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	<title>Somewhere Far Beyond Archive - Silence Musik Magazin</title>
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	<description>Das endgültige Metal-Magazin</description>
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	<title>Somewhere Far Beyond Archive - Silence Musik Magazin</title>
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		<title>Blind Guardian &#8211; Live in Neuruppin!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Sep 2022 07:57:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Konzerte]]></category>
		<category><![CDATA[Live]]></category>
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		<category><![CDATA[Somewhere Far Beyond]]></category>
		<category><![CDATA[The Bard's Song]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Manchmal erwartet man von einem Werbeplakat nichts besonders, manchmal entpuppt es sich aber auch als Highlight! Seb ist dem Ruf von BLIND GUARDIAN nach Neuruppin gefolgt... </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/blind-guardian-live-in-neuruppin/">Blind Guardian &#8211; Live in Neuruppin!</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In Valhalla gehen die Lichter aus. Oder nicht. <strong>BLIND GUARDIAN</strong> sind in die Fontanestadt gekommen, um 30 Jahre &#8222;Somewhere far beyond&#8220; zu zelebrieren. Ein paar Klassiker vom Wegesrand durften dabei nicht fehlen. Die komplette Saalbeleuchtung scheinbar auch nicht. Aber von vorne.</p>
<h3>Es kommt ne Band nach Neuruppin …</h3>
<p>Vor ca. einem Monat bin ich auf der Heimfahrt durch Neuruppin gegondelt und habe an einem Kreisel einen großen Aufsteller gesehen. Denke mir so &#8222;<em>Lustig, ziemlich groß für eine Cover Band, auch wenn es um <strong>BLIND GUARDIAN</strong> geht.</em>&#8220; Komme näher. &#8222;Moment, sind da doch die originalen gemeint?&#8220;. Ehrenrunde gedreht, da ma ran gefahren. &#8222;<em>Scheiße, B<strong>LIND GUARDIAN</strong> themselves kommen nach Neuruppin!</em>&#8220; Was ist denn hier los? Für ein paar Tage danach ist Jürgen von der Lippe in derselben Location angekündigt&#8230; Ok, da muss ich hin.</p>
<p><strong>Gesagt, getan.</strong> Das vierte Album der Band mal in voller Länge live zu hören, ist schließlich noch ein Grund, mal hinzufahren. Samstag Abend, 19 Uhr. Das Kulturhaus liegt ziemlich unscheinbar am Bahnhof Rheinsberger Tor. Wenn nicht eine Horde sympathischer Metaller davor stehen würde, man käme nicht darauf, dass hier heute Abend etwas besonderes passiert (ja, genau, wir sind schon besondere Menschen. Nicht so zurückhaltend, man!).</p>
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<h3><strong>Wenn Wege sich wieder kreuzen</strong></h3>
<p>Der Einlass läuft, alle sind ziemlich entspannt. Witzigerweise gibt es keine Vorband. Auf der Toilette treffe ich einen Dude, der mich fragt, was das für eine Band sei, er sei eher zufällig an eine Karte gekommen und etwas überrascht, wie hier alle aussehen. Ich erläutere es ihm kurz, dann trennen sich unsere Wege. Später während dem Konzert läuft er mir nochmal angeheitert und mit einem breiten Grinsen im Gesicht über den Weg. Läuft.</p>
<p>Beginn sollte eigentlich 20 Uhr sein, aber ein paar Spannungsminuten gönnt man sich noch. Statt den Vorhang runter zu lassen und einfach nur Gas zu geben, wird stattdessen erstmal ein Video darauf projeziert, welches alte Aufnahmen aus dem Studio und einigen Auftritten um das Erscheinungsjahr herum des Albums zeigen. Schön und wirklich eine tolle Idee, hätte aber auch nicht ganz so lang sein müssen.</p>
