind normalerweise Konflikte oder Themen, die aus meinem Inneren kommen, und die ich irgendwie ausdrücken muss. Musik zu schreiben funktioniert als eine Art Therapie für mich, die es mir erlaubt, all meine Gefühle aus mir herauszulassen, anstatt sie herunterzuschlucken und in mir zu behalten. Musik zu machen ist jedoch nur eine Art temporäre Erleichterung, denke ich, und bietet nicht die finale Lösung meiner Konflikte. Derzeit ist dies aber etwas, das ich in meinem Leben definitiv brauche. Ich habe viel über das Gefühl gesprochen, Erleichterung für etwas erlangen zu wollen, ohne zu wissen, wie ich es erreichen kann, und ohne Zuflucht zu erfahren. &#8222;Wistful&#8220; thematisiert viel dieser Gefangenschaft in der eigenen Existenz, im menschlichen Körper, welcher begrenzt ist auf seine Sinne. Außerdem inspiriert mich auch die Zweischneidigkeit im Leben: Frohsinn vs. Melancholie, Außenwelt vs. meine innere Welt, Realität vs. Tagträume und so weiter.</p>
<p><strong>Flo:</strong> <em>Falls dich Musik auch inspiriert, welche sind die drei Bands/Künstler, die dich am meisten inspirieren?</em></p>
<p><strong>Sylvaine:</strong> Wie jeden anderen Musikbegeisterten, inspiriert mich Musik natürlich auch sehr stark für meine eigenen Werke. Sie ist einfach eine so starke Form der Kunst, mit der Möglichkeit, unseren Geist auf so viele Arten zu beeinflussen. Sie ist einfach notwending für das menschliche Leben. Nur drei Bands auszuwählen, die mich und meine Musik über die Jahre beeinflusst haben, ist echt hart! Wenn ich wählen müsste, würde ich sagen <strong>TYPE O NEGATIVE</strong>, <strong>PHILIP GLASS</strong> und <strong>DEAD CAN DANCE</strong>. Möglicherweise würde ich dir an einem anderen Tag schon wieder eine andere Antwort geben, aber es fühlt sich so an, als wären diese drei für heute die richtige Wahl.</p>
<p><strong>Flo:</strong> <em>Welche anderen Musik-Genres magst du?</em></p>
<p><strong>Sylvaine:</strong> Ich höre eigentlich alles, das in irgendeiner Weise zu mir spricht, daher mag ich viele verschiedene Genres. Ich liebe die gesamte Shoegaze/Dreampop-Szene, ebenso die Darkwave-, die Post-Punk- und die modernere Post Rock- und Post Metal-Szene, mit Bands wie <strong>SLOWDIVE</strong>, <strong>THE CHAMELEONS</strong>, <strong>EXPLOSIONS IN THE SKY</strong>, <strong>SIGUR ROS</strong>, <strong>ALCEST</strong>, <strong>JOY DIVISION</strong>, <strong>MONO</strong>, <strong>HAMMOCK</strong>, <strong>COCKTEAU TWINS</strong>, <strong>LYCIA</strong>, <strong>DEAD CAN DANCE</strong> und <strong>THE CURE</strong>. Ich werde aber auch von klassischer Musik inspiriert, während auch Minimalismus eine meiner liebsten Richtungen ist. Ich war immer sehr fasziniert von dem Konzept, die kleinsten Stücke zu nehmen, und diese langsam in etwas anderes zu verwandeln. Das ist auch etwas, das ich versuche, in meiner Musik umzusetzen, wirklich diese hypnotischen, medidativen Abschnitte zu erschaffen, die den Hörer in eine Art Trance versetzen. Metal-mäßig ist eine meiner Lieblingsbands<strong> TYPE O NEGATIVE</strong>. Ich liebe die verschiedenen Ausdrucksweisen, die sie in ihren Songs umsetzen, und bewundere ihr Können, üppige, vielschichtige, harte Atmosphären zu erschaffen. Ich mag auch die Black Metal-Szene sehr, z.B.Bands wie <strong>ULVER</strong>, <strong>BATHORY</strong>, <strong>EMPEROR</strong>, <strong>DARKTHRONE</strong>, <strong>BURZUM</strong> und so weiter. Ebenso mag ich aber auch die Grunge-Szene der 90er, mit <strong>NIRVANA</strong> und den <strong>SMASHING PUMPKINS</strong>.</p>
<p><strong>Flo:</strong> <em>Wann hast du dich dazu entschieden, Musikerin zu werden und eigene Songs zu schreiben, und warum?</em></p>
<p><strong>Sylvaine:</strong> Musik war schon immer ein großer Teil meines Lebens, schon seit ich ein Kind war. Zu sehen, wie meine Eltern beide Musiker sind und im Musik-Business arbeiten, führte mich schon von Anfang an an solch ein Leben heran. Musik zu schreiben und zu spielen ist für mich ein absolut beruhigender Prozess, wie ich vorhin schon beschrieben habe, und wurde für mich so eine Art Therapie, ohne die ich seit dem Teenie-Alter nicht mehr leben könnte. Schon als ich 16 Jahre alt war, war ich fasziniert von der Balance zwischen Wunderschönem und sehr Rauem in verschiedenen Musikrichtungen, also begann ich Musik zu schreiben, die sich auf mich bezog. Das führte mich zu dem Sound, den ich mehrere Jahre später für <strong>SYLVAINE</strong> auswählte. Ich brauche Musik in meinem Leben, um komplett zu sein, um mit Dingen in mir drin umgehen zu können, die ohne Musik unterdrückt würden. Das ist der Grund, warum ich angefangen hab, Musik zu machen und ich bin so froh und dankbar, dass es mir möglich ist, genau das zu tun. Ich wusste immer, dass ich diesen Weg gehen würde, wenn es mir der Weg des Schicksals erlaubt.</p>
<p><strong>Flo:</strong> <em>Du hast jetzt deinen allerersten Live-Gig mit Band hinter dir (</em><strong>DARK BOMBASTIC EVENING 7</strong><em>) Wie war es? Was magst du uns darüber erzählen?</em></p>
<img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6849 alignleft" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/Darkbombasticevening.jpg" alt="Dark Bombastic Evening" width="350" height="495" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/Darkbombasticevening.jpg 595w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/Darkbombasticevening-212x300.jpg 212w" sizes="auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px" />
