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	<title>wdr2 Archive - Silence Musik Magazin</title>
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	<description>Das endgültige Metal-Magazin</description>
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	<title>wdr2 Archive - Silence Musik Magazin</title>
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		<title>Ohrenkrebs durchs Radio? Teil 2 – das Interview bei WDR 2</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julian Preuß]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Mar 2017 07:40:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In meiner letzten Kolumne habe ich mich über die andauernde Endloswiederholung im Radioprogramm von WDR 2 ausgelassen. Da kam mir die Idee, doch mal ernsthaft zu hinterfragen, wie so ein Musikprogramm überhaupt zusammengestellt wird. Aus diesem Grund haben Kollege Daegling und ich ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/ohrenkrebs-durchs-radio-teil-2-das-interview-bei-wdr-2/">Ohrenkrebs durchs Radio? Teil 2 – das Interview bei WDR 2</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3 style="text-align: left;">In meiner letzten Kolumne habe ich mich über die andauernde Endloswiederholung im Radioprogramm von WDR 2 ausgelassen. Da kam mir die Idee, doch mal ernsthaft zu hinterfragen, wie so ein Musikprogramm überhaupt zusammengestellt wird.</h3>
<p style="text-align: left;"><strong>Aus diesem Grund haben Kollege Daegling und ich uns auf den Weg nach Köln gemacht. <em>Stephan Laack</em>, Musikchef bei WDR 2, hatte richtig Bock auf unsere Fragen. Das Inti mussten wir aus Platzgründen leider stark kürzen, aber die Essenz kommt hoffentlich noch rüber. Viel Spaß!</strong></p>
<h4 style="text-align: left;">Hallo Stephan, vielen Dank, dass du dir die Zeit&nbsp; für uns nimmst.</h4>
<p>Hallo Jungs, erst mal freue ich mich, dass dieses Thema überhaupt mal jemanden interessiert. Vielfach wird einfach nur kritisiert, ohne zu fragen, wie unser Programm entsteht.</p>
<h4 style="text-align: left;">Wir fandens halt nur logisch, bei der Quelle zu bohren. Ist WDR 2 denn nun ein Sender, der dafür konzipiert ist, im Hintergrund bei der Arbeit zu laufen, oder eher ein Sender, bei dem man sich auch mal die Zeit nehmen sollte, konzentriert zuzuhören?</h4>
<p>Wir sehen uns als Tagesbegleiter von vielen Menschen. Der Wortanteil in unserem Programm ist verhältnismäßig hoch. Deshalb können wir mehr, als nur im Hintergrund laufen. Wir haben also eine Kombination aus verschiedenen Programmrubriken, wie unsere Nachrichten oder die Bundesliga-Konferenz an den Wochenenden. Diese Rubriken werden durch Musik verbunden und auch noch ein bisschen aufgelockert. Wir haben ja einen gewissen Gestaltungsspielraum.</p>
<h4 style="text-align: left;">Besonders interessant ist für uns der Punkt eben dieses Gestaltungsspielraumes. Wie groß ist dieser musikalische Freiraum, den ihr habt?</h4>
<p>So ein Freiraum entsteht durch mehrere Faktoren. Als wichtigster Aspekt ist vor allem die veränderte Musikbedeutung in der Gesellschaft zu nennen. Man darf nicht vergessen, Musik befindet sich, wie fast alles, in einem Entwicklungsprozess. Die Musik, und vor allem die Popmusik, sind heutzutage wesentlich wichtiger als in den vergangenen Jahrzehnten. Das schafft Platz für Neues und neue Strömungen. Außerdem führt der Wechsel von verschiedenen Musikchefs und in unserem Fall die &#8222;Konkurrenz&#8220; von WDR 2 und 1Live zu bestimmten Differenzen, aber auch Möglichkeiten, die ausgenutzt werden können. Der größte Unterschied sind in dem Falle unsere Zielgruppen.</p>
<h4 style="text-align: left;">Wo du gerade verschiedene Zielgruppen ansprichst – an welche Zielgruppe richtet sich denn jetzt WDR 2 konkret? Ein Spartensender ist er ja eher nicht?</h4>