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<p><strong>Dann geht es los, die Band entert die Bühne.</strong> Hansi ist bei Stimme, zeigt sich zwischen den ersten paar Songs aber auch sehr redselig. Keiner der Band sei vorher in dieser Stadt gewesen, geschweige denn habe von deren Existenz gewusst. Ups. Aber egal. Wenn Fontane hier her kommt, ist ja alles wieder gut.</p>
<p>Dann werden einige Songs von<em> &#8222;Somewhere Far Beyond&#8220;</em> durchgeprügelt, dazwischen schon recht früh im Set der &#8222;<em>Bard&#8217;s Song&#8220;</em>. Ob das so wie bei Lemmy mit <em>&#8222;Ace of Spades&#8220;</em> ist? Die Saitenfraktion steht wie ein Brett und man merkt, dass die Band die Songs wirklich intensiv geprobt haben und froh sind, wieder live spielen zu können. Hansi ist ein zufrieden überlegenes Lächeln ins Gesicht geschrieben und er lässt nicht selten das Publikum teilhaben und ganze Passagen singen. Mit fortschreitendem Abend kommt die Band immer mehr in den Fluss, anfängliche Zurückhaltung legt sich ziemlich schnell. Der Funke war von Anfang an da, aber man merkt doch, dass alle immer noch wieder ein wenig in das live-Feeling zurückkommen müssen.</p>
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<p>Die Lightshow ist dabei wirklich gut auf die Musik abgestimmt. Trotzdem irritiert es etwas, dass die Saalbeleuchtung zeitweise angeht und die Show dadurch doch etwas an Atmosphäre verliert. Schade, wieso ist das so? Das Publikum ist textsicher und wirklich von Anfang bis Ende konzentriert dabei, aber dennoch etwas passiv. Außer mitsingen, klatschen und Pommesgabel bewegt sich eigentlich niemand. Schade eigentlich, merkt man doch, dass hier wirklich alle (ja, doch, eigentlich&#8230;) wissen, weshalb sie hier sind.</p>
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<p>Dennoch, die gut zwei Stunden Show vergehen wie im Fluge. Der Drummer&nbsp; bekommt ein kurzes Solo, leider geht er optisch hinter der Lightshow etwas unter. Auch die beiden Sessionmusiker am Bass und Keys fallen positiv auf, obwohl sie sich dezent im Hintergrund halten.</p>
<h3><strong>1.000x gute Laune!</strong></h3>
<p>Die ca. tausend Besucher sind zufrieden, am Ende wird das Konzert mit &#8222;<em>Valhalla</em>&#8220; und &#8222;<em>Mirror Mirror</em>&#8220; beendet. Die Band scheint auch zufrieden zu sein, Hansi wurde sein Gelaber vom Anfang vergeben (er hat noch Witze gemacht, dass der Rest ihn dafür hasst). Dass hier auch Eltern mit (volljährigen) Kindern zusammen aufs Konzert gehen, ist für diese Musikrichtung ja nichts ungewöhnliches und ein schönes Bild. Ich treffe den Szeneneuling aus der Toilette nochmal wieder (man, wie das klingt&#8230;) und er sagt, dass es ihm wirklich gefallen hat. Das freut mich. Mir auch, es war erst das zweite Mal für mich, <strong>BLIND GUARDIAN</strong> live zu erleben. Ich bin froh, die Band so gut beieinander zu sehen. Sie ruhen sich nicht auf dem aus, was sie bisher geleistet haben, sondern arbeiten bis heute daran, es noch immer so abliefern und sich musikalisch auch weiterentwickeln zu können. Das garantiert ihnen bis heute einen festen Platz in der Community und ein immer noch wachsendes Publikum. Was will man mehr.</p>
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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="EgQuqsd8AG"><p><a href="https://www.blind-guardian.com/">Blind Guardian</a></p></blockquote>
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		<title>Interview BLIND GUARDIAN &#8211; Immer noch Perfektionisten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Sep 2022 06:15:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>