<p><strong>Sylvaine:</strong> Unsere allererste Show mit dem kompletten Live-Line-Up für <strong>SYLVAINE</strong> war wirklich eine richtig klasse Erfahrung! Wir hatten schon so lange auf diesen Moment gewartet. Und endlich auf der Bühne zu stehen und all diese wundervollen Menschen zu sehen, die sich zu unserer Musik bewegen und uns so positives Feedback geben, war mehr, als wir uns je erträumt hätten. Nach der Show kamen Leute zu uns und meinten, sie könnten gar nicht glauben, dass dies unsere erste Show war und dass wir die positive Überraschung des Festivals für manche waren. Es war so schön! Wir haben es echt genossen auf dem <strong>DARK BOMBASTIC EVENING</strong>! Danke an die tollen Menschen, die dort auf dem Festival gearbeitet haben, das nette Publikum, die anderen Bands und natürlich die bildhaft schöne Location. Diese Erinnerungen werden definitiv viele Jahre lang bei uns im Kopf bleiben und wir können es kaum abwarten, wieder auf die Bühne zu treten, um für die Leute von überall her zu spielen!</p>
<p><strong>Flo:</strong> <em>Was stimmt dich glücklicher: Das allererste Mal einen neuen Song von dir zu hören oder live zu spielen?</em></p>
<p><strong>Sylvaine:</strong> Beide Situationen hinterlassen bei mir ein großartiges Glücksgefühl, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich eins der beiden wählen kann, da man beides nicht wirklich vergleichen kann. Der gesamte Songwriting-Prozess ist sehr introvertiert und funktioniert auf einem sehr persönlichen Level, während die Live-Erfahrung sehr extrovertiert und spontan ist, und man sie mit vielen Leuten teilt. Beides ist sehr lohnend und zufriedenstellend, aber auf verschiedene Weise.</p>
<p><strong>Flo:</strong> <em>Neige spielt für dich Schlagzeug, das ist der Wahnsinn! Für mich ist er einer der großartigsten Musiker, die es gibt. Ich liebe all seine Musikprojekte. Wie hast du ihn kennengelernt und wie wurde er dein Schlagzeuger?</em></p>
<p><strong>Sylvaine:</strong> Ich habe <strong>ALCEST</strong> 2011/2012 entdeckt und mich sfort in die Musik verliebt und mich mit ihr verbunden gefühlt. 2012 hatte ich das Vergnügen, sie mehrmals live zu erleben und habe sie dann eines nachts getroffen. Nach diesem Abend blieb ich mt Neige in Kontakt, wir wurden Freunde und ich habe angefangen, ihm die Dinge zu zeigen, die ich mit <strong>SYLVAINE</strong> so mache. Er war sehr positiv eingestellt zur Musik und begann, das Projekt zu unterstützen. Das hat sicherlich auch dazu geführt, dass ich die Akustik-Tour 2014 mit <strong>ALCEST</strong> in Südamerika zusammen spielen durfte, und im Endeffekt auch dazu, dass er die Drums auf &#8222;Wistful&#8220; und im Live-Line-Up von Sylvaine gespielt hat/spielt. Ich mag den Stil, wie er Schlagzeug spielt, wirklich sehr sowie seine Aufmerksamkeit als Schlagzeuger und seinen starken Sinn für Musikalität. Also kamen wir beide zu dem Entschluss, dass es recht gut passen könnte. Wir haben einfach eines Tages probiert, zusammen die Songs zu spielen, und wir beide waren uns einig, dass es super klingt! Ich weiß, dass Neige zu der Zeit auch in der Stimmung war, wieder Schlagzeug zu spielen, also war es eine Wahnsinns-Chance für mich, die ich zu meinem Vorteil genutzt habe, haha. Es war mir eine große Ehre, mit solch einem talentierten und kreativen Musiker auf &#8222;Wistful&#8220; und zu unserer Show auf dem <strong>DARK BOMBASTIC EVENING</strong> zusammenzuarbeiten. Ich freue mich sehr auf die weitere Zusammenarbeit mit ihm. Es ist ein Traum, der für mich wahr geworden ist.</p>
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<p><strong>Flo:</strong> <em>Was können wir von </em><strong>SYLVAINE</strong><em> zukünftig erwarten?</em></p>
<p><strong>Sylvaine:</strong> Da mein Album jetzt einige Zeit draußen ist und die Pressetermine so langsam weniger werden, nehme ich mir die Zeit, Auftritte zu planen und mein drittes Album zu schreiben. Ich weiß wirklich noch nicht, welche Richtung ich für den Charakter des Albums einschlagen werde, aber es fühlt sich so an, als wäre es &#8222;Wistful&#8220; stark verbunden, allerdings mit neuen Elementen und einem etwas weiterentwickelten Sound. Ich hab eigentlich jetzt schon genug Songs und wahnsinnig viele Ideen, die ich noch ausbauen muss, aber ich nehme mir die Zeit, so viele Songs wie möglich zu schreiben, um sicherzustellen, dass es nur die richtigen auf das dritte Album schaffen. Außerdem versuchen wir Touren und Gigs für die Band zu planen, denn wir würden uns riesig freuen, für euch alle da draußen zu spielen. Ich arbeite eigentlich konstant an irgendetwas, um das Projekt <strong>SYLVAINE</strong> irgendwie in Bewegung zu halten. Ich hab seit 2013, bevor ich mein erstes Album veröffentlicht habe, damit nicht mehr aufgehört. Darüber mache ich mir aber im Prinzip auch gar keine Gedanken, da ich wirklich sehr glücklich und dankbar bin, ausschließlich für meine Band arbeiten zu können.</p>
<p><strong>Flo:</strong> <em>Welche Pläne bezüglich Auftritten in Deutschland hast du?</em></p>