<p>Wir versuchen bei WDR 2 schon, eine möglichst große Zielgruppe zu erreichen. Wir richten uns allerdings hauptsächlich an die Menschen, die in der Mitte ihres Lebens angekommen sind. Also die Hörer, die schon in einer festen Beziehung sind oder waren, einen Beruf haben, eine abgeschlossene Ausbildung usw. Die schon einiges gesehen haben, wenn man so will. Hörer in diesem Alterssegment sind vielleicht&nbsp;nicht mehr ganz so offen, wie die jüngeren Kaliber. Deshalb setzten wir unseren Schwerpunkt auch bei Pop-Musik. Die Jüngeren werden dann eher bei 1Live fündig, wo dann auch mal ausgefallenere Sachen zu hören sind.</p>
<h4 style="text-align: left;">Aber wenn ihr viele Menschen mit eurem Musikprogramm erreichen wollt, warum nagelt ihr euch dann so auf ein Genre fest?</h4>
<p>Wir haben leider keine Geheimwaffe, um alle Hörer musikalisch abzuholen. Man muss sich halt entscheiden, wie man am besten eine möglichst große Gruppe erreicht. Wir haben uns für Pop entschieden. Der Punkt ist, dass wir das Programm auch mal mit Überraschungen durchmischen. So eine Überraschung war beispielsweise das Interview&nbsp;mit <strong>Lars Ulrich</strong>, vor dem Release des neuen <strong>METALLICA</strong>-Albums, bei uns im Studio. Seit einiger Zeit haben wir auch verhältnismäßig viele Künstler bei uns zu Gast, um mit denen mal ein bisschen zu quatschen.</p>
<h4 style="text-align: left;">Wir haben ja vorhin über Zielgruppen gesprochen, wie verhält es sich bei euch mit Randgruppen wie eben&nbsp;Rock oder Metal, die ja auch eine große Fanbasis haben?</h4>
<p>Aufgrund unserer Zielgruppe kommt es für uns nicht in Frage, ein Spartensender zu sein. Klar, es wäre durchaus einfacher, sich auf ein Genre wie Rock zu konzentrieren. Das ist für uns aber nicht wirklich zielführend. Es ist unser Anspruch, das zu spielen, was unsere Hörer hören wollen. Das versuchen wir durch Umfragen zu gewährleisten. Das Interview mit <strong>Lars</strong> zum Beispiel lief abends gegen 21 Uhr. Also dann,&nbsp;wenn alle &#8222;Stammhörer&#8220; schon von der Autobahn runter sind.</p>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" id="attachment_15435" aria-describedby="caption-attachment-15435" style="width: 790px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-15435 size-full" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/03/tonies-die-maus-1-01-0006-55-p1-800x600px.jpg" height="600" width="800" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/03/tonies-die-maus-1-01-0006-55-p1-800x600px.jpg 800w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/03/tonies-die-maus-1-01-0006-55-p1-800x600px-300x225.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/03/tonies-die-maus-1-01-0006-55-p1-800x600px-750x563.jpg 750w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption itemprop="caption" id="caption-attachment-15435" class="wp-caption-text">Der WDR rockt!</figcaption></figure>
<h4>Wegen der Songbeispiele?</h4>
<p>Ganz genau! *lacht* Es ist halt schon sehr speziell, vor allem, weil die Songs schon ein ziemlicher Gegensatz zum üblichen Programm sind. Aber das Feedback war recht positiv, auch <strong>Lars</strong> fands spannend. Er ist natürlich absoluter Medienprofi und merkt, ob sich jemand&nbsp;tatsächlich mit der Materie beschäftigt hat oder nur seine von der Redaktion erstellten Fragen vom Zettel abliest.&nbsp;</p>
<h4 style="text-align: left;">Woran liegt das, dass eine Durchlaufrate zustande kommt, in der gefühlt jede Stunde <em>&#8222;Human&#8220;</em> gespielt wird?</h4>
<p>Wir befragen 200 Personen verschiedenen Alters und Geschlechts. Ganz platt gesagt, fragen wir: „Mögt ihr diesen Song oder wird er zu häufig gespielt?“. Mit diesen gewonnenen Tendenzen können wir die Wiederholungsrate festlegen. Ihr habt ja als Beispiel <em>&#8222;Human&#8220;</em> von <strong>Rag ´n´ Bone Man</strong> genannt. Da dieser Titel aktuell am beliebtesten ist, wird er drei Mal am Tag und&nbsp;zu verschiedenen Uhrzeiten gespielt. Wir möchten so erreichen, dass jeder unserer Hörer so diesen Song mindestens ein Mal am Tag hören kann. Uns ist natürlich bewusst, dass das nicht jeder gut findet. Irgendwann ist so ein Track so oft gelaufen, dass seine Beliebtheit rapide sinkt. Dann nehmen wir ihn aus dem Programm.</p>