		<category><![CDATA[Blind Guardian]]></category>
		<category><![CDATA[Somewhere Far Beyond]]></category>
		<category><![CDATA[Speed Metal]]></category>
		<category><![CDATA[The God Machine]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit niemand Geringerem als BLIND GUARDIAN hat sich unser Seb zum Plausch getroffen! Was es zu berichten gab, erfahrt ihr hier. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/interview-blind-guardian-immer-noch-perfektionisten/">Interview BLIND GUARDIAN &#8211; Immer noch Perfektionisten</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In meiner Zeit beim <span style="color: #800000;">Silence Magazin</span> durfte ich ja schon einige Bands interviewen. Etwas, wofür ich sehr dankbar bin und mich jedes mal wieder über den Vertrauensvorschuss sowohl des <span style="color: #800000;">Magazins</span> als auch der Label und letztendlich auch der Bands freue. Dass man dabei meist wirklich ganz unabhängig von &#8222;Größe&#8220; und Reputation der Gruppen angenommen wird, macht mich immer wieder sprachlos und ich frage mich, ob das wirklich passiert. So auch jetzt wieder. Ich darf einfach ein Interview mit <strong>BLIND GUARDIAN</strong> führen! Das ehrt mich sehr und ich freue mich total, mit <strong>André Olbrich</strong> über die momentane Situation seiner Band, der Kulturszene insgesamt und die musikalische Entwicklung von <strong>BLIND GUARDIAN</strong> unterhalten, feiert &#8222;Somewhere Far Beyond&#8220; schließlich bereits sein <strong>30</strong>-jähriges.</p>
<p><strong>S</strong>: <strong>Hallo! Danke, dass du dir die Zeit nimmst! Wie geht&#8217;s?</strong><br />
<strong>A</strong>: Ja, gerne gerne. Jetzt, wo wir wieder live spielen dürfen, geht&#8217;s wieder besser. Es war ja eine harte Zeit mit der zwei-Jahrespause. Aber, seit Mai sind wir wieder unterwegs, haben wieder Festivals gespielt und haben wieder gesehen, wie wichtig das für alle Leute ist, Musik zu genießen und genießen. Seitdem geht es eigentlich allen wieder besser.</p>
<p><strong>S</strong>: <strong>Ja, das hört man eigentlich überall, wie sich das wirklich so merkbar auf das Allgemeinbefinden auswirkt, einfach dass das wieder möglich ist.</strong><br />
<strong>Kommt denn bei euch schon so langsam wieder Tourfeeling auf? Oder muss man sich da erst wieder dran gewöhnen?</strong><br />
<strong>A</strong>: Ja, man muss sich langsam einleben. Also, es ist natürlich ein Sprung, wenn man so lange nicht auf der Bühne gestanden hat und zu Hause ist, muss man sich erstmal wieder an gewisse Sachen gewöhnen. Ich sag mal, zum Beispiel, im Tourbus schlafen, da hat man dann die ersten Nächte etwas Schwierigkeiten, bei dem Geholper zu schlafen, aber auch da gewöhnt man sich wieder dran. Jetzt <strong>im September</strong> fängt ja die &#8222;Somewhere Far Beyond Tour&#8220;, die von letztem Jahr auf dieses verschoben wurde, an. Da geht&#8217;s ja auch richtig mal wieder am Stück los. Da sind wir mal wieder den ganzen Monat auf Tour, da freue ich mich drauf, das wird mal wieder ein Erlebnis.<img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-40776 alignright" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2022/08/R-12540272-1537257158-9258-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2022/08/R-12540272-1537257158-9258-300x300.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2022/08/R-12540272-1537257158-9258-150x150.jpg 150w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2022/08/R-12540272-1537257158-9258.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p><strong>S</strong>: <strong>Was bedeutet das für euch, mit dem Album so nochmal auf Tour zu sein?</strong><br />