<p><strong>Sylvaine:</strong> Bisher gibt es keine präzisen Pläne, aber wir hatten schon verschiedene Angebote von deutschen Promotern, daher hoffe ich, dass es auch bald klappen wird. Schon als ich als Teenager mit der Musik angefangen habe, wollte ich immer für das deutsche Publikum spielen, weil ich wusste, es gibt dort einen sehr großen Markt und vor allem ein sehr aufgeschlossenes Publikum. Ich kreuze meine Finger und freue mich sehr auf den Tag, an dem ich nach Deutschland zurückkehren kann und diesen Traum verwirklichen kann!</p>
<p><strong>Flo:</strong> <em>Wenn du dich entscheiden müsstest: Gitarre oder Stimme?</em></p>
<p><strong>Sylvaine:</strong> Wieder eine echt schwere Entscheidung. Das Singen ist etwas, das ich schon tue, seitdem ich ein kleines Kind war, es war immer eine sehr natürliche Möglichkeit, mich auszudrücken. Es hat sich für mich immer so angefühlt, als wäre es &#8222;mein Instrument&#8220;, da es das einzige Instrument ist, bei dem ich je etwas Selbstbewusstsein hatte. Die Gitarre hingegen ist ein eher &#8222;frisches&#8220; Instrument für mich, da ich erst seit ungefähr 3 Jahren Gitarre spiele. Sie ist ein sehr ausschlaggebendes Instrument für mich, da sie mir erlaubt, meine eigene Musik zu schreiben. Ich hab normalerweise meine Lieder immer auf dem Klavier geschrieben, aber als ich anfing, Gitarre zu spielen, hat sich in Bezug aufs Komponieren eine Art neue Dimension für mich geöffnet. Nun ja, daher denke ich, es ist zu schwer, sich für eins der beiden entscheiden zu müssen, haha. Sorry!</p>
<p><strong>Flo:</strong> <em>Du hast das letzte Wort: Was möchtest du der Welt da draußen erzählen?</em></p>
<p><strong>Sylvaine:</strong> Als allererstes möchte ich dir so sehr für dieses Interview danken, Flo. Es war mir ein Vergnügen, wirklich! Ich hoffe, die <strong>SILENCE MAGAZIN</strong>-Leser haben viel Spaß mit diesem kleinen Einblick in das <strong>SYLVAINE</strong>-Projekt. Ich kann es kaum abwarten, euch alle Face to Face zu treffen, wenn wir nächstes Jahr unterwegs sind! Habt einen wunderbaren Restsommer, bleibt kreativ und bis bald!</p>
<p><strong>Flo:</strong> Ich danke dir vielmals für deine Zeit, für deine komplexen Antworten und für deine Offenheit, <strong>SYLVAINE</strong>! Es war mir eine riesige Freude, und ich hoffe, wir sehen uns bald bei deinen/euren Konzerten in Deutschland!</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>ENGLISH VERSION</h2>
<p>Do you remember my article about <strong>SYLVAINE</strong> – this beautiful Norwegian girl creating this absolutely amazing music? For me, her album „Wistful“ is one of the best records released in 2016, that&#8217;s for sure. At the <strong>DARK BOMBASTIC EVENING</strong> she played her very first gig with a live band, with Neige (<strong>ALCEST</strong>) behind the drums.</p>
<p>I&#8217;m very thankful for the opportunity to ask her some questions. Here is the interview with <strong>SYLVAINE</strong>:</p>
<p><span lang="en-US"><b>Flo: </b><em>Now that your second album „Wistful“ is available for about three months: How do you feel with it? What was the feedback you got by now?</em></span></p>
<img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1747 alignright" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/Genres/Titten&amp;Pussies/Sylvaine-Wistful-e1463515833344.jpg" alt="Sylvaine - &quot;Wistful&quot;" width="400" height="400" />
<p><span lang="en-US"><strong>Sylvaine:</strong> It’s crazy to think the album has been out for over 3 months already&#8230; Time sure flies by! I think every artist will always find small things to improve in their past works, so of course, “Wistful” is no exception to me, yet I must say I am very proud of this album and what it became in the end. It perfectly captured what I was trying to convey at the time and I’m very happy with the evolution in my songwriting on this album, too. I’m so happy that people also seem to appreciate it and really couldn’t ask for better feedback than what I have gotten so far! Lots of nice reviews, features and beautiful words from audiences and music press all over the world feels quite reassuring and helps me believe that I actually created something valuable, something that could make people feel, which is all I could ever want anyway. In other words: I’m definitely very thankful and happy with the reactions of this record so far!</span></p>
<p><span lang="en-US"><b>Flo: </b><em>In comparison to your first album your second album sounds much deeper to me and more „gazy“, which is great in my opinion. Did it just happen somehow or what is the reason for that?</em></span></p>
<p><span lang="en-US"><b>Sylvaine:</b> Making the album more ethereal and dreamy was definitely something I consciously had in mind while creating the tracks for “Wistful”. Expression wise, I really wanted to make the difference between the serene elements and brutal elements even bigger on this album, something that resulted in the music on “Wistful” becoming more atmospheric than on my first album “Silent Chamber, Noisy Heart”. I really wanted the ambient vibe to be more present on this album, but at the same time keep the natural aggression that came out when I was writing some of the tracks, which also gives the music a darker and harsher side than before. Being the second album for Sylvaine, I would say “Wistful” has gotten me even closer to the sound I originally had in mind for the project when I first started it. Where the first album was a bit more of a patchwork, due to the songs being written over many different years, “Wistful” presents itself as a more focus expression to me.</span></p>