<h4 style="text-align: left;">Wäre es durch eine stetige Durchmischung von Genres nicht viel einfacher, eine hohe Wiederholungsrate zu vermeiden?</h4>
<p>Da wir eine Ausrichtung auf die Pop-Musik haben, ist das nicht ganz so einfach. Wir haben nicht den Ansatz, alle Songs ständig zu wiederholen. Es tauchen immer mal wieder ältere Werke von Künstlern auf, die man eventuell schon wieder vergessen hat. Natürlich ist die Durchlaufrate bei aktuellen Titeln wesentlich höher.</p>
<h4 style="text-align: left;">Gibt es denn noch andere Kriterien, nach denen ihr euer Programm zusammenstellt? Es kursieren ja Gerüchte, dass eventuell auch Labels Einfluss auf die Wiederholungsquote von Songs haben.</h4>
<p>Als Erstes muss ich dieses Gerücht zurückweisen. Labels haben überhaupt keinen Einfluss darauf, welcher Titel wann und wie oft gespielt wird. Natürlich gibt es aber außerhalb der vorhin beschriebenen Umfragen auch noch andere Möglichkeiten, das Programm zusammenzustellen. Jeder unserer Redakteure kann Interpreten und Titel vorschlagen. Es gibt auch äußere Einflüsse, die auf das Programm einwirken. Todesfälle von Künstlern, wie wir sie zuletzt leider oft hatten, sind Anlässe, dass deshalb mehr von dem betroffenen Interpreten, wie z.B. <strong>David Bowie</strong> gespielt wird. Neuveröffentlichungen spielen bei uns auch eine wichtige Rolle. Momente wie das Interview&nbsp;mit <strong>Lars Ulrich</strong> peppen unser Programm noch ein bisschen auf.</p>
<h4 style="text-align: left;">Kommen wir noch einmal auf die Musik an sich zu sprechen. Siehst du qualitative Veränderungen in der Musikentwicklung?</h4>
<p>Die Musikwelt verändert sich parallel zu der realen Welt und dem Weltgeschehen. Ob das jetzt qualitative Veränderungen mit sich bringt, glaube ich eigentlich nicht. Aktuell haben wir meiner Meinung nach eine Tendenz zu ruhigeren und melancholischeren Songs. Das zeigen dann vor allem die aktuellen deutschen Künstler.</p>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" id="attachment_15320" aria-describedby="caption-attachment-15320" style="width: 278px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="wp-image-15320 size-full" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/03/WDR2_blut.jpg" alt="Collage WDR2-Logo" height="346" width="288" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/03/WDR2_blut.jpg 288w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/03/WDR2_blut-250x300.jpg 250w" sizes="(max-width: 288px) 100vw, 288px" /><figcaption itemprop="caption" id="caption-attachment-15320" class="wp-caption-text">Ohrenkrebs durch falsche Beschallung? Das neue Burn Out für Metaller</figcaption></figure>
<h4 style="text-align: left;">Was siehst du für musikalische Trends in der Zukunft oder werden wir auf ewig melancholische Musik hören müssen?</h4>
<p>Wie das halt so ist, wird es zu jeder Bewegung auch eine Gegenbewegung geben. Irgendwann wird sich die Musikwelt wieder nach mehr Ecken und Kanten sehnen. Dann werden vermutlich auch die härteren Töne in der Gesellschaft wieder etwas populärer. Es lässt sich sehr schwer absehen, wann das passieren wird, ich gehe aber davon aus, dass es so kommen wird.</p>
<h4 style="text-align: left;">Wenn es dann soweit ist, versucht ihr dann auch als renommierter Radiosender unbekannteren Künstlern und Bands zu mehr Bekanntheit zu verhelfen? Sie sozusagen aus den Tiefen zu holen?</h4>
<p>Wir tun unser Möglichstes dazu, Auftritte von Künstlern auch mal zu promoten, wie wir das beispielsweise mal bei <strong>Max Giesinger</strong> gemacht haben. Dadurch ist seine Bekanntheit mit Sicherheit nochmals gestiegen. Grundsätzlich ist das bei uns als WDR 2 eher schwierig. Wir sind ja kein musikalischer Trendsetter. In unserem Hause gibt 1Live die Trends vor.&nbsp;Unter unseren&nbsp;Abendsendungen gibt es allerdings einen Bereich für gute Amateure. Diese Bands oder Künstler werden im Rahmen der Sendung „Szene NRW“ gecastet und vorgestellt. Weiterhin haben wir online bei uns eine Rubrik, in der sich unsere Hörer über Neuheiten und Neuerscheinungen informieren können.</p>