<strong>A</strong>: Ja, das Album mal wieder einzuproben war schon was Besonderes. Wir wollten das nicht einfach nur runterspielen, in Anführungszeichen, sondern wir wollten schon schauen, dass wir auch diese Energie und<strong> diese Magie</strong>, die in dem Album steckt, rüber bringen. Und das ist nicht ganz so einfach, weil viele Sachen höllisch schnell sind. Einige Sachen sind damals natürlich im Studio entstanden, und wir haben das damals nicht mal im Ansatz richtig geil spielen können. Das war halt ein Album und wir haben das halt damals im Studio so drauf gehauen. Aber das war natürlich unsere Leistungsgrenze. Das ist immer noch richtig schwierig zu spielen. Wir sind heute immer noch <strong>Perfektionisten</strong>, wir wollen wirklich jede Noten akkurat spielen. Ich sag mal, wir haben schon drei bis vier Monate richtig intensiv geprobt, um da überhaupt hinzukommen, damit das überhaupt so rüberkommt. Inzwischen, muss ich sagen, haben wir das ziemlich gut drauf. Meiner Meinung nach klingt es jetzt besser als auf dem Album. Für mich klingen die Stücke jetzt so, wie sie klingen müssen.</p>
<p><strong>S</strong>: <strong>Habt ihr dadurch auch nochmal einen Unterschied zu neueren Alben gemerkt?</strong><br />
<strong>A</strong>: Ja, es ist ja auch eine etwas andere Stilistik, die wir inzwischen spielen. Natürlich haben diese alten Songs auch so diesen <strong>Zeitgeist</strong> von damals. &#8222;Somewhere Far Beyond&#8220; ist ja Anfang der Neunziger entstanden. Wenn man sich so überlegt, Anfang der Neunziger, da war einiges noch anders, da haben wir noch jedes Wochenende zwei, drei Tage in Heavy Metal Clubs rumgehangen, die pickepackevoll waren und man die ganze Nacht Metal gehört hat. Und das Lebensgefühl war ja irgendwie auch ein ganz anderes. Sowas haste heute ja gar nicht mehr. So gesehen ist es natürlich ja auch schwierig, das zu vergleichen.</p>
<p><strong>S</strong>:<strong> In der Zwischenzeit hat sich die Hörerschaft ja aber auch vergrößert und neue, jüngere, hinzugewonnen.</strong><br />
<strong>A</strong>: Ja, natürlich. Ich denke, für unsere jüngeren Fans ist es auf jeden Fall eine interessante Sache, mit dem Speed Metal vertraut zu werden. Jetzt kommt ja von uns &#8222;The God Machine&#8220;, das ja auch sehr Speed Metal lastig ist. Allerding muss ich sagen, ist das ein sehr <strong>moderner Speed Metal</strong>, also das Songwriting ist sehr viel moderner und nicht so angestaubt, sag ich mal. Aber ich denke mal, es ist wichtig, dass man die Essenz, diese Energie, die im Speed Metal steckt, weiter in die heutige Zeit trägt und auch der jüngeren Generation mal vor die Füße wirft und sagt &#8222;da habt ihr mal geile Musik&#8220; (lacht).</p>
<blockquote><p>&#8222;&#8230;es ist wichtig, dass man die Essenz, diese Energie, die im Speed Metal steckt, weiter in die heutige Zeit trägt und auch der jüngeren Generation mal vor die Füße wirft und sagt &#8218;da habt ihr mal geile Musik'&#8220;</p></blockquote>
<p><strong>S</strong>:<strong> Ich hab auch das Gefühl, viele jüngere sind wirklich auch offen dafür, auch für so einen Vergleich.</strong><br />