<p lang="en-US"><b>Flo: </b><em>In general: How do you write songs? Is there a specific kind of process? Or are there different things that come to your mind if something or someone inspires you?</em></p>
<p lang="en-US"><b>Sylvaine: </b>I would say each time is pretty much different and that there are absolutely no rules when it comes to making music. That being said, I do of course have a few habits that seem to reoccur during my compositional processes.<br />
I always try to write in a purely emotional way, not over-thinking things too much, but just doing and making choices intuitively. The only important thing to me is that the music expresses something real, something I think is most easily achieved by just letting your mind flow and work with whatever comes out at the time, be it something inspired by introvert issues, something visual, a person, a situation or something else. It all happens in a very natural way basically, where the process of writing is very spontaneous and I continue until I have what I consider to be an album. Usually, I’ll write more tracks than what end up on the albums, but I think this is necessary to ensure that only the best ones make the cut. I’m always writing music, even though my inspiration level goes up and down like for any other artist, so in that sense you could say I’m not really intending to write for a specific album, but rather just keeping the flow going as long as it last. As for the instrumentation, I tend to start making songs based on guitar riffs these days and then build all the other instruments around that.</p>
<p lang="en-US"><b>Flo: </b><em>What is your favourite song of </em><strong>SYLVAINE</strong><em> and why?</em><b><br />
</b></p>
<p lang="en-US"><strong>Sylvaine:</strong> It’s quite hard to pick a favorite to be honest, as they’re all my babies in each their way and all have very personal meanings to me. Some of the songs though, emit this very special feeling while I play them. Like each time is some kind of cathartic and comforting experience. It’s quite strange, but I suppose this means these songs lay very close to my heart. From my first album, the title track “Silent Chamber, Noisy Heart” is one of those songs. On “Wistful”, the tracks “Delusions”, “Earthbound” and “Wistful” are like that, too. The title track of “Wistful really embodies one of the main reasons of why I created Sylvaine to begin with, making it a song that I’ll always feel a special connection to. Every time I listen to this track, it takes me back to those moments when I first created it. I think it will always make me feel something profound.</p>
<p><span lang="en-US"><b>Flo: </b><em>What is your biggest source of inspiration for your texts and for your instrumentals?</em></span></p>
<img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6853 alignleft" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/Sylvaineofficial.jpg" alt="Sylvaine live 2" width="450" height="310" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/Sylvaineofficial.jpg 1685w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/Sylvaineofficial-300x207.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/Sylvaineofficial-1024x705.jpg 1024w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/Sylvaineofficial-750x516.jpg 750w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/Sylvaineofficial-85x60.jpg 85w" sizes="auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px" />
<p><span lang="en-US"><b>Sylvaine:</b> <strong>SYLVAINE</strong> functions as an “audio diary” for me, like for many other artists, so the subjects that come out thru the music are usually conflicts or subjects residing within me, that I need to express in some way. Writing music functions as a sort of therapy for me, letting me get all of my emotions out instead of keeping them bottled up inside, allowing me to process them in a way. Making music about all of this is only a temporary relief I think, not offering a final or complete solution to my issues, yet it’s something I really need in my life. I have been speaking a lot about the feeling of profound longing for something, without knowing what or being able to reach it and the feeling of being lost and not finding your way back to shelter. “Wistful” also speaks a lot about being trapped in this existence, inside a human vessel, which is restricted by its senses, leaving one unable to go back home in a spiritual sense. Other than this, I tend to be inspired by the duality in life: happiness vs. melancholy, the outside world vs. my inner world, nature vs. urbanity, technology vs. spirituality, reality vs. daydreams and so on. </span></p>
<p><span lang="en-US"><b>Flo: </b><em>If music inspires you, what are the three most inspiring bands/musicians for you?</em><b><br />
</b></span></p>
<p><span lang="en-US"><strong>Sylvaine:</strong> Like anyone deeply passionate about music, I think music does indeed inspire me a lot for my own art. It’s such a powerful art form, with an ability to affect our mind in so many ways. It’s a necessity in our human lives. To choose only 3 bands that have inspired my own music thru the years is quite tough! If I had to choose, maybe I’d go for <strong>TYPE O NEGATIVE</strong>, <strong>PHILIP GLASS</strong> and <strong>DEAD CAN DANCE</strong>. Perhaps another day I would give you a different answer, but I feel these three would be the right choice today.<b></b></span></p>