<h4 style="text-align: left;">Stephan, vielen Dank für die Einladung und das interessante Gespräch!</h4>
<p>Bitte, gerne. Danke auch für das Gespräch, mir hats Spaß gemacht!</p>
<hr>
<p><span style="color: #000000; font-family: Calibri;"><strong>Also, wir halten mal fest:</strong> Das Musikprogramm beim Radio scheint wohl doch mehr zu sein, als einfach nur fünf Titel rauf und runter zu spielen. Hörerumfragen und Aktuelles tragen ebenso zur Gestaltung bei, wie Sport und Informatives. Wiederholt wird auf jeden Fall doch einiges, aber eben nur auf Wunsch der Hörer, oder zumindest vieler. Aber sind wir mal ehrlich, man kann es nicht jedem Recht machen. Kollege <strong>Daegling</strong>, auch schon im erfahreneren Alter, geht mit <strong>Stephan</strong> konform und findet, dass WDR 2 durchaus eine Alternative darstellt. Vor allem zu nervtötenden Sendern wie BIG FM oder den besten Mixen aus den 30ern und von Heute.<br />
</span></p>
<hr>
<p><span style="color: #000000; font-family: Calibri;">&nbsp;</span></p>
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		<title>Zwangsbeschallung durchs Radio &#8211; Teil 1</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julian Preuß]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Feb 2017 07:35:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>
		<category><![CDATA[Dauerbeschallung]]></category>
		<category><![CDATA[death metal]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wünscht ihr euch nicht auch manchmal, ihr hättet ein Paar Ohrenstöpsel dabei? Nee, ich mein jetzt nicht auf nem Festival oder nem Konzert, sondern einfach ganz alltäglich. Einfach mal dem Geplapper der Kollegen entschwinden oder viel besser, der Hintergrundbeschallung aus dem Arbeits-Grammophon ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/zwangsbeschallung-durchs-radio-teil-1/">Zwangsbeschallung durchs Radio &#8211; Teil 1</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>Wünscht ihr euch nicht auch manchmal, ihr hättet ein Paar Ohrenstöpsel dabei? Nee, ich mein jetzt nicht auf nem Festival oder nem Konzert, sondern einfach ganz alltäglich. Einfach mal dem Geplapper der Kollegen entschwinden oder viel besser, der Hintergrundbeschallung aus dem Arbeits-Grammophon entkommen.</strong></h3>
<h4>Nee, jetz ma Spaß beiseite und Butter bei die Fische!</h4>
<p>Denjenigen von uns, denen es bei der Arbeit überhaupt gestattet ist, Beschallung laufen zu lassen, wissen was ich meine &#8230; Man kommt morgens zum Arbeitsplatz und schon wird man mit dem Geträller aus dem Radio begrüßt. Da verliere ich schon nach zehn Minuten jede Motivation und sehne mich nachm Feierabend, denn ich weiß, es wird nicht besser.</p>
<p>Den ganzen Tag vier verschiedene Songs in gefühlter Endlosschleife. Da wird man doch wahnsinnig bei, oder etwa nicht? Diese inflationäre <strong>Dauerschleifen-Endlosbeschallung</strong> kann doch nicht im Sinne des Betrachters &#8211; äähh, Zuhörers &#8211; sein? Ich weiß ja nicht, wie es euch so damit ergeht, auf jeden Fall kenne ich verschiedene Möglichkeiten, damit am Arbeitsplatz fertig zu werden. Dazu dann später mehr.</p>
<p>Aber woran liegt es denn überhaupt, dass (nicht nur) wir, die ja bekanntermaßen eine Präferenz für ein inhaltlich und musikalisch anspruchsvolleres Genre haben, die Radiomucke größtenteils so verachten?</p>
<p>Nun, ich behaupte mal ganz platt, dass sich diese Frage nicht so einfach beantworten lässt, da es sehr viele Aspekte gibt, die zu einer abneigenden Haltung gegenüber kommerziell laufender Pop-Musik im Radio führt.</p>