<strong>A</strong>: Ja, es sieht ganz gut aus. Meiner Meinung nach passt das in der momentanen Zeit auch ganz gut rein. Die Zeit fühlt sich momentan hart an. Seit der Pandemie hat sich viel geändert. Es ist nicht mehr so in Harmonie wie es vorher war. Viele Sachen sind so ein bisschen chaotisch und meiner Meinung nach&#8230; Also, ich brauche momentan härtere Musik um meine Gefühle so auch zu kanalisieren. <strong>Ich brauch das als Ventil</strong>. Dementsprechend war es auch ein natürlicher Weg, wieder härter zu werden. Einfach den Frust, den man aufbaut, oder auch Aggression, damit klarzukommen und das zu verarbeiten. Ich denke, dass das gerade auch den jungen Leuten so geht, die plötzlich zwei Jahre lang ihren Hobbies nicht mehr nachgehen können. Die sind auf einmal zu Hause eingeschlossen. Da baut sich natürlich Frust auf. Und am besten kannst du das meiner Meinung nach über Musik wieder in den Griff kriegen. Musik ist da ein gutes <strong>Heilmittel</strong>. Du hörst dir ein paar harte Bands an und kannst das eventuell als Ventil benutzen.</p>
<p><strong>S</strong>:<strong> Gerade auch, wenn man so Sachen wie Sport nicht machen kann, dann noch mehr als sonst.</strong><br />
<strong>A</strong>: Genau, mehr als sonst.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-40775 alignleft" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2022/08/2022-blind-guardian-cover-800x800-1-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2022/08/2022-blind-guardian-cover-800x800-1-300x300.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2022/08/2022-blind-guardian-cover-800x800-1-150x150.jpg 150w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2022/08/2022-blind-guardian-cover-800x800-1-750x750.jpg 750w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2022/08/2022-blind-guardian-cover-800x800-1.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p><strong>S: Eigentlich wirklich interessant, dass sich die Pandemie nicht nur auf die Musik, sondern auch auf das Hörverhalten selbst so sehr auswirkt. Ohne Pandemie wären wir jetzt sicherlich woanders.</strong><br />
<strong>A:</strong> Ja, ganz bestimmt. Einige Sachen wären sicherlich anders gelaufen. Aber es ist, wie es ist. Man muss sich darauf einstellen. Man sollte auch nicht davon ausgehen, dass es wieder so wird wie es war. Man sieht ja jetzt schon viele Veränderungen. Das wird sich noch weiter so fortführen. Man muss sich arrangieren und wir als Band versuchen, das Beste daraus zu machen. Wir haben jetzt schon gesehen, allein die Reiserei zu den Festivals ist eine ganz andere Situation als früher. Die Situation an den Flughäfen. Du weisst nicht mehr, ob du dein Gepäck von A nach B kriegst, musst da stundenlang warten. Alles ist unsicher geworden. Für einen Trip, für den du früher 4-5 Stunden gebraucht hast, bist du jetzt zum Teil zwanzig Stunden unterwegs. Es ist ein <strong>ganz anderer Aufwand</strong>. Man hat immer so ein Risiko, ob du eine Show eventuell absagen musst, oder ob glücklicherweise doch alles funktioniert. Das ist momentan alles schon sehr gewagt.</p>
<p><strong>S</strong>:<strong> Seht ihr darin auch einen gewissen Einschnitt für den bisherigen Ablauf Album-Tour-Album-Tour&#8230;?</strong><br />
<strong>A</strong>: Ja, man muss flexibler sein, glaube ich. Man kann nicht mehr so langfristig planen wie man es früher konnte. Da war das klarer, man hatte über den Zeitraum von einem ganzen Jahr die Shows gebucht, und sich eine Welttour zusammen gebucht. Das wäre jetzt momentan viel zu riskant. Man muss kleinere Blöcke buchen und kurzfristiger denken. Und sollten irgendwelche Restriktionen kommen, muss man auch einen <strong>Plan B</strong> haben, was mache ich dann in der Zeit, wenn ich nicht touren kann. So gesehen haben Hansi und ich schon gesagt &#8222;Ok, sollte da noch was kommen, dann arbeiten wir sofort wieder auf Songwriting und nutzen die Zeit, um an Songs zu arbeiten&#8220;. Ansonsten geht die ja irre viel Zeit verloren. Es kommt dann ja auch kein Geld rein. Wir müssen ja auch davon leben. Du musst ja auch gucken, dass du deine Arbeit gemacht kriegst, um am Ende alle deine Kosten bezahlen zu können. Viele Bands gehen daran momentan, glaube ich, zugrunde. Wenn man da nicht flexibel sein kann, dass da vieles den Bach runter geht. Also, das ist da momentan eine ganz tragische Situation.</p>