<p><span lang="en-US"><b>Flo: </b><em>What other music genre(s) do you like to listen to?</em><b><br />
</b></span></p>
<p><span lang="en-US"><strong>Sylvaine:</strong> I pretty much listen to anything that speaks to me somehow, so I like a lot of different genres. </span><span lang="en-US">I adore the whole shoegaze/dreampop scene, as well as the darkwave scene, the post-punk scene, and the more modern post-rock and post-metal scenes, with band such as <strong>SLOWDIVE</strong>, <strong>THE CHAMELEONS</strong>, <strong>EXPLOSIONS IN THE SKY</strong>, <strong>SIGUR ROS</strong>, <strong>ALCEST</strong>, <strong>JOY DIVISION</strong>, <strong>MONO</strong>, <strong>HAMMOCK</strong>, <strong>COCKTEAU TWINS</strong>, <strong>LYCIA</strong>, <strong>DEAD CAN DANCE</strong> and <strong>THE CURE</strong> being some of my favorites. I also draw inspiration from classical music, with minimalism being one of my favorite directions. I was always very fascinated by the concept of taking the smallest pieces and evolving them slowly over time into something else. This is something I try to do in my music as well, to really create those hypnotic, meditative patterns that lull the listeners into some sort of trance. As for more metal influences, one of my favorite bands is <strong>TYPE O NEGATIVE</strong>. I love the different expressions they convey in their songs and just admire their ability to create lush, layered, heavy atmospheres. As for black metal, I like a lot of the bands from this scene too, like <strong>ULVER</strong>, <strong>BATHORY</strong>, <strong>EMPEROR</strong>, <strong>DARKTHRONE</strong>, <strong>BURZUM</strong> and so on. Also love the whole grunge scene of the 90s, with <strong>NIRVANA</strong> and the <strong>SMASHING PUMPKINS</strong> being the obvious favorites. </span></p>
<p><span lang="en-US"><b>Flo: </b><em>When did you decide to become a musician and to write own songs, and why?</em><b><br />
</b></span></p>
<p><span lang="en-US"><strong>Sylvaine:</strong> Music has always been a big part of me since I was a child. Seeing as my parents were both musicians and working in the music business, I was introduced to this life from the very beginning. Making and playing music is absolutely a cathartic process for me, as mentioned before, and became a sort of therapy that I couldn’t live without from my early teenage years and onward. Already from the time I was 16 years old, I was fascinated by the balance between beautiful and harsh/heavy in certain kinds of music and started to write music related to that myself, which ultimately lead me to choose the sound I did for <strong>SYLVAINE</strong> many years later. I need music in my life to be more or less complete, to be able to deal with things inside of me that otherwise tend to get suppressed. That is why I started making music, and I feel so happy and thankful that I am able to do so. I always knew I would follow this path if destiny allowed me to.</span></p>
<p><span lang="en-US"><b>Flo: </b><em>You passed your very first live gig with band at the </em><strong>DARK BOMBASTIC EVENING</strong><em> this year. How did it work? What would you like to tell us about this gig?</em></span></p>
<p><span lang="en-US"><b>Sylvaine: </b></span><span lang="en-US">Our very first show with the full live line-up of Sylvaine was really an amazing experience! We had been waiting for this moment for quite some time already, so finally being on stage, seeing all the beautiful people moving to our music and giving us such positive feedback, was more than we could have ever asked for. People were coming up to us after our show to tell us they couldn’t believe that this was our first show and that we were their positive surprise of the festival. It was so nice! We truly enjoyed ourselves a lot at the <strong>DARK BOMBASTIC EVENING</strong>, thanks to the great people working at the festival, the kind audience, the other bands and also the picturesque location. These memories will be kept with us for many years to come and we just can’t wait to get back out there and play for more audiences in other places very soon!</span></p>
<p><span lang="en-US"><b>Flo: </b><em>What makes you more delighted and satisfied: Listening to a new song of yours for the very first time or playing a live gig?</em></span></p>
<p><span lang="en-US"><b>Sylvaine: </b></span><span lang="en-US">Both situations leave you with a great feeling of being delighted and satisfied if you ask me, but I’m not sure you can choose between the two though, as they can’t really be compared. The whole song writing process is so introvert and operates more on a personal level, while the live experience is extrovert, spontaneous and shared with many people. They are both very rewarding, but in completely different ways.</span></p>
<p lang="en-US"><b>Flo: </b><em>Neige plays the drums for you, this is awesome! For me he is one of the greatest musicians ever. I love all his music projects. How did you get in contact with him and how did he become your drummer?</em></p>
<img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6851 alignright" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/Sylvainemusic2.jpg" alt="Sylvaine - Neige" width="450" height="336" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/Sylvainemusic2.jpg 712w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/Sylvainemusic2-300x224.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px" />
