TAKIDA – Rock mit Seele live in Leipzig

Wir schreiben den 24. Mai im Jahre 2022. Die Pandemie ist aktuell weitestgehend im Griff und es finden nach dieser elendig langen Durststrecke wieder Konzerte unter normalen Bedingungen statt. Mit der schwedischen Rockband TAKIDA steht mein erstes, geplantes Konzert auf dem Plan und ich könnte vorfreudiger kaum sein, zähle ich sie doch zu meiner musikalischen Entdeckung des Jahres. Also hab ich mir in gewohnter und fast vergessener Tradition unsere Fotofrau Jule geschnappt und wir machen uns gegen 18:30 Uhr auf den Weg zum Felsenkeller in Leipzig. Katzensprung! (Übrigens ist das für Jule heute ein kompletter Blindflug, für mich trifft das nur auf den Support THE WILD! zu. Es wird also interessant!)

Spannender Einlass, spaßiger Support…

Kurz vor 19:00 Uhr sind wir auch schon da und die Türen sind bereits geöffnet. Also noch fix etwas gegen die Gesundheit tun und dann rein zum Tresen mit den Listenplätzen. Dort erwartet uns direkt erstmal der Schock, dass wir nirgends gelistet sind. Schlecht! Allerdings liegt das wohl nicht an uns, sondern an der Kommunikation im Vorfeld, denn wir sind nicht die Einzigen, die da hätten draufstehen müssen, und auch weitere Gäste finden zunächst keinen Einlass. Nach kurzer Wartezeit, einigen Nachrichten und Telefonaten wurde aber alles geklärt und beruhigt dürfen wir den Felsenkeller betreten. An dieser Stelle besten Dank an Starkult Promotion und die sympathischen Securities für die Hilfe! 

THE WILD!

Natürlich geht’s nach der Aufregung zunächst zur Bar um sich von innen runterzukühlen. Freundliches Barpersonal inklusive! Die Location ist nicht wirklich voll und wir finden reichlich Platz. Also kann ich mir auch noch ein Shirt am Merchstand gönnen. Es ist nun 20:00 Uhr und THE WILD! betreten quasi auf die Minute genau die Bühne. Untermauert wird das Ganze von Westernmusik, was mich zunächst auf Country spekulieren lässt. Doch weit gefehlt! Die Kanadier liefern richtig sauberen, handgemachten Hardrock. Von der ersten Sekunde an reißen sie das Publikum mit, animieren bei jeder Gelegenheit zum Mitmachen und erlauben sich herrlich viele Scherze. Nicht nur in Form von einigen Jokes in’s Mikrofon, oder dem Richten der Frisur, nein, der charismatische Frontmann setzt sich zunächst auf der rechten Seite auf ein Geländer und lässt sich von seinen Kollegen von der Bühne gefüllte Bierbecher rüberwerfen. Das klappt zwar nicht bei allen Würfen, aber ist dennoch sehr witzig zu beobachten. Um aber noch etwas die Wurftechnik zu üben, wird das Ganze auf der anderen Seite nochmal wiederholt. Kleine, technische Schwierigkeiten kann man auf der Bühne zwar auch einmal feststellen, diese werden aber so professionell überspielt, dass es sicher nicht jeder mitbekommen hat. Bemerkenswert ist auch, dass die Band sozusagen nonstop durchzieht, Übergänge oder ähnliches gibt es praktisch nicht, Respekt! Während der Show überlegen wir, an wen uns die markante Stimme des Sängers erinnert. Ah ja! – AC/DC. Fans der Urgesteine sollten hier also definitiv mal reinhören, und falls die Möglichkeit besteht, auch live erleben. Spaß macht THE WILD! nämlich ungemein. 

THE WILD!

Jag älskar Sverige!

TAKIDA

Etwas mehr als 45 Minuten haben uns THE WILD! nun angeheizt und nach einer Umbau- bzw. Raucherpause starten TAKIDA um 21:15 Uhr ihr Set. Eröffnet wird nach dem Intro nicht etwa direkt mit einem Song des aktuellen Albums „Falling From Fame“, sondern mit einer älteren Nummer: „Wild Eyes“. Das kann ich auch verstehen, denn der Beginn des Songs bildet einen wunderbaren Start und ich fühle mich direkt sehr wohl um’s Herz. Weiter geht’s mit „How Far I’ll Go“ und dem grandiosen „Flowerchild“, bevor ich dann auch schon meinen absoluten Lieblingssong der Schweden „Better“ serviert bekomme. Meine Freudentränen kann ich nun nicht mehr zurückhalten und es dauert kurz, bis ich realisiere, dass Frontmann Robert einen Spaziergang durch’s Publikum unternimmt, einen Meter neben uns. Das ist so in Kombination mit diesem Song ein echtes Schmankerl heut abend. Bis hierher gab es nur ältere Songs, doch nun folgt „In Spite Of Everything“, was auf dem aktuellen Album definitiv zu den Krachern zählt. Natürlich darf davon auch „Let The Hammer Ring The Bell“ nicht fehlen, welches der erste Song war, den ich überhaupt von TAKIDA gehört hab. Die Stimmung ist mittlerweile auch richtig schön ausgelassen, und eine Animation zum Mitmachen, Klatschen oder Springen brauch eigentlich niemand mehr. Das läuft wie von Zauberhand. Man kann die Energie, die die Band auf die Bühne bringt förmlich greifen, und das tut so unfassbar gut! Als wir draußen nämlich gesehen haben, wie bunt das Publikum gemischt ist, hatten wir zunächst so unsere Bedenken, aber denkste! Wir stehen in Mitten einer großen Party, mit hunderten anderen, die alle auch mehr als froh sind, endlich diesen Entzug zu brechen! TAKIDA liefern tatsächlich eine Best-Of Show, mit allen Hits, die ich mir hätte wünschen können, und das wirklich aus allen allen Epochen der Bandgeschichte. Selbst „Purgatory“ findet sich in der Setlist wieder, ebenso wie das sehr emotionale „You Learn“, welches der erste Song im Zugabenblock ist und nur von Keyboarder Chris begleitet wird. Besonders in solchen Momenten erkennt man die beeindruckende Stimme von Robert. Mit dem mitreißenden „What About Me?“ findet das Konzert ein würdiges Ende, bei dem jeder nochmal so richtig eskalieren kann. Herrlich!

TAKIDA

Fazit dieses Abends

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass die Schweden mit TAKIDA für meine Begriffe ein absolutes Aushängeschild in Sachen moderner Rockmusik haben! Ich ziehe meinen Hut vor dieser Band, ihrer Musik und ihren Livequalitäten. Nach der Durststrecke der letzten Jahre war das für mich wirklich eine Wohltat voller Emotionen, die rausmussten! Wie oben erwähnt war das für Jule heut ein Blindflug, und wenn sie sich im Anschluss an das Konzert direkt eine Platte von TAKIDA kauft, muss ich nicht noch mehr sagen, oder? So etwas ist doch für eine Band das Schönste. Ich würde jederzeit wieder ein Konzert der Band besuchen, nächstes Mal dann sicherlich auch ausverkauft. Danke!

Kleine Randnotiz am Schluss: wenn ihr euch zu einem Event dieser Art eine Pizza bestellt, dann macht euch lieber einen genauen Übergabeort aus, der gute Pizzaboy sah ziemlich lost an seinem Handy zwischen den Fans aus) 🙂 


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