<blockquote><p>&#8222;Man muss flexibler sein, glaube ich. Man kann nicht mehr so langfristig planen wie man es früher konnte.&#8220;</p></blockquote>
<p><strong>S</strong>:<strong> Allerdings. Das ist tragisch, dass es sich so entwickelt. Habt ihr aber den Eindruck, dass sich das aber auch als &#8222;Motor&#8220; auswirkt und sich musikalisch auf die Experimentierfreudigkeit auswirkt?</strong><br />
<strong>A</strong>: Ja, auf jeden Fall. Wir sind eine Band, die immer nach vorne schaut, die auch mit jedem Album versucht, was innovatives an den Start zu bringen. Auf dem Album &#8222;The God Machine&#8220; haben wir Songs wie <em>&#8222;Life Beyond The Spheres&#8220;</em>, der so ein bisschen in Richtung <strong>Cyberpunk-Soundtrack</strong> geht. Sowas haben wir bis jetzt nie gehabt, das ist für uns vollkommen neu. Es fügt sich aber als interessantes Element völlig gut in unsere Musik ein. Das bringt selbst den alteingesessenen Fans, die von Anfang an dabei sind, wieder einen Überraschungsmoment, so dass man sagt &#8222;Oh, sowas hätte ich jetzt nicht erwartet!&#8220;. Auch <em>&#8222;Destiny&#8220;</em> am Ende des Albums geht in eine Richtung, die wir bis jetzt nicht hatten. Da gibt es unglaublich viele Gitarrengeschichten, die ich mir ausgedacht hab, die schon andere Sachen machen, als ich das bisher so gemacht habe. Das ist schon eine andere Art von epischem Song als zum Beispiel auf dem Album &#8222;Beynd The Red Mirror&#8220;. Da haben wir halt viel Orchester eingesetzt, um epischer zu wirken. Bei <em>&#8222;Destiny&#8220;</em> ist es jetzt wieder mehr das <strong>Gitarrenorchester</strong>, sag ich mal, das da im Vordergrund steht.&nbsp; So gesehen finde ich schon, dass da viele innovative Elemente drauf sind. Teilweise verknüpft mit traditionellen Trademarks. Wir haben ja auch wieder viel Speed Metal aufgegriffen. Aber ich finde, man merkt schon, dass wir heutzutage schon auch mehr unsere Erfahrungen mit einbringen und diesen originalen Speed Metal Sound weiterentwickeln. Wir versuchen, das auch in die heutige Zeit zu bringen. Meiner Meinung nach klingen diese Songs nicht angestaubt, sind zeitgemäß für 2021/22. Und das ist das Wichtige daran. Du kannst ja ruhig deine Trademarks übernehmen. Gute Chöre oder gute Refrains, die man mitsingen kann. Viele Gitarrenmelodien. Aber es muss meiner Meinung nach immer auch <strong>neue Elemente</strong> haben, und auch irgendwie modern klingen. Das erfüllt das neue Album für mich. Deswegen glaube ich auch, dass wir unserer Linie da treu geblieben sind und an unsere vergangene Arbeit anschließen, obwohl wir irgendwie ein neues Kapitel aufmachen.</p>
<p><iframe loading="lazy" title="The Ninth Wave (Live)" width="1140" height="855" src="https://www.youtube.com/embed/irIbDTOV2_Y?list=PLwHYwBFFTqrkytOLvcYaWeLpRtSQb7N8j" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<p><strong>S</strong>: <strong>Das ist es ja gerade, was es ausmacht, das finde ich cool, dass es immer so ein Wiedererkennungsmerkmal gibt, und man ist, wo man heute steht und nicht immer das selbe Album wieder hört. Das finde ich super. So entsteht ja auch eine Geschichte. Es ist ja sicher auch interessant, die Reaktionen auch live von der Bühne aus zu sehen.</strong><br />