<p lang="en-US"><strong>Sylvaine:</strong> I first discovered <strong>ALCEST</strong> in 2011/2012 and immediately fell in love and connected to their music. In 2012 I had the pleasure of seeing them play live a couple of times and I ended up meeting them one night. After that, I stayed in touch with Neige, we became friends and I started to show him things I was doing with <span lang="en-US"><strong>SYLVAINE</strong></span>. He was very positive to the music and basically became a supporter of the project. This eventually led to the acoustic tour I did with them in South America in September 2014, and after that, Neige playing drums on “Wistful” and in the live line-up of <span lang="en-US"><strong>SYLVAINE</strong></span>. I really like his style of drumming, his attentiveness as a drummer and his strong sense of musicality, so we both felt it could fit really well with what I do in my music. We basically tried to play thru the songs together one day and after both agreed it sounded amazing! I know Neige was in the mood for getting back into playing drums again too, so it was a golden opportunity for me to take advantage of that, haha. It has been a huge pleasure to work with such a talented and creative musician for “Wistful” and our show at the <strong>DARK BOMBASTIC EVENING</strong>, and I really look forward to possible further collaborations with him in the future. It has been a dream come true!</p>
<p><span lang="en-US"><b>Flo: </b><em>What can we expect from </em><strong>SYLVAINE</strong><em> in the next future?</em><b><br />
</b></span></p>
<p><span lang="en-US"><b>Sylvaine: </b>As my album has been out for some time now and my press commitments are slowly calming down, I am taking this calmer time to focus on the live side of the project and to write my third album. I still don’t know exactly what direction I’m heading in for the character of it, but I feel it will be strongly related to “Wistful”, yet with some new elements and a further development in my sound. I have enough songs for the album already and tons of other ideas to develop, but I’m taking my time to make as many songs as possible, to really make sure only the best/right ones make it on to the third record. We are also trying to book tours/shows for the band, as we would love to come and play for all of you out there. I’m constantly working on something related to <strong>SYLVAINE</strong>, to keep the ball rolling. I didn’t really stop working since 2013, before the release of my first album. I really don’t mind though, as I am super happy and thankful to be able to work solely for my band.</span></p>
<p><span lang="en-US"><b>Flo: </b><em>Can you tell us something about some plans for playing in Germany?</em><b><br />
</b></span></p>
<p><span lang="en-US"><b>Sylvaine: </b></span><span lang="en-US">As of now, there are no precise plans for playing in Germany, but we already had a few offers from German promoters, so I really hope it will happen soon. Ever since I started doing music as a teenager, I always wanted to play for the German audience, as I knew it was a big market with an open-minded crowd. I cross my fingers and look forward to the day I can return to the country and make those teenage dreams come true!</span></p>
<p><span lang="en-US"><b>Flo: </b><em>If you had to choose: vocals or guitar? Why?</em><b><br />
</b></span></p>
<p><span lang="en-US"><strong>Sylvaine:</strong> Once again, tough choice! Singing is something I have been doing since I was a little kid and has been a way to express myself that came quite natural to me. I always felt like that was “my instrument”, as it’s the only instrument I ever had a little bit of self-confidence in. The guitar however, is a more “fresh” instrument to me as I only played it for about 3 years now. It’s a crucial one for me, as it’s the instrument that ultimately allows me to create my music. I used to write my songs on piano, but when I started to play guitar, it opened a new dimension compositional wise. So yes, I guess choosing between the two is just too hard, haha. Sorry! </span></p>
<p><span lang="en-US"><b>Flo: </b><em>You have the last words: What would you like to tell the world outside there?</em><b><br />
</b></span></p>
<p><span lang="en-US"><b>Sylvaine: </b></span><span lang="en-US">First of all I would like to thank you ever so much for this interview, Flo. It was my pleasure, really! I hope the readers of <strong>SILENCE MAGAZIN</strong> will enjoy this little insight into the <span lang="en-US"><strong>SYLVAINE</strong></span> realm and I can’t wait to see you all face to face when we hit the road next year! Have a great rest of your summer, stay creative and see you soon.<br />
</span></p>
<p lang="en-US"><strong>Flo:</strong> Thank you very very much for your time, your complex answers and your openness, <span lang="en-US"><strong>SYLVAINE</strong></span>! It really was a big delight for me and I&#8217;m really looking forward to seeing you on stage here in Germany!</p>
<p lang="en-US">Website: <a href="http://www.sylvainemusic.com/" target="_blank">sylvainemusic</a></p>
<p lang="en-US">Facebook: <a href="https://www.facebook.com/sylvainemusic" target="_blank">Sylvaine Official</a></p>