<p>Ich denke, der erste Grund ist noch nicht einmal genrespezifisch, sondern lässt sich ganz plump auf jedes beliebige Musikgenre übertragen. Ihr könnts garantiert erraten und ich hatte es eingangs auch schon einmal erwähnt: es ist die ständige Endloswiederholung einer kleinen Fülle von Songs, über den ganzen Tag verteilt.</p>
<p>Oder fändet ihr das toll, wenn den ganzen Tag <em>&#8222;Fear of the Dark&#8220;</em>, <em>&#8222;Enter Sandman&#8220;</em> und <em>&#8222;Ace of Spades&#8220;</em> rauf und runter dudelt? Irgendwann ist das dann auch nicht mehr schön.</p>
<p>Um euch das aber auch nochmal kurz schmackhaft zu machen, gehe ich einfach mal von dem Radiosender aus, der bei mir den ganzen Tag während der Arbeit läuft (klagendes Seufzen des Autors …). <strong>WDR 2</strong> spielt während der – teils sehr langen – acht Stunden, gefühlt eine Handvoll Songs. Damit es nicht ganz so auffällt, wird zwischendurch mal die Reihenfolge in der Playlist gewechselt. Da haben wir dann zum Beispiel die Playlist mit: <em>&#8222;Human&#8220;</em> (<strong>Rag´n´Bone Man</strong>),<em> &#8222;Wenn sie tanzt&#8220;</em> (<strong>Max Giesinger</strong>), <em>&#8222;Chöre&#8220;</em> (<strong>Max Forster</strong>) und<em> &#8222;Bonnie &amp; Clyde&#8220;</em> (<strong>Sarah Connor</strong>). Ich behaupte nicht, dass besagte Songs nicht anspruchsvoll, inhaltlich lasch oder die Künstler musikalisch unbegabt sind. Manchmal sogar ganz im Gegenteil. Aber die Frage, die ich mir jetzt stelle, ist ganz einfach:</p>
<h4>Warum, zum Teufel, laufen diese Titel immer und immer wieder?</h4>
<p>Zum einen wird natürlich die Liste der aktuellen Charts durchgegangen und geschaut, welche Songs da am weitesten oben stehen. Tja, und genau das bedeutet, diese Songs sind am beliebtesten, gefallen den meisten Hörern und werden deshalb auch umso häufiger wiederholt. Eigentlich ne ganz einfach Kiste, oder? Gut, warum schwer, wenns auch einfach geht, denken sich die Damen und Herren der Schöpfung in der Musikredaktion bestimmt. Aber das kann doch bestimmt nicht alles sein, warum diese Endlosschleife nicht mal aufgelöst wird.</p>
<p>Schon lange habe ich mir darüber Gedanken gemacht und diese Überlegung scheint vielleicht auch gar nicht so abwegig. Wir alle haben das schon mitbekommen, ein dreifaches Hoch auf die empirischen Zahlenjongleure unserer Gesellschaft, die unser gesamtes Leben in Zahlen erfassen! So auch unserer musikalischen Vorlieben. Naja, &#8222;unsere&#8220; sind damit vermutlich nicht gemeint, denn dann wäre die Beschallung aus der Quäke wesentlich mehr von den süßen Klängen einer Gitarre, eines Schlagzeugs…naja ihr wisst was ich meine…geprägt.</p>
<p>Vielmehr wird der &#8222;beste Mix&#8220; (Slogan des Lokalradios in meiner Heimat) auf die breite Masse abgestimmt. Und genau da kommen wieder die Charts ins Spiel, die zum Großteil aus platten Popsongs bestehen, die sich kaum voneinander unterscheiden, auch wenn es einige Ausnahmen gibt. Es gibt also nicht umsonst das Gerücht, dass das Radioprogramm auf Quoten basiert, die vorschreiben, wie viel Prozent Charts und wie viel Prozent anderes Zeug gespielt wird.</p>
<p>Wenn aber ein Sender sich auf die Stirn schreibt: &#8222;Wir spielen den besten Mix&#8220;, dann heißt das für mich, es werden so viele Musikgenres wie möglich bedient, um möglichst viele Hörer bei Laune zu halten. Ist nur doof, dass dieser Mix so gut wie gar nicht vorhanden ist! Natürlich wirft jetzt der allgemeine Radiohörer das Argument in den Raum, dass für die Menschen, die gerne Rock hören, ja gefühlte zweimal im Jahr <em>&#8222;Nothing Else Matters&#8220;</em> und ungefähr einmal im Monat <em>&#8222;Tage wie diese&#8220;</em> von den <strong>Toten Hosen</strong> gespielt wird. Aber ich finde, das ist doch verdammt nochmal kein Mix!!</p>
<h4><strong>Ach ja, ich kann ja mal kurz noch eine kleine Anekdote von meinem Arbeitsplatz erzählen:</strong></h4>