<strong>A</strong>: Ja, wir werden uns einiges einfallen lassen müssen für 2023. Wir haben die Tour immer noch nicht gebucht. Wir würden gerne eine Welttour machen, aber wir werden bis zum letzten Moment abwarten, einfach um zu sehen, was ist wirklich, was ist erlaubt, gibt es neue Restrikitionen oder nicht. Und dann werden wir im Herbst überlegen, wie die weiteren Schritte sind. Aber ich denke schon, dass wir 2023 dann schon eine &#8222;God Machine&#8220; &#8211; <strong>Welttournee</strong> machen werden und entsprechend ein paar Songs vom Album spielen. Da werden wir die Bühne und die Lichtshow dann auch entsprechend darauf abstimmen.</p>
<p><strong>S</strong>: <strong>Cool, das klingt echt vielversprechend. Ich bin gespannt.</strong><br />
<strong>Habt ihr denn momentan irgendwas, was euch auf dem Herzen liegt und was ihr sagen wollt?</strong><br />
<strong>A</strong>: Wir hoffen natürlich, nachdem klar geworden ist, dass die kulturelle Szene keinen Stellenwert hat in unserer Gesellschaft, sondern sozusagen als erstes gecancelt wird, und nicht unterstützt wird, hoffen wir natürlich, dass dieses Loch, das da entstanden ist, wieder aufgefangen werden kann. Dass nicht zuviele Veranstalter und Bands den Bach runter gehen. Ich hoffe, dass uns da tatsächlich noch was erhalten bleibt. Kultur ist wichtig und Musik ist wichtiger als vielleicht einige Politiker glauben. Ich hoffe, dass es da für uns weitergeht, und dass sich da auch ab 2023 wieder eine <strong>Sicherheit</strong> einstellt, auf die man bauen kann. Man braucht ja einfach Planungssicherheit. Ohne das ist nicht viel besser als der Lockdown. Für die Fans ja auch. Dass die wissen, wenn eine Show angekündigt wird, dann findet die auch statt. Ich habe so viele Freunde, die sagen &#8222;Hey, ich hab da noch zehn Tickets am Kühlschrank hängen, da hängt ein halbes Vermögen und die Shows sind alle abgesagt!&#8220;. Und das kann es ja nicht sein. Es muss mal wieder ein<strong> klares Statement</strong> kommen, auf das man sich verlassen kann, dass Kultur auch mal wieder planen und buchen kann und nicht so in der Luft hängen bleibt, wie es momentan ist.&nbsp;</p>
<blockquote><p>&#8222;Kultur ist wichtig und Musik ist wichtiger als vielleicht einige Politiker glauben.&#8220;</p></blockquote>
<p><strong>S</strong>: <strong>Kultur verbindet ja auch, ein Auto verbindet ja nicht so wie Kultur. </strong></p>
<p><strong>A</strong>: Ja, total. Kultur ist wirklich wichtig für die Seele!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ja, puh. Ich höre durchaus viel Frust und Pessimismus gegenüber der durch die Pandemie entstandenen Situation und die Art ihrer Entwicklung. <strong>André</strong> zeigt aber dennoch, dass die Band es schafft, dadurch nicht auf verquere Wege zu geraten und im Grunde genommen das Einzige zu tun, was sie sinnvoll versuchen können: an dem festhalten, was ihnen wichtig ist und einfach immer das zu versuchen durchzuboxen, was sich in der Situation machen lässt. Sich selbst gegenüber, aber auch aus Sicht der Fans. Um <strong>das Wir</strong> geht es ja schließlich. Gerade auch in der jetzigen Situation. Und als Band haben sie dafür eine wirklich wichtige Rolle, die sie ausspielen können, und das wissen sie.</p>
<p>Ich bin sehr froh darüber, wie dieses Gespräch gelaufen ist und wünsche <strong>BLIND GUARDIAN</strong> und auch allen anderen Gruppen, bald mit wieder weniger Sorgen und Einschränkungen touren zu können.</p>
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="CRHCnap2L5"><p><a href="https://www.blind-guardian.com/">Blind Guardian</a></p></blockquote>
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