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		<title>Nur was fürs Auge, diese hübsche Norwegerin? Denkste!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Flo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 May 2016 05:45:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Black Metal]]></category>
		<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Blackgaze]]></category>
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		<category><![CDATA[Sylvaine]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Kennt ihr solche Momente, in denen man neue Bands oder Künstler entdeckt, und schon nach den ersten Klängen total vom Hocker ist? Man hört weiter und geht voll ein, weil es irgendwie nicht aufhört, so gut zu sein. Die Anzeige deines Glücks-Barometers geht vor Freude durch die Decke, und egal, wie beschissen dein Tag bisher war: Jetzt ist er geil! Denn du hast verdammt gute neue Musik für dich entdeckt!</p>
<p>So ähnlich erging es mir vor ein paar Tagen. Ich war sofort gepackt von den ersten Klängen der brandneuen „Wistful“-Platte, die mir ein Kumpel zuvor empfohlen hatte. Bam! Was für eine atemberaubende Schönheit sich im Raum verbreitet, wenn ihre Musik aus den Boxen hallt! Wessen Musik? Die Musik der wunderschönen Künstlerin <strong>SYLVAINE</strong>. Sie hat es geschafft, mich vom ersten Moment an mit ihrem neuen Album zu verzaubern.</p>
<p>Für alle, die <strong>SYLVAINE </strong>&#8211; wie auch ich &#8211; bisher nicht kannten: Das ganze Ding ist ein Solo-Projekt im Bereich Shoegaze/Blackgaze, in dem die norwegische Schönheit <strong>SYLVAINE</strong> alle Instrumente selbst einspielt, und auch alle Vocals komplett einsingt. Wer jetzt allerdings denkt, da kommt bestimmt nur Prinzessinengeklimper und Mimimieh à la Aschenbrödel, der hat sich gewaltig geschnitten. Neben ihrer elfengleichen Stimme und den wahnsinnig beflügelnden Gitarrensounds scheppern euch shoegazige Riffs und hohe, teuflische Screams entgegen. Echt ein verdammt guter Mix! Die Frau weiß, was sie macht.</p>
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<img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1747 size-full" src="http://www.silence-magazin.de/wp-content/uploads/Genres/Titten&amp;Pussies/Sylvaine-Wistful-e1463515833344.jpg" alt="Sylvaine - &quot;Wistful&quot;" width="400" height="400" />
<p>&nbsp;</p>
<p>Das am 13. Mai 2016 über <a href="http://www.season-of-mist.com/" target="_blank">Season of Mist</a> erschienene und insgesamt zweite Album der Solo-Künstlerin ist von vorn bis hinten vertonte Melancholie und Selbstreflexion, als würde die Norwegerin ihre gesamte Gefühlswelt in ihre Musik packen. <strong>SYLVAINE</strong> wirkt sehr echt – sie weiß, zu begeistern. Grundsätzlich ist „Wistful“ eine sehr tragende und spirituelle Platte. Es geht auch mal dagegen, aber der Großteil der Stücke ist eher gediegen. Rein von der Art her, wie die Musik auf mich wirkt, könnte sie auch aus der „Franzosenfamilie“ Alcest &amp; Co. stammen. Ganz großes Klang-Kino.</p>
<p>Am meisten interessiert mich immer: Was stellt das gesamte Werk mit mir an? Was bewirkt es? Das ist bei vielen Platten aus diesem Genre oft unterschiedlich. &#8222;Wistful&#8220; beispielsweise entspannt mich zutiefst und holt mich zurück auf den Boden der Tatsachen (das ist mal ganz gut so, wo ich doch sonst die Klappe nie halten kann). Alles wirkt insgesamt super stimmig – als spielten sich die Songs, trotz ihrer Verschiedenheit, gegenseitig in die Hände. Ab und zu etwas ruppig, dann wieder leicht wie eine Feder &#8222;gleitet&#8220; man durch das gesamte Album.</p>
<p>Ich kann daher nicht mal sagen, welcher der sieben Songs mir von der Platte am besten gefällt, nach mehrmaligem Hören stechen für mich aber vor allem „<i>Delusions</i>“, „<i>In the Wake of Moments Passed By</i>“ und „<i>Earthbound</i>“ hervor. „<i>Earthbound</i>“ ist so der vergleichsweise rustikalste Track der Platte, der sich auf jeden Fall wahnsinnig einprägt, und in dem die Screams der reizenden <strong>SYLVAINE</strong> am besten zur Geltung kommen.</p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/3eOfGQyKE5o?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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<p>Mein Urteil: Diese Platte sollte jeder hören, der die Art des französischen Shoegaze/Blackgaze so sehr mag, wie ich, und der sich von solcher Musik gern inspirieren lässt. Das Ding hat mich echt überrascht! Ein Must-Have im Bereich der melancholischen Musik! Ich bin echt gespannt, was von <strong>SYLVAINE</strong> in Zukunft noch so kommt. Hoffentlich gibt’s mal die Möglichkeit, sich die Songs von ihr live vorträllern zu lassen.</p>
<p>Webseite: <a href="http://www.sylvainemusic.com/" target="_blank">Music</a></p>
<p>Facebook: <a href="https://www.facebook.com/sylvainemusic/?fref=ts" target="_blank">FB</a></p>
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		<title>Alcest &#8211; Was Vorfreude, Eis und eine Traumwelt miteinander zu tun haben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Flo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 May 2016 07:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>
		<category><![CDATA[Alcest]]></category>
		<category><![CDATA[black metal]]></category>
		<category><![CDATA[Prophecy]]></category>