<p>Wir schreiben einen Tag Ende November letzten Jahres. Es ist der Tag vor der Veröffentlichung des neuen <strong>METALLICA</strong>-Albums &#8222;Hardwired to Self-Destruct&#8220;. <strong>James</strong>,<strong> Lars</strong>, <strong>Kirk</strong> und <strong>Robert</strong> sind in Deutschland auf Radiotour und geben Interviews. So kommt es, dass <strong>Lars</strong> bei WDR 2 im Studio zu Gast ist und Rede und Antwort steht. In der Folge wird auch der Titelsong <em>&#8222;Hardwired&#8220;</em> im Radio gespielt und ich muss euch nicht erklären, dass der Song schon ganz gut scheppert.</p>
<p>Die Reaktion meines geschätzten Herrn Kollegen: &#8222;<strong>Was soll denn der Scheiß?</strong>! Dieser Mist hat doch nichts im Radio zu suchen, das will doch keiner hören!&#8220;</p>
<p>Darauf ich: &#8222;Es gibt genug Menschen dort draußen, denen sowas gefällt und es ist wichtig, dass auch so ein Genre mal auf einer solchen Plattform zu hören ist. Oder willst du die Bedeutung von <strong>METALLICA</strong> für die allgemeine Musikwelt abstreiten?&#8220;</p>
<p>Darauf keine Antwort.</p>
<p><iframe width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/uhBHL3v4d3I?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Was ich damit sagen will ist, Radio als Massenmedium hat die Möglichkeit, stündlich, täglich und wöchentlich so viele Menschen zu erreichen. Genau deshalb sollte auch für jeden Musikgeschmack etwas dabei sein und das nicht nur ein Song die Woche! Klar, es hören weitaus mehr Menschen Pop, als Rap und Metal, aber liebe Radiomacher, gebt auch diesen Genres den Platz im Programm, den sie verdienen!</p>
<p>So wie es jetzt ist, verliert das Radio seine Qualität und rutscht in die Schiene eines musikalisch nervenden, inhaltlosen, langweiligen und demotivierenden Hintergrundgequäkes ab. Das ist Scheiße und macht jeden Arbeitstag und jede Autofahrt ein Stück weit mieser!</p>
<h4><strong>Also bitte liebe Rundfunkmenschen, erbarmt euch und habt ein Herz für musikalische Vielfalt. Ihr würdet viele Menschen damit weitaus glücklicher machen!</strong></h4>
<p>So und jetzt die wohl wichtigste Frage zum Schluss … Wie kann man sich denn nun eigentlich gegen die nervige Beschallung am Arbeitsplatz wehren?</p>
<p>Meiner Meinung nach gibt’s drei verschiedene Möglichkeiten. Erstens, getreu nach dem Motto &#8222;Ohren zu und durch&#8220;, noch mehr arbeiten, sodass die Zeit schneller vergeht und man so schneller wieder seine Lieblingsscheibe auflegen kann, wobei diese Methode auf die Dauer bestimmt sehr anstrengend werden kann.</p>
<p>Zweitens, &#8222;Ohren auf, meckern und durch&#8220;. Diese Variante macht das Hören vielleicht ein kleines bisschen erträglicher. Man lässt den Frust über die schlechte Musik einfach raus und nervt so lange die Kollegen, bis das Geträller bestenfalls ausgeschaltet wird. Ziel erreicht!</p>
<p>Bei der meiner Meinung nach dritten und besten Methode dreht man den Spieß einfach um. Lasst einfach mal richtig schönen Thrash-, Death-, oder Sonst-was-Metal laufen und beschallt damit eure Kollegen. So erleben die mal, was wir Tag für Tag durchmachen und ihr habt euren Spaß dabei. Danach, das verspreche ich, kommt ihr so gut gelaunt nach Hause, wie schon lange nicht mehr!</p>
<p><span id="more-13487"></span></p>
<hr>
<p>Es gibt aber auch noch eine <em><strong>vierte Methode</strong></em>: man fragt einfach bei der Quelle allen Übels mal nach, was da los ist. Und warum! So haben wir es auch gehalten und hatten ein wirklich aufschlussreiches Gespräch mit <strong>WDR 2 Musikchef Stephan Laack</strong>, welcher interessanterweise in Teilen dieselben Ansichten vertritt, wie unser Big Boss <strong>Alex</strong>. Welche das sind, erfahrt ihr in Teil II. Viel Spaß!</p>
<hr>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/zwangsbeschallung-durchs-radio-teil-1/">Zwangsbeschallung durchs Radio &#8211; Teil 1</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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