		<category><![CDATA[Shoegaze]]></category>
		<category><![CDATA[Souvenirs d'un autre monde]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich habe im Shop bei Prophecy Productions eingekauft – yeehaaa! Die Vorfreude auf das Paket ist &#8211; wie eigentlich immer, wenn man Merch bestellt &#8211; vergleichbar mit der Vorfreude eines kleinen Kindes auf einen Pinocchio-Eisbecher mit Streuseln und Sahne … und extra ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe im Shop bei <a href="http://de.prophecy.de/#ad-image-0" target="_blank">Prophecy Productions</a> eingekauft – yeehaaa! Die Vorfreude auf das Paket ist &#8211; wie eigentlich immer, wenn man Merch bestellt &#8211; vergleichbar mit der Vorfreude eines kleinen Kindes auf einen Pinocchio-Eisbecher mit Streuseln und Sahne … und extra Sahne. Und sobald in den nächsten Tagen der Postbote meine Sendung abgeben will, wird ihm der Pappkarton aus der Hand gerissen und die Verkleidung der bestellten Artikel schon auf dem Weg durch den Hausflur, zurück in meine Wohnung zerfleischt. Unter anderem warte ich diesmal auf ein wunderbares weißes ALCEST-Shirt mit dem Cover des ersten Full-length „Souvenirs d&#8217;un autre monde“ als Frontprint.</p>
<img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-164 alignnone" src="http://www.silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/04/Alcest-SouvenirsDunAutreMonde2015-Shirt-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/04/Alcest-SouvenirsDunAutreMonde2015-Shirt-300x300.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/04/Alcest-SouvenirsDunAutreMonde2015-Shirt-150x150.jpg 150w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/04/Alcest-SouvenirsDunAutreMonde2015-Shirt.jpg 700w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />
<p>Das bestellte Shirt und die Tatsache, dass die Franzosen derzeit an einem neuen Album arbeiten, hat mich dazu bewegt, mich nochmal mit dem allerersten Album auseinanderzusetzen. Schließlich gibt es die Platte mittlerweile schon wieder fast neun Jahre, und ich denke, es ist auch fast so lange her, dass ich das gute Stück zum ersten Mal gehört habe. Heute also etwas aus der Kategorie: „Was man so alles im CD-Regal findet“:</p>
<p>Beim ersten Lauschen von Souvenirs d&#8217;un autre monde war mir das Ganze noch etwas suspekt. Zur damaligen Zeit habe ich Musik mit anderen Ohren gehört, so nach dem Motto: „Scheiß drauf, Hauptsache, die Bassdrum ballert dir schön schnell und oft in die Fresse und die Gitarren klingen nach Kettensägen!“ Aus irgendeinem Grund habe ich mir die Platte dann aber doch nochmal gegeben, und versucht, mich auf die ziemlich einzigartige Musik einzulassen. Je öfter ich das Werk dann gehört habe, desto mehr hat es mich mitgerissen, allerdings nicht in dem Sinn, dass ich voller Energie den Drang verspürt habe, mich total spastisch zu bewegen, oder mein kräftiges Haupthaar kreisen zu lassen. Es war eher so, dass ich ruhiger geworden bin und etwas schwermütig so vor mich hin geträumt habe. Das hat mich ziemlich beeindruckt und das tut es noch heute.</p>
<blockquote><p><em>Wenn es Musik schafft, Bilder im Kopf entstehen zu lassen, die Hörer abzuholen in eine andere Welt, dann kann man wahrlich von Kunst sprechen.</em></p></blockquote>
<p>Souvenirs d&#8217;un autre monde &#8211; „Erinnerungen an eine andere Welt“, der Titel beschreibt perfekt, was die Musik der Scheibe verkörpert und was sie mit mir als Hörer anstellt. Das gesamte Album ist eine Berg- und Talfahrt des eigenen Gemüts. Während besonders der Titeltrack der Platte sowie der Song „Les Iris“ mich eher etwas nach unten reißen, strahlt der Song „Tir Nan Og“ sehr viel Frohsinn und Erleichterung aus. Niedergeschlagenheit und Glücksmomente wechseln sich in einer sehr einnehmenden Art und Weise ab. Als würde ich beim Hören allein durch eine Traumwelt schlendern, in der eine dauerhafte sommerliche Abenddämmerung die Bäume und Gräser in einem gelb-roten Schein versetzt. Alles wirft einen sehr langen Schatten, und ab und zu weht ein schwacher, etwas kühler Wind durch die Baumkronen. Das gesamte Umfeld lädt ein zum Nachdenken und zum Schwelgen in Erinnerungen.</p>
<p>Für mich persönlich liefern <strong>ALCEST</strong> schon mit ihrem Debutalbum ein verdammt gutes Stück Musik ab. Wenn es Musik schafft, Bilder im Kopf entstehen zu lassen, die Hörer abzuholen in eine andere Welt, dann kann man wahrlich von Kunst sprechen. Ich höre das Werk auch jetzt nach neun Jahren noch immer verdammt gern und lasse mich inspirieren.</p>
<p>Für diejenigen, die <strong>ALCEST</strong> bisher noch nicht gekannt oder einfach noch nie ein Ohr riskiert haben: Musik an – Augen zu und wirken lassen! Es lohnt sich! Vielleicht freut ihr euch dann, genau so wie ich, auf das derzeit in Arbeit befindliche neue Album, was hoffentlich in nicht allzu langer Zeit erscheinen wird. Womit wir wieder beim Thema „Vorfreude“ wären.</p>
<p>Ach, und solltet ihr während oder nach dem Hören der Platte etwas niedergeschlagen und schwermütig drauf sein, besorgt euch einfach an der nächsten Eisdiele einen Pinocchio-Eisbecher mit Streuseln und Sahne … und extra Sahne.</p>
<p>Webseite: <a href="http://www.alcest-music.com/" target="_blank">Alcest-Music</a></p>
<p>Facebook: <a href="https://www.facebook.com/alcest.official/?fref=ts" target="_blank">Alcest-Official</a></p>
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